25.05.2013 09:30 Merkliste 0

ETH Zürich: Verdopplung der Studiengebühren überlegt

30.07.2012 | 09:40 |   (DiePresse.com)

Der Rektor der schweizer Elite-Uni kann sich vorstellen, dass Studenten bald mehr als 2000 Euro pro Semester. Im Vergleich mit US-Unis sei das aber ein "absoluter Preisknüller".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Rektor der renommierten Schweizer ETH Zürich rechnet mit einer Verdoppelung der Studiengebühren an seiner Hochschule in den kommenden Jahren. Er könne sich eine Erhöhung der Studiengebühren von derzeit 1300 auf 2600 Franken (1582,50 auf 2165 Euro) vorstellen, sagte Lino Guzzella der Zeitung "NZZ am Sonntag". Grund dafür seien um 60 Prozent gestiegene Studierendenzahlen in der vergangenen Dekade und das dennoch kaum mitgewachsene Budget.

Wie stark die Gebühren aber tatsächlich steigen sollen, steht für den Rektor noch nicht fest. Am Ende sei es Sache des ETH-Rats und der Politik, dies zu entscheiden. Die Höhe der Gebühren an den beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich und in Lausanne werden vom ETH-Rat festgelegt. Sollte die Erhöhung umgesetzt werden, gälten diese voraussichtlich aber nur für die Studienanfänger. "Auf jeden Fall werde ich mich persönlich dafür einsetzen, dass das Geld nur für die Lehre eingesetzt wird."

Zudem müsse ein großer Teil der Gebührenerhöhung für die soziale Abfederung wie etwa Stipendien verwendet werden. "Es darf nicht sein, dass ein talentierter Anwärter wegen des Geldes nicht an der ETH studieren kann." Verglichen mit den Gebühren an US-amerikanischen Hochschulen sei aber das ETH-Studium ein "absoluter Preisknüller", betonte Guzzella. An einer vom Niveau her vergleichbaren Hochschule in den USA würde das Bachelor-Studium zwischen 10.000 und 50.000 Dollar (8.119 und 40.594 Euro) pro Jahr kosten.

Der ETH-Rektor forderte im Interview zudem strengere Zugangsbeschränkungen - vor allen in Mathematik und Physik, aber auch in den Sprachen. "Die Leute müssen richtig lesen, schreiben und sprechen können." Das gelte auch für Naturwissenschafter und Ingenieure. Zum Teil seien deren Kenntnisse ungenügend. Das Schweizer Bildungssystem sei grundsätzlich gut, aber "wir müssen noch mehr Leistungen verlangen, auch in den Volksschulen". Es dürfe nicht sein, dass die Volksschule immer mehr mit Erziehungsaufgaben belastet werde. Wenn die Schule erziehen müsse, würden die talentierten Schüler zu wenig gefördert.

(APA/sda)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
3 Kommentare
Gast: Bettelstudent
03.08.2012 14:31
0 0

Es kann nur einen Einstein geben

und der war bekanntlich Schweizer!
Alle anderen haben auf einer Universität nichts verloren. Ausserdem bleibt mehr für die Etablierten bevor sie sich selbst dezimieren.

Gast: eth_student
30.07.2012 17:10
0 0

bitte anständig recherchieren...

bei der Verdopplung auf über 2000 Fr. handelt es sich allerdings um das Jahresschulgeld, und nicht um die Semesterbeiträge...

siehe Interview von Lino Guzzella:

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/das-niveau-an-den-schulenist-gesunken-1.17414472

Gast: hmmmm
30.07.2012 17:07
0 0

Fehlt da nicht was?

"Der Rektor der schweizer Elite-Uni kann sich vorstellen, dass Studenten bald mehr als 2000 Euro pro Semester."

Schlagzeilen Bildung