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Uni Innsbruck stellte Plagiats-Untersuchung gegen Ehrenhauser ein

03.08.2012 | 11:24 |   (DiePresse.com)

Die Uni Innsbruck hat das Verfahren wegen Plagiatsvorwürfen gegen EU-Abgeordneteten Martin Ehrenhauser eingestellt.

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Die Universität Innsbruck hat ein Verfahren gegen den fraktionsfreien EU-Abgeordneten Martin Ehrenhauser wegen angeblicher Plagiatsvorwürfe in seiner Diplomarbeit eingestellt. Ehrenhauser betonte am Freitag, die Untersuchung sei von dem parlamentarischen Assistenten und Schulfreund von Hans-Peter Martin, Klaus Diekers, eingeleitet worden. "Die Überprüfung der Diplomarbeit ist der gescheiterte Versuch, die Glaubwürdigkeit von mir als wichtigen Zeugen im Korruptionsfall Hans-Peter Martin zu untergraben", sagte Ehrenhauser. Die Universität Innsbruck bestätigte auf Anfrage die Einstellung des Verfahrens.

Die Universität Innsbruck habe nach gründlicher Prüfung weder einen Grund für eine Nichtigerklärung der Beurteilung der Diplomarbeit noch für einen Widerruf des akademischen Grades gesehen, teilte Ehrenhauser mit. Der Vorwurf des Plagiats sei endgültig vom Tisch. "Da sämtliche zitierte Quellen und Autoren angegeben wurden, ist die Entscheidung der Universität Innsbruck die einzig logische Konsequenz", erklärte Ehrenhauser. Der Europaabgeordnete betonte außerdem, es habe auch nie eine eigenständige Untersuchung der österreichischen Plagiatsjäger "Initiative Transparente Wissenschaft" gegeben, sondern lediglich anonyme Postings dazu auf deren Internetseite. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit waren auch diese von Mitarbeitern von Hans-Peter Martin organisiert", so Ehrenhauser.

Gegen Hans-Peter Martin ermittelt in Österreich die Staatsanwaltschaft Wien wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit Geldern aus der Wahlkampfkostenrückerstattung. Ausgelöst hatte die Ermittlungen Ehrenhauser - früher Büroleiter von Martin - mit einer Sachverhaltsdarstellung im April 2011. "Es besteht der Verdacht, dass Hans-Peter Martin rund 1,5 Millionen Euro öffentliche Fördermittel für private Zwecke missbraucht hat", bekräftigte Ehrenhauser am Freitag. "Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft gründlich im Fall Hans-Peter Martin ermittelt und es sobald als nötig zu einer Anklage kommt. Es wird Zeit, dass Hans-Peter Martin für sämtliche seiner Taten juristisch zur Rechenschaft gezogen wird."

Datenraub durch Mitarbeiter?

Martin wies die Vorwürfe stets zurück und wirft seinerseits seinem früheren Mitstreiter vor, Daten aus seinem Computer entwendet zu haben. Martin war am Freitag zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ehrenhauser bestätigte, dass in der Causa gegen ihn auch ein Verfahren wegen Aufhebung seiner Immunität im Europaparlament läuft, das voraussichtlich im Herbst entschieden werden soll. Er habe sich aber nie auf seine Immunität berufen, sondern bereits eine Stellungnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft abgegeben, sagte Ehrenhauser.

Ehrenhauser absolvierte zwischen 2003 und 2007 das Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Innsbruck und Loughborough (England). Seine Diplomarbeit trägt den Titel "The Intelligence Community of the European Union - Eine österreichische Betrachtungsweise".

(APA)

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19 Kommentare
Gast: A. Nemser
24.09.2012 14:47
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Gedruckte Lügen

Ich habe Martin Ehrenhauser vor fast einem Monat angeschrieben um um Transparenz zu bitten. Denn angesichts der durch die ITW gefundenen Plagiate (die jeder für sich selbst nachprüfen kann: http://de.antiplagaustria.wikia.com/wiki/Martin_Ehrenhauser ) kann und will ich nicht glauben das das Gutachten so positive ausfällt wie Ehrenhauser es hier darstellt. Das alles als Intrige dargestellt wird ist zu erwarten, aber wenn alles an der Arbeit in Ordnung wäre sollte Martin Ehrenhauser seinem eigenen Transparenzprinzip folgen und auch das Gutachten offenlegen.

http://derstandard.at/plink/1343743813736/27718430

Gast: bittedanke
07.08.2012 14:37
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Transparenz?

Wo bleibt die Veröffentlichung des Ergebnisses der Uni-Innsbruck zu den Plagiatsvorwürfen Ehrenhausers? Herr Ehrenhauser, machen Sie das Ergebnis transparent, damit jeder sich selbst vergewissern kann, wie die Uni sich genau äußerte! War das Ergebnis vielleicht doch nicht ganz so positiv?

Gast: Rainer Spiegel
04.08.2012 22:44
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Nicht so schnell

Hans Peter Martin ist der wahre Held in dieser langen Geschichte, deren letztes Kapitel noch nicht vollendet ist. Ein erfolgreicher Buchautor und Journalist, Enthüller zahlreicher international relevanter Skandale. Er hat es als für die Österreicher wertvollster EU-Abgeordneter verdient, über die Förderungen seiner Partei frei entscheiden zu können, schließlich hat stets er ganz allein (!) das gesamte Risiko auf sich genommen. Da ist das Steuergeld auch gut bei einem Pool oder Schwimmteich in seinem Haus in Deutschland angelegt, damit er sich auf dem Weg nach Straßburg noch etwas vor einer Rede erholen kann. Die anderen Parteien verpulvern es für Wahlwerbung. Was wollt ihr denn? Eine "reine Weste" hat niemand. Beim Ehrenhauser wird sich schon auch noch etwas finden.

Re: Nicht so schnell

der Beitrag ist hoffentlich als Satire gedacht oder von Hern Martin selbst - denn kein normaler Mensch kann an diesem selbstverliebten Menschen was positives finden.

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Re: Re: Nicht so schnell

Na ja, die Geschichte mit den gefälschten Unterschriften auf den Anwesenheitslisten war schon unterhaltsam - insbesondere die wütenden Attacken, als sich herausgestellt hat, dass Martin die Parlamentarier per Videokamera überwacht hat...

Gast: nanu?
04.08.2012 20:40
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Immer langsam

weitaus interessanter als eine selbstverfasste Stellungnahme des Herrn Ehrenhauser über seine "reine Weste" wäre eine offizielle Aussendung der Uni Innsbruck. Ehrenhauser hat erst jetzt reagiert - solange die Untersuchung lief, ging er medial in volle Deckung - nicht gerade ein übliches Verhalten.
Soll er doch bitte den schriftlichen Endbericht der Untersuchungskommission veröffentlichen - das wäre Transparenz! Dann wird sich auch zeigen, wie wissenschaftlich seine Arbeit war - die Plagiatsvorwürfe sind keineswegs gänzlioch vom Tisch. In Österreich wird offensichtlich lieber hinter verschlossenen Türen gearbeitet um Kontrolle zu verhindern - in Deutschland völlig unvorstellbar.

Gast: Whistleblower
03.08.2012 21:17
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An diesem Beispiel sieht man sehr gut, wie es einem Whistleblower ergeht

Wenn man in der Politik (egal in welcher Partei) Korruption aufzeigt und zur Staatsanwaltschaft geht, wird man selbst mit Anzeigen eingedeckt.

Da werden mehrere Mitarbeiter, Juristen etc. beauftragt eine Diplomarbeit auf Punkt, Beistrich und Gänsefüßchen auseinanderzunehmen, Gutachten zu produzieren und Klagen wegen "Datenraub" einzubringen. Nicht zu vergessen, dass alle Schritte mit gut inszenierten Medien Kampagnen einhergehen. In diesem Fall hat NEWS exklusiv über einen neuen Plagiatsfall der "Initiative Transparente Wissenschaft" berichtet und sind in Wahrheit nur HPM auf den Leim gegangen.

Stillhalten und packeln wird hingegen in unserem System immer belohnt.

Gast: Hans-Jörg Martin
03.08.2012 21:08
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peinlicher HPM

Sein Erfolg beruht wie bei Haider darauf, den Saubermann vorzuspielen. Dann plant er, Steuergelder über Kickbacks an Freunde in seine Verfügungsgewalt zu bringen und dann schüttet er den Aufdecker an. Haider hätte die Birnbacher Affäre wohl nun ins Gefängnis gebracht. Bei HPM werden wir sehen.

Plagiats hysterie

.. und solche Fälle sind dann das Ergebnis der gegenwärtigen Plagiats-Hysterie.

Antworten Gast: plagi27
03.08.2012 17:33
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Plagiatshysterie?

Eine Plagiatshysterie hat es in Österreich nie gegeben; das war eher bei den Deutschen der Fall.

In Österreich hat sich eher das gegenteilige Phänomen eingestellt: Systematische Verschleierung, Obstruktion der Ermittlungen, offenkundige und schwer wiegende Verletzungen der guten wissenschaftlichen Praxis wurden einfach geleugnet.

Und da die Universitäten autonom sind, gibt es keine höhere Instanz, die diesem Treiben Einhalt gebieten würde. Es genügt, wenn der Rektor sagt, wir haben geprüft und es ist nichts herausgekommen. Die größten Schmiererein und Betrügereien bleiben dann ungesühnt. Zu Lasten des Wissenschaftsstandorts Österreich.

Re: Plagiatshysterie?

es werden Fälle auch leise und diskret verfolgt und geahndet - es gibt mittlerweile auch Beamte, denen klar gemacht wurde, dass es für sie besser wäre freiwillig zu kündigen - die UNIS WISSEN DA SCHON IHRE AUTONOMIE GEGEN UNSERIÖSE WISSENSCHAFTLER ZU NUTZEN - und das ist gut SO

Antworten Antworten Antworten Gast: zacke-1
03.08.2012 21:13
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Re: Re: Plagiatshysterie?

,,.da hätte ich meine Zweifel...

In einzelnen Fällen wird sicherlich vorgegangen. Es gibt aber andere Fälle, in denen sich Unis hartnäckig dagegen wehren, Fehlverhalten, das sogar von renommierten Instititutionen wie der ÖAWI festgestellt worden ist, zu verfolgen.

Maßnahmen gegen akademisches Fehlverhalten scheinen eher die Ausnahme als die Regel zu sein.

Gerade für die Uni IBK stellt sich die Frage, weshalb die Fälle Schaumburg-Lippe und Obwexer ohne Konsequenzen bleiben können:

http://plagiatsgutachten.de/blog.php/uni-innsbruck-auserordentliche-professur-trotz-eigenplagiat-und-unethischer-autorschaften/

Re: Re: Re: Plagiatshysterie?

das Problem ist die Tatsache mit den Vorwürfen des Selbstplagiats - da wird man nie und nimmer eine echtes Problembewusstsein entwickeln können weil das immer so war und weil es hier gewaltige Unterschiede zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften gibt.
Und JEDER Assistent nimmt seinen Professor in einer Publikation mit - wie die sollen die sonst zu ihren Publikationen kommen - ja glaubt irgendwer, dass z.B. der 60-jährige Uni.Prof. noch selbst im Labor steht.

Es wäre so schön wenn man mal bei der Plagiatsdiskussion die wirklichen Probleme in Angriff nehmen würde - z.B. das Erfinden von Daten - ein "abscheuliches" wissenschaftliches Verhalten - und da hab ich Horrorinformationen

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04.08.2012 10:40
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Re: Re: Re: Re: Plagiatshysterie?

Nein, das Problem liegt hier völlig anders. Walter Obwexer hat einfach große Teile seiner Dissertation in seine Habilitationsschrift kopiert, und zwar ohne jeglichen Hinweis. Die ÖAWI hat dies – zu Recht – als Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis qualifiziert. Nur: Die Universität Innsbruck reagiert darauf nicht. An und für sich müsste hier wohl die Habilitation aberkannt werden. Aber ganz im Gegenteil: Nach Maßgabe eines Berufungsverfahrens, in dem zahlreiche Verstöße festzustellen sind, soll Obwexer – gegen die Gutachten – auch noch zum Professor gemacht werden. Das sind Vorfälle, die sich keine österreiche Universität leisten kann. International ist man fassungslos.

Re: Re: Re: Re: Re: Plagiatshysterie?

was war das für eine Habil- Kommission - was waren das für Gutachter ? Da sollen ca. 20 Leute an einem Verfahren beteiligt gewesen sein und jeder hat diesen Schwindel unterstützt ? mir kommt die Geschichte mit Oberwexer einfach komisch vor

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Innsbruck332
05.08.2012 10:27
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Plagiatshysterie?

Die Habil-Kommission wurde so zusammengestellt, dass es schon keine Widerstände sollte. Ein deutscher Professor hat aber dennoch ganz dezidiert gegen Walter Obwexer Stellung bezogen. Das betreffende, verheerende Schreiben zirkuliert jetzt noch an der Uni IBK. Das hat aber alles nichts gebracht.
Eines ist klar: Dieser Fall lastet ganz schwer auf der Uni IBK.
Obwexer jetzt auch noch zu berufen, wäre der Hammer.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: zacke-1
05.08.2012 10:14
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Plagiatshysterie?

Da haben Sie vollkommen Recht! Diese Geschichte ist mehr als komisch. So etwas gibt es in ganz Europa nicht. Und deshalb hat die Universität Innsbruck mit dieser Geschichte auch internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Obwexer-Habiitation (und Berufung?) ist sicherlich ein Extremfall. Sie zeigt aber, welche Schwächen im UG 2002 stecken. Die Universität Innsbruckhat sich damit auf jeden Fall enorm geschadet. Hier ein ironischer Beitrag eines Zeit-Journalisten:

http://derstandard.at/1304551134092/Innsbruck-Eine-Habilitation-wie-ein-aufgewaermtes-Gulasch


Na da freue ich mich echt darüber

hatte ich doch mit meiner "Expertise" wieder mal Recht. Ich erinner mich noch genau an die Streitpostings mit denen, die Ehrenhauser unbedingt den Titel aberkennen und ihn das Plagiat verbissen andichten wollten. Ich habe mir damals die Arbeit angesehn und gleich gepostet, dass hier wohl eine Intrige im Gange ist - ein Plagiat war nicht zu erkennen. Dem war dann wohl auch so.
So - jetzt bin ich auf den Prozess gegen Hans Peter Martin gespannt....

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