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ÖVP: Auch über Uni-Gebühren abstimmen

12.08.2012 | 18:32 |   (Die Presse)

Soll das Volk über Bildungsfragen abstimmen? Aus der ÖVP kommt Zustimmung zu einer Volksabstimmung über Bildungsfragen.

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Wien/Beba. Soll das Volk über Bildungsfragen abstimmen? Die SPÖ kann sich das in punkto Gesamtschule vorstellen („Die Presse“ berichtete) – auch von Teilen der ÖVP kommt nun ein Ja zu einer Volksabstimmung. Allerdings nur unter einer Voraussetzung: Wird über die von der SPÖ favorisierte gemeinsame Schule abgestimmt, müssen auch die von der ÖVP geforderten Studiengebühren und die Uni-Zugangsbeschränkungen in den Fragenkatalog.

„Wenn man, wie die Volkspartei, für mehr direkte Demokratie ist, dann sind auch Bildungsfragen für eine Abstimmung geeignet“, sagt ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager zur „Presse“. Allerdings würden gerade im Bereich Bildung sehr viele Themen eng zusammenhängen. „Über eine isolierte Frage abzustimmen halte ich daher für zu kurz gegriffen“, sagt Cortolezis-Schlager.

Wenn, dann müsse man alle relevanten Punkte einer Abstimmung unterziehen: vom zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr über schulische Ganztagsbetreuung und die Lehrerausbildung bis hin zu den umstrittenen Uni-Themen Gebühren und Zugang – bei denen sich die ÖVP wohl Zustimmung bei der Bevölkerung ausrechnet. Wichtig sei jedenfalls, dass die Bürger vor einer etwaigen Abstimmung ausreichend (und sachlich) informiert werden.

 

„Bringt Bewegung hinein“

Trotz vergeblicher bzw. nicht existenter Verhandlungen – Stichwort Studiengebühren – hofft Cortolezis-Schlager aber weiter auf eine politische Lösung. Denn: „Eine Volksabstimmung wäre ein Zeichen, dass sich die Parteien nicht ausreichend auf Zukunftsfragen einigen können.“

Gerade deshalb wäre für den grünen Bildungssprecher Harald Walser eine Abstimmung durch das Volk – in punkto Schulreform – sinnvoll. Es sei überlegenswert, das Thema zur zentralen politischen Frage zu machen. „Wenn die Politik nicht in der Lage ist, Bewegung in diese extrem verfahrene Situation zu bringen, dann sind es vielleicht die Bürger.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)

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12 Kommentare

Warum sollten nicht die Betroffenen abstimmen?


Re: Warum sollten nicht die Betroffenen abstimmen?

Wegen Interessenkonflikt zum Beispiel.
Nur wenige Studenten verstehen den oekonomischen Sinn/Lenkungseffekt der Studiengebuehren.

Die Oesterreicher und Studenten sollten endlich begreifen, dass diese Kombination vom freien und gebührenlosen Zugang nicht funktionieren kann. Viele verstehen das, ist aber sehr schwer zu aendern....


Re: Re: Warum sollten nicht die Betroffenen abstimmen?

So ein Schwachsinn. Studiengebühren schrecken die Leute doch nur ab, vor allem jene Leute aus sozial schwachen Schichten. Dazu gibt es genügend Studien.
Weiters:
Weshalb sollte ich als Student für meine Ausbildung zahlen, wenn ich im Nachhinein bzgl des durchschnittlichen Lebenseinkommens eh Nettozahler (zahle mehr ein, als ich rausbekomme) für Staat und Menschen ohne Studium sein werde? Da soll es uns wenigstens gescheit finanziert werden, wir bringen es mit unserer zukünftigen durchschnittlichen Wertschöpfung locker wieder rein.

Re: Re: Warum sollten nicht die Betroffenen abstimmen?

Das verstehen aber diejenigen, die nicht (mehr) studieren noch viel weniger. Das kann man an Ihrem Posting ja deutlich erkennen.

Wenn Abstimmung, dann nur für Studierende.

Antworten Gast: Berufstätige Studentin
13.08.2012 09:47
1 1

Re: Warum sollten nicht die Betroffenen abstimmen?

Also nur die Studierenden?
Das wäre fair.

direkte Demokratie

„Im Grunde genommen bedeutet Demokratie lediglich, dass zehn Füchse und ein Hase darüber abstimmen können, was es zum Abendessen gibt. Freiheit dagegen bedeutet, wenn der Hase mit einer Schrotflinte die Wahl anfechten kann.” (Vince Ebert) - nachdenken über direkte Demokratie ! Es kann keine Mehrheit über ein Anliegen einer Minderheit abstimmen - und Studiengebühren betreffen eine Minderheit

Antworten Gast: Berufstätige Studentin
13.08.2012 09:48
0 1

Re: direkte Demokratie

Man könnte ja die Betroffenen - also nur die Studierenden - abstimmen lassen.

Re: Re: direkte Demokratie

zugegeben ein guter vorschlag

Ein bisserl Ansporn,

um Studien nicht ewig in die Länge zu ziehen kann schon geben in Form von mässigen Studiengebühren.

Antworten Gast: Berufstätige Studentin
13.08.2012 06:16
0 2

Re: Ein bisserl Ansporn,

Der Schuss geht aber nach hinten los: Studiengebühren verlängern das Studium. Studierende haben ja für gewöhnlich kein Einkommen und studieren Vollzeit. Wenn sie jetzt aber Gebühren bezahlen müssen, dann müssen sie in etws 20 Wochenstunden arbeiten gehen. Dafür bleibt weniger Zeit fürs Studium, welches sich dann logischerweise verlängert.

Re: Re: Ein bisserl Ansporn,

Für Leute die es brauchen, könnte es ein Finanzierungsmodel geben. Der Staat, ev private Organisationen, schiessen die Gebühren vor. Die müssen die frischgebackene Akademiker innerhalb einer angemessen Zeit zurückzahlen. Ansporn, Verantwortung übernehmen, Fairness.

Antworten Antworten Antworten Gast: Berufstätige Studentin
13.08.2012 09:53
1 1

Re: Re: Re: Ein bisserl Ansporn,

Das wären dann so ziemlich alle Studierenden. So viele Kinder reicher Eltern gibt es nicht und selbst die sind oft der Meinung, dass ihre Kinder sich ihren Lebensunterhalt gefälligst selbst verdienen sollen. Das ist grundsätzlich ja auch in Ordnung.

Schön ist es allerdings nicht, wenn man anstatt zu studieren dann arbeiten muss und folglich länger braucht.

Ihr Modell wäre eine Möglichkeit, aber in den USA gibt es sowas schon und die Folge sind jahrelange Verschuldung der Jungakademiker und hohe Belastung durch das Zurückzahlen hoher student loans. Und dabei ist es dort so, dass man als Bachelor sehr wohl einen angemessenen Job findet und der Bachelor als akademischer Grad akzeptiert ist (im Gegensatz zu hier).

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