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Studie: Vier von fünf Studenten schummeln

13.08.2012 | 12:17 |   (DiePresse.com)

Betrug ist an der Uni weit verbreitet, eine große Mehrheit der deutschen Studenten schummelt und plagiiert. Erwischt wird aber kaum jemand, wie eine neue Studie zeigt.

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79 Prozent aller Studenten haben innerhalb eines Semesters mindestens einmal geschummelt, knapp jeder fünfte hat mindestens ein Plagiat abgegeben. Konsequenzen hat dieses Verhalten für die Studenten so gut wie nie: 94 Prozent der Plagiatoren bleiben unentdeckt. Das zeigt eine neue Studie der Unis Bielefeld und Würzburg, über die ZEIT CAMPUS berichtet. Dafür wurden erstmals empirische Daten zum Schummeln unter mehreren Tausend Studenten und Dozenten erhoben.

In dieser Studie fragten die Wissenschaftler nicht nur nach Plagiaten, sondern auch nach anderen Verstößen gegen die Prüfungsordnung. Dabei zeigte sich, dass 37 Prozent aller befragten Studenten bei schriftlichen Prüfungen vom Sitznachbarn abschreiben. Besonders eifrig beim Betrügen sind Medizin-Studenten: Hier schreiben gar zwei Drittel ab. Das Fälschen und Erfinden von Messergebnissen betrifft etwa ein Drittel aller Naturwissenschaftler und Mediziner, heißt es von den Studienautoren.

Plagiatssoftware wird wenig benutzt

Ob und auf welche Art geschummelt wird, hängt wenig überraschend vor allem von der Art der Prüfung ab. Das Fach spielt im allgemeinen keine große Rolle. Wer gestresst ist, starken Konkurrenzdruck empfindet oder mit Prüfungsangst kämpft, schummelt besonders häufig. Die Hochschullehrer sind offenbar nicht sehr interessiert daran, Plagiate aufzudecken: Nur ein kleiner Teil derjenigen, die an ihrer Uni Zugang zu einer Plagiatssoftware haben, nutzen diese auch. Und nicht mal jeder vierte befragte Dozent gibt Sätze aus Hausarbeiten stichprobenartig bei Google ein. Bei Prüfungen achtet nur eine Minderheit darauf, unterschiedliche Prüfungsversionen zu verteilen, damit das Abschreiben erschwert wird.

 

(Red.)

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52 Kommentare
 
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Re: Re: Re: Na servas...

Der Bolognia-Prozess mit Punktesystem würde dazu die Möglichkeit schaffen. Leider wird das in AT so verdreht, dass es jeder negativ sieht. Schade eigentlich.

Re: Re: Re: Re: Na servas...

Man muss sagen, es kommt auf die Uni bzw. auf das Studium an.

Ich habe ja an mehreren Unis studiert und mehrere verschiedene akademische Grade, sowohl in den Naturwissenschaften, als auch in den Geisteswissenschaften.

An der Uni Wien in den geisteswissenschaftlichen Studien ist die Sache mit den ECs eigentlich sehr gut geregelt. Man hat viel mehr Wahlmöglichkeiten und die Pflicht-LV werden auch jedes Semester angeboten, während dieselben Wahl-LV meist nur einmal alle paar Semester angeboten werden. Da gibt es wirklich Vielfalt. An den kleineren Unis läuft das leider nicht so gut, man hat eben nicht das Budget, viele Wahlmöglichkeiten anzubieten.

Weshalb man nicht auf die Idee kommt, dass LV von anderen Unis auch angerechnet werden können, das frag ich mich sowieso schon die längste Zeit. An der Vetmed beispielsweise werden LV nur von der Boku angerechnet bzw. von anderen Unis nur dann, wenn die Vetmed selbst kein vergleichbares Pflichtfach (z.B. Statistik) anbietet und man notgedrungen ausweichen muss. Sowas verstehe ich einfach nicht.
Wieso nicht eine LV als Wahlfach anrechnen, wenn sie thematisch gut zum Studium passt?

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schummeln

und genau diese student erwarten dann von der politik, dass sie ehrlich ist?
erwarten von freundIn, dass sie nicht betrügt?
...
nur selber darf man lügen und schummeln, wie?

das ist genau das sittenbild des volkes! (studenten sind keine kinder mehr)

Re: schummeln

Tun sie ja nicht.

Junge Menschen sind heute sehr desillusioniert, was Ehrlichkeit betrifft. Feste Beziehungen werden nur selten eingegangen und treu ist man in diesen auch eher selten. Gerade in der Unizeit werden alle möglichen Phantasien ausgelebt. Und fragen Sie mal Studenten zu deren Meinung über Bindungen und Ehe.

Politikern trauen junge Menschen schon gar nicht über den Weg - zu Recht.

Ich glaube eher, dass das, was die Erwachsenen mit Vorbildfunktion den jungen Menschen vorleben der Grund dafür ist, dass diese so desillusioniert sind.

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Re: Re: schummeln

Klar. Aber ich dachte, man will eine Veränderung?

Re: Re: Re: schummeln

Das wäre wünschenswert. Aber da müssen eben die Vorbilder das so vorleben. Wenn Eltern/Politiker/Respektspersonen immer reden, wie wichtig dies und jenes sei und selbst aber ganz was anderes leben, wird das schwierig sein.

Und was das Ausleben der Phantasien betrifft: manches davon ist wohl wichtig fürs Erwachsenwerden. So lange man niemanden dabei verletzt und sich entsprechend schützt, soll es so sein. Besser, als man lebt sich später aus, wenn man in einer festen Beziehung oder in einer Ehe lebt.

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Re: Re: Re: Re: schummeln

Also auf die Politik würd ich mich nicht verlassen. Da gehts um Macht und Machterhalt, aber sicher nicht um Veränderung.

Re: Re: Re: Re: Re: schummeln

Sehen Sie - und genau aus diesem Grund sind die Jugendlichen so desillusioniert ;).

Gast: Gast256789
13.08.2012 18:07
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Abschreiben - So unnötig wie sonst was

Entweder die materie interessiert einen dann schaut man es sich eben an oder nicht dann halt nicht. Bei wenig Interesse für ein Teilgebiet wirds halt eher ein 4er. Aber abschreiben ist Zeitvergeudung. Der Arbeitsaufwand des Abschreibens und vor allem der Zeitaufwand der für ein Studium betreiben wird, welches einen sowieso nicht interessiert steht nicht dafür. Ich hab einen lieben Bekannten der hat im ersten Semester Jus einen Kollegen gehabt der zu ihm sagte: "Das ist doch alles Blödsinn bis Ihr fertig seids hab ich meine erste Million (öS).", und er hatte vollkommen recht. Gut verdienen wird man auch nur dort wo man etwas macht was einen interessiert. Und zu studieren wenn es einen nicht interssiert und man nachher nicht viel damit anfangen kann ist schon ziemlich naja, bedenklich.
BTW: Schummeln kriegt man ganz leicht weg in dem man mündlich eine weite Stoffabgrenzung (viel allgemeines aus der Fachrichtung und eben die Prüfungsrelevanten Details) prüft, nur kostet das halt Geld, na sowas auch.

Antworten Gast: GastohneName
13.08.2012 20:46
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Re: Abschreiben - So unnötig wie sonst was

Erstens gibt es zumindest für einige Studien noch viele andere Gründe als Interesse am Fach und Geld verdienen, zB sicherer Arbeitsplatz, Arbeitszeiten,... Zweitens macht sicher nicht jede(r) seine erste Million während der paar Jahre, die ein Studium dauert.

Antworten Antworten Gast: Gast256789
14.08.2012 11:06
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Re: Re: Abschreiben - So unnötig wie sonst was

Vielleicht gibt es andere Gründe die von Ihnen angeführten sind es nicht oder glauben SIe das jemand der auf Geld nicht angewiesen ist (da er bereits genug hat) so unbedingt nach einem "sicheren" Arbeitsplatz oder guten Arbeitszeiten sucht.
Niemand sagt, dass jeder seine erste Milliion während desStudiums macht ich sage nur: es ist möglich und jedenfalls wahrscheinlicher wenn man etwas macht woran man interesse hat und worin man auch gut ist.

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Re: Re: Abschreiben - So unnötig wie sonst was

Sie meinen jetzt die "Beamtenkarriere"?

Hat man den Job kann man sich endlich zurücklehnen und delegieren.

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Vielleicht

Gedankengang; vielleicht sollte man eben doch wieder zu mündlichen Prüfungen zurückkehren und weg von schriftlichen Kreuzerltests.

Re: Vielleicht

Das ist viel zu aufwändig.
Wie soll es denn gehen, 100 Studierende oder mehr pro Fach einzeln mündlich zu prüfen?

Bei einer schriftlichen Prüfung pfercht man alle zusammen in einen Hörsaal und schaut halt ein bisserl herum während der Prüfung. Fertig.

Antworten Antworten Gast: har
14.08.2012 21:15
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Re: Re: Vielleicht

100 Studis mal 20 Minuten macht ~ 35 Stunden.
In einer Woche sollte das machbar sein :)

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Oder...

die Leute einfach nur in jede zweite Reihe setzen lassen, mit den Plätzen links und rechts neben einem frei.... zumindest das Abschreiben sollte man damit unter Kontrolle bekommen.

Re: Oder...

wenn die baenke wie in hoersaelen ueblich - abwaerts gehen, kann man nach wie vor abschreiben. gute augen oder brille vorausgesetzt. aber abschreiben bringt eh nix. lieber eigenen schummler schreiben - was da steht, weiss man dann eh auswendig :-)

BWL

Und so,Lernen für die Zukunft ;D

Gast: pol Beobachterin
13.08.2012 16:42
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Die Kontrolle bei schriftlichen Prüfungen...

..wird mit zunehmend simpler werdenden Technisierung ohnehin zur "tour de force"

Gast: der ehemalige Student1
13.08.2012 15:29
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Relation?

Wenn man den Artikel erstmal so liest, klingt es wirklich schrecklich.
Die Zahlen werden jedoch nicht in Relation gesetzt. Bei wie vielen Fragen (von wie vielen) wird geschummelt? Wie lange muss ein geklauter Satz oder Absatz sein, damit er für die Studie als Plagiat durchgeht?
Ich gebe bei meiner schriftlichen Prüfung 30 Fragen auf, wenn da ein Student ein oder zwei vom Nachbarn abschreibt (was ich auch bei ständigem Kontrollieren) nicht verhindern kann, dann wirkt sich das auf die Note wohl kaum aus ...

Ähnliches gilt fürs Plagiieren: Man findet zu fast jedem Thema einen oder zwei Sätze, die Studenten unverändert übernehmen, speziell in der State of the art Section. Sollte nicht sein, aber deswegen gleich Plagiat schreien? Das Kapitel umfasst vlt. 20% einer Arbeit, der Rest ist ja sowieso eigene Arbeit. Außer es ist eine Recherchearbeit, dafür gibt es aber (hier) keine Titel ...

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37 Prozent aller befragten Studenten bei schriftlichen Prüfungen vom Sitznachbarn abschreiben

Und der Sitznachbar schreibt vermutlich selbst ab oder hat nichts gelernt (Motto: Beim ersten Antritt einmal auf Verdacht hingehen, ich habe ja noch weitere vier Versuche)...

Gast: Gast_Medicus
13.08.2012 13:08
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An unserer Uni

gab es für alle Klausuren Altfragen. Sogar in Pathologie. Vorbereitungsaufwand damit: Null.
Wirklich neue Prüfungsfragen gabs trotzdem nur sporadisch. Ist das auch schon schummeln? Denn dann liegt die Quote bei 5 von 5 Studenten.

Re: An unserer Uni

Das war bei mir auch immer so. Die Altfragen wurden gesammelt und weitergegeben. In 8 von 10 Fällen sicherte man sich so eine gute Note.

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Re: Re: An unserer Uni

In der Regel deckten die Altfragen aber eh den ganzen Stoff ab. Wenn man die also lernt und beheRrscht, kann man den Lernstoff. Ob man ihn verstanden hat, ist eine andere Frage.

Re: Re: Re: An unserer Uni

Das stimmt natürlich.

Es kommt halt auch darauf an, wieviele Prüfungen man gerade hat. Mein Studium war sehr verschult, keine EC, nur Pflichtfächer und ein paar Wahlfächer, die man de facto aber alle machen musste, um die vorgeschriebene Anzahl ECTS für Wahlfächer zu erlangen. Keine echte Wahl also. Prüfungstermine gab es zu bestimmten Zeiten und da eben gleich in allen Fächern auf einmal. 2-3 Prüfungen täglich waren keine Seltenheit.

Da ist es dann schon mal so, dass man den einfachsten Weg wählt und sich den Stoff schnell ins Kurzzeitgedächtnis stopft.

Das Verständnis wäre nicht das Problem gewesen, aber auf diese Art Gelerntes vergisst man halt auch schnell wieder :(.

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Re: Re: Re: Re: An unserer Uni

Ja leider, ist das gar net so selten.

Antworten Gast: GSG
13.08.2012 15:17
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Re: An unserer Uni

Dem Artikel nach wäre die von dir geschilderte Art der Prüfungsvorbereitung kein "Schummeln", denn ein Einprägen von Altklausurfragen ist kein Verstoß gegen die Prüfungsordnung und wohl auch kein Plagiat.

 
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