20.06.2013 10:27 Merkliste 0

Akademiker flüchten aus Österreich

15.08.2012 | 18:20 |  JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Nicht einmal jeder fünfte Studienabsolvent aus dem Nicht-EU-Raum strebt einen Job in Österreich an. Auch heimische Akademiker suchen häufig das Weite.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Für Akademiker scheint Österreich nur bedingt attraktiv zu sein. Nicht nur, dass österreichische Hochschulabsolventen überdurchschnittlich oft das Land verlassen – auch Ausländer, die in Österreich ihr Studium absolvieren, bleiben zumeist nicht hier. Das Resultat: ein doppelter Akademikerschwund.

Besonders drastisch zeigt sich das bei den Uni-Absolventen aus dem Nicht-EU-Ausland. Nicht einmal jeder Fünfte strebt hierzulande einen Job an. Das zeigen die ersten Detailauswertungen zur Rot-Weiß-Rot-Card, die der „Presse“ exklusiv vorliegen. Demnach haben im ersten Jahr nur 222 ausländische Absolventen die Rot-Weiß-Rot-Card beantragt, die den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt ermöglicht. Eine überraschend geringe Zahl. Zum Vergleich: Allein im Studienjahr 2010/11 haben 1285 Drittstaatsangehörige ein Master- oder Diplomstudium in Österreich abgeschlossen. Dabei sollte gerade die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card am 1.Juli 2011 dem Schwund an ausländischen Jungakademikern entgegenwirken. Das Ziel wurde klar verfehlt. Und das, obwohl der Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich erleichtert wurde. Anders als bisher können ausländische Akademiker nach Studienabschluss ein halbes Jahr in Österreich bleiben, um einen Job zu suchen. Bleiben dürfen Absolventen, wenn sie einen Arbeitsplatz auf akademischem Niveau finden, bei dem sie monatlich mindestens 1903,50 Euro brutto verdienen. Vor der Gesetzesänderung lag das Mindestgehalt bei 2520 Euro.

 

„Unfassbare Kriterien“

Von den 222 Anträgen wurden 188positiv bestätigt. Auffallend ist, dass Österreich für manche Nationalitäten attraktiver zu sein scheint als für andere. 61 der 188 Besitzer einer Rot-Weiß-Rot-Card sind Bosnier. Die zweitgrößte Gruppe stellen chinesische Staatsbürger dar – an sie gehen 17 Rot-Weiß-Rot-Karten. An Russen, Inder und Türken jeweils elf.

Dass Absolventen nur wenige Anträge stellten, führt Margit Kreuzhuber, Beauftragte für Migration und Integration der Wirtschaftskammer Österreich, auf ein „starkes Kommunikationsproblem“ zurück. Bislang schien sich niemand wirklich zuständig zu fühlen, die Betroffenen über die Neuregelungen zu informieren. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) sieht das anders: Schuld seien „die unfassbar anspruchsvollen Kriterien“, die Studienabsolventen erfüllen müssen, um eine Rot-Weiß-Rot-Card zu erhalten.

Ein Manko hat die Rot-Weiß-Rot-Card tatsächlich: Erteilt wird sie nur an Master- und Diplomabsolventen. Ein Bachelor ist zu wenig. Der erleichterte Zugang zum Arbeitsmarkt blieb den 681 ausländischen Bachelorabsolventen im Studienjahr 2010/11 daher verwehrt. Die Wirtschaftskammer fordert eine Änderung des Gesetzes.

Ausländische Studienabsolventen im Land zu halten, wäre vor allem aus volkswirtschaftlicher Sicht wichtig. Immerhin werden sie großteils auf Kosten der österreichischen Steuerzahler ausgebildet. Die Zahl der ausländischen Studierenden ist außerdem nicht unerheblich: Im Studienjahr 2010/11 waren es insgesamt 77.827. Rund zwei Drittel davon sind EU-Bürger. Genaue Zahlen, wie viele von diesen nach dem Studienabschluss im Land bleiben, gibt es nicht. Nur so viel: Eine kürzlich veröffentlichte Studie, welche die Attraktivität von Wien als Wissenschaftsstandort untersuchte, kam zum Schluss, dass die „Verbleibe-Attraktivität“ in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern gering ist.

 

5000 Österreicher gehen verloren

Doch nicht nur ausländische Studierende suchen nach Studienabschluss häufig das Weite. Insgesamt verlassen jährlich fast 20.000 Österreicher ihre Heimat. Zurück kehren nur rund 15.000. Österreich verliert so jährlich rund 5000 Bürger ans Ausland. Anders als gemeinhin angenommen, sind es nicht eingebürgerte Gastarbeiter, die zurück in die Heimat gehen. „Abwanderer sind überwiegend jung und hoch qualifiziert“, sagt Heinz Fassmann, Migrationsexperte und Vizerektor der Uni Wien. Seinen Beobachtungen zufolge haben rund 68 Prozent der österreichischen Auswanderer zumindest Matura oder einen Hochschulabschluss. Genaue Zahlen fehlen aber auch hier. „Auf die Abwanderung wird kein statistisches Auge geworfen“, sagt Fassmann. Ein Fehler, denn Österreich leide schon lange an einem „Braindrain“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

535 Kommentare
 
1 2 3 4 56 7 8 9 10 11 12

Re: Re: Re: schließlich sind armin wolf & co berühmt dafür (und auch ausgezeichnet), dass sie sich gegen die führung auflehnen und ihren journalistischen ethos hoch halten.

dann versuchen wir es einmal mit einem relativen vergleich, denn absolute objektivität gibt es natürlich nicht:
welches medium in österreich ist objektiver? nennen sie mir doch bitte eines (und bitte kein amtsblatt, das nur beschlüsse und keine meinungen, interviews etc. veröffentlicht!

0 0

Re: Re: Re: Re: schließlich sind armin wolf & co berühmt dafür (und auch ausgezeichnet), dass sie sich gegen die führung auflehnen und ihren journalistischen ethos hoch halten.

Dass ist keine Antwort! Fest steht, dass Armin Wolf wie ein Gesinnungskommisar auftritt und so ein Verhalten, kann wirklich nicht als objektiv gelten.
Der Nachsatz nach dem Interview, die Bild und Tonführung, die Hintergrundmusik, der Bildhintergrund und dergl. mehr werden gnadenlos eingesetzt, wenn es gilt die Meinung der Redaktion als Wahrheit zu verkaufen. Und dann sind auf einmal die Sprecher Experten, weil die Farbe ihrer Krawatten und ihre Stimme so beeindruckend sind!

für

jene die glauben im Ausland fliessen Milch und Honig in den Bächen, Beispiel Kanada:

"Ich hatte die Vorstellung, Studentendarlehen machten alle gleich", sagte sie der kanadischen Zeitung National Post. "Stattdessen landete ich in einem Schulden-Albtraum."

http://www.sueddeutsche.de/karriere/kanada-verschuldete-akademiker-generation-pleite-1.1115741

Antworten Gast: Intelligenzbestie
16.08.2012 12:35
0 0

Welcher Jungakademiker in Ö verdient mit 25 soviel, dass er 34000 Dollar in nur 5 Jahren zurückzahlen kann?

Sich mit 25 noch kein eigenes Haus leisten zu können, erscheint mir auch nicht weiter schlimm. In ein paar Jahren geht sich's aus.

Aha, darum hat Kanada einen 44 % Akademikeranteil...


....ein Teil der akademischen Ausbildung ist auch Quellen zu hinterfragen und nicht einfach nachplabbern.

Antworten Antworten Gast: Gast yxyx
16.08.2012 12:44
0 0

Re: Aha, darum hat Kanada einen 44 % Akademikeranteil...

Vielleicht ist dies auch damit zu erklären, dass Leute über einen Akademikeranteil posten und dabei "plabbern" (plappern) schreiben.

Antworten Gast: Valery
16.08.2012 11:40
0 0

Re: für

Ein tendenziöser Artikel, der keineswegs schlüssig ist.
Der Unterschied zwischen Ö. und Kanada ist: hier zahlt der Staat (also jeder Bürger!) Unsummen für ein höchst durchschnittliches Studium, in Kanada zahlt der, der studiert, für ein sehr gutes Studium.
Auch in Ö kann sich kaum jemand, der gerade erst vor ein paar Jahren den Abschluss geschafft hat, ein eigenes Haus leisten und hat kein riesiges Gehalt, das kommt mit den Jahren.
Jene, die gut sind, setzten sich im Ausland durch, jene die nicht so gut sind bleiben in Österreich. Eigentlich traurig.

Re: Re: für

und die Schulden hast du beim Staat übrigens!

Re: Re: für

genau! und wenn du das Studium beendest (egal welches) oder es nicht schnell genug schaffst hast du einen Berg an Schulden!

Was soll man auch hier?

... bezahlt wird - wenn überhaupt im richtigen KV - dann minimalst über KV ... wenn man nicht gleich einen All In aufs Aug gedrückt bekommt

... über einem sitzen eingesessene ParteibüchlträgerInnen bzw. ist der Hals derer schon nicht mehr braun sondern regelrecht dunkelstarkschwarz

... Austattung des Arbeitsplatzes ist eine Frechheit ohne Ende

Zukunftsperspektive gleich 0, Arbeitsumgebung auf dürftigstem Niveau. Wer die Machtspielchen satt hat und sonst keinerlei Bindung hier im Land verzieht sich. Ich kann jedem nur empfehlen einen Arbeitgeber zu suchen in einem Land wo man doch merklich mehr als das Putzpersonal bezahlt bekommt (siehe zB Einstiegsstufe IT KV)

Gast: xerios
16.08.2012 10:53
5 0

Wie schon oft gesagt...

Solange wir nicht unsere eigenen Leistungsträger im Land halten können (in die wir bereits Geld investiert haben, und die man auch gar nicht integrieren muss) sind wir auch nicht attraktiv für qualifizierte Migranten.

Wobei man sich keiner falschen Hoffnung hingeben darf, Öst. wird auch dann niemals mit dem angloamerikanischen Raum konkurrieren können.
Aber es lohnt sich immer auf eigene Stärken zu setzen, anstatt darauf zu warten, dass man von anderen erlöst wird.
Wie einem Kurz & Co weismachen wollen.

In einem Land...


....wo das Parteibuch wichtiger ist, als die Qualifikation und Leistungsbereitschaft

....wo Stellen-bis zur Putzfrau-nach Proporz besetzt werden

...wo Leistung bestraft und geächtet wird

...und die Neiddebatte politisches Kalkül ist

Ja, in so einem Land haben nur die Mittelmäßigen und Angepassten eine Zukunft.


Antworten Gast: Genauso
16.08.2012 12:07
4 0

Re: In einem Land...

...wo man an eine Ausbildungsstelle und bessere Jobs nur mit Freunderl kommt.

Kann enrico II nur zustimmen voll und ganz!

Gast: Da Bese
16.08.2012 10:44
5 5

Welche Österreicher gehen?

Genau genommen gehen meist die Absolventen, deren Eltern unmöglich für die Finanzierung des Studiums aufkommen hätten können.

Die Studenten, deren Eltern Vermögen in Österreich haben, die bleiben nach dem Studienabschluss. Die Studenten deren Eltern so gut wie nichts haben, die wandern aus.

Ich könnte Namenslisten ins Internet stellen. Aber das schickt sich nicht. Aber aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass diese Auswanderer einfach gehen, weil sie es leichter im Ausland zu Wohlstand bringen. Da müssen sie eben keinen teuren Sozialstaat miterhalten und haben auch keine Schulden wie die Studenten dort nach einem Studium und können entsprechend billiger als die dortigen Inländer ihre Fähigkeiten anbieten und bekommen daher leicht Anstellungen ohne die Belsatung von Studentenkrediten, die erst abbezahlt werden müssen, da diese Schulden die Republik Österreich hat und nicht der Student direkt.

Gerade bei der Abwanderung von Akademikern sieht, man wie wichtig es ist, Menschen mit Besitz sozusagen an die Scholle zu binden! Ist alles nur gemietet, ist die Flucht aus dem Sozialstaat, wenn es darum geht zahlen zu müssen, sehr wahrscheinlich.

Jene, die die meiste Unterstützung vom Sozialstaat bekommen haben sich am meisten entsolidarisiert. Das ist bei jenen so, die nichts können genauso wie bei jenen, die etwas könnten.

Re: Welche Österreicher gehen?

Sie haben wunderbar beschrieben, wie der Sozialstaat auf ganzer Länge VERSAGT.

Lösung: weg mit dem Sozaiunfug, Steuern runter, Regulierungen weg - - und Österreich wird blühen!

Antworten Gast: Steuerzahler2000
16.08.2012 11:41
1 1

Das ist vor allem eine Steuerfrage,

Österreich erhebt als einziges Land der OECD keine Vermögenssteuern und dafür doppelt hohe Leistungssteuern (ESt, LSt). Da ist es ja klar, dass die, die nichts erben werden sondern sich alles selbst erarbeiten, gehen MÜSSEN. Und dass die, die erben, bleiben - denn mit Wohnsitz in einem anderen OECD Land müssten sie irgendwann mal Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer bezahlen. Man sieht, unser ÖVP-Steuersystem vertreibt sehr effizient die Leistungsträger und fördert die leistungsfaulen (und für unsere Wirtschaft völlig wertlosen) Erben.

Antworten Antworten Gast: Da Bese
16.08.2012 12:56
0 0

Re: Das ist vor allem eine Steuerfrage,

Vermögenssteuern werden von Reichen an die Mittelschicht weitergereicht und zwar mit Aufschlag!

Wenn z. B. die Grundsteuer erhöht wird, dann werden die Mieten steigen, da einerseits die Grundsteuer über die Nebenkosten weiterverrechnet wird und andererseits kommt dann noch ein Aufschlag auf die Mieten selbst, da ja die Rendite für die Reichen hoch gehalten wird.

Auch die Erbschaftssteuer wird einfach über das sogenannte Erbschaftssteueräquivalent an die Mieter weiterverrechnet, wenn eben ein reicher Hausbesitzer mit 10.000 Wohnungen plötzlich Erbschaftssteuer zahlen muss. Der Reiche zahlt das nicht, denn die Armen sind von ihm Abhängig und müssen Miete zahlen, wenn sie in der Wohnung bleiben wollen.

Seit etwa Ende der 1960er-Jahre ist der Aufstieg in Österreich extrem schwierig geworden. Daran sind in Wahrheit die Sozialisten schuld. Wer Erfolg hat, der wird mit Steuern und Sozialabgaben gemolken, bis andere im Ausland erfolgreicher sind, die diese Kosten nicht haben und durch viel zu hohe Sozialleistungen für alle ohne Rücksicht ob Österreicher oder Nichtösterreicher frisst der Sozialstaat sämtliche Gelder auf, die früher in Infrastruktur, Forschung, Bildung u. s. w. gepumpt werden konnten.

Kurzfristige Hilfe in Notsituationen ist gut, aber es darf nicht sein, dass jemand ohne Arbeit durch staatliche Hilfe auf Dauer mehr bekommt, als andere mit Arbeit, damit zerstört man den Leistungswillen und das wiederum führt in den Staatsbankrott.

Antworten Antworten Gast: GeierSturzflug
16.08.2012 12:35
0 0

Rand halten

net mit diesem Schmäh kommen! Die Rotfront (aller Lager) verbimst JEDE zusätzliche Kohle. Und die wertlosen Erben....diesen Sjdler Spruch können sie sich wohin stecken, sie wertloser Schwafler. (ohne geerbt zu haben!)

Gast: Flüchter
16.08.2012 10:38
6 0

Und warum?

Habe Psychologie studiert und mit müh und not eine befristete Stelle in Österreich gefunden (ohne Therapieausbildung und Berufserfahrung). Nach dem Ablauf der Stelle war ich wieder auf Jobsuche, und wo finde ich zu hauf Stellenangebote, auch für junge Psychologen? In Deutschland, wo vor allem auf dem Land händeringend nach Fachkräften gesucht wird. Da fiel mir die Entschiedung nicht schwer, im Ausland zu arbeiten.
Ich schließe nicht aus dass ich nicht irgendwann wieder in Östereich arbeiten werde, aber derzeit bietet mir der Stellenmarkt in Deutschland sehr viel mehr Möglichkeiten als der in Österreich.

Antworten Gast: Gast xxxxxxxxxxxx
16.08.2012 12:46
1 0

Re: Und warum?

Wenn jemand jammert, dass er als Psychologe in Österreich keinen Job bekommt, ist er selber schuld.
Hätten Sie sich das nicht auch vor dem Studium überlegen können?

11 0

Wundert mich nicht

Wenn ich gut ausgebildeter Ausländer bin, zB Ingenieur, geh ich in die Schweiz. Da verdien ich das doppelte bei den halben Steuern.

Die Lebensqualität is die gleiche. Und ob ich dort nix versteh oder da is ma auch wurst.

Das erklkärt auch, warum die Schweizer die ganzen "guten" Ausländer kriegen, zB mit Hochschulabschluss, und wir halt ...

Wenn wir ein paar Politiker mit Hirn hätten, würden wir hier schleunigst diesen Wettbewerbsnachteil beseitigen.

Antworten Gast: Waldmensch
16.08.2012 12:36
0 0

Re: Wundert mich nicht

Wenn wir ein paar Politiker mit Hirn hätten, würden wir hier..........
Ihr Konjunktiv hat eigentlich alles beantwortet! Wobei "Hirn" haben "die" grundsätzlich eh, nur lässt sich mit dieser Problematik keine Massenstimmen generieren. Sie dürfen ja nicht vergessen, dass man mit 30% der Stimmen bei 60% Wahlbeteiligung in AUT "Großpartei" ist. Die Intelligenzia und ihre vermeindlichen Problemchen (brain drain, Neue Selbstständige, MINT, etc..) in der Gesamtsumme nicht aufscheinen.

13 2

Sonderbare Argumentation

Ausländische Studenten aus nicht EU-Ländern studieren in Österreich wegen der guten Ausbildung, die sie unter Umständen in ihrem Heimatland nicht bekommen. Es liegt auf der Hand dass diese nicht hier bleiben wollen (wozu auch?). Deutsche kommen wegen dem billigen Studium und weil Österreich keinerlei Bedingungen stellt. Bei Medizin wäre es durchaus sinnvoll für das Studium mehrere Jahre Dienst in Österreich zu verlangen. Dass hochqualifizierte im Ausland gut über die Runden kommen, mit geringerer Steuerlast, höherem Gehalt, weniger Hindernissen bei Selbständigkeit, weniger Staatlicher Gängelung, freierer Gestaltung und Organisation des Familienlebens usw. ist keine neue Erkenntnis.

Von was reden sie....


....die österr. Unis verloren Jahr für Jahr an Reputation und sind im internationalen Ranking Schlusslicht.

Es liegt nicht an der guten Ausbildung, sondern an den großzügigen Förderungen.

Gerade Mediziner

werden durch die einmalige (dumme) Regelung in Ö einen Turnuns machen zu müssen ins Ausland förmlich vertrieben. Während man überall in der EU sofort mit der Facharztausbildung beginnen kann muss man sich in Ö übelst bezahlt 3 Jahre lang ausbeuten lassen. Und anstatt dabei wenigstens was zu lernen wird man für adminstrative Aufgaben missbraucht anstatt bei den so wichtigen Visiten mitzugehen.

In Ö läuft so vieles falsch, es ist wirklich oft zum Verzweifeln.

11 0

Re: Gerade Mediziner

Dazu kommt noch, dass viele gut ausgebildete Mediziner bei diversen Pharmafirmen im Ausland (Schweiz etc.) hoch bezahlte Jobs erhalten. Statt dass man hergeht und den jungen ÄrztInnen beispielsweise bei der Einrichtung einer Landpraxis hilft, wie das zur Zeit in Deutschland gut finktioniert, lässt man sie im Regen stehen. Somit ist das Steuergeld zur Finanzierung des Studiums zum Fenster hinausgeworfen. Ein Beispiel mehr für die unsäglich schlechte Politik in unerem Land.

Antworten Gast: Dr.med. H.G.
16.08.2012 10:45
0 9

Re: Gerade Mediziner

Einen Turnus/Fachausbildung muss jeder Mediziner machen, wenn er Arzt werden will.

Einmalig dumm ist nur ihr Kommentar.


Antworten Antworten Gast: Dr. XXX
16.08.2012 12:37
2 0

Re: Re: Gerade Mediziner

Sie haben es echt nicht verstanden. Ich arbeite derzeit als Mediziner im Ausland. In der tat mache ich die facharztausbildung OHNE davor den Turnus absolviert zu haben. Ferner habe ich im Ausland sehr wohl die Approbation.
Ich könnte also sogar andere Tätigkeiten ausüben (Amtsarzt etc.). In Österreich wäre dies volkommen unmöglich. Denke nicht, dass ich in österreich jemals ärztlich tätig werde, denn die Hierarchien sind im Ausland einfach geringer. In Österreich findet man ferner keinen Job ohne Turnus. Österreich. Vielen Dank , dass du mir die Ausbildung bezahlt hast :-).

Re: Re: Gerade Mediziner

Dann haben sie irgendetwa verschlafen oder missverstanden. Eben diese Hürde Turnus war Inhalt einer Reportage im ORF. Viele Medstudenten, die sich diese Schickane Namens Turnus in Ö ersparen wollen gehen in die Schweiz, nach Deutschland oder sogar nach Schweden um sofort mit der Facharztausbildung beginnen zu können. In Ö bekommt man erste eine Facharztausbildungsstelle wenn man den Turnus absolviert hat (also in den erstzunehmenden Spitälern). Meine Freundin ist fertige Medizinerin und steht gerade vor der Entscheidung in welches Ausland. Also erst Informieren und dann posten!

Re: Re: Re: Gerade Mediziner

kann das nur unterschreiben. kenne auch jungärzte, die nahc dem turnus keine facharztausbildungsstelle erhalten. die suchen auch im ausland - und werden dort meist schneller fündig, als in österreich.

wenn man ein langes und teures studium absolviert hat, jahrelang hier als turnusarzt ohne aussicht auf fachausbildung ausgebeutet wird und eine fachausbildung im ausland winkt, geht man einfach!

Re: Re: Re: Re: Gerade Mediziner

jep, einige der Studienkolleginnen meiner Freundin sind schon in Deutschland und haben sogar noch eine Stellung in ihrer Wunschfachrichtung gefunden.

Man muss halt bereit sein seinen ganzen Frendeskreis und ggf auch die Beziehung in Ö zurückzulassen :-(

Antworten Antworten Gast: Krakl 1
16.08.2012 11:47
1 0

Sie sollten mit "dumm" vorsichtig sein,

denn da draussen ist die Realität anders als Sie es in Ihrem Kammerarbeitskammerl sich vorstellen. Quote Wiki re Turnus: "13 andere EU-Länder kennen einen Turnus wiederum nicht und erteilen direkt nach dem Studium die Approbation (= jus practicandi)." "http://de.wikipedia.org/wiki/Turnusarzt#Europ.C3.A4ischer_und_USA-Vergleich

Antworten Antworten Gast: Dr.jur. Dr.med. R.
16.08.2012 11:45
0 0

Nö, völlig falsch.

In so ziemlich allen anderen europäischen Ländern macht amn die Facharztausbildung ohne Turnus. Und meist gibt es nicht mal einen nennenswert lange Ausbildungsfrist und keine Facharztprüfung. Das haben nur wir Österreicher.

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
16.08.2012 12:46
0 0

Re: Nö, völlig falsch.

Die Fragestellung sollte anders lauten: Sind die österreichischen Ärzte ob dieser Einrichtung soviel besser? Qualitativ? Nein? Warum machen wird's dann?
Und genau diese Frage sollt an alle österreichischen Strukturen gestellt werden; wir haben die teuerste Schulen,und das Ergebnis ist unter ferner liefem, detto beinahe alle anderen Einrichtungen....da ist entschieden der Wurm drin,und der heißt: Parteipolitik! - in diesem Fall Stichwort Ärztekammer....

Gast: Vernunftwende
16.08.2012 10:26
3 0

Wundert mich nicht - siehe Medizinstudenten. Selbst wenn 100 % der Absolventen auf den Medizinunis (Medizin ist das teuerste Studium dieser Republik) aus Österreich wären, würde die Hälfte abwandern...

So im eigenen Bekanntenkreis erlebt. Einfach was anderes weiterstudiert weil Arzt sein nicht vorstellbar war oder gleich ins Ausland - mehr Geld bei weniger Arbeit, weniger Nachtdiensten und einer garantierten Ausbildungsstelle.

Wenn man AT für Akademiker attraktiv machen will muss man die Arbeitsbedingungen verbessern. Wobei wir selbst ja genug Publizisten etc. haben und die hervorragend ausgebildeten HTL/HAK Absolventen woanders ihre Qualifikationen über einen Bachelor bekommen würden.

Gast: Gödels friend
16.08.2012 10:25
25 0

die Guten sind alle weg, die Nieten bleiben da

so ungefähr stellt sich die Situtation an
dem Institut der TU Wien dar wo ich promoviert
habe. Die Leute sind in Schweiz, USA, England,
Schweden, Holland, Finnland also bei den üblichen
Verdächtigen zu finden. Die allergrößten Totalversager haben zum Teil glänzende Karrieren bei den Parteifilzaquarien im Bereich Post, Bahn,
Telekom und EVUs vorgelegt. Ich selbst bin
nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit in Wien
vor ein paar Jahren auch in der Schweiz gelandet und würde aus heutiger Sicht sofort nach der Matura abhauen: in der Schweiz bleibt mir netto ungefähr das dreifache von meinem letzten Wiener
Gehalt, ich habe erstmals kompetente Vorgesetzte
und kann mein Rad am Bahnhof stehen lassen
ohne es am Abend gar nicht oder zerstört
wiederzufinden. (Ost)-Österreich geht den Bach
hinunter und ich habe keine Hoffnung dass sich
da in absehbarer Zeit irgendetwas zum Besseren
wendet.

Antworten Gast: TU und GeierSturzflug
16.08.2012 12:40
0 0

Leider kann ich nicht alles schreiben

aber glauben Sie mir: die zusätzlichen TU-Mittel wurden in "Reisekosten" (sorry internationale Beziehungen!) angelegt. Der familiäre Hintergrund mach einer TU-Leuchte: Ar.chkriechen der Eltern bei einer bestimmten christlichen Arbeitnehmervertretung (nun grün-affin) UND abgehalfterte "Praktiker" aus der "Wirtschaft" (= staatsnahe)

Re: die Guten sind alle weg, die Nieten bleiben da

Wer will schon in einem fortschrittsfeindlichen Land bleiben,

wo die Grünen sogar bald die Autos,außer ihre eigenen Luxus- Dienstfahrzeuge, für die Bevölkerung verbieten werden

und zur Fortbewegung auf das Fahrrad zwingen wollen ,wie im Rot-China des Mao.

Ein mehrjähriger verpflichtender Arbeitsdienst auf Bio-Bauernhöfen ist von dieser kommunistischen Öko-Party auch noch zu erwarten oder doch?

Re: die Guten sind alle weg, die Nieten bleiben da

Und die grössten Nieten werden Beamte und gehen in die Politik!

Re: Re: die Guten sind alle weg, die Nieten bleiben da

..aber nur die mit starker krimineller Energie. Ein ehrlicher Mensch könnte so was nicht.

bei den Steuersätzen hier bleiben und sich für das etwas höhere gehalt immer rechtfertigen zu müssen?

und dann von einem 50 jährigen Pensionisten die Welt erklären lassen?


Re: bei den Steuersätzen hier bleiben und sich für das etwas höhere gehalt immer rechtfertigen zu müssen?

Da haben Sie völlig recht. Der einzige Grund eines fähigen, hochqualifizierten Arbeitnehmers, in Österreich zu bleiben, sind familiäre Verpflichtungen (alte Eltern, Partner will nicht mit ...).

Gast: Dr Evil
16.08.2012 10:19
4 0

naja..

Ich habe auf der Montanuniversitaet studiert. Da gingen und gehen mindestens 30% nach dem Abschluss ins Ausland. Ist doch klar. Wo wird nach Oel gebohrt? Nach Kohle, Erzen und Mineralien gegraben, Tunnel gebaut und Eisenerz verhuettet? In Oesterreich? Ja, aber viel gibt es da nicht zu tun. Die Industrie boomt woanders. Und als Finanz- und Wirtschaftsstandort ist Oesterreich doch nicht ernstzunehmen. Jeder der wirklich von den Grossen lernen will und sehen wie es wirklich laeuft geht weg. Und ist das schlecht? An der Montanuni ist man stolz auf seine Absolventen im In- und besonders im Ausland.

Antworten Gast: otto f.krammer
16.08.2012 12:55
0 0

Re: naja..

..in Ö. wird das Lithiumerz-Vorkommen, verkommen lassen und wir kaufen unsere
Akkumulatoren aus China.
Weil so ein par MilliardenSchulden die da bleiben, zahlen eh unsere Enkelkinder.

Ich glaube diese Statistik sagt alles :

Von 2005 und bis 2009 galten folgende Grenzsteuersätze:
0,00 % für Einkommensteile zwischen 0 und 10.000 Euro jährlich
38,333 % für Einkommensteile zwischen 10.000 und 25.000 Euro jährlich
43,596 % für Einkommensteile zwischen 25.000 und 51.000 Euro jährlich
50 % für Einkommensteile über 51.000 Euro jährlich

Mit der Steuerreform 2009 wurde der Tarif ab dem Jahr 2009 abgesenkt:
0,00 % für Einkommensteile zwischen 0 und 11.000 Euro jährlich
36,5 % für Einkommensteile zwischen 11.000 und 25.000 Euro jährlich
43,2143 % für Einkommensteile zwischen 25.000 und 60.000 Euro jährlich
50 % für Einkommensteile über 60.000 Euro jährlich

Nett anzusehen ist vor allem dass wohingegen für kleine Einkommen die progressive Steuer für 1000€ erhöht wurde für hohe Einkommen es 9000€ waren. Unsere Politik ist schizophren und Bildungsfeindlich und vor allem ist es eine Durststrecke an die Spitze.

Antworten Gast: Markus Trullus
16.08.2012 12:50
0 0

Re: Ich glaube diese Statistik sagt alles :

was die Sache noch pikanter macht, ist die Tatsache, dass die Steuerbefreiung bis 11.000 nur für den Arbeitnehmerbeitrag gilt; der Arbeitgeber blecht weiterhin Länge mal Breite pro Arbeitnehmer! Aber das ist ja eh nur der pöse Kapitalist!

Antworten Gast: Kampfmann
16.08.2012 11:50
0 0

Sie haben aber eh verstanden

dass dies eine SteuerSENKUNG war? Nach Durchlesen Ihres Posts bin ich mir da nicht so sicher.

2 0

Re: Ich glaube diese Statistik sagt alles :

es wurde nicht "die Steuer" erhöht, sondern die Grenzen der Intervalle, in welchen Steuersätze zur Abwendug kommen, etwas nach oben verschoben. Von Anpassung an die Teuerung - wie bei der Parteienförderung - ist aber nichts zu vernehmen.

Gast: Denderan
16.08.2012 10:04
14 0

Akademiker und Gehälter

Wer glaubt denn noch an die Mär Akademiker verdienen so unglaublich gut???

Konzipienten 1200 Netto
BWL Absolvent 1300 Netto
Mathematiker 1500 Netto

Da verdienen viele Facharbeiter weitaus mehr

Antworten Gast: Georg 2 Georg
16.08.2012 11:58
0 0

Und: Facharbeiter

sind wie alle Hackler vom Pensionssystem bevorzugt. Bei 38 Regel-Beitragsjahren, die ein Nichtakademiker locker erreicht, bekommt er die volle Pensionshöhe. Ein Akademiker hat keine Chance dorthin zu kommen, da er frühestens mit 23 (22 für Frauen und Untaugliche) ins Berufsleben eintreten kann. Und das, obwohl Akademiker als stärkste Steuer- und Beitragszahlergruppe den Großteil der Finanzierung unseres Pensionssystems stemmen!

Antworten Gast: Titellose
16.08.2012 11:31
0 0

Re: Akademiker und Gehälter

Und das bei einer 60 Stundenwoche;bei einer Bank habe ich in NÖ sogar gesehen,wie gezielt Akademiker abgebaut wurden

 
1 2 3 4 56 7 8 9 10 11 12

Schlagzeilen Bildung