20.06.2013 03:39 Merkliste 0

Akademiker flüchten aus Österreich

15.08.2012 | 18:20 |  JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Nicht einmal jeder fünfte Studienabsolvent aus dem Nicht-EU-Raum strebt einen Job in Österreich an. Auch heimische Akademiker suchen häufig das Weite.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Für Akademiker scheint Österreich nur bedingt attraktiv zu sein. Nicht nur, dass österreichische Hochschulabsolventen überdurchschnittlich oft das Land verlassen – auch Ausländer, die in Österreich ihr Studium absolvieren, bleiben zumeist nicht hier. Das Resultat: ein doppelter Akademikerschwund.

Besonders drastisch zeigt sich das bei den Uni-Absolventen aus dem Nicht-EU-Ausland. Nicht einmal jeder Fünfte strebt hierzulande einen Job an. Das zeigen die ersten Detailauswertungen zur Rot-Weiß-Rot-Card, die der „Presse“ exklusiv vorliegen. Demnach haben im ersten Jahr nur 222 ausländische Absolventen die Rot-Weiß-Rot-Card beantragt, die den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt ermöglicht. Eine überraschend geringe Zahl. Zum Vergleich: Allein im Studienjahr 2010/11 haben 1285 Drittstaatsangehörige ein Master- oder Diplomstudium in Österreich abgeschlossen. Dabei sollte gerade die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card am 1.Juli 2011 dem Schwund an ausländischen Jungakademikern entgegenwirken. Das Ziel wurde klar verfehlt. Und das, obwohl der Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich erleichtert wurde. Anders als bisher können ausländische Akademiker nach Studienabschluss ein halbes Jahr in Österreich bleiben, um einen Job zu suchen. Bleiben dürfen Absolventen, wenn sie einen Arbeitsplatz auf akademischem Niveau finden, bei dem sie monatlich mindestens 1903,50 Euro brutto verdienen. Vor der Gesetzesänderung lag das Mindestgehalt bei 2520 Euro.

 

„Unfassbare Kriterien“

Von den 222 Anträgen wurden 188positiv bestätigt. Auffallend ist, dass Österreich für manche Nationalitäten attraktiver zu sein scheint als für andere. 61 der 188 Besitzer einer Rot-Weiß-Rot-Card sind Bosnier. Die zweitgrößte Gruppe stellen chinesische Staatsbürger dar – an sie gehen 17 Rot-Weiß-Rot-Karten. An Russen, Inder und Türken jeweils elf.

Dass Absolventen nur wenige Anträge stellten, führt Margit Kreuzhuber, Beauftragte für Migration und Integration der Wirtschaftskammer Österreich, auf ein „starkes Kommunikationsproblem“ zurück. Bislang schien sich niemand wirklich zuständig zu fühlen, die Betroffenen über die Neuregelungen zu informieren. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) sieht das anders: Schuld seien „die unfassbar anspruchsvollen Kriterien“, die Studienabsolventen erfüllen müssen, um eine Rot-Weiß-Rot-Card zu erhalten.

Ein Manko hat die Rot-Weiß-Rot-Card tatsächlich: Erteilt wird sie nur an Master- und Diplomabsolventen. Ein Bachelor ist zu wenig. Der erleichterte Zugang zum Arbeitsmarkt blieb den 681 ausländischen Bachelorabsolventen im Studienjahr 2010/11 daher verwehrt. Die Wirtschaftskammer fordert eine Änderung des Gesetzes.

Ausländische Studienabsolventen im Land zu halten, wäre vor allem aus volkswirtschaftlicher Sicht wichtig. Immerhin werden sie großteils auf Kosten der österreichischen Steuerzahler ausgebildet. Die Zahl der ausländischen Studierenden ist außerdem nicht unerheblich: Im Studienjahr 2010/11 waren es insgesamt 77.827. Rund zwei Drittel davon sind EU-Bürger. Genaue Zahlen, wie viele von diesen nach dem Studienabschluss im Land bleiben, gibt es nicht. Nur so viel: Eine kürzlich veröffentlichte Studie, welche die Attraktivität von Wien als Wissenschaftsstandort untersuchte, kam zum Schluss, dass die „Verbleibe-Attraktivität“ in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern gering ist.

 

5000 Österreicher gehen verloren

Doch nicht nur ausländische Studierende suchen nach Studienabschluss häufig das Weite. Insgesamt verlassen jährlich fast 20.000 Österreicher ihre Heimat. Zurück kehren nur rund 15.000. Österreich verliert so jährlich rund 5000 Bürger ans Ausland. Anders als gemeinhin angenommen, sind es nicht eingebürgerte Gastarbeiter, die zurück in die Heimat gehen. „Abwanderer sind überwiegend jung und hoch qualifiziert“, sagt Heinz Fassmann, Migrationsexperte und Vizerektor der Uni Wien. Seinen Beobachtungen zufolge haben rund 68 Prozent der österreichischen Auswanderer zumindest Matura oder einen Hochschulabschluss. Genaue Zahlen fehlen aber auch hier. „Auf die Abwanderung wird kein statistisches Auge geworfen“, sagt Fassmann. Ein Fehler, denn Österreich leide schon lange an einem „Braindrain“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

535 Kommentare
 
1 23 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Re: DER Fehler schwarz-blau-oranges

richtig, Österreich ist unter blau-schwarzem Schüssel zu einem fremdenfeindlichen Land geworden. Warum auch sollten sich kluge Fremde diese Niedertracht antun ?

Antworten Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 10:06
4 1

Re: Re: DER Fehler schwarz-blau-oranges

Wenn Österreich so ein fremdenfeindliches Land ist, warum sind dann soviele Fremde hier die auch bei uns studieren möchten?

Antworten Antworten Antworten Gast: biserl
18.08.2012 19:02
0 0

Re: Re: Re: DER Fehler schwarz-blau-oranges

1.) Weil die Uni wo sie hinwollten sie nicht wollte,
2.) weil es bei uns relativ billig ist,
3.) weil es bereits Verwandschaft gibt, ...

Und viele ist relativ => wir sind noch lange entfernt davon das auf einen Studienplatz mehrere Hundert Kandidaten konkurrieren.

Grundsätzlich ist Österreich ein Land geworden wo man als Qualifizierter bleibt wenn man einen Grund hat, sonst nicht. Ausländer haben oft den Grund nicht.


Versteinert

In Österreich verlässt man immer die Leute, nicht das Land.

Versteinert

In Österreich verlässt man immer die Leute, nicht das Land.

9 0

ein einziger parteienapparat, dieser staat!

jahrzehntelang wurde gepredigt: die arbeit verschwindet aus europa! bildet euch, wissen ist zukunft, etc, etc.
dann machen es die leute und nun heißt es: facharbeitermangel! (einen akademikermangel haben wir indes nicht; es hängt viel von der zählung ab) wir brauchen arbeiter!

vor jahren hieß es (glaub, sogar mit persönlichem appell der gehrer): keine lehrer, die werden alle taxi fahren. jetzt ist es das beste, das es gibt!

wir hindern leute am medizinstudium und haben einen ärztemangel! stöger, der gewerkschaftsdackel, eig. ja werkzeugmacher, soll mit gutem beispiel voran gehen und einen facharbeiter machen!

alles ein planloser haufen, ohne vision, ohne weitblick. das einzige, das zählt, ist das parteibuch.

pfui teufel!

Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 06:25
0 0

Re: ein einziger parteienapparat, dieser staat!

Wenn wir mehr Arbeiter brauchen sollte man sie auch besser bezahlen. Leider mindert das aber den Gewinn der Unternehmer.....

Gast: Sozialkritker
16.08.2012 21:48
13 2

von einem der auszog...

In einem Land, das in Richtung Kommunismus abdriftet, von Parteien verfilzt ist und jungen Menschen ohne Beziehungen keine Moeglichkeiten bietet, darf man sich keine Zuwanderung von hochqualifierten Menschen erwarten, die mit ihrem Gehalt ein Auskommen finden moechten. Sie gehen dem Kapital nach. Deren Verbundenheit zur Alma Mater ist genauso gering, wie die Bereitschaft in ein in sich zerfallendes Pensionssystem einzuzahlen.

Antworten Gast: gast454545
17.08.2012 00:57
0 0

Re: von einem der auszog...

Was sie schreiben ist ja nicht ganz falsch; stimmt, bei uns sind die Parteien zu sehr verfilzt, die Entlohnung zu niedrig.

Dass wir im Kapitalismus leben, in dem Firmen jungen Menschen trotz guter Qualifikationen zu wenig Kaufkraft durch zu geringe Bezahlung zukommen lassen ist ihnen noch nicht aufgefallen?

Fragen sie doch mal die jungen Menschen zu diesem Thema! Als Antwort werden sie erhalten.:

Ob hochqualifizierte Leute bleiben oder Gehen hängt ab von.

1. Von den Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf und der Weiterbildungsmöglichkeiten

2. Dem Verdienst und der Kaufkraft in dem Land.

3. Von der zu erwartenden Entwicklung der Punkte 1 und 2.

Sie werden jetzt staunen, viele hochqualifizierte Chinesen und Inder, die Punkt 1 in den USA und GB erfolgreich hinter sich gebracht haben nun zurück in ihre Heimat gehen.

Die Chinesen ins kommunistische China, und Inder nach Indien, weil sie dort ihre eigenen Versionen von Silicon Valley verwirklichen und das unabhängig der Regierungsform.

Der Vorteil der USA war es, über viele Jahrzehnte Hochqualifizierte aus dem Ausland, vor allem arme Länder, anzuwerben und gut zu bezahlen, sodass diese ihre Wirtschaft ankurbeln konnten.

Sehr sehr spät, um Jahrzehnte zu spät erkannte man den Vorteil dieser Strategie auch bei uns und führte die Österreich-Card ein. Tja, und man darf sich dann nicht wundern, falls zuwenig kommen.

Europa ist leider dank der letzten Rettungsschirme pleite, und die jungen wissen sehr wohl, dass sie das in den Rettungsschirmen einbezahlte Geld nie wiedersehen und wollen halt nicht für den ESM existieren.

Womit wollen sie die jährlich 3.500 fehlenden Akademiker herholen, die bereit wären für 1900 Euro zu arbeiten?

Mehr verdient man schon für Hilfsarbeitertätigkeiten. Wozu sollten sich dann junge ein Studium aufhalsen, wenn der Erfolg nicht ausreichend entlohnt wird?

Mercedesfahren-wollende junge Krawallos?


Antworten Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 06:32
0 0

Re: Re: 3 Fehler

Erstens haben Akademiker meist eine angenehmere Arbeit als ein Hilfsarbeiter der sich Tag für Tag im Dreck wälzen muß.

Zweitens will ich den Hilfsabeiter sehen der 1900 Euro netto im Monat verdient.

Drittens führt kein Weg an einer Einheitspension nach ASVG vorbei. Das ist mittlerweile jedem klar.

Antworten Antworten Antworten Gast: Pedro
19.08.2012 00:31
0 0

Re: Re: Re: 3 Fehler

Kommt aufs Unternehmen an. In OÖ gibts ein paar Unternehmen in denen (ok nach ca. 20 Jahren im Betrieb, aber trotzdem - nur für die Jungen gelten derartige Traumgagen halt nicht) Hilfsarbeiter nach den alten Verträgen ca. 2300€ netto!! verdienen.

Es ist eher so, dass die Alten in Öst. Traumgagen einstecken und die Jungen will man mit einem Butterbrot abspeisen.

Gast: "CHANCEN GLEICHHEIT IST ILLUSION
16.08.2012 21:30
2 3

Wer trifft in Demokratien die Entscheidungen …?" (Seite 16)

.
http://moment.sosmitmensch.at/static/moment/files/mo16_web%201.pdf

"DIE SOZIALE HÄNGEMATTE DER REICHEN" (S. 18)

"DIE WELTLICHE SEITE DER KIRCHE" (S. 21)

Antworten Gast: Ein toller Artikel,
16.08.2012 23:02
0 0

wirklich – gute Zeitschrift! Aber:

Ein "Untergeher" hat hier schon rot geklickt; Thomas Bernhards Ausdruck lässt schön grüßen!

Danke nochmals für den Tipp und den Fingerzeig auf eine mir bisher unbekannte, kritische Zeitschrift!

Gast: Hauptsache Gesund
16.08.2012 20:49
10 1

Dieses Land gehört den Failmännern und Schulabbrechern

Akademiker haben hier nicht wirklich was zu suchen.

Antworten Gast: Spittaler Bürgermeister Köfer G.:
16.08.2012 21:45
0 0

Ausbildung: Gastwirt

Einkommen: 7200 € als Bürgermeister der Stadtgemeinde

8000 € aus der Tätigkeit als Nationalratsabgeordneter

… aus nicht angegebenen Tätigkeiten

… als Unterschriftengeber des Franz Strohsack

Spittal, das Rot gewählt hat, hat jetzt eine durch die österreichische Art von Scheindemokratie nicht gewählte Partei als Steller des Bürgermeisters … Auch direkte Demokratie würde nur scheinbar was ändern, weil die Volksfänger, die diese Wörter propagieren, jetzt schon wissen, wie sie Machtausübung zu vollziehen haben, sodass die Wähler trotzdem nichts zu sagen haben. Macht nichts, hat ja immer schon so funktioniert, ohne dass es die Bürger begriffen haben.

Köffer gehe nicht zu Stronach – jetzt ist er da!

Stronach wolle keine Partei gründen – jetzt hat er eine!

Die Partei noch in den Kinderschuhen, die ersten Anklagen wegen Betruges!

Gescheiterte Ex-Politiker, die fast alle in vielen Punkten gerichtlich angeklagt gewesen sind, zuhauf von Stronach rekrutiert …

Jetzt habe ich auch den fehlenden Namen für diese Partei gefunden:

ÖGP – Österreichs Glaubwürdigkeitspartei!

Antworten Antworten Gast: Lala80
16.08.2012 22:16
4 0

Re: Ausbildung: Gastwirt

Ähm? Falscher Artikel?

Antworten Antworten Antworten Gast: Denke nicht:
16.08.2012 22:29
0 0

Dieses Land gehört den Failmännern und Schulabbrechern Akademiker haben hier nicht wirklich was zu suchen.

Passt schon, aber ja, gehört auch noch woanders hin. Aber das überlasse ich den Lesern des Blogs!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gerd Franke
17.08.2012 02:02
1 0

Von den meisten hier können Sie sich aber

außer Dummheit nichts erwarten!

Textübergreifendes Denken ist nicht vorhanden, wie Sie ja gesehen haben. Darüber lacht sich Politik und Wirtschaft natürlich einen Ast ab, wie es so schön heißt, weil – würde wirklich einmal einer aus diesen Branchen einen Blick in solche Blogs werfen – sie erkennen können, dass es für sie locker immer so weiterlaufen wird wie bisher. Gegnerschaft von ungebildeten und halb gebildeten Leuten ist nämlich nicht zu erwarten.

Aber wie gesagt: Keiner von denen würde sich je so weit herablassen, den Unsinn solcher Blogger zu durchforsten. Und die paar Gebildeten hier werden sowieso immer abgestraft, weil, wer mehr weiß, natürlich nicht die Meinung der Masse vertreten kann, weswegen dies hier wohl mein einziger Post bleiben wird.

Einen interessanten Spruch dazu habe ich einmal von einem Herrn aus Fern- oder Perndorf, na ja, egal, gelesen, der da schrieb:

"Wer immer nur die Bestätigung seiner Meinung sucht, wird niemals klüger!"

Deshalb ist das Internet laut internationalen Forschungen und -ern so gefährlich für die Bildung. Im www., so das Ergebnis, neigt fast jeder dazu, sich die Bestätigung seiner eigenen Meinung zu suchen, egal ob durch die Auswahl der besuchten Blogs oder den Artikeln in denselben, weshalb das Internet verglichen mit Büchern, Schulen und Universitäten der Bildung abträglich ist. Gute Nacht!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 06:46
0 0

Re: Von den meisten hier können Sie sich aber

Nunja das ist eher ein Phänonen der Social Networks, Denn das Internet ansich ist ein riesiger Wissensspeicher wo sich jeder Informationen besogen kann die zur Meinungsbildung beitragen.

Man sollte nicht die Schwarmintelligenz unterschätzen, sie liegt meist richtig.

Deswegen muß das bisherige System der parlementarischen Demokratie verschmelzen mit mehr direkter Demokratie.

Deswegen sollte auch das Volk entscheiden was es will, und die Politiker nur die Represantation dessen nach aussen dienen. Es würde auch eine Mende dann unnötiger Politposten einsparen.

Re: Re: Von den meisten hier können Sie sich aber

"schwarmintelligenz" beschreibt österreich ganz gut: immer schön mit der masse gehen, ja nicht auffallen und schön der mitte zustreben, damits warm bleibt, draufgehen sollen die am rand.

"intelligent" ist zwar was anderes, aber dazu bräuchte man schon wieder mehr und andere kapazitäten, das zu überlauern...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Lassen Sie
17.08.2012 09:16
0 0

sich bloß nicht von der Phrase "Direkte Demokratie"

zu falscher Hoffnung verleiten, sie nützt Ihnen nämlich rein gar nichts. Hier wird schon Gerds Aussage bekräftigt: Netz macht blöd, weil der, wie Sie's nennen, Wissensspeicher ein noch größerer Unwissens-, aber mit Sicherheit Unsicherheitsspeicher ist, was Sie ja selbst dadurch zum Ausdruck gebracht haben: "… Informationen besogen kann die zur Meinungsbildung beitragen …" – Meinungsbildung ist ja, was von dem Herrn oben gemeint gewesen ist. Da wird von anderen klug Ihre Meinung gebildet, Sie werden solange infiltriert, bis Sie die von den Infiltrierern gewollte Meinung haben und dann suchen Sie sich auch noch ständig, was zu dieser Meinung passt. Zur "Schwarmintelligenz", wieder so 'ne Phrase, lesen Sie, wenn Sie mal Zeit haben, das: Gustave Le Bon, "Psychologie des foules". Das Werk hat in der Psychologie nach wie vor seine Wirkung und Anerkennung. Aber auch, nein, besonders Unis und Schulen tragen zur Meinungsbildung (ganzer Völker) bei.

Da werden ganze Völker gleichgeschaltet! Darüber schon mal nachgedacht? Die USA machen dies über Hollywood, Lobbyismus, universitäre Verbreitungsstudien, Konferenzen … und natürlich mittels Presseagenturen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 10:19
0 0

Re: sich bloß nicht von der Phrase "Direkte Demokratie"

Sicher versuchen die Regenten die Volksmeinung nach Ihren Gunsten zu manipulieren, bei den Abgeordneten im Parlament bzw. im EU-Parlament gelingt das auch gut.
Nur eine breite Masse inzelner frei und logisch denkender Idividuen zu manipulieren ist eine andere Sache. Dennoch kann auch das funktionieren wie man am Beispiel der Volksabstimmung zum EU-Beitritt Österreichs gesehen hat.
Fehler wird es aber immer geben da Menschen nunmal Fehler machen. Die Schwarmintelligenz macht aber sicher nicht so viele Fehler wie es die österreichischen Parlamentarier derzeit tun.

Informationen können, speziell im Internet, manipuliert werden deswegen muß man auch die Öffentlichkeit umfassend informieren damit man sich ein bild machen kann.

Das man bei der Lektüre der Internetartikel das Hirn nicht ausschalten darf ist klar dennoch findet sich eine Fülle von Argumenten, pro oder contra für irgendwas, die die (grösstenteilsmündige) Leserschaft ensprechend bewerten muß.

Gast: montaigne
16.08.2012 19:47
0 1

Sozialismus

ist das spoliarium des (akademischen) Mittelstandes.

Antworten Gast: Pugnantia loqui:
16.08.2012 21:53
0 0

Wie es in der Politik

überall auf der Erde üblich ist.

Gast: Gast aus Wien
16.08.2012 19:46
7 1

Bildungsfeindliches Österreich

Österreich ist ein bildungsfeindliches Land und die Neidgesellschaft gibt es schon lange hier. Es zählt nicht wie gebildet jemand ist, sondern bei welcher Partei er/sie ist oder welches "Netzwerk" jemand besitzt. Bei einem Bewerbungsgespräch als HR-Manager bei einer NGO wurde mein Bekannter (Akademiker) gefragt, ob er weiß welchem "Colour" dieser Verein angehört und ob er sich mit den Inhalten dieser Partei identifizieren kann. Er konnte schlecht lügen, da ihm egal war, welcher Partei diese NGO nahe steht. Es geht schon lange nicht mehr um Qualifikation in unserem Land.

...

immer wieder gut, vor Jahren suchte eine große Wiener Installationsfirma einen Hausjuristen und einen Gas und Wasserinstallateur. Eingegangene Bewerbungen für den Juristen über 230[!] und für den Installateur sage und schreibe 3 Stück.

Wir brauchen ganz dringen noch mehr Akademiker, da diese nur Qualität bringen und die selbstredend dann die Qualitätszeitung die Presse lesen mit ihren Qualitätsjournalisten und Qualitätsbeiträgen die hart an der Grenze zum kulturellen Autorassismus sind. Viva la Academica!

0 0

Re: ...

ja, wenn es ausgeglichener wäre, hätte wohl niemand was dagegen.
aber prinzipiell: seit jahrzehnten wird gepredigt, dass die arbeit aus europa verschwinden wird. was machen die leute? sie machen hohe bildungsabschlüsse.


Antworten Gast: jekhyd
17.08.2012 00:29
0 0

Mehr Techniker braucht das Land!

Die Frage ist, welche Akademiker aus Österreich flüchten. Schön wäre es, wenn es nur Schwafler wie Juristen beträfe. Tatsächlich gehen uns Leute verloren, die wir schon bräuchten.

Wir brauchen mehr Akademiker - aber nicht im Schwafelbereichechen wie der Juristik, sondern in allen Bereichen der Naturwissenschaften. Bereiche wie Mathematik, Chemie, Physik, Biologie.

Aber auch im nichtakademisch technischen Bereichen fehlt es an genügend Nachwuchs! (Abgesehen von Automechanikern)

Wenn wir heute nicht gut ausbilden, dann müssen wir morgen teuer zukaufen! Warum wählen zu viele junge Menschen ein Schwafelstudium?

Ein Jurist ist kein Techniker, sondern in 1. Linie ein Schwafler.

Techniker gibt es zu wenige in Österreich, und zwar unabhängig der Art des Abschlusses, ob es sich nun um Fachkräfte (Lehrberuf) oder Naturwissenschafter (Akademiker) handelt.

Wo werden all die Schwafler aufgenommen?

Richtig, in der Politik, als Qualifikation reicht es Schwafler bzw. Jurist zu sein.


Antworten Antworten Gast: Gast2
17.08.2012 08:53
0 0

Re: Mehr Techniker braucht das Land!

Als studierter Techniker finden Sie in Österreich kaum adäquat bezahlte und geschätzte Jobs. In Deutschland und Frankreich können Sie mindestens das 1,5- bis 2-fache verdienen, in der Schweiz sogar das 2- bis 3-fache.

Antworten Gast: gutoderschlechtegal
16.08.2012 23:55
0 0

Re: ...

Ein Studium ist nicht gut oder schlecht per se. Wenn es einem einen guten Job verschafft (und die Fertigkeiten dazu), dann ist es gut. Studieren als Selbstzweck ist nie gut.

Genauso gut kann eine Lehre sein, wenn man die Erfahrung danach auch in seinem Wunschjob nutzt.

Gast: Berufstätige Studentin
16.08.2012 19:20
1 0

Wundert das jemanden?

* Bachelor wird von der Wirtschaft nicht als akademischer Grad akzeptiert

* Es gibt zu wenig attraktive Arbeitsplätze für Akademiker

* Die wenigen Arbeitsplätze sind grottenschlecht bezahlt

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Jeder, der schlau ist, geht dort hin, wo die Arbeitswelt für Akademiker attraktiver ist.


Antworten Antworten Gast: Gute Frage,
16.08.2012 22:14
0 0

gute Antwort!

Aber kann es Nieten außerhalb des gleich benannten Maschinenelements geben?

Wenn ich mir die Aussagen aller möglichen Personen so anhöre, egal wo immer ich auch gerade bin, dann höre ich von jedem, von jedem, überhaupt von jedem, dass er in seinem Beruf der Beste von allen ist. Spricht man mit Eltern, ist auch immer das eigene Kind das Beste von allen und alle anderen sind Nieten.

Die Selbstüberschätzung und die Überschätzung der Eigenen sind des Menschen größter Wahn.

Antworten Antworten Gast: Berufstätige Studentin
16.08.2012 21:38
0 0

Re: Re2: Wundert das jemanden?

Sie tun ja grad so, als wären alle Bachelors Absolventen eines technischen Studiums.

Mag sein, dass Uni- oder FH-Absolventen in technischen Studienrichtungen alle Nieten sind, wie der Schreiber behauptet. Ich kann das nicht beurteilen. Es gibt aber auch noch andere Studienrichtungen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Die hauptsächlichen Nieten
16.08.2012 22:27
1 0

kommen aber gerade aus den Studienzweigen, die nicht technischer Natur

sind, weil der, der ein technisches Studium zum Abschluss bringt, in der Regel so lange gequält worden ist, dass er auch was zustande bringt.

Und wenn nicht? Dann fällt seine Nichtleistung natürlich sofort auf, was bei anderen Absolventen nicht so stark der Fall ist, weil es keine offensichtlich beurteilbaren Kriterien gibt wie beim Techniker, dessen Produkt dann einfach nicht oder schlecht funktioniert und dies für jeden noch so abstrusen Geist schnell erfassbar wird. Ärzte fallen auch ein bisschen in diese Kategorie, wobei deren Verschleierungsmöglichkeiten den Technikern vorenthalten bleiben.

Antworten Gast: montaigne
16.08.2012 20:27
0 0

Re: Wundert das jemanden?

Bei uns gibt's auch einen Dipl.-HTL-Ing.

Und dann soll ein Bachelor jemanden beeindrucken?

Antworten Antworten Gast: Berufstätige Studentin
16.08.2012 21:15
0 0

Re: Re: Wundert das jemanden?

Eine HTL ist eine berufsbildende höhere Schule. Der Bachelor kommt von einer FH oder einer Uni. Das sollte eigentlich ein HR-Mensch wissen.

Fakt ist: Die Studien wurden auf das dreistufige System umgestellt, damit man schon früher ins Berufsleben einsteigen kann. Die Studenten wurden nicht gefragt, ob sie das gut finden. Und jetzt kriegt man mit einem Bachelor nicht mal einen Job.

Ich fühle mich schon etwas verarscht.

Gast: Konservativer
16.08.2012 19:10
0 2

Ich war früher für Studiengebühren von 5.000€ pro Semester. Ich erhöhe auf 50.000 €.

Mein Killerargument (das niemand entkräftigen konnte) war:

Die Wertschöpfung der akademischen Bildung findet im Ausland statt, die Kosten werden im Inland getragen.

Das ist also jetzt endlich bewiesen.

Somit gibt es GAR KEIN Argument mehr gegen das Einheben von gepfefferten Studiengebühren, und damit meine ich Studiengebühren, die den Universitätsbetrieb zu 100% tragen!

Die amerikanischen Ivy League-Unis machen das seit Jahrzehnten und über deren hervorragende Qualität braucht wohl kaum diskutiert zu werden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob sich dann nur mehr die Reichen das Studieren leisten können. Das ist schließlich bei Yacht- und Golfclubs auch der Fall und ich habe noch nichts von einem Golfclub-Stipendium gehört.

Fakt ist: Studenten kosten uns ein Vermögen und im Zeitalter der globalen Wirtschaftskrise ist dieses Geld anderswo besser angelegt.

Im Übrigen dürfen die sattsam bekannten Reflex-Entgegnungen, Befürworter von Studiengebühren seien ungebildet, als vorhergesehen und gähnend ignoriert betrachtet werden.

Antworten Gast: Auslandsakademiker
18.08.2012 11:32
0 0

Re: Ich war früher für Studiengebühren von 5.000€ pro Semester. Ich erhöhe auf 50.000 €.

Man verlässt Österreich wegen Menschen wie Ihnen: horizontlos, arrogant, selbstgefällig und ungebildet bis über die Schmerzgrenze hinaus.

Antworten Gast: Denkst
17.08.2012 19:53
0 0

du noch

oder gähnst du schon?

Antworten Gast: Gerd Franke
17.08.2012 02:29
0 0

Der Kontext des letzten Absatzes könnte ja auch so

gesehen werden, dass es sich um einen gebildeten Reichen handelt, der die Armen unten halten möchte. Nun zu dem: "Studenten kosten uns ein Vermögen und im Zeitalter der globalen Wirtschaftskrise ist dieses Geld anderswo besser angelegt." – Die Studenten kosten uns nicht dieses Vermögen; der Betrieb der Universitäten kostet uns das Vermögen. Und wer profitiert davon? Die Studenten nur sekundär, nämlich später ein bisschen, allerdings zunehmend immer weniger, weil, wenn das gesamte Volk dieselbe Ausbildung hätte, diese einer sogenannten Bildungs-, nein, eigentlich einer Ausbildungsinflation unterläge, da ab nun viele Akademiker ganz normale Jobs annehmen müssten. Sonst würde nämlich nichts mehr produziert und ohne Produktion kein Handel und ohne Handel kein sich entwickelnder Wohlstand. Aha, nicht, wie uns immer eingetrichtert wird, dass es ohne Bildung keinen Wohlstand gäbe, sondern ohne Produktion und Produktetausch gäbe es keinen, was klug betrachtet eigentlich die von den Bürositzern – die ja wirklich nicht händischer Arbeit nachzugehen gedenken – unterdrückten und so absichtlich durch Dummheit und/oder Überheblichkeit ins falsche Licht gerückten Fachkräfte, Arbeiter … in die höherwertige Stellung rückt.

Studium zum Discountpreis ...

So wie es viele Konsumenten in die preisgünstigsten Märkte zieht, kommen auch viele zum Studieren nach Österreich, weil man das hier zu einem Spottpreis kann. Und wir sind im Vergleich zu internationalen Eliteuniversitäten ein "1-Euro-Markt", in dem Wissen und Knowhow verramscht wird.

Die, die es sich leisten können, aber auch die, welche voller Ehrgeiz um ein Stipendium an einer der Eliteuniversitäten kämpfen oder ihr Studium über Kredit finanzieren, studieren lieber im Ausland.

Dass dies zum unverdient schlechten Image unserer Universitäten beiträgt wollen vor allem die Roten mit ihren krausen ideologisch angehauchten Ideen vom freien Zugang nicht wahrhaben, leider aber auch viele ÖH-Vertreter, die vom Schlaraffenland träumen und am liebsten alles gratis hätten ...

Hier wird eine wichtige Basis für eine erfolgreiche österreichische Wirtschaft bewusst geschwächt, langfristig ruiniert. Auch das trägt zu einer Akademikerflucht bei ...

Gast: Unsinn
16.08.2012 18:38
0 0

Wen wunderts!

Die vielen Jahrzehnte rote (Mit-)Regierung hat einfach dazu geführt, das Ausbildung, Wissen und Leistung sich nicht mehr rentiert. Jedem den für Extraleistung der Bonus, das Zuckerl es auch zu machen nicht nur weggenommen, sondern der auch noch dafür angefeindet wird, leistet er eben weniger/nichts oder geht.
Also wenn man diese Auswanderung, das "Brain Drain" verhindern will muss das leistungsfeindliche Klima (Schule, Ausbildung, Arbeit,Gesellschaft) fallen und Leistung sich wieder rentieren.

Gast: Manfred Berger
16.08.2012 17:24
10 0

Was will der österreichische Arbeitgeber?


Er will einen mehrfachen Akademiker mit mindestens 10 Jahren Praxis für das Gehalt eines Lehrlings im 1. Lehrjahr.

Antworten Gast: Richtig! Und
16.08.2012 22:52
0 0

sie wollen auch, dass der Staat alle Ausbildungskosten,

die Kosten für die Infrastruktur, die Kosten für die Arbeitslosen … übernimmt, dass er sie mittels Steuergeldern saftig fördert, und dass er es ihnen erspart, Steuern zu zahlen …

In Krisen soll er sie retten, die Steuern senken, die Staatsausgaben zur Wirtschaftsförderung hochfahren, er soll es ihnen erlauben, die Löhne kräftig abzusenken … aber er soll die Finger von Steuerforderungen lassen …

Kräftige Unterstützer erhält die Industrie noch von der Wirtschaftskammer, den sogenannten Wirtschaftseliten, die dort herrschen und glauben, dass sie dies sind, aber auch von anderen oft aus Steuergeldern geförderten Lobbyorganisationen …

Und mit Stronachs Partei bekommen wir noch eine weitere solche Organisation, deren Mittäter keine Ahnung von einer funktionierenden Volkswirtschaft haben und kräftig dabei helfen werden, den Staat in nicht allzu ferner Zukunft zuungunsten der breiten Masse in die wirtschaftliche Katastrophe zu schicken.

Steuern runter, weil hoch verschuldet sind wir schon und: Nehmen werden wir's schon irgendwie von der breiten Masse.

Volksaufstände und Kriege sind wegen solcher tollen Eliten, die alles haben aber keine Gegenleistung erbringen wollen, leider vorauszusehen.

Antworten Antworten Gast: Korr.:
16.08.2012 23:09
0 0

… haben, aber …

Uch!

österreichischer Konzern selber Job: 4000 brutto in Bayern, 2800 in Österreich

Fragen?

Antworten Gast: exbw
17.08.2012 00:01
0 0

Re: österreichischer Konzern selber Job: 4000 brutto in Bayern, 2800 in Österreich

In AT gibt es 14 Gehälter pro jahr, in DE nicht. Ich verdiente in BW genausoviel wie in W - nur 12 mal.

Re: Re: österreichischer Konzern selber Job: 4000 brutto in Bayern, 2800 in Österreich

dass dem nicht so ist, können sie mit den brutto-nettorechnern des Landes vergleichen.

zudem ist das Preisniveau in Österreich um 30-50 % höher!

ausgenommen lediglich Telekommunikation und Treibstoff und Mieten in München und hamburg.

Gast: Knilli H
16.08.2012 16:39
3 1

Das muß eine Zeitungsente sein!

Wo doch fast jeder Zuwanderer angiebt, im Herkunftsland einen Doktortitel gemacht zu haben.

Antworten Gast: schlÄchter
16.08.2012 17:04
0 0

Re: Das muß eine Zeitungsente sein!

sg knilli H!
:-)))
lt bestimmten medienberichten scheint es wirklich so zu sein...
+

zusatz: und wo so mancher österreichischer akademiker glaubt mit seinem titel automatisch schon anrecht auf einen spitzejob, am besten in einem geschützen bereich, mit ensprechenden lohn haben zu müssen und akademische würden mit intelligenz gleichsetzt.

mfg
s.

 
1 23 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Schlagzeilen Bildung