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Massenfächer-Beschränkung: SPÖ gesprächsbereit

22.08.2012 | 16:17 |   (DiePresse.com)

Die SPÖ ist bereit über "definierte Kapazitäten" zu sprechen - solange das mit einem Ausbau der Studienplätze verbunden ist, so Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl.

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Bei einer künftigen Studienplatzfinanzierung ist die SPÖ bereit über "definierte Kapazitäten" zu sprechen - allerdings nur, wenn es danach nicht weniger Studienplätze gibt, wie SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl betonte. "Wenn es unter vernünftigen Bedingungen passieren kann, wo das nämlich auch mit dem Ausbau von Plätzen verbunden ist, muss man es sich anschauen. Es muss für konkrete Fächer auch Ausbaupfade geben, definierte Kapazitäten mit Ausbaupfaden."

Allerdings, betonte Kuntzl, sei sie bei der Studienplatzfinanzierung "noch mitten in den Verhandlungen" mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Bisher habe man sich lediglich auf den Grundsatz geeinigt, dass das neue Instrument die Uni-Finanzierung fairer und transparenter machen und nicht zu einer Reduktion der Studienplätze führen soll. Eine wesentliche Maßnahme soll auch bessere Information über das Studienangebot und in der Folge eine bessere Verteilung der Studenten auf die verschiedenen Fächer sein. Im Herbst werde es "hoffentlich" Ergebnisse geben.

Wie es beim angekündigten Hochschulplan weitergeht, als dessen Herzstück die Studienplatzfinanzierung gilt, kann Kuntzl hingegen nicht sagen. "Es ist ein Papier des Ministers, das sich liest wie von der ÖVP geschrieben und damit eignet es sich nicht als Regierungspapier."

Zustimmung zu WU-Antrag unsicher

Ob die SPÖ dem aktuellen Antrag der Wirtschaftsuniversität (WU) auf Zugangsbeschränkungen nach dem "Notfallparagraf" für ihren sieben deutschsprachigen Masterstudien zustimmen wird, konnte Kuntzl am Mittwoch "beim besten Willen" noch nicht sagen. Immerhin kenne sie den Antrag noch gar nicht. "Wir werden das prüfen und dann entsprechend entscheiden", so Kuntzl.

Der "Notfallparagraf" 124 b im Universitätsgesetz soll "unvertretbare Studienbedingungen" in Massenfächern aufgrund deutscher Numerus-Clausus-Flüchtlinge verhindern. Er kann jedoch nur von allen Unis, die ein entsprechendes Fach anbieten, gemeinsam gestellt und muss von der Regierung bestätigt werden. 2009 war die WU bereits bei ihrem Antrag auf Zugangsbeschränkungen für Bachelorstudien am Veto der SPÖ gescheitert.

VSStÖ empört über Kuntzl

Für Unmut sorgen die Aussagen von SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl beim Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ). "Zugangsbeschränkungen sind mit einem offenen Hochschulzugang nicht vereinbar und dürfen daher ganz einfach nicht zur Debatte stehen", betonte VSStÖ-Vorsitzende Jessica Müller in einer Aussendung.

Die Studentenvertreter forderten die SPÖ auf, in der Hochschulpolitik für ihre Grundsätze einzustehen und erinnerten sie daran, dass Zugangsbeschränkungen den Parteibeschlüssen widersprechen. "Soziale Gerechtigkeit muss mehr sein als nur ein Lippenbekenntnis im Parteiprogramm", betonte Müller.

Unterdessen betonte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) in einer Stellungnahme, es stehe bei der Studienplatzfinanzierung "außer Streit, dass es insgesamt nicht weniger Studierende geben soll". Ziel des neuen Finanzierungsmodells, das mit Start der neuen Leistungsvereinbarungsperiode im Jänner schrittweise eingeführt werden soll, sei eine "transparentere und den Kapazitäten entsprechende Finanzierung" und für die Universitäten vor allem nötig, um in stark nachgefragten Fächern die Qualität in Lehre und Forschung zu heben.

ÖH: "Studenten wissen es besser"

Für die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) sind Zugangsbeschränkungen in den Massenfächern keine Option. Der freie und offene Hochschulzugang bedeute nicht nur, künftig nicht weniger Studierende zu haben, sondern auch freie Wahlmöglichkeiten zu haben, heißt es in einer Aussendung. "Es ist völlig unklar wer die Anzahl der Studienplätze festlegen soll, mit der ÖH wurden jedenfalls keine Gespräche geführt. Schon bisher zeigte sich, dass weder die Politik, noch die Universitäten selbst geeignet sind diese festzulegen - erinnern wir uns an Gehrers Prognosen zum Lehramtstudium. Die beste Prognose stellen die StudienanfängerInnen selbst, v.a. nach einem massiven Ausbau von fundierter Beratung", so ÖH-Chef Martin Schott.


(APA)

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46 Kommentare
 
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Platter ist typisch für die schwarzen....

sie fallen immer um...

Gast: anna66
23.08.2012 12:41
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aufnahmeprüfungen für alle fächer

grundsätzlich gehören aufnahmeprüfungen für alle studienfächer her. dadurch wird nicht nur die qualität erhöht, sondern auch die anzahl der studierenden auf ein erträgliches niveau gesenkt, so dass es künftig zu keinen übervollen lehrveranstaltungen mehr kommen kann!

Antworten Gast: Berufstätige Studentin
24.08.2012 08:23
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Re: aufnahmeprüfungen für alle fächer

Sowas in der Richtung gibt es schon. Es nennt sich Steop.

Gast: Markus Trullus
23.08.2012 08:58
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falsche Weg

Es muss eine Studienbeschränkung geben; denn zu viele Studenten "tummeln" sich auf Kosten des Steuerzahlers auf den Unis rum, ohne Leistung zu bringen. Das ist nun mal so, Leistung ist das einzige Kriterium, das zählt, quer durch den ganzen Akademischen Bau, Nur so in Österreich, da gelten scheinbar andere Kriterien. Die Linken mit ihrem dauernden Nivellierungsknüppel sind in dieser Richtung die Totengräber der Hohen Ausbildung in Österreich. Wer keine Marie hat, soll sich diese aus Leistungsstipendien holen... es gibt sie, nur: das ist halt anstrengend!

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Re: falsche Weg

Interssanterweise sind es oft die Nachkommen gut situierter ÖVP-Stammwähler, die dann an (bzw. NICHT an) der Uni sitzen ohne Leistung zu erbringen und die Linken bei ihrer Nivellierungstaktik tatkräftig unterstützen. Ein interssantes Paradoxon, nicht?

ne andere frage...

man liest oft davon, dass die akademiker arbeitslosenquote so hoch ist - man soll ja keiner statistik glauben, die man nicht selbst gefaelscht hat - gibts dazu denn auch aufzaehlungen, WAS diese arbeitslosen akademiker studiert haben?
denn japanologen oder theaterwissenschaftler, was auch immer fuer exoten, sollte man ja nicht in einen topf mit juristen, aerzten und betriebswirten werfen...
ganz ehrlich - gut, dass nicht alle das gleiche studieren - aber wer was eher unbrauchbares fuer den arbeitsmarkt studiert, koennte es sich doch komplett selbst finanzieren - spart die ams-finanzierung nachm studium durch den steuerzahler...
sozio- und powistudien sollen gleich von den parteien gestiftet werden... da landen viele absolventen dann ohnehin mal...
schon sind finanzielle ressourcen fuer andere faecher da.

Re: ne andere frage...

"denn japanologen oder theaterwissenschaftler, was auch immer fuer exoten, sollte man ja nicht in einen topf mit juristen, aerzten und betriebswirten werfen..."

das ist kurz und billig gedacht.

sinologen und islamwissenschaftler waren früher auch exoten und jetzt durch globalisierung gesucht.

bwl dagegen...

und du willst sicher auch eine diversivizierte gesellschaft mit filmwissenschaften und ethnologen und philosophen, statt nur über medizinische theme und paragraphen zu reden.

und daher haben japanologen die gleiche berechtigung wie astronomen und physiker oder auch ethnologen!

wenn es so nicht mehr ist, gibt es nur sehr reduzierte fortschritte in allen bereichen.


Re: Re: ne andere frage...

aber 1000 durchschnittliche bwl'er und juristen brauch ma gell? Geh bitte...

Antworten Antworten Gast: Grummelbart2
23.08.2012 10:02
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Re: Re: ne andere frage...

Die grundsätzliche Existenzberechtigung spreche ich weder Sinologen, Filmwissenschaftern noch Numismatikern ab.

Zu fragen ist jedoch der "Bedarf" - denn auch eine Uni kann es sich nicht leisten, hunderte Sinologen auszubilden, die dann nicht benötigt werden.

Antworten Antworten Antworten Gast: Berufstätige Studentin
24.08.2012 08:29
0 0

Re: Re: Re: ne andere frage...

Ich denke, so flexibel sind die Sinologen, Filmwissenschafter und Numismatiker schon, dass sie nach dem abgeschlossenen Studium in einem anderen Bereich arbeiten, wenn sie in ihrem Bereich nichts finden.

Das kennt man ja auch von den Lehrberufen. Man lernt einen Beruf, stellt dann nach der Lehrabschlussprüfung fest, dass die Jobchancen, Arbeitsbedingungen und die Bezahlung schlecht sind, und macht dann etwas anderes. Ganz häufig findet man das im Verkauf oder im Gastgewerbe.

Wieso also nicht dasselbe Recht für Akademiker? Lehrlinge werden während ihrer Ausbildung bezahlt und auch deren Ausbildung ist für sie gratis. Da kann man wohl auch die Studierenden für sie kostenlos studieren lassen.

Gast: Dr. Eisendrahtr
22.08.2012 23:08
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Klare Lösung

Zugelassen wird nur mehr, wer seine Mitgliedschaft bei den Roten Falken, der Sozialistischen Jugend, der Partei oder einer ihrer Gliederungen nachweisen kann. Mit der Inskriptiopn erfolgt auch die Ausfolgung der Beitrittserklärung zum BSA

Nach der Gesamtschule wird es ohnehin nur

mehr einen "beschränkten" Uni-Zugang geben!

Gesamtsonderschulabsolventen&Studienabbrecherinnen

sind doch die Besten der Besten, von denen es nie genug geben kann!!!

Gast: gast111
22.08.2012 21:05
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bei solchen studien

bei solchen studien, die total überlaufen sind, wie bwl, jus, soziologie, psychologie, welche nur die probleme herbeireden, die es im mrinzip nicht gibt und die nicht diese hohe anzahl an diesen gruppen rechtfertigen, wäre eine reduktion der studentenanzahl auch volkswirtschaftlich wünschenswert, weil sie einfach viel kosten

ich frage mich ja immer, wie sind wir früher nur groß geworden keine psychologen und keine soziologen und auch keine psychopharmaka haben wir gebraucht

die suchen ja nur probleme, damit sie ihre existenz und finger an den fördertöpfen halten können, man kann probleme auch herbeireden

und ein mehr an juristen reduziert nicht die rechtstreitereien vor gericht, sondern erhöhen sie, es wird ja mittlerweile wegen jedem schwachsinn vor gericht gestritten, im familienrecht werden die eltern gegeneinander aufgebracht, weil je länger prozessiert und gestritten wird, desto länger kann man verdienen und das auf dem rücken der kinder

Antworten Gast: Berufstätige Studentin
24.08.2012 08:31
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Re: bei solchen studien

"ich frage mich ja immer, wie sind wir früher nur groß geworden keine psychologen und keine soziologen und auch keine psychopharmaka haben wir gebraucht"

Das glauben Sie wirklich? Nur, weil es nicht so bekannt war und psychische Probleme samt Behandlung Tabuthemen waren, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht existierten.

Studienrichtungen wie Psychologie und Soziologie gibt es auch schon ewig.

Gast: schreker
22.08.2012 20:46
1 0

Beschränktheit.

Bei der Menge an Beschränktheit, die an manchen Unis herumrennt, haben wir den beschränkten Unizugang eh schon längst.

Gast: gerechtigist unser
22.08.2012 20:07
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geh schleichts euch

jedenfalls muss sichergestellt sein, dass die gstopften eane Gfratser unterbringen, egal wie doof die sind

Gast: Grummelbart2
22.08.2012 17:52
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Jaja, die Studenten wissens natürlich besser...

Ich hab da so meine ernsthaften Zweifel, dass die tausenden Publizisten, die dann jedes Jahr die Uni abschließen würden, am Arbeitsmarkt auch so gut ankommen würden.

Natürlich sollte die Universität keine reine Berufsausbildung sein, aber gänzlich am Arbeitsmarkt vorbeilehren sollte auch nicht Standard sein. Eine Einbindung und Anbindung an die berufliche Praxis sollte eigentlich sogar Standard sein, denn Wissenschaft und Bildung funktioniert nunmal nicht im Elfenbeinturm.

Und jetzt soll mir keiner mit "Bildung" daherkommen - "Bildung" ist nichts, was einem an der Uni vermittelt werden kann, wenn man es nicht will. "Bildung" muss man sich selbst aneignen, und das geht nicht via Lehrveranstaltungen, sondern durch Lesen (und nicht nur Marx), Reisen (und nicht nur Ibiza) und Erleben.

1 1

Ein Ausbau der Kapazitäten ist leider nicht möglich immerhin ist der ESM ja hungrig...


"Wissenschaftssprecherin der SPÖ" Kunzl...


....na schaut euch einmal ihre Biographie an und es soll mir einer erklären, was befähigt die Frau Wissenschaftssprecherin ist.

Das ist ja wie in einem schlechten Film.

http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_08178/index.shtml

Re: "Wissenschaftssprecherin der SPÖ" Kunzl...

immerhin hat sie in Wien als SPÖ-politikerin das Grosse Goldene Ehrenzeichen sich verdient!
;)

Antworten Gast: hans67
22.08.2012 19:20
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Re: "Wissenschaftssprecherin der SPÖ" Kunzl...

ich krieg die krise, wie viele im parlament haben eigentlich soziologie und oder psychologie studiert??

da bekommt man ja auch mit einer "8-seiten" arbeit einen dr-titel

da hört man nichts von quote

entweder lehrer, jurist, soziologe oder psychologe, alle anderen berufe scheinen im parlament nicht vorzukommen, darum fehlt da auch jedes logische denken, der hausverstand und rechen kann da erst keiner

Antworten Gast: Dottore2011
22.08.2012 17:25
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Re: "Wissenschaftssprecherin der SPÖ" Kunzl...

das geht ja noch!

wenn man sich andere ansieht ... und v.a. schon verurteilte die noch immer im NR sitzen!!!

aber sie ist eben auch gut geformt in der parteiakademie ;-)

UNI

An den Unis könnt es so schön sein, wenn die Studenten nicht wären!!! (gilt auch für Krankenkassen,Spitälern usw wo man mit lästigen Kunden zu tun hat die immer wieder stören)

50 % der Plätze für Frauen reserviert.

Weitere 25 % für Behinderte.
Der Rest laut EU-Verträgen für Ausländer.

So ungefähr dürfte der Kompromissvorschlag der SPÖ ausschauen.

Re: 50 % der Plätze für Frauen reserviert.

.. und sie denken mit einem derart dummen Statement einen Beitrag zu einem wirklich wichtigen Thema zu liefern ? Man kann die Dummheit der MedUni nicht auf alle Universitäten umlegen.

 
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