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Unis sollen Bonus für Einwerbung privater Mittel erhalten

23.08.2012 | 14:22 |   (DiePresse.com)

Für jeden Euro den die Unis einwerben, will Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle "etwas dazulegen". Neun Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.

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Die Universitäten sollen künftig einen Bonus für die Einwerbung privater Mittel erhalten. Neun Mio. Euro stehen dafür in den Jahren 2013 bis 2015 aus dem mit 450 Mio. Euro gefüllten "Hochschulplan-Strukturfonds" zur Verfügung. "Für jeden Euro, den die Unis einwerben, werden wir etwas dazulegen", sagte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) am Donnerstag bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Alpbacher Technologiegespräche.

Töchterle begründete die Maßnahme mit dem geringen Anteil an privaten Mittel bei der Hochschulfinanzierung in Österreich, der deutlich unter dem OECD- und EU-Schnitt liege. Derzeit gingen 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den tertiären Bildungssektor, 1,2 Prozentpunkte davon kämen von der öffentlichen Hand. Den Grund dafür sieht Töchterle in einer im Unterschied etwa zu den USA anderen Förder- und Mäzenatenkultur.

Die neun Mio. Euro sollen an die Unis entsprechend der Anteile der von ihnen eingeworbenen privaten Mitteln verteilt werden. Eine ähnliche Maßnahme wurde bereits beim Institute of Science and Technology (IST) Austria gesetzt. Dort gibt es allerdings einen Bonus für alle Drittmittel, also nicht nur Spenden, sondern auch eingeworbene Forschungsfördermittel. Und diese werden sogar verdoppelt.

"Klares Signal für Nachwuchsförderung"

Im Zusammenhang mit der am Dienstag präsentierten, mit 18 Mio. Euro dotierten Initiative für die Schaffung zusätzlicher Doktoratskollegs sprach der Minister von einem "klaren Signal für Nachwuchsförderung". Weiters würde sein Ressort die Universitäten bei den derzeit laufenden Verhandlungen für die neuen Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2013 bis 2015 auffordern, die sogenannten Qualifikationsvereinbarungen verstärkt zu nutzen. Dabei werden Jungforscher befristet für maximal sechs Jahre von den Unis angestellt - wenn sie eine im Vorfeld vereinbarte Qualifikation etwa auf dem Niveau einer Habilitation erreichen, erhalten sie eine Dauerstelle. Damit könne dem Brain Drain, also der Abwanderung heimischer Wissenschafter, entgegengewirkt werden, sagte Töchterle.

Dankbar zeigte sich Töchterle über die am Mittwoch vorgestellte gemeinsame Stellungnahme vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) und vom Wissenschaftsrat, in der sich diese für die autonome Regelung des Universitätszugangs durch die Hochschulen selbst, die Einführung einer Studienplatzfinanzierung sowie die Wiedereinführung von Studiengebühren ausgesprochen haben. Er sieht das Papier als "starken Rückenwind für meine Position".

(APA)

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4 Kommentare

die idee ist gut

vermutlich wird sie deshalb hierzulande nicht gut aufgenommen?

Gast: Gast2
24.08.2012 19:21
0 0

Steuerbelastung und Staatsverantwortung

Österreich hat eine der höchsten Steuerbelastungen Europas. Eine Steuerbelastung dieser Größenordnung kann nur dann gerechtfertigt werden, wenn der Staat gewisse Aufgaben auch wahrnimmt, wie
-) Recht, Ordnung und Landesverteidigung
-) sozialer Ausgleich
-) Kunst und Kultur
-) Gesundheit und Sport
-) Wissenschaft und Forschung.
Ansonsten wird das Steuerwesen absurd.

Das Abkupfern eines US-Systems kann hier nie und nimmer funktionieren. Es bräuchte zuerst eine massive Senkung von Steuern. Erst dann kann man überhaupt erst daran denken, Forschung (Grundlagenforschung?!?) auch ausreichend durch die Privatwirtschaft mitfinanzieren zu lassen.

Es kann nicht sein, dass der Staat sagt, die Betriebe seien schuld, weil sie zu wenig Forschung finanzieren würden. Tatsächlich versucht sich der Staat nur aus seiner Verantwortung zu stehlen.

Und was bitte schützt die Privatwirtschaft ...

... vor dem Umstand, dass damit dann unter dem Deckmantel von "Forschungsprojekten" Leistungen die die Privatwirtschaft ebenfalls erbringen kann, mit (mindestens) 50% staatlicher Subventionierung billiger angeboten werden?

Das Ranking der Österreichischen Universitäten ist nicht zuletzt deswegen so schlecht, weil sie nicht mehr wirklich forschen. Stattdessen ködern sie, gestützt durch die staatlichen Mittel Firmen und führen Projekte durch, welche die Privatwirtschaft ebenfalls erbringen kann, aber nicht zu den dann angebotenen Dumping Preisen.

Re: Und was bitte schützt die Privatwirtschaft ...

wir rechnen bei solchen Projekten grundsätzlich mit den geltenden Tarifen - und so kostet eine Stunde Akademiker ca. 120€. Das billiger Anbieten war mal - aber seit der Vollrechtsfähigkeit geht das nicht mehr so wie es einem gerade gefällt.

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