Die Universitäten sollen künftig einen Bonus für die Einwerbung privater Mittel erhalten. Neun Mio. Euro stehen dafür in den Jahren 2013 bis 2015 aus dem mit 450 Mio. Euro gefüllten "Hochschulplan-Strukturfonds" zur Verfügung. "Für jeden Euro, den die Unis einwerben, werden wir etwas dazulegen", sagte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) am Donnerstag bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Alpbacher Technologiegespräche.
Töchterle begründete die Maßnahme mit dem geringen Anteil an privaten Mittel bei der Hochschulfinanzierung in Österreich, der deutlich unter dem OECD- und EU-Schnitt liege. Derzeit gingen 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den tertiären Bildungssektor, 1,2 Prozentpunkte davon kämen von der öffentlichen Hand. Den Grund dafür sieht Töchterle in einer im Unterschied etwa zu den USA anderen Förder- und Mäzenatenkultur.
Die neun Mio. Euro sollen an die Unis entsprechend der Anteile der von ihnen eingeworbenen privaten Mitteln verteilt werden. Eine ähnliche Maßnahme wurde bereits beim Institute of Science and Technology (IST) Austria gesetzt. Dort gibt es allerdings einen Bonus für alle Drittmittel, also nicht nur Spenden, sondern auch eingeworbene Forschungsfördermittel. Und diese werden sogar verdoppelt.
"Klares Signal für Nachwuchsförderung"
Im Zusammenhang mit der am Dienstag präsentierten, mit 18 Mio. Euro dotierten Initiative für die Schaffung zusätzlicher Doktoratskollegs sprach der Minister von einem "klaren Signal für Nachwuchsförderung". Weiters würde sein Ressort die Universitäten bei den derzeit laufenden Verhandlungen für die neuen Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2013 bis 2015 auffordern, die sogenannten Qualifikationsvereinbarungen verstärkt zu nutzen. Dabei werden Jungforscher befristet für maximal sechs Jahre von den Unis angestellt - wenn sie eine im Vorfeld vereinbarte Qualifikation etwa auf dem Niveau einer Habilitation erreichen, erhalten sie eine Dauerstelle. Damit könne dem Brain Drain, also der Abwanderung heimischer Wissenschafter, entgegengewirkt werden, sagte Töchterle.
Dankbar zeigte sich Töchterle über die am Mittwoch vorgestellte gemeinsame Stellungnahme vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) und vom Wissenschaftsrat, in der sich diese für die autonome Regelung des Universitätszugangs durch die Hochschulen selbst, die Einführung einer Studienplatzfinanzierung sowie die Wiedereinführung von Studiengebühren ausgesprochen haben. Er sieht das Papier als "starken Rückenwind für meine Position".
(APA)
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