Wien/J. N. Das umstrittene Studentenbeisel der linken Hochschülerschaft der Uni Wien sorgt für eine weitere Hiobsbotschaft: Nachdem das „antikapitalistische“ Café Rosa wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen wurde und das Wissenschaftsministerium den Betrieb erst kürzlich als rechtswidrig bezeichnete, steht nun fest, dass die ÖH den abgeschlossenen Mietvertrag nicht kündigen kann. Soll heißen: Die Miete muss trotz der Einstellung des Betriebs auch noch in den kommenden vier Jahren bezahlt werden.
In Zahlen gesprochen heißt das: Es fallen noch rund 130.000 Euro für die Räumlichkeiten in der Währinger Straße im neunten Wiener Gemeindebezirk an. Die monatliche Miete beläuft sich nach Angabe der Hochschülerschaft auf rund 3000 Euro. Das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien versucht dennoch zu beruhigen. Es sei zwar richtig, dass der Mietvertrag auf fünf Jahre abgeschlossen wurde und dieser somit noch weitere vier Jahre laufe, man sei aber in Verhandlungen und versuche, Lösungen zu finden. Am wahrscheinlichsten ist eine Verpachtung der Räumlichkeiten. Dadurch soll der finanzielle Schaden abgefangen werden. Einen Vertragsabschluss mit einem Pächter soll es bereits in Kürze geben, sagt Jasmin Rückert vom Vorsitzteam der ÖH im Gespräch mit der „Presse“.
Auflösung des Vereins ausständig
Ende Juni forderte das Wissenschaftsministerium die Auflösung des Vereins, der das Café Rosa betrieb. Die Hochschülerschaft wollte durch die Gründung des Vereins die notwendige Genehmigung für die Führung von Wirtschaftsbetrieben durch den Minister umgehen. Die vom Ministerium eingesetzte Kontrollkommission bezeichnete das als „unzulässiges Umgehungsgeschäft“. Aufgelöst hat sich der Verein „Presse“-Informationen zufolge aber noch nicht. Das Ministerium betont: Die Kontrollkommission werde den neuesten Erkenntnissen über eine Auflösung des Vereins nachgehen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)
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