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PH Tirol: Hochschulrat als Gegner der Unterrichtsministerin

02.09.2012 | 18:24 |  JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Der mehrheitlich rote Hochschulrat der PH Tirol steht hinter Elmar Märk, der von Ministerin Schmied abberufen wurde: Aus rechtlichen Gründen sagen die einen.

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Wien. Elmar Märk klagt die Republik. Unterstützt wird er durch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Tirol. Damit will er den ihm ursprünglich von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) versprochenen Job als Rektor der PH Tirol zurückerkämpfen. Es handelt sich nicht nur um einen Kampf zwischen der Ministerin und dem abberufenen Rektor bzw. der Gewerkschaft, vielmehr ist es ein Kräftemessen zwischen Schmied und dem Hochschulrat der PH Tirol.

Interessant ist das deshalb, da der Hochschulrat mehrheitlich rot ist. Drei der fünf Mitglieder wurden vom Unterrichtsministerium bestellt. Hinzukommen der amtsführende Präsident des Tiroler Landesschulrats und ein von der Landesregierung bestelltes Mitglied.

Doch von vorne: Der Hochschulrat legte der Ministerin einen Dreiervorschlag vor. Erstgereihter war dabei Elmar Märk. An dritter und damit letzter Stelle befand sich der bisherige Rektor Markus Juranek. Der Vorschlag war – zumindest in sachlicher Hinsicht – überraschend. Märk gilt als der am wenigsten erfahrene Kandidat, was die Lehrerausbildung betrifft. Sein Vorteil: Er gilt als Integrationsfigur.

Schmied schloss sich dem Vorschlag des Hochschulrats an und sicherte Märk den Posten zu. Als die Ministerin diesen wegen eines Interviews mit der Austria Presse Agentur abberief, stellte sich der Hochschulrat gegen sie. Warum eigentlich?

Die von der ÖVP besetzten Hochschulräte dürften Märk schon lange favorisiert haben, dass sich auch die vom Unterrichtsministerium besetzten Hochschulräte gegen Schmied stellen, ist doch eher verwunderlich. Gerüchten zufolge dürfte Hochschulratsmitglied und Sprachwissenschaftler Ivo Hajnal dabei eine entscheidende Rolle spielen. Er ist nicht nur SPÖ-Mitglied, sondern auch Senatsvorsitzender der Uni Innsbruck. Jener Uni, der Tilman Märk als Rektor vorsteht. Dieser wiederum ist der Bruder von Elmar Märk. Tilman hatte sich schon zuvor für eine Zusammenführung von Uni und PH ausgesprochen. Hajnal dürfte die beiden Brüder in dieser Causa unterstützt haben. Wie es heißt, könnte das für ihn Vorteile bringen.

Aus Hajnals Umfeld hingegen hört man, dass er eine PH als eigenständige Institution bevorzuge. Dass er sich gemeinsam mit den beiden anderen SPÖ-Hochschulräten gegen Schmied stelle, habe nichts mit Eigeninteressen zu tun. Einziger Grund für den Widerstand gegen Schmied: Ihre Entscheidung sei weder rechtlich noch rational nachvollziehbar. Schmied, so heißt es, stehe auch in der SPÖ allein da.

Auf einen Blick

Der neue Rektor an der PH Tirol wird voraussichtlich Markus Juranek heißen. Nach der Abberufung von Elmar Märk, der am 1.Oktober seinen Dienst antreten sollte, entschied sich Ministerin Claudia Schmied für eine Verlängerung des Vertrags von Juranek.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2012)

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6 Kommentare
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schlimm

Österreich hat im Bildungsbereich bei Gott genug Herausforderungen zu bewältigen. PflichtschulabsolventInnen die Probleme mit Schreiben und Rechnen haben, die Schule aus Aufmarschgebiet betonierender Gewerkschafter, Hochschulen die sich durch reine Lippenbekenntnisse finanzieren sollen, usw.

aber Österreich wäre nicht Österreich, würde nicht auch noch beleidigte Kleingeistigkeit und Filz dem arg gebeutelten System seinen Stempel aufdrücken......es ist manchmal schon peinlich sich als Österreicher im Ausland zu outen.....danke Frau Ministerin!

Antworten Gast: Grillp
03.09.2012 19:05
2 0

Re: schlimm

Also ich finde diese Geschichte lustig. Österreich wie es leibt und lebt. Die österreichischen Universitäten jenseits von Großmannssucht und Weltklassepalaver: Krähwinkel und Wolkenkuckucksheim und alles sehr sehr menschlich.

Danke Presse für diesen gute, sehr realitätsnahen Beitrag!

Gast: Connection
03.09.2012 09:45
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Zusammenhänge und Verbindungen in Innsbruck

Gewisse Zusammenhänge und Verbindungen in Innsbruck sind tatsächlich auffallend. So hat der Landesschulrat Gustav Wachter mit der Erstellung des Gutachtens für Elmar Märk betraut. Gustav Wachter hat lange Zeit dem Universitätssenat angehört, dem Ivo Hajnal vorsitzt. Wachter gilt als enger Freund von Hajnal.

Gast: Sebastian G.
03.09.2012 01:17
2 1

Entscheidung der Vernunft?!

Es besteht doch auch die geringe Möglichkeit, dass sich alle Mitglieder des Hochschulrats deshalb für HR Dr. Märk entschieden haben, weil er sich am besten präsentiert hat - unabhängig von Parteien und dem lächerlichen Geschwister-Geplausche?!

Ursprünglich hätte Schied sich ja anders entscheiden können, da hätte man sich wohl nicht sehr aufgeregt. Inzwischen geht es aber um Demokratie und um den Rechtsstaat!

Antworten Gast: Stochastik
03.09.2012 08:16
2 0

Re: Entscheidung der Vernunft?!

Sie sagen es, "...geringe Möglichkeit..."

Gast: Kurt S.
02.09.2012 20:38
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Senatsvorsitzender Ivo Hajnal,

der gleichzeitig auch im Landesschulrat sitzt, unterstützt Elmar Märk, weil er sich dann von Rektor Tilmann Märk, den Bruder von Elmar, Vorteile an der Universität erwartet.
Wenn das zutrifft, frage ich mich: Ist das die saubere öffentliche Verwaltung in Österreich? Ist das das gewünschte Ergebnis der vielgepriesenen Universitätsautonomie? Brauchen Universitäten, an denen derart uneigennützig denkende Professoren wirken, tatsächlich mehr Geld?

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