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Einmal noch ohne Schranken an die Uni

03.09.2012 | 18:09 |   (Die Presse)

Am Mittwoch endet, statt wie bisher Ende Oktober, an den österreichischen Uns die Inskriptionsfrist. Die Anmeldezahlen sind zum Teil noch niedrig. Was sich im neuen Studienjahr tut.

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Wien/Beba/Thea. Wer noch für ein Studium an einer österreichischen Uni inskribieren will, muss schnell sein. Denn die Frist endet in diesem Jahr – erstmals – schon am 5. September statt wie bisher Ende Oktober. An mehreren Universitäten liegen die Anmeldezahlen auch zwei Tage vor Schluss teilweise weit hinter jenen aus dem Vorjahr. Besonders drastisch ist die Situation an der Technischen Universität (TU) Wien: Dort haben sich bis Montag nur knapp 2500 Studienanfänger angemeldet, das ist weniger als die Hälfte der Vorjahresinskriptionen (5700). Ähnlich an der Uni Linz: Auch dort liegt die Zahl der angemeldeten Anfänger mit 1300 noch deutlich unter der Hälfte des Vorjahres (2900).

1 Wird es heuer also weniger Studierende geben?

Sollten es tatsächlich weniger Studienanfänger werden, sei das, so Rektorenchef Heinrich Schmidinger, nicht dramatisch: „Da wir in einigen Bereichen zu viele Studierende haben, würde uns das nicht schmerzen.“ Sowohl die Universitäten als auch das Ministerium erwarten aber, dass die Zahl der Studenten etwa auf demselben Niveau bleibt wie in den Vorjahren. Auch die Wiener TU rechnet mit einem Run in den letzten Tagen – immerhin haben sich dort 4800 potenzielle Anfänger online vorangemeldet.

2 Wie sieht es an den übrigen Universitäten aus?

Der Stand der Neuinskriptionen ist je nach Uni sehr unterschiedlich. Während an der Uni für Bodenkultur und der Uni Salzburg die Zahlen teils noch deutlich unter jenen des Vorjahres liegen, sind Uni Wien und Wirtschaftsuniversität (WU) schon recht nahe am Stand der vergangenen Jahre: An der größten Uni des Landes haben sich bis Freitag 11.500 Personen eingeschrieben, im Vorjahr waren es 12.300 – pro Tag werden derzeit mehrere hundert Anfänger zugelassen. Auch an der WU zeichnet sich kein Rückgang der Studierendenzahlen ab, man liegt bei rund 3000 Anmeldungen (Vorjahr: 3300). Uni und TU Graz rechnen ebenfalls mit einer ähnlichen Zahl wie bisher.

3 Wer nicht bis morgen inskribiert, hat keine Chance mehr?

Doch. Zwar schließen die Unis und das Wissenschaftsministerium eine Fristverlängerung aus, es gibt aber Kulanzregelungen: Wer einen guten Grund für seine verspätete Anmeldung hat – etwa Krankheit, Auslandsaufenthalt, Zivil- oder Präsenzdienst –, kann noch bis Ende November inskribieren. Mehrere Unis haben angekündigt, diese Ausnahmen locker zu interpretieren. Die TU Wien will die Gründe nur stichprobenartig prüfen.

4 Was erwartet die Studierenden an den Universitäten?

Im Großen und Ganzen wird die Situation ähnlich (schlecht) sein wie bisher: Überlaufene Fächer wie etwa die Wirtschaftswissenschaften werden auch in diesem Jahr keine besseren Bedingungen bieten können. Gerade in diesem Punkt zeichnet sich aber etwas Bewegung ab: Wie berichtet, bröckelt die Blockadehaltung der SPÖ in puncto Zugangsbeschränkungen.

5 Was wird sich politisch im kommenden Studienjahr tun?

Dieses Studienjahr könnte – jedenfalls auch in sogenannten Massenfächern – das letzte ohne Beschränkungen sein. Laut Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wäre eine Einigung sogar noch vor der nächsten Nationalratswahl vorstellbar – vorausgesetzt, die Anzahl der Studienplätze sinkt nicht. Denn: Eine Kapazitätsplanung sei auch im Hinblick auf die Studienplatzfinanzierung notwendig.

6 Wie soll diese neue Uni-Finanzierung aussehen?

Grob gesagt sollen die Unis über drei Säulen finanziert werden: Forschung, Infrastruktur und Lehre. Laut einem Konzept von Wissenschaftsministerium und Unis („Die Presse“ berichtete) würden Hochschulen je nach Fach für einen Studienplatz unterschiedlich viel Geld bekommen – angefangen bei 6300 Euro pro Jahr für Studien wie Jus oder Wirtschaft bis zu 29.500 Euro für Veterinärmedizin. Realistisch ist ein Vollausbau aber erst in zehn Jahren, Zusatzkosten würden bei 1,2 Milliarden Euro jährlich liegen.

7 Wie sieht es in puncto Studiengebühren aus?

Auch hier rumort es in der SPÖ. Salzburgs Landeschefin Gabi Burgstaller will die Partei im Herbst von einem Ja zu Gebühren überzeugen. Derzeit gibt es mangels einer Regierungseinigung keine gesetzliche Regelung. An acht der 21 Universitäten muss ein Teil der Studenten trotzdem zahlen. Ob das rechtmäßig ist, das heißt, ob die Unis dieses Geld verwenden – und, falls es zu keiner Einigung kommt, auch künftig autonom einheben können, wird demnächst der Verfassungsgerichtshof entscheiden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2012)

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53 Kommentare
 
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Gast: m.s.s.
05.09.2012 02:36
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Planwirtschaft?!?

Und wer ermittelt dann bei den beschränkten Fächern die Zahl der Studienplätze, die angeboten werden? Macht das dann europaweit das ZK der KPdEU nach Vorgabe der Zahlen des aktuellen Fünfjahresplans?

Und dann stehen wir zehn Jahre später da, haben soeben den zweiten Fünfjahresplan übererfüllt und trotzdem nicht die Leute, die wir brauchen... man stelle sich z.B.: vor, die frühere Ministerin Gehrer (möge sie sich nie wieder politisch betätigen) hätte damals die Lehramtsstudien abgeschottet, anstatt nur ein paar Briefe zu schreiben.

Gast: gastttt
05.09.2012 02:13
2 0

Informieren statt Zugang blockieren...

Beschränkungen in "Massenfächern" sind sinnlos: der Andrang würde sich einfach nur von einem Fach in ein anderes (meist thematisch verwandtes) verlagern, wodurch dann dieses zum neuen "Massenfach" werden würde - mit den bekannten Problemen. Macht man dann dort auch dicht, geht die Wanderung weiter...

Beschränkungen meinetwegen dort, wo ein Studienplatz besonders teuer ist, also z.B.: in Medizin. 10.000 Bewerber können dort unmöglich versorgt werden - aber: wie viele von den 10.000 wollen einfach nur den Test ausprobieren? Wie viele sind noch vom Vorjahr in der Warteschleife? Und wie viele sind dann auch wirklich für den Arztberuf geeignet (der Test sagt darüber nichts aus)? Da bleiben von den 10.000 sicher nicht mehr ganz so viele übrig...

Eher "billige" Buchwissenschaften (z.B.: KSA, Philo etc.) zu sperren würde dagegen sicher keine Kosten sparen, weil die Alternativen entweder gleich viel kosten oder der Uni sogar noch teurer kommen.

Die Maturantinnen und Maturanten gehören endlich vernünftig über das Angebot an Studienrichtungen informiert; am besten noch in den letzten Schuljahren - wer keine Ahnung hat, dass es ein bestimmtes Fach gibt, wird es auch ganz bestimmt nicht studieren... mit sinnvollen Informationsprogrammen würde sich das Problem der "Massenfächer" denke ich durch nachlassenden Andrang von selbst erledigen. Wenn es dann noch immer Probleme gibt, kann man die jeweiligen Fächer meinetwegen auf 200% des geschätzten Bedarfs beschränken...

Gast: cxvncx
04.09.2012 16:12
1 0

vielleicht liegt es nicht an den verkürzten Fristen,

sondern daran, dass sich in der heutigen Zeit nach den Verhunzungen durch Bologna und durch die schlechte Wirtschaftslage und Berufsaussicht für Akademiker viele erst gar nicht abquälen wollen und ein Studium machen, von dem sie anschließend ohnehin nicht leben können...

Gast: Bettelstudent
04.09.2012 15:48
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Wer soll da noch studieren?

Wenn die Studenten dann von den Korrupten hinausgejagt werden.

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Man fragt sich

schon bald wozu überhaupt studieren?
Habe Wirtschaft studiert und bekam irgendwelche Praktikas für ein paar 100€ angeboten. da hätte ich gleich nach der mittelschule in den baumarkt arbeiten gehen können. nur mit ein paar beziehungen konnte ich eine angemessen bezahlte Stelle realisieren.

Antworten Gast: wozudasganze
04.09.2012 22:49
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Re: Man fragt sich

Das frage ich mich auch... habe IT und dann Telekommunikation studiert, nur um monatelang arbeitslos zu sein. Sicher kann ich das auch als Schulabgänger. Das waren ein Paar verlorene Jahre, rückblickend gesehen...

Gast: Johan Meltini
04.09.2012 13:03
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das ist der ÖVP aber lange auf dem Magen gelegen

der freie Hochschulzugang, nach Interesse und Lust zu studieren und sich zu bilden, kritisch denken zu lernen und Innovationen basteln, da stellt es den Konservativen die Gänsrupfen auf. Sofort wirft man den roten Teppich drüber, gewebt aus straffen Normbiografien. Nun kann man sich wieder auf seinesgleichen in den intellektuellen Gemächern einstellen.
So klingt es.

Antworten Gast: gescheitstudiumwaehlen
04.09.2012 22:51
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Re: das ist der ÖVP aber lange auf dem Magen gelegen

Es gibt aber auch die andere Seite: viele Leute studieren nur nach Interesse, nicht nach ihren Fähigkeiten und was zu ihnen passt. Sie sind sich selbst am Meisten eine Belastung wegen Frustration, etc.

so schwer ist das doch wirklich nicht sich vorher zu informieren ab wann und wie lange man immatrikulieren gehen darf. war echt kein geheimnis, dass am mittwoch die frist endet. - eine von den erfolgreich immatrikulierten erstsemestrigen

Frau Schmied hat Konzepte?

Ist das nicht die Person, die die Kommunalkredit an die Wand gefahren hat?

Re: Frau Schmied hat Konzepte?

Und was hat ihre Fage mit dem Thema zu tuen ?

Antworten Gast: Bleygartl
04.09.2012 12:10
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Nein, das war der VP-Politiker Platzer,

der die Bank damals geführt hat.

Da das Studium

zumindest an der MedUni Wien sowieso entwertet wurde, seit der Frauen schlechtere Eingstiegstests positiver gewertet werden, weil sie eben Frauen sind, und somit amtlich als d*mmer angesehen werden, auch schon egal.

5 0

Wo hat die Frau Burgstaller studiert?

Diese Frau ist unerträglich dämlich und arrogant!

Von ihr stammte auch die Idee Vätern, die den Unterhalt nicht zahlen den Führerschein weg zu nehmen damit sie dann erst Recht nicht auf die Arbeit fahren können um das notwendige Geld für den Unterhalt zu bezahlen!

Unglaublich wie weitsichtig diese Frau ist!

Wir müssen dringend unser Bildungssystem verbessern - was passiert wenn wir das nicht machen sieht man an unseren Politikern!

Antworten Gast: fdsbh
04.09.2012 16:01
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Re: Wo hat die Frau Burgstaller studiert?

Finde die Idee auch doof, aber mal ehrlich: Wenn jemand nicht zahlt, liegt es in den seltensten Fällen daran, dass er es nicht kann, sondern dass er nicht will! Bei unserem Vater war es dasselbe Spiel - einfach offiziell wieder bei Mutti wohnen und von Notstand leben, während man inoffiziell mit der Neuen ein Wirtshaus eröffnet und führt - natürlich alles auf ihren Namen übertragen, bis wir Kinder erwachsen waren - und dann lief es im Handumdrehen auf seinen Namen...na sowas!

Antworten Antworten Gast: dasistdaseine
04.09.2012 22:54
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Re: Re: Wo hat die Frau Burgstaller studiert?

Das ist die eine Seite. Wie sieht es von der anderen Seite aus? Hast es jemals erfahren?

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Wieso Kulanz?

Wieso muss jetzt extra eine "Kulanzfrist" gesetzt werden? Gerade von Studenten erwarte ich, dass sie sich an schon Monate vorher kommunizierte Deadlines halten und sich entsprechend organisieren können.

Die Vorverlegung war kein Geheimnis. Ein wirklicher Verhinderungsgrund dürfte nur in den wenigsten Fällen vorliegen. Wem es zu anstrengend ist, ein paar Wochen vor dem Studienbeginn einen Tag in Wien zu verbringen und zu immatrikulieren, der überlebt die Uni sowieso nicht. Gerade die stehen dann allen anderen im Weg herum und blockieren Seminarplätze.

Antworten Gast: 32wert
04.09.2012 12:13
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Wer also ein Sommer-Praktikum

in Amerika oder Asien fix eingeplant hat - soll bestraft werden? Oder um viel Geld für einen Tag nach Wien fliegen? Oder vorzeitig abbrechen (sowas dauert normalerweise 3 Monate)? Die Fleissigen würden dann bestraft, die faulen Herumsitzer, die den A*** nicht hochkriegen belohnt ...

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Re: Wer also ein Sommer-Praktikum

Ein solches Praktikum würde sicher unter einen gerechtfertigten Grund fallen.

Ansonsten gibt es immer die Möglichkeit, jemandem eine Vollmacht für die Vertretung bei der Immatrikulation auszustellen. Ich verstehe wirklich das Problem nicht.

Antworten Antworten Antworten Gast: esgehtnurumsimmatrikulieren
04.09.2012 22:57
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Re: Re: Wer also ein Sommer-Praktikum

Beruhigen Sie sich, es geht nur um die Immatrikulation (in England am ersten Studientag, meistens Ende September). Das Bewerben ist was anderes, aber hier geht es nur um die Immatrikulation, worüber eine lächerliche Diskussion geführt wird.

Gast: herrl
04.09.2012 07:34
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Super

In unserem Österreich geht uns zwar nicht schlecht, das muss man sagen.
Wenn sich aber diverse Damen und Herren "da oben" mehr für uns einsetzen würden, ja dann wärs noch viel schöner in unserem Österreich...

Ohne Schranken?

Ist mir nicht bewusst, dass man bisher ohne Schranken etwa Medizin oder Psychologie studieren konnte ;-)

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weniger Studierende...

war nicht letztes Jahr erst in Deutschland das so gennannte Turbo Abi Jahr in dem es 2 Jahrgänge gab die nach Österreich wollten? unter diesem Gesichtspunkt ist Es nicht verwunderlich wenn in Westösterreich weit weniger sich inskribiert haben und die tu Wien darf sich eigentlich nicht beschweren wenn sie alle lehramtsstudien außer dg auflösen...

Gast: Gäst
04.09.2012 00:21
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Die "kulanz" ist meines Erachtens nicht unbedingt freiwillig, sondern einfach ein Wiederaufnahmegrund da die Studienzulassung einen Verwaltungsakt darstellt.


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wundert mich nicht

dass die zahl der studenten zurück geht. mittlerweile sollte schon jede putzfrau in den firmen einen akademischen grad haben. der markt ist übersättigt und ohne vitamin B geht beinahe gar nichts mehr. spreche aus erfahrung

Re: wundert mich nicht

Welches Fach haben Sie studiert?

 
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