19.06.2013 14:08 Merkliste 0

Stipendien: Ab sofort können Anträge gestellt werden

06.09.2012 | 12:34 |   (DiePresse.com)

Im vergangenen Wintersemester bezogen 42.000 Studenten Unterstützung. Die ÖH fordert eine Reform des Stipendienwesens.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ab sofort können wieder Anträge auf Studienförderung gestellt werden, wie das Wissenschaftsministerium am Donnerstag anlässlich eines Besuchs von Ressortchef Karlheinz Töchterle (ÖVP) in der Studienbeihilfebehörde in Wien mitgeteilt hat. Im Wintersemester 2010/11 hatten rund 42.000 Studenten Unterstützungen in der Höhe von rund 180 Mio. Euro bezogen, die durchschnittliche Beihilfe lag bei 4300 Euro pro Jahr.

Neben Studienbeihilfe vergibt die Behörde u.a. auch Studienzuschuss, Studienabschlussstipendien, Fahrtkosten- und Reisekostenzuschüsse, Mobilitätsstipendien und Beihilfen für ein Auslandsstudium. Es gibt österreichweit sechs Stipendienstellen (Innsbruck, Salzburg, Linz, Klagenfurt, Graz, Wien), wo rund 130 Mitarbeiter für Informationen zur Verfügung stehen.

"Gut ausgebaute Studienförderung"

Töchterle betonte, dass es in Österreich schon jetzt eine "gut ausgebaute Studienförderung" gebe. Gleichzeitig verwies er darauf, dass er in Zusammenhang mit dem von ihm vorgeschlagenen Studiengebührenmodell, bei dem die Unis autonom über die Einhebung von Beiträgen bis zu 500 Euro pro Semester entscheiden können sollen, Vorschläge für einen Ausbau der sozialen Maßnahmen vorgelegt habe.

In diesem Zusammenhang zeigte sich Töchterle erfreut über "die Verbreiterung der Bewegung innerhalb der SPÖ", nachdem der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) im "Kurier" (Donnerstagausgabe) erneut Druck für Studiengebühren im Kombination mit einem sozial gerechten Stipendiensystem gemacht hat. "Ich bin auch jederzeit bereit, mit dem Koalitionspartner über weitere Maßnahmen zu diskutieren", so Töchterle.

ÖH: System ist schwer reformbedürftig

Für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist das derzeitige Studienbeihilfesystem allerdings schwer reformbedürftig. Sie hat Töchterle anlässlich seines Besuchs der Behörde "ein Reformpapier zukommen lassen, das die Ignoranz des Ministeriums in Sachen sozialer Absicherung beenden soll", teilte die ÖH in einer Aussendung mit. Die Studentenvertreter fordern eine Gesamtänderung inklusive Grundstipendium und die Einführung des Status "Teilzeitstudierender", da derzeit 60 Prozent der Studenten nebenbei arbeiten müssen.

Künftig solle für jeden Studenten automatisch vom System ein Antrag gestellt werden, da derzeit viele mangels Information gar nicht ansuchten. Außerdem müssten u.a. die Einkommensgrenzen, an denen sich die Höhe der Studienbeihilfe orientiert, sowie die Zuverdienstgrenze angehoben, die Studienbeihilfe an die Inflation angepasst und anstelle eines zwei Toleranzsemester gewährt werden.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Schlagzeilen Bildung