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Gebühren: SPÖ-Länder gegen Burgstaller-Vorschlag

07.09.2012 | 13:58 |   (DiePresse.com)

Aus Wien, Burgenland, Oberösterreich und Vorarlberg kommt ein klares Nein zum Studiengebühren-Modell von Salzburgs Landeschefin Burgstaller.

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Bei den SPÖ-Chefs in den übrigen Bundesländern hat sich Salzburgs SPÖ-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am Freitag eine Abfuhr geholt: Aus Wien, Burgenland, Oberösterreich und Vorarlberg kommt ein klares Nein zu ihrem Studiengebühren-Modell. Die SPÖ Niederösterreich verweist ebenso wie die SPÖ Steiermark auf ein eigenes Modell. Die SPÖ Kärnten pocht auf eine Zugang zu Bildung ohne Hürden, will sich das Modell aber immerhin genau anschauen. Allein die Tiroler SPÖ-Führung sieht einen "willkommenen Vorschlag".

In der Wiener SPÖ sieht man keinen Bedarf, an der aktuellen Parteilinie in Sachen Studiengebühren etwas zu ändern: "Es gibt einen aktuellen Bundesparteitagsbeschluss, und der gilt", erklärte eine Sprecherin.

Auch für die SPÖ Oberösterreich ändert der Burgstaller-Vorschlag nichts am Nein zu Studiengebühren, so ihr Vorsitzender, Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl. Das sei der falsche Weg, die finanziellen Probleme der Unis zu lösen. Ackerl tritt stattdessen für die Einhebung von Vermögenssteuern ein. Schwierigkeiten mit "Studientouristen" müsse die Regierung auf EU-Ebene klären. Die SPÖ habe lange für einen freien Uni-Zugang gekämpft, man sollte jetzt nicht das Rad der Zeit zurückdrehen.

Auf wenig Gegenliebe stößt Burgstallers Vorschlag auch bei der SPÖ Vorarlberg: "Wir haben uns in Vorarlberg im Landesparteivorstand zum Ende des Jahres 2010 einstimmig gegen die Wiedereinführung von Studiengebühren ausgesprochen. Das ist auch unsere aktuelle Position", erklärte SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner. Burgstallers Vorschlag würde in seinen Augen zu hohem Verwaltungsaufwand führen, die Erträge für die Universitäten blieben hingegen eher gering. "Ich sehe das noch nicht als ideales Modell, meine persönliche Zustimmung findet es nicht", so Einwallner.

Eine Absage erteilte auch Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl. "Solange die Millionäre in Österreich die niedrigste Vermögensbesteuerung haben, Erbschaften von über einer Million Euro nicht besteuert werden und Dutzend Milliarden Euro an Schwarzgeld im Ausland unbesteuert gebunkert sind, finde ich es als ungerecht von Studenten Studiengebühren zu verlangen. Herkunft darf kein Schicksal sein", ließ er ausrichten. Deshalb müsse man "Barrieren abbauen und nicht durch Studiengebühren aufbauen. Wir brauchen in Österreich eine höhere Akademikerquote, mehr Akademiker die aus der Arbeiterschicht kommen und Chancengerechtigkeit muss unser Ziel sein", so der Landeshauptmann.

Zurückhaltend hat Kärntens SPÖ-Landesparteichef Peter Kaiser reagiert. "Ich kenne den Vorschlag im Detail noch nicht, wir werden uns das genau anschauen", sagte Kaiser. Für ihn sei es elementar, dass der Zugang zu Bildung "ohne soziale Hürden" und "barrierefrei" sein müsse. Bisher hatte die Kärntner SPÖ das Modell des "Akademiker-Zwanzigers" präferiert. Und die Beschlusslage der Landespartei ist laut Kaiser derzeit eindeutig: "Keine Studiengebühren."

"Die SPÖ Niederösterreich wird den Vorstoß der Landeshauptfrau Burgstaller nicht unterstützen. Er findet nicht unsere Zustimmung. Als SPÖ Niederösterreich haben wir ein Alternativmodell ausgearbeitet", betonte auch Landesparteichef Sepp Leitner. Das Modell der SPÖ Niederösterreich sieht vor, dass jeder Akademiker mit einem Einkommen über der ASV-Höchstbemessungsgrundlage von derzeit 4.230 eine für die Unis zweckgewidmete "Akademikersteuer" bezahlen soll.

Die steirische SPÖ wird am Bundesparteitag im Oktober in St. Pölten keinen eigenen Antrag zur Studiengebührenfrage einbringen, wie Landesgeschäftsführer Toni Vukan am Freitag erklärte. "Das haben wir nicht vor", so Vukan. Zudem sei der Standpunkt der steirischen SPÖ durch LH und Parteichef Franz Voves schon vor einiger Zeit detailliert dargelegt worden. Bevor es zur Einführung von Studiengebühren komme, müsse das Stipendien- und Beihilfensystem genau überarbeitet werden, sagte der Landesgeschäftsführer. Das müsse man sich genau ansehen, etwa bei Selbstständigen und Landwirten. Voves selbst hatte bereits vor einem Jahr "Studiengebühren mit sozialen Abfederungen" in Diskussion gebracht.

Als "willkommenen Vorschlag" sieht unterdessen der designierte Tiroler SPÖ-Chef und Soziallandesrat Gerhard Reheis Burgstallers (SPÖ) Studiengebühren-Modell: Es sei ein "Weg in die richtige Richtung", aber nur unter der Prämisse, dass soziale Hürden abgebaut werden, betonte Reheis. Gleichzeitig müsse aber eine Gerechtigkeit bei der Bemessung der einkommensabhängigen Stipendien erzielt werden. Denn nach wie vor existierten "grobe Ungerechtigkeiten bei der Einkommenserhebung". Reheis forderte in der Bildungspolitik eine "offene und intensive" Debatte und keine "dogmatische Starre". Der Bundesparteitag im Oktober biete eine gute Möglichkeit, das Thema ausführlich zu diskutieren.

(APA)

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11 Kommentare

Jetzt einmal ehrlich, liebe Fans der ÖVP-Zuarbeiterin Gabi Burgstaller:

Was soll der Plan der "schwarzen" Gabi Burgstaller den Unis bringen?

Die Mehreinnahmen für die Unis würden bei Berücksichtigung der gleichzeitigen Mehrausgaben im Vergleich zu den Gesamtkosten der Unis eher gegen Null zugehen. Der Verwaltungsaufwand hingegen würde aber bei noch mehr Studenten, die Stipendien und andere Zuschüsse in Anspruch nehmen können, wieder einmal zunehmen.

Anders gesagt: Der Vorschlag der "schwarzen" Gabi ist in Wirklichkeit für den Brunnen. Es ist niemandem wirklich geholfen.

Allerdings könnte sie sich auf die Fahnen heften, das Wahlversprechen der SPÖ gebrochen und die Einführung der Studiengebühren für die ÖVP durchgesetzt zu haben. Und da sie auch nicht davon hält, dass Gut- und Besserverdienende mehr als ca. 350 Euro für das Studium pro Semester zahlen (Ist eh klar, eine akademische Bildung kann einfach nicht annähernd so viel wert sein wie ein oder mehrere Luxusautos, eine Luxusvilla oder dicke Aktienpakete), werden die Unis so oder so durch die Finger schauen.

Burgstallers Vorschlag ist nichts weiter als ein Dummklopfen der UNI-Verantwortlichen! Und der Bevölkerung sowieso! Bei der ÖVP muss sie dafür sowieso nicht besonders stark klopfen.

Gast: Frustrierter
07.09.2012 20:53
1 1

Burgstaller-Schuster bleib bei deinen Leisten

Zu Burgstaller ist nur zu sagen-Schuster bleib bei deinen Leisten und erspare der Bevölkerung den verbalen Brechdurchfall. Gott sei Dank gibt es in der SPÖ nicht nur die immer mehr konfus und neoliberal agierende Burgstaller, sondern doch noch soziale Rote
für Burgstaller müssen sich die Roten langsam schämen

Re: Burgstaller-Schuster bleib bei deinen Leisten

Sie sind ein sehr einfältiger und kurzsichtiger Mensch. Rote sollten sich für Burgstaller nicht schämen sondern freuen, das es endlich wieder Rote mit Weitblick und Denkvermögen gibt. Rote der alten Denkweise - siehe Ackerl - sind Politiker, die Österreich nur schaden und genauso gefährlich sind wie die extreme Rechte.

Gast: louser
07.09.2012 20:39
0 0

Vorarlberg und

Oberösterreich sind keine "SPÖ-Länder"

Gast: Sexy Hexy
07.09.2012 19:05
1 0

Die Uni ist keine Außenstelle des Finanzamtes

Gegenüber der Uni sollen alle Menschen gleich sein. Alle sollen gleiche Gebühren zahlen. Soziale Unterstüzung soll es ausschließlich über das Finanzamt geben. Die Uni soll keine Filiale des Finanzamtes oder des Sozialamtes sein. Die Uni hat andere Aufgaben.

Gast: africano
07.09.2012 17:59
2 0

Ein Teil der SOZI haben es nicht begriffen ,

das Österreich PLEITE ist ,da hilft kein SCHÖN REDEN Sie denken sich noch immer ,hinte r mir die Sindflut.

Antworten Gast: dutro
08.09.2012 07:17
0 0

Re: Ein Teil der SOZI haben es nicht begriffen ,

Ja was will ma n schon erwarten von dummköpfensäufern und korupten proleten.

Studiengebühren

Da gibt es in der SPÖ zwei wirklich fähige Politiker - Burgstaller und Voces - und was passiert. Die alte Garde hat es nicht nötig auch nur ein wenig über den wirklich guten Vorschlag nachzudenken. Am schlimmsten ist jedoch Ackerl. Der ist wirklich ein ewig gestriger und sollte eigentlich wegen Volksverhetzung verklagt werden. Was für ein dummer Mensch, direkt unglaublich.

4 0

"Solange die Millionäre in Österreich die niedrigste Vermögensbesteuerung haben"

Weil ja Millionäre in Österreich steuerbefreit sind. Widerlicher Neider!

Gast: Wiener Trinkverein
07.09.2012 15:00
8 0

Die Burgstaller ist irgendwie ein Fremdkörper in der SPÖ


Nimmt nichts
Trinkt nichts
Kein Kadergehorsam
Hört auf die Bürger
Denkt praktisch und nicht ideologisch

Die als Parteichefin, müsste sich auch vor einer Aussage im U-Ausschuss nicht fürchten.

Gemäß Wiener Magistrat

hat niemand etwas von der Wiener und SPÖ zu fordern was mit einer Gebühr / Gebührenerhöhung zusammenhängt.
Was denkt sich Burgstaller dabei?

Schlagzeilen Bildung