Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Mitarbeiter der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und einen Unternehmer wegen des Verdachts der Untreue. Wie der ORF Kärnten am Montag berichtete, soll ein mittlerweile pensionierter Abteilungsleiter von Firmen Geld oder Geschenke als Bedingung für Aufträge gefordert und erhalten haben, was dieser abstreitet. Eine Mitarbeiterin soll ihn zumindest unterstützt haben. Laut Anklagebehörde geht es um einen 50.000 Euro übersteigenden Schaden.
Der Unternehmer steht im Verdacht, die Universitätsmitarbeiter zur Untreue angestiftet zu haben. Im Interview mit Radio Kärnten sagte der Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft Erich Mayer: "Konkret wird der Vorwurf geprüft, ob Untreuehandlungen begangen worden sind, nämlich dadurch, dass Aufträge missbräuchlich - gegen die Leistung von Kick-back-Zahlungen im Ausmaß von sieben Prozent der jeweiligen Auftragssumme - verwendet worden sind." Die genaue Schadenssumme lasse sich noch nicht abschätzen. Hausdurchsuchungen haben bereits stattgefunden, die Einvernahme von Beschuldigten und Zeugen dauere hingegen noch an.
Uni-Leitung seit zwei Jahren informiert
Bereits im Jahr 2010 soll die Universitätsleitung mit den Vorwürfen gegenüber dem Abteilungsleiter konfrontiert worden sein. Auch von Diebstählen sei die Rede gewesen. Im Mai dieses Jahres habe die Leitung der Universität die Anzeige eingebracht, worauf die Korruptionsstaatsanwaltschaft die Ermittlungen einleitete. Herta Stockbauer, die Vorsitzende des Unirates, sagte, dass die Hochschule eine Sonderprüfung bei einem externen Wirtschaftsprüfer in Auftrag gegeben habe. Inhaltlich wollte sie zu dem Fall mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht Stellung nehmen.
Der Anwalt des Hauptbeschuldigten, des ehemaligen Abteilungsleiters, sagte zum ORF, sein Mandant sei unschuldig. Er habe sich weder der Untreue noch des Diebstahls schuldig gemacht.
(APA)
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