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Uni-Chefs drohen der Regierung mit Budgetblockade

20.09.2012 | 17:56 |  Von Christoph Schwarz und Bernadette Bayrhammer (Die Presse)

Zu wenig Geld, zu viel Einmischung: Rektorenchef Schmidinger fordert fixe Zusagen von der Politik, die die politisch strittigsten Punkte betreffen. Für 8. Oktober ist ein Sonderplenum aller Uni-Chefs geplant.

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Wien. Während die Koalition zuletzt eine Einigung in Sachen Uni-Zugang in Aussicht gestellt hat, droht vonseiten der Rektoren jetzt Ungemach. Vor einer Woche haben sie vom Wissenschaftsministerium die erste Rückmeldung zu ihren künftigen Budgets erhalten. Mit offenbar inakzeptablen Zahlen: Die Rektoren denken nun daran, die Verträge mit dem Ministerium nicht zu unterschreiben. Für 8. Oktober ist ein Sonderplenum aller 21 Uni-Chefs geplant. Dort könnte ein solches akkordiertes Vorgehen beschlossen werden, sagt Rektorenchef Heinrich Schmidinger im Interview mit der „Presse“.

Die Kritik der Rektoren: Das Angebot, das das Ministerium den Universitäten gemacht habe, reiche bestenfalls aus, um den Status quo zu erhalten, so Schmidinger. Daran ändert auch die Hochschulmilliarde nichts, die Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) in den nächsten drei Jahren – für die die Leistungsvereinbarungen gelten werden – an die Unis verteilen will. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Rektor findet, der Vereinbarungen unterschreibt, von denen er weiß, dass er sie nicht einhalten kann“, so Schmidinger.

Wie viel zusätzliches Geld die Unis konkret brauchen, werde derzeit erhoben, so Schmidinger. Klar sei aber: Wenn – wie befürchtet – deutlich zu wenige Mittel zur Verfügung stehen, werde das für die Uni-Autonomie zentrale Instrument der Leistungsvereinbarung ausgehöhlt: „Denn dann ist nichts mehr da, was man leisten kann. Es sei denn, die Leistung besteht letztlich darin, über die Runden zu kommen“, sagt der Rektorenchef.

Auch die sogenannten Strukturmittel, die in diesem Budgetvorschlag noch nicht enthalten sind – sie werden kompetitiv nach Kriterien wie Absolventenzahl oder Kooperationen vergeben –, müssten dann dazu verwendet werden, Löcher in den Grundbudgets zu stopfen. „Das ist systemwidrig“, sagt Schmidinger. Er verlangt, dass alles, was in den Verträgen steht, auch finanziell gedeckt ist – zumal sich die Uni-Chefs mit der Vereinbarungen dazu verpflichten, ausgeglichen zu bilanzieren.

Angst um die Uni-Autonomie

Schmidinger verlangt daher Zusagen vom Ministerium, die gerade die politisch strittigsten Punkte betreffen: Studiengebühren und Zugangsregeln. Die Gebühren werden den Unis seit der De-facto-Abschaffung vom Bund ersetzt. Dieses Geld – jährlich 157 Millionen Euro – ist aber nur bis 2014 gesichert. Zwar gebe es mündliche Zusicherungen von Minister Töchterle, diese Summe auch danach zur Verfügung zu stellen. Ob Töchterle nach der anstehenden Nationalratswahl 2013 überhaupt noch Minister ist, ist aber unklar.

Und: Auch in den Budgetverträgen mit den Unis steht von dem Ersatz der Studiengebühren nichts. „Das gehört in den Vertragstext, wenn wir im Gegenzug erklären sollen, dass wir mit unseren Budgets auskommen“, sagt Schmidinger. Er will auch eine vertragliche Erklärung dazu, was passiert, falls der Verfassungsgerichtshof entscheidet, dass die autonome Einhebung der Gebühren durch acht der 21 Unis rechtswidrig war.

Auch die Frage der Uni-Kapazitäten vermisst der Rektorenchef in den Vereinbarungen. „Was passiert, wenn die Kapazitäten einer Uni völlig überfordert werden, wie zuletzt an der WU?“ Eine Uni könne sich nicht verpflichten, ihr Budget einzuhalten, wenn sich die Situation fundamental verändere.

Der Kritikpunkt, der Töchterle am meisten schmerzen dürfte: Der Rektorenchef sieht bei der Uni-Autonomie „Gefahr in Verzug“. Die Vorgaben, die das Ministerium den Unis im Zuge der Verhandlungen mache, gehen zu stark ins Detail. „Da werden Nachweise verlangt, die nicht einmal der eigene Uni-Rat verlangt“, kritisiert Schmidinger. Töchterle gilt selbst als Verfechter der Autonomie. Schmidinger will daher auch nicht den Minister persönlich angreifen – vielmehr kritisiere er „den Prozess, der da läuft“.

Übrigens: An eine rasche Einigung auf Beschränkung des Uni-Zugangs, wie sie die Koalition in Aussicht stellt, glaubt Schmidinger nicht: „Ich habe gehört, dass die Gespräche stocken.“

Auf einen Blick
Mit Oktober beginnt die heiße Phase der Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen. Die Rektoren legen darin mit dem Wissenschaftsministerium das Uni-Budget der Jahre 2013 bis 2015 fest. Rektorenchef Heinrich Schmidinger (Bild), Chef der Uni Salzburg und seit 2011 an der Spitze der Universitätenkonferenz, fordert mehr Geld und keine Eingriffe in die Autonomie der Hochschulen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)

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11 Kommentare
1 0

solange fuer die Banken

und die diversen Rettungsschirme die Milliarden nur so fliegen, ohne
viel Kontrolle wohlgemerkt, wird fuer die Bildung kein Geld da sein.
Da wird dann um einige Millionen gestritten das es beschämend ist.
Eine wirklich große Reform ist weit und breit nicht in Sicht.
Armes Österreich. Nur Politikerprofilierung ist wichtig.

Gast: ökono-mist
21.09.2012 01:42
1 0

Jetzt ist halt auch ein guter Zeitpunkt, um der Regierung zu drohen...


Im Normalzustand läuft's dann wieder umgekehrt...

7 0

Unis und Bildung komplett einsparen!

Mit dem dadurch frei werdenden Finanzmitteln dann an jeder Ecke in jeder Strasse in jedem Dorf riesige Bildschirme installieren damit und unserer grossen Führer sagen können was wir zu tun haben und somit wird Bildung überflüssig.

So lange der ganze

Genderwahnsinn an den Unis finanziert werden kann, kann es nicht so schlimm sein!

Antworten Gast: volle Zustimmung
20.09.2012 22:04
3 1

Re: So lange der ganze

genau so ist es - all die gescheiten Menschen auf der Uni und keiner in Führungsposition traut sich, gegen den Genderwahnsinn aufzubegehren?

ein Armutszeugnis, und arme Leute haben kein Geld

Re: Re: So lange der ganze

nun ich bin im großen und ganzem ja ein freund des genderns aber wenn ich im rahmen meines studiums zwei lehrveranstaltungen nur zum thema frauenrechte und gendern verpflichtend machen muss dann stimmt da etwas nicht.
dennoch benòtigen die unis mehr geld und vorallem sollmsich die politik da raus halten. eine universität ist nicht dazu da geld einzusparen um beim durchschnittsvolk wähler stimmen zu kassieren sondern sie ist da um jene die es wollen (und nicht jene die es sich leisten können) bildung zu ermöglichen egal was das kostet.


Antworten Antworten Gast: hayek
21.09.2012 10:13
0 0

Re: Re: So lange der ganze

ich finde, dass volle zustimmung recht hat, an den unis wird viel geld für sachen ausgegeben, die gut und edel sind, aber mit dem kernbereich einer uni nichts zu tun haben

Re: Re: So lange der ganze

arme würsterl - wenn das euer problem ist !

Antworten Antworten Antworten Gast: geht auch anders
21.09.2012 08:14
0 0

Re: Re: Re: So lange der ganze

billiges Pflaumerl - nach all den Jahren immer noch keinen Mumm, gegen die allgegenwärtige Studentenverblödung in die Bresche zu springen?

Re: Re: Re: Re: So lange der ganze

ätsch - hab aber zwei Zustimmungen ! Warum haben wir Männer denn soviel Angst vor Frauen !

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Himmel hilf
21.09.2012 13:21
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: So lange der ganze

ich weiß nicht, warum Sie Angst vor Frauen haben - wenn Sie Ihr kuscheliges Uni-Pöstchen zugunsten einer Frau aufgeben und das öffentlich machen, haben Sie meinen Respekt, sonst sind Sie einfach ein alter Gorilla, der halt lieber weibliches Grünzeug um sich schart als männliches und dafür auch gern explizite Diskriminierung von Männern in Kauf nimmt, pfui

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