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Töchterle: "Ich verstehe Werner Faymann nicht"

28.09.2012 | 18:25 |  BERNADETTE BAYRHAMMER UND CHRISTOPH SCHWARZ (Die Presse)

Wissenschaftsminister Töchterle hätte sich den Kanzler im U-Ausschuss gewünscht. Und: Die SPÖ schiebe das Thema Studiengebühren ab.

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Die Presse: Sie haben eine Einigung mit der SPÖ über einen beschränkten Uni-Zugang bis Ende dieses Monats in Aussicht gestellt. Wie sieht die Einigung aus?

Karlheinz Töchterle: Es gab keinen dezidierten Termin. Mitte September hatten wir eine Verhandlungsrunde, bei der wir mit Ergebnissen auseinandergegangen sind, die da und dort zu verfeinern sind.


Rektorenchef Heinrich Schmidinger meinte, dass Ihre Gespräche mit der SPÖ in Wahrheit stocken.

Er täuscht sich. Die letzten Abstimmungen erfolgen derzeit. Wenn nichts Unerwartetes passiert, werden wir demnächst diese Einigung verkünden. Sobald sich die Koalition geeinigt hat, können wir die Ergebnisse in die Leistungsvereinbarungsverhandlungen mit den Unis einfließen lassen.

Können wir davon ausgehen, dass es endlich eine umfassende Lösung für den Uni-Zugang geben wird?

Das Konzept ist ein Start in die Studienplatzfinanzierung. Die Umstellung dauert Jahre. Aber wir konnten unsere Verhandlungspartnerin, SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl, überzeugen, dass wir mit einem Testlauf in stark nachgefragten Fächern beginnen.

Die Rektoren haben gedroht, die Budgets nicht zu unterschreiben, wenn Sie kein vertretbares Angebot machen. Können Sie garantieren, dass keine derartigen Kampfmaßnahmen nötig sein werden?

Ich kann überhaupt nicht garantieren, was andere Menschen tun oder nicht. Aber ich nehme sehr stark an, dass dieses Schreckensszenario nicht eintritt.

Die Unis sagen, die Budgets seien zu klein, um gestalten zu können.

Die Unis erhalten in Summe mehr Geld, in unterschiedlichem Ausmaß. Deshalb wird auch die Möglichkeit, über den laufenden Betrieb hinaus Akzente zu setzen, unterschiedlich sein. Eines muss ich aber anmerken: Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich nicht ausschließlich durch ständig noch mehr Budget. Da wünsche ich mir noch mehr Fantasie. Der Staat kann nicht immer neue Summen liefern. Wir benötigen mehr private Mittel.

Die SPÖ wird auf ihrem Parteitag doch nicht über Studiengebühren abstimmen, sondern hat das Thema in eine Arbeitsgruppe abgeschoben. Sind Sie enttäuscht?

Ehrlich gesagt nicht. Ich habe nie etwas anderes erwartet.


Was erwarten Sie von der Arbeitsgruppe?

Wenn Sie sagen, die SPÖ habe das Thema abgeschoben, dann haben Sie wohl die richtige Formulierung gewählt.

Frank Stronach fordert ebenfalls Studiengebühren. Wirtschaftlich nachgefragte Fächer sollen billiger oder gratis sein. Gefällt Ihnen das Modell?

Es ist nicht mein Modell.

 

ÖVP-Chef Michael Spindelegger hat etwas Ähnliches vorgeschlagen.

Ich habe damals auch zurückhaltend reagiert, da ich zwei Probleme sehe: Wer soll wie entscheiden, was die Wirtschaft in mehreren Jahren benötigt? Prognosen sind heikel. Ein Beispiel: Elisabeth Gehrer wird mit dem Satz zitiert, man solle nicht Lehramt studieren. Jetzt suchen wir Lehrer. Das zweite, grundsätzlichere Problem: Man darf die Uni auch, aber nicht nur aus volkswirtschaftlicher Perspektive betrachten. Das wäre eine arge Verkürzung. Die Uni ist nicht nur Zulieferer, sondern Ort der Erkenntnis und des Wissenszuwachses.

40 Prozent der Österreicher wünschen sich Stronach in der Regierung.

Das ist einigermaßen viel.


Sehen Sie ihn als Partner für die ÖVP?

Ich bin kein ÖVP-Mitglied, aber als Staatsbürger sage ich: Jede demokratisch legitimierte Gruppe muss grundsätzlich als Partner infrage kommen können. Sonst schließt man einen Teil der Wähler von der politischen Beteiligung aus.

Das gilt auch für die FPÖ?

Ja. Natürlich muss man sich immer die handelnden Personen ansehen.

Überraschend, dass Frank Stronach so großen Zuspruch hat. Zeigt uns das, dass die bestehenden Parteien in der Krise sind?

Unsere Parteien haben derzeit ein schlechtes Renommee und es passieren immer wieder Dinge, die das noch verstärken. Die Medien arbeiten daran mit, ich suche die Schuld aber nicht bei ihnen.

 

Sie halten also die Kritik der Medien, dass die SPÖ mithilfe der ÖVP verhindert, dass der Kanzler zur Inseratenaffäre im U-Ausschuss aussagen muss, für ungerechtfertigt?

Ich kann die Kritiker gut verstehen. Man muss aber auch die politische Pragmatik bedenken. Der U-Ausschuss hat ein Jahr lang vor allem die ÖVP gezwickt und der Opposition eine ständige Bühne geboten. Die SPÖ kann also kein Interesse daran haben kann, dass sich Faymann jetzt auch noch offiziell zwicken lässt. Wobei ich klar sage, dass ich jetzt nichts entschuldigen oder schönreden will.

Und die ÖVP?

Die ÖVP ist als Regierungspartei mit der SPÖ im Boot. Beide bieten der Opposition aus parlamentarischer Richtigkeit eine Bühne. Aber auch das muss seine Grenzen haben dürfen!

Als Nicht-ÖVP-Mitglied: Finden Sie, dass der Kanzler in den U-Ausschuss kommen soll?

Ich finde, das hätte er sich antun können. Als Staatsbürger verstehe ich nicht, warum er so erpicht darauf ist, das zu vermeiden.

Zur Person

Karlheinz Töchterle (63) ist seit April des Vorjahres Wissenschaftsminister im Team der ÖVP. Der parteilose Altphilologe engagierte sich zuvor lange bei den Grünen in seinem Heimatort Telfes im Stubai. Von 2007 bis 2011 war Töchterle Rektor der Uni Innsbruck.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2012)

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27 Kommentare
 
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erga antwortet,

bezueglich Fachrbeiter.
An der UNI wird ueberwiegend Theorie verlangt und vom Facharbeiter das praktische Wissen. Die Gesellschaft braucht beide.
Ich selbst kenne den Weg vom Meister zum Ingeneur, man muss nur sehr an sich arbeiten und der IQ muss auch stimmen.

der mann hat hörprobleme

faymann versteht er nicht - wer ausser cap und laura rudas tut das noch - die kritiker versteht er aber gut.
daher kein wunder wenn die gespräche stocken.
wie soll bei verstopftem gehörgang audiell was ins hirn gelangen.
so wird die uni nie ein ort der erkenntnis und der wissensmehrung.
vielleicht sollten sich alle verhandlungspartner an den vom bp - der fama nach - bevorzugten ort der erkenntnis zurückziehen.
von manchem druck befreit und mit dem wissenszuwachs gestärkt, sofort nicht noch einmal die hosen runter lassen zu müssen, könnte dann die entscheidung fallen, vielleicht doch das volk über studiengebühren abstimmen zu lassen.

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Mein Vorschlag zu den Studiengebuehren.

Die Ersten 33% studieren frei
Die Zweitbesten 33% bezahlen Gebuehren
Die letzten 34% bezahlen das Zweifache, fuer sie ist es besser einen anderen Beuf zu erlernen.
Ein guter Facharbeiter ist viel besser als ein Versager an der UNI.

Re: Mein Vorschlag zu den Studiengebuehren.

warum muss es für einen guten facharbeiter reichen wo es für ein studium nicht reicht ?

Gast: mixnixkorl
29.09.2012 18:43
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ist doch alles Klar

schauen sie sich die Studienzeiten der SPÖ ler an. Jahrelang studiert und nix kapiert. Deshalb vergibt man an Handesschüler Ministerposten. Das ist der Durchblick. Stellen sie sich vor. jene müssen Studiengebühren bezahlen.

Wenn er es schafft in einen durchstudieren dann solls der Steuerzahler bezahlen.

Aber jeder Tag den einer länger braucht, wenn er keine begründung wie Krankheit etc vorweisen kann. Dem würd ich das Studium teuer bezahlen lassen. Andere aus der SPÖ würden vielleicht heut noch an seine Studiengebühren zahlen.
Wenn mans so machen würde.

herr töchterle:

sie sind nicht alleine :-)

Gast: ZARA
29.09.2012 14:38
0 2

Da brauchts schon

einen Kriminalpsychologen wie Thomas Müller. Der kann sich in solche Hirne einklinken.

Gast: galgenvogel
29.09.2012 11:09
2 2

jetzt bin ich schwerstens enttäuscht,

habe fest damit gerechnet, dass er Faymann versteht.

Der Töchterle ist nicht zu beneiden.

Weil mit der SPÖ über irgendwas verhandeln und dabei NICHT verrückt werden, ist eine Glanzleistung.

P.S.
--Töchterle statt Spindi--

Gast: Nössler A
29.09.2012 08:25
13 3

Töchterle: "Ich verstehe Werner Faymann nicht"

Den versteht keiner, aber er ist ja bloss Kanzler dieses Landes, der sein Amt erschwindelt hat und jede Verantwortung abschiebt.

Re: Töchterle: "Ich verstehe Werner Faymann nicht"

.... und dem Michael Häupl so gar nicht mag !

Wer versteht denn schon!


Es kann nicht schlimmer kommen?

Als Gehrer Wissenschaftsministerin war, waren sich alle einig - es kann nicht schlimmer kommen. Und es kam schlimmer mit Hahn. Und noch schlimmer mit Karl. Und nun Töchterle, der noch dazu Glücklos ist. Der wahre Schrecken tut sich aber auf, wenn man sich vorstellt, wie sich diese Reihe fortsetzen könnte. Da fallen einem nur wenige Namen ein, wie Petzner, Grosz oder Westenthaler. OMG!

Gast: Holec Helmut
29.09.2012 01:06
1 0

Töchterle: "Ich verstehe Werner Faymann nicht"???....

....ICH SCHON!

Re: Töchterle: "Ich verstehe Werner Faymann nicht"???....

Ich bin ja nicht Taub.

Verhandlungspartnerin Andrea Kuntzl

Offensichtlich ein wahrer Dialog inter pares: der habilitierte Altphilologe und Ex-Rektor mit der Magistra der Soziologie, die halt ein bisserl länger gebraucht hat.
Leider geht es aber über die Zukunft unserer Bildungsanstalten...

Re: Verhandlungspartnerin Andrea Kuntzl

man merkt einfach, wenn eine Politikerin zur Auseinandersetzung mit einem Thema gezwungen wird - wenn Andrea Kuntzl was nicht interessiert, ist es sicher Wissenschaft und Forschung - und das meine ich absolut nicht böse - aber konsequenter Weise müsste sie sich aus diesem Bereich zurückziehen - im Parlament gibt es zur Zeit keine einzige Person, die ein Naheverhältnis zu Universitäten hat.

Töchterle

der einzige Politiker in der SPÖ (oder möglicherweise in allen Parteien, mit Ausnahme von Moser), der Format und so was wie ein Berufsethos hat.

Re: Töchterle

Ist er Konvertiert ?

Re: Re: Töchterle

nein nein.... die lady hat nur geglaubt, töchterle sei verwandt mit brüderle. er hat dann leider nur den zug verpasst als er via prag und budapest in die BRD auswandern durfte.

freundlichst, ihr
eco

Re: Töchterle

SPÖ?

Re: Re: Töchterle

Es wäre besser einigen das Wahlrecht zu entziehen! Jetzt weiss ich wie die SPÖ immer noch auf 30% kommen.

Gast: sozisforbanker
28.09.2012 22:51
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wer soll die SPÖ u. faymann noch verstehen - sozialabbau beim arbeitenden volk u. den asvg pensionen- aber abermrd gibts für für die bankenmärkte; die bilderberger habens sich wiedermal gerichtet.


ach, ich glaub den Werner versteht keiner. (nicht nur auf den u-Ausschuss bezogen)

und am wenigsten wohl er sich selber.

Gast: gurkenhobel
28.09.2012 20:55
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der Herr versteht vieles nicht,

am wenigsten leider von dem, wofür er gradezu fürstlich bezahlt wird. Was macht der Mann eigentlich den lieben langen Tag ?

Re: der Herr versteht vieles nicht,

der muss täglich für seine immer kürzer werdenden Beine die Hosen kürzen lassen.

 
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