25.05.2013 02:59 Merkliste 0

Eric Hobsbawm, Genosse interessanter Zeiten

01.10.2012 | 18:32 |  NORBERT MAYER (Die Presse)

Der britische Gelehrte war ein profunder Kenner des Kapitalismus und der Arbeiterbewegung. Seine umfangreichen Studien über das lange 19. und das kurze 20. Jahrhundert sind Klassiker. Er starb mit 95 in London.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Er hat es fast zur Gänze erlebt, das kurze, aber schreckliche 20. Jahrhundert, über das er schließlich ein monumentales Werk schrieb, und auch noch beinahe die ersten zwölf Jahre des neuen Jahrtausends, für das etwas voreilige Historiker nach dem Revolutionsjahr 1989 das Ende der Geschichte vorausgesagt hatten.

Solch oberflächliche Täuschung hat Eric John Ernest Hobsbawm, der am 1. Oktober mit 95 Jahren in London an einer Lungenentzündung gestorben ist, nie für wahr genommen, dazu war dieser ökonomisch gebildete, dialektisch geschulte Historiker philosophisch viel zu versiert. Der Sohn eines britischen Kolonialbeamten und einer Wienerin wusste, dass „interesting times“ nicht nur hinter uns, sondern stets vor uns liegen. Diese böse Formel aus dem chinesischen Fluch „Mögest du in interessanten Zeiten leben!“ machte er übrigens ganz ironisch zum Titel seiner Autobiografie, die auf Deutsch 2003 als „Gefährliche Zeiten“ publiziert wurde.

 

Kommunist vom Kontinent in Cambridge

1917, als gerade die Russische Revolution tobte, wurde er in Alexandria in Ägypten geboren, ein Spross der aus Polen stammenden jüdischen Familie Obstbaum, die Mutter hieß Grün. Hobsbawm wuchs in Wien auf. Seine Eltern starben früh, die Familie eines Berliner Onkels nahm ihn 1931 auf. In sich verdunkelnder Zeit war das ein aufgeklärter Kreis, so wie im toleranten Prinz-Heinrich-Gymnasium. Durch Stefan Hermlin, den späteren ostdeutschen Schriftsteller, lernte er die Kommunisten kennen. Hobsbawm wurde mit 14 Mitglied des Sozialistischen Schülerbundes. 1933, als die Nazis an die Macht kamen, ging er mit den Verwandten nach London, studierte in Cambridge und trat der Communist Party bei.

Bis zur Auflösung der britischen Kleinpartei 1991 blieb er Mitglied. Es mag eine romantische Marotte gewesen sein, sie wurde durch den Eurokommunismus in der Spätphase gemildert. Das zeigen auch seine Beiträge in der linken Kulturzeitschrift „Wiener Tagebuch“. Ein Hauptmotiv für seine ideologische Starrheit war wohl, dass er immer den Antifaschismus hochhielt. Das Parteibuch bewahrte den Gelehrten 1940 vor dem Fronteinsatz im Zweiten Weltkrieg, verzögerte aber auch seine akademische Karriere.

Erst 1971, als er längst durch große Publikationen (eine englische Wirtschaftsgeschichte sowie originelle Werke über Sozialrebellen) bewiesen hatte, dass er ein bedeutender Historiker war, erhielt Hobsbawm eine Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Birkbeck College der University of London, einer Abendschule. 2002, zwanzig Jahre nach seiner Emeritierung, inzwischen mit diversen Gastprofessuren versehen, unter anderem mit einem Lehrstuhl an der New School for Social Research, wurde er an seinem College Präsident.

 

Ein langes Leben im Zeitalter der Extreme

Manche seiner Bücher sind Klassiker geworden, Pflichtlektüre für jene, welche kulturell eingebettet die Geschichte seit den Revolutionen des 18. Jahrhunderts verstehen wollen. Er prägte mit dem Kolonialismus-Erforscher Terence Ranger 1983 den Begriff „erfundene Tradition“. Der Historiker sollte sich vor der Behauptung des „immer schon“ in Acht nehmen. Leicht gehe man so reinen Erfindungen auf den Leim.

Bis zuletzt blieb Hobsbawm äußerst produktiv. Allein über die Arbeiterbewegung schrieb er drei Dutzend Aufsätze. Mehr noch fiel ihm zum Kapitalismus an sich ein, den er in seiner Trilogie über das „lange 19.Jahrhundert“ beschrieb. Dieses reichte für ihn von 1789 bis 1914. In drei Bänden analysierte er Beginn, Blüte und Krise der modernen Industriegesellschaft: „The Age of Revolutions“ (1962), „The Age of Capital“ (1975) sowie „The Age of Empire“ (1987). Als abschließender vierter Teil dieser Serie, die inzwischen in gut 40 Sprachen übersetzt wurde, erschien „The Age of Extremes. The Short 20th Century“ (1994). Dieses Buch führt bis ins Jahr 1991, als unter KPdSU-Chef Michail Gorbatschow die Sowjetunion aufgelöst wurde. Das Jahrhundert der Extreme hat für Hobsbawm drei Phasen: die Katastrophe, die bis 1945 führte, das Goldene Zeitalter des Wiederaufbaus bis in die Siebzigerjahre und der „Landside“, das Abrutschen unter den Supermächten in der Endphase des Kalten Krieges. 1989 ist der Beginn eines neuen Zeitalters.

What's left? Wie vernünftig ist es, nach dieser Zäsur an einer Ideologie festzuhalten, die sich ganz von selbst in der brutalsten Ausformung von Bürokratie und perversen Formen des Terrors ad absurdum geführt hat? Dieser Frage hat sich der linke Historiker Hobsbawm auch in hohem Alter gestellt, beharrlich blieb er Utopist. „How to Change The World. Tales of Marx and Marxism“ nannte er 2011 einen Sammelband mit Essays aus fünf Jahrzehnten. Darin kann man erfahren, ob es sich noch immer lohnt, Antonio Gramscis Tagebücher zu lesen, wie man die „Grundrisse“ von Marx neu deuten kann und was der Philosoph mit dem Bart uns noch über den Begriff Arbeit zu sagen hat. Für Hobsbawm bleibt er wesentlich.

 

Künftige Bedrohungen des Kapitalismus

„Marxism in Recession 1983–2000“, der vorletzte Text darin, erörtert den Abstieg der Linken. Der siegreiche liberal-demokratische Kapitalismus habe in Fortführung der antikommunistischen Rhetorik des Kalten Krieges nicht die Theorien und Analysen von Marx denunziert, sondern seine Aussicht auf Revolution. Marx wurde laut Hobsbawm als Anstifter von Terror und Gulag punziert. Künftige Bedrohungen des Kapitalismus lägen aber nicht in sozialen Revolutionen, sondern in der Natur seiner ungehinderten globalen Operationen. Und in der Analyse dieser Mechanismen liege die eigentliche Stärke von Marx. Der Historiker war zuversichtlich: Der wird wieder aktuell.

Hobsbawm war kein Gelehrter im Elfenbeinturm, sondern engagiert. „Wir sollten die äußere Welt nicht vergessen, auch wenn wir in einem angenehmen Rathaus sitzen“, sagte er im Frühjahr 2008, als die Stadt Wien ihn ehrte, warnte vor einer Weltkrise, deren erste Anzeichen Hungerunruhen in Afrika und Asien waren. Er mahnte den Westen: „Wir können nicht einfach so sitzenbleiben.“ Die eigene Arbeit schätzte er damals so ein: „Ich möchte mich am liebsten als eine Art Guerilla-Historiker beschreiben.“

Hobsbawm und Wien

Als Zweijähriger kam der 1917 in Alexandria geborene Hobsbawm (damals noch Hobsbaum) nach Wien, wo er, wohnhaft in der Villa Seutter in Hietzing, seine Kindheit verbrachte.1929 starb sein Vater, zwei Jahre später seine Mutter, sodass der 14-Jährige mit seinem Onkel nach Berlin zog.

2008 wurde Hobsbawm Ehrendoktor der Universität Wien und Ehrenbürger der Stadt. Wien habe ihn vor allem kulturell geprägt, sagte er damals, etwa durch zahlreiche, von seiner Mutter angeregte Theaterbesuche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

27 Kommentare
 
12
Gast: Paz
04.10.2012 15:22
1 2

Misthaufen der Geschichte

Nationalismus und Marxismus sind bereits im vorigen Jahrhundert dort gelandet wo sie hingehören, nämlich auf dem Misthaufen der Geschichte!
Jene geistig Altvorderen die auf ein Revival dieser Pleiteideologien hoffen sollten lieber ins Krapferlbad gehen!

Gast: 167
04.10.2012 09:41
0 0

paz


Gast: Alien (Dauerzensuriert)
04.10.2012 08:40
1 3

Meiner Meinung nach...

...müßte Marxismus genauso geächtet werden wie Faschismus. Ich kann knapp 20 Jahre nach Überwindung einer der größten Bedrohungen der freien Menschheit ein Marxist noch bejubelt wird. Hat hier keiner mehr Respekt vor Privateigentum und Freiheit?

Gast: Karl Marx Stadt
03.10.2012 19:57
2 0

Selbstverständlich ist die Planwirtschaft der Marktwirtschaft überlegen!

Verhält sich in etwa so, wie die Kernfusion zur Kernspaltung! Selbstverständlich ist die Fusion der Spaltung überlegen, nur funktioniert sie halt derweil noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin überzeugt davon, dass der Kommunismus in naher Zukunft ein Revival erfahren wird, welches die Welt noch nicht gesehen hat.

Antworten Gast: Paz
03.10.2012 21:43
0 3

Re: Selbstverständlich ist die Planwirtschaft der Marktwirtschaft überlegen!

Die Stunde des Märchenonkels hat geschlagen!

hobsbawn

ich muss sagen ich habe seine bücher zum größten teil gelesen manches auch nuir überflogen, aber ich kann nicht behaupten dass er ein ausnahme historiker war. er hat einige sehr hute denkanstöße gegeben und fakten geliefert. doch waren diese auch oft verzerrt. man musste nicht wissen dass er zeit seines lebens kommunist war, um in "zeitalter der extreme" zu erkennen dass er einer war. vieles in diesem buch habe ich so verstanden, jetzt überspitzt und einfach ausgedrückt, dass der kommunismus bzw der sozialismus das einzig wahre ist und der kapitulismus und der westen schlecht und falsch sei.
ich hätte mir etwas mehr objektivität von seinen werken gewünscht.
nichtsdestotrotz war er ein bemerkenswerter mann und seine vorlesungen sind legendär und das werden sie auch bleiben.
tja schade das wieder ein "großer" mann gehen musste. doch die welt wird ihn in erinnerung behalten. besonders jene die sich mit revolutionen und dem 20jh beschäftigen!

was hier oben steht ist fast schon ehrenrührig

mayer behauptet, hobsbawms parteitzugehörigkeit hat ihn vor dem "fronteinsatz" bewahrt. zum einen fällt hier völlig unter den tisch, dass hobsbawm sehr wohl 6 1/ jahre zur britischen armee eingezogen war. m. suggeriert, hobsbawm wäre eine art drückeberger gewesen, was nicht stimmt. zweitens , wenn man die stellen in hobsbawms erinnerungen zu seinem militärdienst liest, ist es keienswegs so, dass er diese zeit sehr genossen hat. ihm wäre wahrscheinlich fronteinsatz lieber gewesen. was dem offenbar entgegenstand war aber nicht in erster linie seine kp-zugehörigkeit, sondern auch seine herkunft aus einem deutschsprachigen land.

Kommentare

Diese Kommentare hier sind durchwegs dumm......

Re: Kommentare

das sind halt durchwegs presse-leser die hier posten...

Antworten Antworten Gast: vladimit james fox
01.10.2012 20:29
2 5

Re: Re: Kommentare

so wie ihr "beide" und eure hochstrichler

Re: Re: Re: Kommentare

die linkse weltverschwörung ist euch halt immer einen tick voraus...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: james vladimit fox
02.10.2012 01:14
2 4

Re: Re: Re: Re: Kommentare

zu dumm das die linke weltverschwörung anscheinend mit pressekommentieren so in ihren ressourcen strapaziert wird dass sie außerhalb nichts hochbekommt.

Re: Re: Re: Re: Re: Kommentare

Das Gros der Kommentare hier stammt doch noch immer von rechten Kampfpostern.

Gast: Es war einmal ...
01.10.2012 18:27
5 15

Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

Marxist und Historiker zu sein, das scheint mir unvereinbar.

Antworten Gast: Paz
03.10.2012 15:57
0 1

Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

Die grundsätzliche Frage ist ob es überhaupt einen "objektiven" Historiker geben kann? Diese stehen in der Regel in staatlichen Diensten und schreiben jene Geschichten die von ihnen gehört werden wollen!
Der Mut von Hobsbawm ist anzuerkennen gegen den damals herrschenden faschistoiden Trend zu schreiben.
Der Marxismus hat bisher mindestens soviel Unglück über die Menschen gebracht wie der damalige Rechtsextremismus.

Die Schlußfolgerung daraus wäre nicht nur die Ablehnung des Faschismus, sondern auch des Kommunismus gewesen!

2 1

Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

Aber dann sind auch christliche Historiker schwer denkbar.

Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

Dass Marx zu den Begründern einer modernen wissenschaftlichen Soziologie zählt, oder genauer gesagt sogar DER Begründer derselben war, ist dem typischen Presserechtsaußenleser wohl entgangen.

Nicht überall wo Marx draufsteht ist Kommunismus drin. Marx != Kommunismus --> auch wenn der Ottonormalleser von diesem Philosophen nicht mehr weiß als den Namen und eine vorgefertige Ablehnungshaltung pflegt.

Hobsbawm war ein herausragender Historiker, auch wenn man punktuell mit seinen Ansichten nicht d'accord gehen muss. Zu einem guten Historiker gehört ein kritisches und politisches Weltbild. Nur Laien glauben, dass eine objektive Darstellung der Welt möglich ist.

Antworten Antworten Gast: Pensador
02.10.2012 09:12
1 3

Re: Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

Das "wissenschaftliche" Mäntelchen hat sich der Marxismus selbst umgelegt.
Wissenschaft bedeutet, dass sich die dadurch gewonnen Erkenntnisse an der Realität und im wiederholbaren Experiment verifizieren lassen. Nun, das marxistische Experiment ist unter Hinterlassung von Millionen Opfern kläglich gescheitert. "Es ist die Praxis, an der sich die Richtigkeit oder der Unsinn einer Philosophie beweist"
Von wem das Zitat stammt? Von Karl Marx.
Marx war ein Stubengelehrter, der sich seine Spintisiererei von Friedrich Engels, Sohn eines Fabriksbesitzers, also eines "Ausbeuters" finanzieren liess. Bereits viele seiner Zeitgenossen, wie der spätere amerikanische Nordstaatengeneral Carl Schurz haben ihn bei persönlichen Kontakten als einen rechthaberischen und absolut unduldsamen Zeitgenossen beschrieben, dessen "wissenschaftliche Argumentation" einzig und allein darin bestand, seinen Diskussionspartner zu beschimpfen und als "Bourgeois" zu verdächtigen.
Eine einigermassen wissenschaftliche Bedeutung von Marx' Arbeiten kann man vielleicht noch der Krisen- und Konjunkturtheorie zubilligen, d. h. der
sogen. Überproduktions-Unterkonsumtions-Theorie. Eines seiner Verdienste ist zweifellos, die Bedeutung wirtschaftlicher Verhältnisse für historische Prozesse erkannt zu haben.
Der historische und dialektische Materialismus ist dagegen Schwachsinn und wurde von Dutzenden Wissenschaftlern widerlegt. Diese Theorien beruhen auf längst überholten Erkenntnissen aus der Mitte des 19. Jh.

Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
02.10.2012 20:57
0 1

Re: Re: Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

"Das "wissenschaftliche" Mäntelchen hat sich der Marxismus selbst umgelegt.
Wissenschaft bedeutet, dass sich die dadurch gewonnen Erkenntnisse an der Realität und im wiederholbaren Experiment verifizieren lassen."
Wenn du schon positivistisch argumentierst solltest du zumindest Popper lesen.
Was die Sowjetunion angeht ist sie sicherlich gescheitert. Genauso wie die Häretiker, die Quarmater und zahllose egalitäre Rebellionen zu Beginn der Neuzeit.
Abgesehen davon schmälert eine fehlgegangene Anwendung eines bestimmten Marxismusverständnisses nicht die marxsche Analyse. So argumentiert lässt sich alles für gescheitert erklären.
"Der historische und dialektische Materialismus ist dagegen Schwachsinn und wurde von Dutzenden Wissenschaftlern widerlegt. Diese Theorien beruhen auf längst überholten Erkenntnissen aus der Mitte des 19. Jh."
Unsinn². So könnten praktisch alle philosophischen Richtungen zu überholtem Unsinn erklären, inklusive AutorInnen die deiner epistemologischen Irrfahrt zu Anfang des Posts noch am ehesten entgegenkämen.

0 2

Re: Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

"DER Begründer...einer modernen wissenschaftlichen Soziologie" scheint mir ueberbegeistert ... "Schlussstein der klassischen politischen Oekonomie" passt da besser. Was macht Marx modern bzw. wissenschaftlich ? Die Verwendung beschreibender Statistiken?
Zwischen deinem 'objektiv ist nicht moeglich' und 'notwendigem politischen Weltbild' liegt noch eine weite Landschaft wissenschaftlicher Moeglichkeiten.

Re: Re: Re: Einen objektiven Historiker stellt man sich eher als Freidenker vor

Man sieht, dass Sie keine Ahnung haben wovon ich spreche. Und leider wird Ihnen auch Ihr Wikipediawissen nichts nutzen, was die genauere Positionierung von Philosophen oder Soziologen betrifft. Ich spreche garnicht von der marxschen Wirtschaftskritik wenn ich sage, er sei DER Begründer wissenschaftlicher Soziologie.

Pensador schreibt: "ines seiner Verdienste ist zweifellos, die Bedeutung wirtschaftlicher Verhältnisse für historische Prozesse erkannt zu haben." und im nächsten Satz "Der historische und dialektische Materialismus ist dagegen Schwachsinn"

Leider ist ihm dabei nicht ganz aufgefallen, dass diese Untersuchung der "Produktionsverhältnisse" nichts anderes als Materialismus ist! Marx Verdienst liegt nicht etwa darin irgendeine abstruse oder kritisierbare Wirtschaftskritik aufgestellt zu haben, sondern darin, zu beschreiben dass Wissens- und Denkformen über Gesellschaftsstrukturen materiell verankert sind. Ob das zu irgendwelchen eschatologischen Zukunftsbildern führt ist dabei vollkommen unwichtig. Wichtig ist, dass damit ein Strukturgedanke beschrieben ist, der aus der Soziologie nicht mehr wegzudenken ist. Welche Konsequenzen Marx daraus politisch gezogen hat, ist dabei noch vollkommen unwichtig und wie gesagt kann man da geteilter Meinung sein. Sagen wir es so, durch Marx ist die Philosophie als Weltbeschreibungsinstanz von der Gesellschaftswissenschaft abgelöst worden.

Gast: GErrr
01.10.2012 13:34
1 5

Viel glernt

Ham die Politiker aber nix bei ihm. Die fahren unser Land an die Wand, oder is einfach nur der marxismus a schaß

Antworten Gast: Pensador
01.10.2012 15:36
1 6

Re: Viel glernt

Ich glaub, es ist das, was Sie über den Marxismus sagen.
Nur nennen sich diejenigen, die heute seine Ideen verbreiten nicht "Marxisten",
sondern "liberal" und "international".

Re: Re: Viel glernt

Ihre These ist ambivalent, möglicherweise haben Sie recht... darauf wetten würd ich auch nicht .....[deep thinking mode] time to
212d23hrs59mins

6 0

Re: Re: Viel glernt

Pensador kommt aber nicht von "Denken"!

Antworten Antworten Antworten Gast: Pensador
02.10.2012 08:53
1 1

Re: Re: Re: Viel glernt

Wer an der Kummerei was "Positives"
sehen will, der hat nie Denken gelernt
sondern ist im besten Fall ein Phantast,
oder aber der Unterstützer einer Idee,
die sich in der Realität als ein einziges Verbrechen erwiesen hat.

 
12

Schlagzeilen Bildung