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Eigenes Zentrum für Lehrerbildung an der Uni Wien

03.10.2012 | 14:38 |   (DiePresse.com)

Ab 2013 werden alle bestehnden Angebote im Bereich der Lehrerbildung an einem eigenen Zentrum zusammengefasst. Geht es nach Rektor Engl, sollen dort alle Lehrer ausgebildet werden.

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Die Lehrerausbildung an der Universität Wien wird künftig in einer eigenen, fakultätsähnlichen Organisationseinheit gebündelt: Mit 2013 werden im Zentrum für LehrerInnenbildung bestehende Angebote wie die Lehramtsstudien in 26 Fächern, die Kompetenzzentren für Didaktik der Chemie, Physik und Biologie und zwölf fachdidaktische Zentren koordiniert und dort Organisation und Curricularentwicklung konzentriert. Geht es nach Rektor Heinz Engl, sollen an den Unis nach der geplanten Reform der Pädagogenausbildung alle Lehrer für die Sekundarstufe ausgebildet werden.

"Das muss politisch außer Frage gestellt sein", forderte Engl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Außerdem sollen die Unis sich auch stärker in die Weiterbildung einbringen können. Als Leiter des neuen Zentrums soll "ein sehr prominenter Professor" bestellt werden, dessen Namen er allerdings noch nicht nennen wollte.

Derzeit sind die Universitäten nur für die Ausbildung der Lehrer an den AHS und den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) zuständig. Mit der Umwandlung aller Hauptschulen in Neue Mittelschulen (NMS) "wäre es aber unser Anspruch, alle Lehrer der Sekundarstufe an den Unis auszubilden", betont Engl. Zu Kooperationen mit der derzeit für die Hauptschullehrer zuständigen Pädagogischen Hochschule (PH) Wien wäre er zwar bereit, "aber wir stellen den Anspruch auf Federführung zumindest in der Sekundarstufe."

Fernziel: Volksschullehrer ausbilden

Als Fernziel könnte der Rektor sich zwar vorstellen, auch Lehrer etwa für die Volksschulen auszubilden. Allerdings habe er den Eindruck, dass die Politik von dem Ziel, dass eine Institution für die Ausbildung vom Kindergartenpädagogen bis zum Erwachsenenbildner zuständig sein soll, "jetzt wieder etwas weggekommen" sei. Zugangsbeschränkungen für Lehramtsstudien sind seiner Meinung nach übrigens nicht notwendig, die Studieneingangsphase mit ihrem Fokus auf Pädagogik sei ausreichend.

Dass im Zuge der Reform der Lehrerausbildung auch PH, die derzeit nur für Lehrer für Volks-, Haupt- und Sonderschulen zuständig sind, die Ausbildung aller Pädagogen übernehmen könnten, ist für Engl nicht nachvollziehbar. Immerhin würden dadurch hohe Kosten entstehen und müsste viel an den Unis vorhandene Forschungskompetenz erst aufgebaut werden. Und Lehramtsinteressenten aus Bundesländern, in denen es keine Unis gibt, könnten wie bisher in anderen Bundesländern die Ausbildung absolvieren. "Ich hoffe, dass es bei einer so wichtigen Frage nicht nur um politische Macht geht."

Die Kosten für eine Ausbildung aller Sekundarstufen-Lehrer an den Unis wären hingegen gering, meinte dazu Quantenphysiker Anton Zeilinger, der an der Uni Wien auch für Lehramtsstudenten Einführungsvorlesungen und Fortbildungen für AHS-Physiklehrer abhält. Wäre das Unterrichtsministerium von der ÖVP geführt und das Wissenschaftsministerium von der SPÖ, sähe die Debatte wohl anders aus, so seine Vermutung.

"Lehrer am Puls internationaler Forschung"

"Exzellente Lehre basiert auf exzellenter Forschung", hielt Engl ein Plädoyer für universitäre Ausbildung der Lehrer der Sekundarstufe. Lehrer sollten eine Zeit lang am Puls der internationalen Forschung gewesen sein, fordert auch Zeitgeschichte-Professor Oliver Rathkolb. Nur so seien diese in der Lage, ihren Schülern später Orientierungswissen und die Freude am Hinterfragen, Debattieren und Forschen zu vermitteln. Es sei außerdem wichtig, dass Lehramtsstudenten zu Beginn des Studiums dieselben Fachvorlesungen besuchen wie jene Studenten, die später in die Forschung gehen wollen, meinte Zeilinger. "Es geht darum, die Begeisterung für die aktive Forschung weiterzugeben. Motivation ist das Wichtigste."

Anja Lembens, Leiterin des österreichischen Kompetenzzentrums für Didaktik der Chemie, verwies auf Studien, wonach die an den Unis ausgebildeten AHS-Lehrer sowohl beim Fachwissen als auch der Fachdidaktik mehr Wissen hätten als Hauptschullehrer. Durch Berufserfahrung sei dieser Rückstand nicht aufzuholen, betonte sie.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: schreker
05.10.2012 18:38
0 0

anders

"Exzellente Lehre basiert auf exzellenter Forschung" - was ist denn das für ein vorsintflutlicher Unsinn? Das genaue Gegenteil ist mittlerweile anerkannter Standard. Forscher, die Lehre nur als Bürde ansehen, sind keine guten Lehrer und völlig ungeeignet, antgehende Lehrer auszubilden.

Gast: NocheinParteiloser
03.10.2012 14:49
0 7

Perfekte Lehrpersonen nutzen nichts, wenn diese nicht Unterrichten!


Jahresunterrichtszeiten der Ö Lehrpersonen nach der OECD:

Volksschulen:......779 Stunden
Sekundarstufe I:..607 Stunden
Sekundarstufe II:.589 Stunden
Das sind die Durchschnittwerte ink. Sport, Turnen, Religion, Werken!

Die Schüler haben doch um gut 50% mehr Unterricht als jede einzelne Lehrperson macht. Die Schüler sind also um min. 50% höher belastet als die Lehrpersonen Österreichs. Kein Wunder, dass die Österreicher schon für mehr als 124.000 aktive Lehrpersonen, also 2,2 Lehrpersonen pro Klasse!, brennen müssen.

Die beste Lehrpersonenausbildung, die beste Lehrperson, nutz doch nichts, wenn diese Person dann der eigentlichen Aufgaben nicht, bzw. kaum, nachkommt.

Das Problem ist nicht eine mangelnde Ausbildung von Österreichs Lehrpersonen, es es mangelnde Arbeit mit den Schülern!

Re: Perfekte Lehrpersonen nutzen nichts, wenn diese nicht Unterrichten!

darf ich sie was fragen - wie waren ihre erfahrungen als lehrer - denn sie müssen ja eine sehr umfassende erfahrung als solcher haben, denn sonst könnten sie ja diesen beruf nicht so umfasend (falsch) analysieren.

Antworten Antworten Gast: NocheinParteiloser
04.10.2012 16:40
0 0

Re: Re: Perfekte Lehrpersonen nutzen nichts, wenn diese nicht Unterrichten!

Meine Erfahrungen beim Unterrichten waren, dass ich nur dann Wissen und Fähigkeiten vermitteln konnte, wenn ich auch mit den Auszubildenden gearbeitet haben.

Dazu habe ich die Erfahrungen gemacht, dass die Auszubildenden weder durch meine Vorbereitungsarbeiten, noch durch Hefteverbessern Fähigkeiten erwerben konnten.

Es wird aber wohl so sein, dass die neue Lehrpersonenausbildung vor allem bei der Haupttätigkeit von Österreichs Lehrpersonen ansetzen wird. Es geht also darum die 1.000 Stunden Hefteverbessern zu optimieren.

Tatsache ist Heute doch, dass Lehrer keine Beruf mehr ist, sondern eine Posterl in einem geschützten Bereich wo mit Kindern und Jugendlichen a bissl Kuschelpädagogik betrieben wird.

Falsch gepolt sind doch nur die Verantwortlichen für das Bildungssystem samt den 124.000 Lehrpersonen. Die Resultate betreffend der Vermittlung von Kenntnissen zeigen das eindeutig.

Falsch gepolt sind diese Versager auch deshalb, weil diese noch immer im Glauben sind, dass diese kranke System weiter finanziert werden kann, bzw. die Steuerzahler noch mehr dafür abdrücken können.

Antworten Gast: Aha
04.10.2012 16:06
0 0

Re: Perfekte Lehrpersonen nutzen nichts, wenn diese nicht Unterrichten!

Ich hätte die Quintessenz Ihres Beitrages gerne verstanden.

Der Schauspieler steht netto 37 Minuten auf der Bühne, das Publikum sitzt 100 Minuten im Theater.

Der ZiB-Sprecher ist 8 Minuten am Schirm, die ZiB dauert 17 Minuten.

Arbeitszeit des Spitalarztes und sein Dienst am Krankenbett?
Ein Polizist und sein Außendienst?
Volksvertreter (Politiker) und die Zeit für den Bürgerkontakt?

Leserbrief: Lesezeit und der Zeitaufwand für das Verfassen!

Das alles wird nicht gemeint sein.

Antworten Antworten Gast: NocheinParteiloser
04.10.2012 16:47
0 0

Für die maximal Minderbemittelten!

Lehrpersonen sind keine Schauspieler, welche die Zuschauer bespaßen sollen, Lehrpersonen sollen die definierten Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln.

Lehrpersonen sind auch keine ZIB Sprecher und für die Parteipropaganda im TV zuständig, die Lehrpersonen sind für die Kinder Österreichs verantwortlich.

Die Vergleiche mit dem korrupten Spitalsbereich und den Ärzten passt dann schon eher. Die verstecken sich auch nur noch hinter Papieren und Präpotent.

Dass die Polizisten der Aufgabe gegenüber den Österreichern auch nicht nachkommen, weil eben ein Totalversagen bei der Präventionsarbeit gegen Straftaten (stabil über 500.000 p.a.), und auch bei der Aufklärung (stabil über 300.000 p.a an unaufgeklärten Straftaten!), das passt dann schon eher perfekt zum Versagen der Lehrpersonen.

Sehr viele Lehrpersonen sind auch Politiker, welche auch bei der Verantwortungsübernahme gegenüber Österreich und den Österreichern total versagen. Das sind die Spitze der Totalversager, eigentlich Totalversager zum Quadrat!

Gemeint hatte ich mit meinen Kommentar, dass nur eine direkte Arbeit mit den Schülern den Schülern den Erwerb der Fähigkeiten ermöglicht. Solange sich Österreichs Lehrpersonen hinter 1.000 Stunden Hefteverbessern verstecken, solange werden die Absolventen nur wenig können.

Antworten Antworten Antworten Gast: nadaschauichaber
07.10.2012 16:46
0 0

Re: Für die maximal Minderbemittelten!

1. Wie frustriert müssen sie sein, dass sie so argumentieren .. (oder "vernagelt"
2. Natürlich stimmt der Vergleich mit der ZiB und dem Theater...
3. letzteres überhaupt: auch die Lehrerarbeitszeit IN DER KLASSE ist nur die Spitze des Eisberges... DAHINTER (also als Vor- / Nachbereitung, zusatzzeiten etc.) steht viel mehr.
4. Es gibt anerannte Lehrerarbeitsstudien die das als GESAMJAHRESARBEITSZEIT mehrfach belegt haben
5. "privilegiert" ist der L sicher, da er/sie sich einen teil seiner Arbeitszeit frei einteilen kann - also am Sonntag nächtens seine Korrekturen, Vorbereitungen... machen "darf" - denn am sg. Arbeitsplatz Schule haben solche, BEds oder Vollakademiker in der Regel einen DIN-A-3 großen Arbeitsplatz, teilen sich mit 70, 80 KollegInnen 10 Computerarbeitsplätze (mitunter zum UPIS_noteneingeben nur 4 Online-Lizenzen...), Hingegn stellen sie dem Staat kostenfrei (und auch steuerl. fast nicht absetzbar) Arbeitsräum,e und Deporaum zuhause zur Verfügung... etc...
6. Wer ihnen die frei verfügbare Zeit neidet - der hätte a) selber L. werden können.
b) hat nicht das Privileg nur zur Hochpreiszeit vereisen zu können...
c) ist wahrscheinlich sich nicht bewußt, welche Belastung u.a. 25-30 "verhaltenskreative" SchülerInnen (und manchmal auch Eltern, die ihrem Erziehungsauftrag nicht gerechtwerden wollen/könne...) bedeuten -
Aber kein Lehrer verlang Schwerarbeiterzulage...grins - denn ansonsten: sein Ihnen egsagt: es macht auch Spaß !

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