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Fünf weitere Studien sollen beschränkt werden

03.10.2012 | 18:24 |  von Theresa Aigner (Die Presse)

Die Koalition dürfte in den kommenden Tagen die Platzzahl in fünf weiteren Studienrichtungen begrenzen. Über die Zugangsbeschränkungen entscheiden sollen letztendlich aber die Hochschulen selbst.

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Architektur, Pharmazie, Biologie, Informatik und Wirtschaftswissenschaften – diese Studienrichtungen sollen bereits ab dem Studienjahr 2013/14 beschränkt werden. Darauf dürften sich, wie „Die Presse“ erfuhr, die Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP in der kommenden Woche einigen.

Eine Lösung in Sachen Uni-Zugang war eigentlich schon für Ende September angekündigt gewesen, zuletzt hatte Uni-Minister Karlheinz Töchterle eine Übereinkunft mit dem Koalitionspartner in „allernächster Zeit“ in Aussicht gestellt. Inhaltlich spieße es sich „an nix mehr“, so Töchterle.

Das Modell – bei dem derzeit über „die Feinabstimmung“ verhandelt wird – soll vorsehen, dass Zugangsbeschränkungen dann in Kraft treten, wenn die zuvor definierten Kapazitäten einer Uni ausgeschöpft sind, hört man aus Verhandlerkreisen. Sobald sich mehr Studierende melden, als die Universität aufnehmen kann, wäre der Weg zu Platzbeschränkungen frei. Es brauchte dazu keinen gesonderten Beschluss des Parlaments. Entscheiden könnte der Senat der jeweiligen Uni.

 

Auswahl und Plätze noch offen

Offen ist, wie viele Plätze es künftig in den betreffenden Studienrichtungen geben wird, welches Aufnahmeverfahren über den Zugang entscheiden soll und welche Zahlen zur Berechnung der Kapazitäten herangezogen werden. Zuletzt stockten die Verhandlungen. Von beiden Seiten hört man, dass die Terminfindung am jeweils anderen gescheitert sei.

Kolportiert wird, dass die neue Regelung nur bis 2015 gelten soll. Offenbar erhofft sich die Regierung, dass der sukzessive Ausbau der Kapazitäten in den nächsten Jahren sowie die demografische Entwicklung – Stichwort geburtenschwache Jahrgänge – weitere Beschränkungen unnötig machen.

Interessant ist, welche Fächer beschränkt werden sollen. Betroffen sind Biologie und Pharmazie – diese gelten als klassische „Ausweichstudien“ für all jene, die keine Zulassung zum Medizinstudium erlangen konnten. Eine Beschränkung der Architekturstudien war bereits im Jahr 2010 Gegenstand von Verhandlungen, scheiterte damals aber am Widerstand der SPÖ.

Verwunderlicher ist die Aussicht auf Beschränkung des Fachs Informatik, zählt dieses doch zu den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), die zuletzt massiv als „Zukunftsstudien“ beworben wurden. Unklar ist, ob bei einer Beschränkung der Wirtschaftswissenschaften nur die WU Wien betroffen wäre oder ob alle wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen unter die Regelung fallen.

 

Ende für lebenslange Sperre?

Der Entwurf soll weiters vorsehen, dass 40 neue Professorenstellen geschaffen werden – wie diese dann auf die einzelnen Unis aufgeteilt werden, ist unklar. Als sicher gelten Änderungen bei der Studieneingangsphase. Wer zwei Mal nicht bestand, war bisher lebenslang für das Fach gesperrt. Diese Regelung dürfte fallen. Stattdessen soll es ein Jahr zur „Umorientierung“ geben.

Wie sich eine Einigung auf die Beschränkung auf das Konzept der Studienplatzfinanzierung auswirkt, ist noch unklar. Zuletzt hieß es, dass erste Elemente des neuen Finanzierungsmodells bereits in die aktuellen Uni-Budgetverhandlungen einfließen sollen. Die Gespräche gestalten sich aber schwieriger als erwartet. Die Rektoren beraten am Montag gar über eine Blockade der Budgets.

(c) Die Presse

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2012)

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42 Kommentare
 
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Gast: Gasttt
05.10.2012 08:12
1 0

Verrat

Die aus diesen Fächern geboxten Studierenden werden sich dann eben was anderes suchen - ich bin mir zu 99% sicher, dass als nächstes die Erährungswissenschaften zugemacht werden (wenn die EMS-Opfer kein Pharma und kein Bio mehr studieren dürfen, wo sollen sie denn dann noch hin?!?).

Ohne vernünftige INFORMATION zu Studienbeginn wird sich am Grundproblem, nämlich dass ca. 2/3 der Studierenden keine Ahnung davon haben, was es alles an Möglichkeiten gibt, nichts ändern.

Deshalb: Studieneingangs- und Orientierungsphasen einführen, die ihrem Namen auch gerecht werden! Also eine echte Einführung in das jeweilige Fach sowie in andere, verwandte Fächer; mit der Möglichkeit, auch Lehrveranstaltungen ganz anderer Richtungen zu besuchen und bei Bedarf möglichst einfach wechseln zu können (auch zwischen verschiedenen Unis).

Wer hierzulande Medizin studieren will, bekommt den EMS vorgesetzt - der überhaupt gar nichts mit dem Arztberuf zu tun hat. Von denen, die aufgenommen werden, erwartet man sich dann, dass sie mit dem Studium auch glücklich und zufrieden werden (und es möglichst bald beenden); eine Einführung in die Medizin gibt es erst dann, wenn man schon drin ist. Und ich (selbst Medizinstudent) kenne durchaus auch Leute, die den EMS geschafft haben und dann doch nach einem Jahr alles geschmissen haben, weil sie bemerkt haben, dass der ärztliche Beruf eigentlich gar nicht das ist, was sie sich für ihre Zukunft vorgestellt haben.

Universitäten

Ganz abschaffen, so kann das Volk schneller verdummen!

Gast: Denk modern!
04.10.2012 11:31
10 0

Beschränkungen ja, aber keine unterschiedlichen Aufnahmekriterien für Frauen und Männer

Es zählt Leistungsgerechtigkeit!

Re: Beschränkungen ja, aber keine unterschiedlichen Aufnahmekriterien für Frauen und Männer

stimmt, lieber den Test von einer Frau erstellen lassen, und dann die Männer jammern lassen :p

Antworten Antworten Gast: witch
05.10.2012 11:10
1 0

Re: Re: Beschränkungen ja, aber keine unterschiedlichen Aufnahmekriterien für Frauen und Männer

Ich danke ihnen für diese Aussage (ohne Sarkasmus)!

Gast: Gastname*
04.10.2012 09:16
2 0

Beschraenkung von Informatik ist NICHT verwunderlich

... ausser vielleicht fuer die Karl. Die hat ja damals die MINT Kampange gemacht obwohl es an der TUWien schon Kapazitaetsprobleme gab. Siehe http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_06793/fname_198047.pdf bzw http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_06688/imfname_203384.pdf

typisch Österreichische Lösung

der freie Hochschulzugang bleibt in Österreich erhalten - bis auf jene Fächer, wo es zu viele Studierende gibt.

Mir persönlich erscheint jedoch die Einführung von Zugangsregeln für Lehramtsstudierende als absolute Notwendigkeit - nur die besten sollen Lehramtsstudien besuchen dürfen - lustig wird es jetzt in der Biologie - Biologie LA darf in Zukunft jeder/jede studieren - das Fach nur Ausgewählte. Wer also in Zukunft die Aufnahme in das Fach Biologie nicht schafft, zieht eine Ehrenrunde im LA und steigt dann um.

Antworten Gast: Humili
04.10.2012 11:07
6 0

Re: typisch Österreichische Lösung

'Nur die Besten'. Jetzt musst mir nurmehr erklären, wie man durch irgend an kreuzerltest vor dem studium herausfinden soll, wer später der beste lehrer wird.

Nein, der selektionsprozess darf und muss naturlich erst nach der absolvierung von einigen fachlichen lehrveranstaltungen inkl praxis stattfinden, alles andere ist augenauswischerei und dient alleinig der beschränkung aus kostengründen, verschlechtert die qualität des lehrpersonals aber eventuell nur.

Re: Re: typisch Österreichische Lösung

wenn ich das wirklich wüsste hätte ein Wissen, um das mich viele beneiden würden - ich kenne niemanden, der für diese Frage eine Lösung hat - was aber nicht bedeutet, dass es nicht nötig ist sich mit dieser Frage nicht auseinandersetzen soll. Die lächerlichen Tests auf den PHs sind sicher keine Lösung. Natürlich sagt mir mein Gefühl in einer LV für Lehramtsstudierende, dass der oder die HÖCHSTWAHRSCHEINLICH nicht für den Lehrberuf geeignet ist - aber nur das Gefühl kann es wohl auch nicht sein. Ein Zugang wäre ein kommissionelles Gespräch nach dem zweiten Semester.

Antworten Gast: Humili
04.10.2012 11:07
2 0

Re: typisch Österreichische Lösung

'Nur die Besten'. Jetzt musst mir nurmehr erklären, wie man durch irgend an kreuzerltest vor dem studium herausfinden soll, wer später der beste lehrer wird.

Nein, der selektionsprozess darf und muss naturlich erst nach der absolvierung von einigen fachlichen lehrveranstaltungen inkl praxis stattfinden, alles andere ist augenauswischerei und dient alleinig der beschränkung aus kostengründen, verschlechtert die qualität des lehrpersonals aber eventuell nur.

Antworten Antworten Gast: blume105555
04.10.2012 20:50
2 0

Re: Re: typisch Österreichische Lösung

Beim Lehramt ist eher nicht das fachliche Können das Problem, nach einem abgeschlossenen Studium sollte es wirklich keine Probleme geben, den Schulstoff zu können. Viel wichtiger sind hier die persönlichen Eigenschaften, die man als Lehrer benötigt und die pädagogischen Kompetenzen. Pädagogik wird an der Uni leider viel zu sehr vernachlässigt. Das kenne ich aus meiner eigenen Erfahrung.

Re: Re: Re: typisch Österreichische Lösung

ich glaube Pädagogik ist nicht ganz der richtige Begriff - ich würde sagen das Erfahren des Schul-Alltags wäre wichtig - kenn ich leider auch aus eigener Erfahrung

Na endlich!


10 0

Österreich lässt sich selbst abschaffen

Pahhhh Bildung!! Wer braucht sowas schon - man sieht ja, dass man es in Österarm sogar mit zwei Gehirnzellen zu was bringt (siehe aktuelle Regierung)

Zum Kreuzerl machen braucht man nicht mehr!

Akademikerquote: Wen interessiert es? Die kann man sich fertig studiert neuerdings aus Griechenland und Spanien holen (siehe Initiative Wirtschaftskammer Vorarlberg)

Fachkräftemangel? Egal! Wir müssen selbst nicht mehr innovieren - Das überlassen wir den Chinesen und Indern - Die produzieren ja Akademiker am Laufband - Bei uns läuft ja nur noch die Korruption wie am Schnürchen!

Bildung! So ein Blödsinn! Ein gebildetes Volk könnte ja plötzlich mal anfangen selbst nach zu denken - Na des wolln ma net - Darum soll alles so bleiben wie es ist!!!


Jus

Jus beschränken?

Antworten Gast: New new
04.10.2012 10:17
7 1

Re: Jus

Jus gehört definitiv beschränkt! Absolut überlaufenes Massenstudium, Prüfungen sind aufs Bulimie lernern angelegt und wirkliches Wissen bleibt auf der Strecke!

Gast: tilo234444
03.10.2012 20:09
6 0

mit verlaub

das ist verrückt. zuerst mint fächer bewerben und dann beschränken? hat hier irgendwer eine ahnung von dem was er tut? töchterle sicher nciht. die spö sicher auch nicht.

Gast: fachschaft::architektur
03.10.2012 20:05
2 1

Architektur ist auch MINT

Das Architekturstudium fällt auch in die MINT-Fächer, geehrtes diepresse.com-Team!
Es gibt nicht zu wenige Architekturstudierende, sondern viel viel zu wenig. Oder wer ist mit der österreichischen Baukultur tatsächlich glücklich?

Sollten Zugangsbeschränkungen kommen, bauen wir welche für die Regierung!

Antworten Gast: fachschaft::architektur
04.10.2012 13:12
2 0

Re: Architektur ist auch MINT

Ob jetzt Architektur ein MINT-Fach im klassischen Sinne ist, ist tatsächlich eine Streitfrage. Genauso, was Architektur denn überhaupt ist (Kunst? Technik? --> beides klassich banal.)

Allerdings zählt es insofern ganz definitiv dazu, weil das Ministerium während dieser MINT-Initative vergangenen Jahres, ebenfalls auch dem Architekturstudium Geld für die Qualitätssicherung der Lehre zur Verfügung gestellt hat. Seltsame Geste der Regierung, wenn es also nicht dazu gehören würde, oder? Und genau dieser Widerspruch zu Zugangsbeschränkungen wird im obigen Artikel für das Informatikstudium behandelt.

Man studiert (eigentlich) Architektur, nicht Architekt_in-Werden! Das ist ein gewaltiger Unterschied!

Es ist also paradox gleichzeitig "die weißen Würfel", also die österreichische Baukultur (wie oben erwähnt) zu kritisieren und dann zu meinen, es gäbe "zu viele" Architektur-Studierende oder zu viele Architekt_innen. Würden alle Ahnung von Architektur haben, wäre der öffentliche Diskurs darüber ein anderer und man könnte das Kunststoffputz-Desaster stoppen.

Ein bisschen Blick über den Tellerrand wäre durchaus interessant!

Über Details kann man sachlich diskutieren, aber das Konklusio, Zugangsbeschränkungen würden die Betreuungssituation etc. verbessern oder bessere Architektur hervorbringen, stellt eigentlich so schnell keinen logischen Zusammenhang dar.

Antworten Gast: schreker
04.10.2012 12:30
1 1

Re: Architektur ist auch MINT

Nein, Architektur ist nicht MINT, wo haben Sie denn den Blödsinn her?

Antworten Gast: Loris
03.10.2012 22:16
1 1

Re: Architektur ist auch MINT

Seid ihr komplett irre? Wer postet da unterm fachschaft::architektur-Namen?

Genau, es gibt viel, viel zu wenige Studenten … versuch mal, einen Studentenjob in einem Büro in Wien zu finden. Wenn du 380 Euro/Monat für 50+ Stunden ablehnst, warten die zwei Tage und bekommen jemanden, der es um 0 Euro die Stunde macht — dafür aber auch netto, versteht sich.

Und ihr glaubt doch nicht wirklich, dass mehr Studenten proportional bessere Baukultur in Österreich bedeuten?

Seht mal über die Grenze — und es reicht schon nach Deutschland —, wie hier die Ausbildung läuft. Kleine Gruppen, qualifizierte Betreuer und g a r a n t i e r t keine Fachschaft, die sich anmaßt, in der Öffentlichkeit die Meinung einiger weniger im Namen aller zu plakatieren.

Peinlich, sonst nichts. Ihr vertretet mich nicht.

Re: Re: Architektur ist auch MINT

was studierst denn? ich bekomm meine 10 euro Brutto.. und kann mir die Zeit sehr gut einteilen.. und der Gehalt ist ganz okay dafür!

Antworten Antworten Gast: berlin
04.10.2012 21:02
0 0

Re: Re: Architektur ist auch MINT

Das sehe ich auch so, ich bin aus dem österreichischen Uni-Chaos nach Deutschland geflüchtet und ich bin hier sehr zufrieden. Alles ist hier ordentlicher und geregelter, dass man in irgendeinem Kurs keinen Platz bekommt, gibt es hier nicht. Fast jeder den ich kenne, schließt sein Studium in Mindeststudienzeit ab, in Österreich kenne ich nicht viele, die das schaffen (vor allem an der WU). Das sind eben die Vorteile der Zulassungsbeschränkung.

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Re: Re: Re: Architektur ist auch MINT

wäre hier auch nicht so schlimm, wenn wir nicht die ganzen Deutschen da hätten, die zu Hause wegen dem Numerus Clausus nicht studieren dürfen.

Antworten Gast: Trummruckinger Franz
03.10.2012 22:09
0 0

Re: Architektur ist auch MINT

Da studiert man acht Semester Architektur und dabei gibt es gar keine

Antworten Gast: Bürger1
03.10.2012 22:09
2 0

Re: Architektur ist auch MINT

Seit ungefähr zwanzig Jahren - damals wurde an der TU Wien der letzte Rest einer ingenieurswissenschaftlichen Grundlage mit der Streichung der Mathematikvorlesung abgeschafft - kann man Architektur keinesfalls mehr zu den technischen Studienrichtungen zählen.

Ansonsten empfehle ich die Probe auf's Exempel: Lassen Sie doch einmal einen Architekten die Statik eines seiner unrealisierbaren und an den Materialeigenschaften vorbeigehenden Entwurfs berechnen...

 
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