Student zieht wegen Medizin-Aufnahmetest vor VfGH

04.10.2012 | 12:29 |   (DiePresse.com)

Genderfairness oder Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes? Ein junger Mann wendet sich wegen der gendergerechten Auswertung des Medizin-Aufnahmetest an den Verfassungsgerichtshof.

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Ein Student wendet sich nun wegen der gendergerechten Auswertung des Aufnahmetests an der Medizin-Uni Wien an den Verfassungsgerichtshof. Geklagt wird wegen Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes, berichtete der "Kurier". "Die Auswertung ist gleichheitswidrig, mein Mandant wurde von der Medizinischen Universität diskriminiert", sagt der Anwalt. Er habe auch bei der Uni gegen den negativen Bescheid Berufung eingelegt. Diese muss jetzt vom Uni-Senat geprüft werden.

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Man habe diese Art der Auswertung rechtlich genau geprüft und sei überzeugt davon, dass sie etwaigen Klagen standhält, erklärte ein Sprecher der Medizin-Uni. Das jetzt angewendete Verfahren sei auch ein Beitrag für mehr Genderfairness.

Nach Protesten männlicher Bewerber, die sich wegen der gendergerechten Auswertung des Aufnahmetests um ihren Studienplatz betrogen fühlen, hat sich die Medizin-Uni Wien im September für die Schaffung 60 zusätzlicher Studienplätze entschieden. Diese werden allerdings wie die 740 anderen Plätze ebenfalls nach der umstrittenen, nach Geschlechtern getrennten Auswertung vergeben.

Im kommenden Jahr soll übrigens alles anders werden: Bis dahin sollen die drei Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck ein neues, gemeinsames Aufnahmeverfahren erarbeiten.

Töchterle: "Problematische Diskriminierung"

Eine klare Absage erteilt Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) der "gendergerechten" Auswertung der Aufnahmetests an der Medizin-Uni Wien. "Das ist klarerweise nicht fair und eine problematische Diskriminierung der Burschen", so Töchterle in der "Kleinen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe). Die rechtlichen Chancen von Klagen könne er als Nicht-Jurist nur schwer einschätzen. "Mein Rechtsempfinden sagt mir, dass Diskriminierung rein aufgrund des Geschlechts grundsätzlich Unrecht ist."

Durch die "gendergerechte" Auswertung haben Frauen mehr Studienplätze erhalten als ihnen rein nach der Punktezahl zugestanden wären. Dies funktionierte mittels einer nach Geschlechtern getrennten Auswertung: Dadurch konnten Frauen trotz identer bzw. sogar niedrigerer Punktezahl einen höheren Testwert als Männer aufweisen - und deshalb einen Studienplatz bekommen. Die Regelung wurde eingeführt, weil sich bisher stets mehr Frauen als Männer beworben hatten, der Anteil an zum Studium zugelassenen Frauen aber deutlich darunter lag. Heuer waren die Werte mit einem Frauenanteil von je 56 Prozent sowohl bei Bewerbern als auch Aufgenommenen aufgrund der Auswertungsmethode erstmals gleich.

 

(APA/Red.)

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50 Kommentare
 
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Gast: vielleichtmalpatient
08.10.2012 18:03
1 0

Recht hat er !!!!

denn ich möchte auch nicht von einem gendergerecht ausgewähltem Arzt/Ärztin behandelt werden, sondern von einem primär fachlich kompetenten !

Antworten Gast: Gasttt
08.10.2012 19:32
0 1

Du weißt aber schon,

dass die Studentinnen bei 5 von 6 SIPs besser abschneiden als ihre männlichen Kollegen?? Lies mal einen Post darunter...

Gast: Medizinstudentt
08.10.2012 10:33
0 0

Welches Geschlecht liefert die besseren Mediziner?

Während beim EMS Männer punktemäßig die Nase vorn haben, schneiden bei 5 von 6 SIPs (ausgenommen SIP 1) die Frauen besser ab.

Sind Männer nun die besseren Ärtzte, weil sie beim EMS besser abschneiden? Oder sind Ärztinnen kompetenter, weil sie bei 5 von 6 Prüfungen besser abschneiden als die Männer??

Oder haben weder EMS-Resultat noch SIP-Ergebnisse irgend etwas mit der Eignung zum ärztlichen Beruf zu tun???

Antworten Gast: who knows
09.10.2012 10:13
1 0

Re: Welches Geschlecht liefert die besseren Mediziner?

Quelle bitte?

Gast: idhioasujd
07.10.2012 08:07
0 4

so lächerlich

männer diskriminieren frauen jeden rund um die uhr und finden das ok, sind aber bei einer so einen kleinigkeit dermaßen pingelig...sehts ihr net wie lächerlich ihr seids, ihr heulbubis?

Antworten Gast: Pascale Vern
07.10.2012 12:12
1 0

Re: so lächerlich

Gast: idhioasujd 07.10.2012 08:07
Kann das sein, dass Du einen kleinen Pubs im Kopf hast?!

Antworten Antworten Gast: Peter Färber
07.10.2012 20:04
1 0

Re: Re: so lächerlich

So manch eine scheint bei der Vergabe von Hirn diskriminiert worden zu sein ...

Gast: Konservativer
06.10.2012 23:19
2 0

Ich hoffe, dass der VfGH das feministisch-sexistische Unterdrückungsregime zerschlägt.

Feminismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

5 0

Ich wünsche ihm alles Gute!!!!


...auch bei anderen Aufnahmetest

sehe das Problem auch bei anderen Eignungstest so ... so kann ein körperlich beeinträchtigter nie die von ÖFB angebotene Trainerausbildung nicht machen... ist das richtig?

Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Solche Tests bestrafen jene die nachdenken und belohnen die schnelle impulsive Entscheidung. Ob das in der Medizin wirklich gut ist?
Importiert aus der Schweiz, scheitern am EMS überproportional Österreicherinnen.
Daher war Gleichheit durch den EMS niemals gegeben, und der Test hätte nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz in in Österreich nicht mehr angewandt werden dürfen.
Der Reparaturversuch mit sportlichem Handicap-Vorsprung für Frauen ist ungeeignet.
Im Gegensatz zu Deutschland wird von Medizinstudenten kein dreimonatiges Pflegepraktikum verlangt. Warum ?

Antworten Gast: who knows
06.10.2012 13:04
0 0

Re: Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Weil ein Med.Stud. kein Pfelgepersonal ist und eine Famulatur deutlich sinnvoller ist (außerdem könnten sich das die meisten Männer nach dem Zivi anrechnen lassen) und in Deutschland gibt es keinen Turnus, warum gibts das in Österreich? Damit alle nach dem Studium fluchtartig das Land verlassen?

Naja, ich würde ja sagen, dass man in dem Test sehr wohl denken muss, denn rein durch schnelles Raten kommt da keiner weiter!

Re: Re: Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Ihre Argumentation entspricht dem Oesterreichischen Klassenbewusstsein.
Natuerlich haben Pfleger und Aerzte sehr viel gemeinsam : Die Sorge um ihre Patienten! Wenn ein Mensch nicht pflegen mag, warum sollte er Arzt werden?

Re: Re: Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Ihre Argumentation entspricht dem Oesterreichischen Klassenbewusstsein.
Natuerlich haben Pfleger und Aerzte sehr viel gemeinsam : Die Sorge um ihre Patienten! Wenn ein Mensch nicht pflegen mag, warum sollte er Arzt werden?

Antworten Antworten Antworten Gast: who knows
06.10.2012 14:25
0 0

Re: Re: Re: Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Die Grundidee eines Pflegepraktiukums mag gut sein!
Aber aus eigener Erfahrung, habe beides gemacht und im Pflegepraktikum hab ich kaum was gelernt! Ich durfte Blutdruck messen und das nicht mal bei jedem, Visite sowieso nicht!Auffüllen des Materialwagens und Aufkleber drucken......Als Famulant durfte ich weit mehr und dufte auch üben, was ich später machen muss(Spritzen,Blutabnahme,Infusionen,Aufnahme,EKG,Visite)

Ich glaube ein Pflegepraktikum ist daher überflüssig, außer man darf wird irgendwie in die Behandlung einbezogen und erfährt mehr!

Und ganz ehrlich, der Turnus ist nicht viel anders, außer dass man am ANfang bei der Visite dabei ist, aber sofort ins Kämmerchen gehen muss, wenn der OA eine Überweisung/Rezept/Infos haben will! Und nachts wirds erst richtig lustig! Aussage einer OÄ: "Rufen SIe mich heute nacht ja nicht an, ich will schlafen" und das war ernst gemeint! Und dann um 2 Uhr haste ein patient mit Atemnot und was nun? 2. Monat Turnus und der Hauptdienst ist grad wo anders im EInsatz!....

Aber das hat generell nichts mit der Frauenquote bzw. "gendergerechten" Auswertun zu tun!
Ich sagte bloß, dass man sehr wohl denken muss und dass schnelles Denken im Beruf oft wichtig ist (s. Notarzt, Komplikationen in OP oder anderen Behandlungen, Ambulanz)

Re: Re: Re: Re: Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Es ist immer Glueckssache, was man wo machen darf, wenn man in Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung ist. Ob die Mitarbeit ueberhaupt gebraucht wird. Ob jemand da ist, der dem Praktikanten etwas lehren will. Natuerlich haengt es auch vom persoenlichen Interesse und Engagement ab.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: who knows
06.10.2012 21:41
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Der EMS ist der allerdümmste Eignungstest

Für Sie ist anscheinend alles Glückssache und selbst erabreiten kann man sich nichts....

Gast: EinGast
06.10.2012 09:36
2 0

Wen wundert es...

...dass die Genderdiskriminierung heuer auch beim Einstiegstest angewendet wird? War doch leider schon längst überfällig.
Im Bereich der Stellenvergabe für Ärzte ist es doch schon seit Jahren so. Ich zitiere die wöchentlich erscheinende Stellenausschreibung der MUW: "Frauen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig aufgenommen". Dieser Satz steht unter jeder einzelnen Stellenausschreibung. Eine klare Diskriminierung männlicher Bewerber. Und das obwohl es unter den AKH-Ärzten (vor allem den jungen) kein Ungleichgewicht zugunsten männlicher Ärzte gibt!
Nachzulesen unter: http://www.meduniwien.ac.at/homepage/content/organisation/dienstleistungseinrichtungen-und-stabstellen/personalabteilung/bewerbung-stellenausschreibungen/

Doch leider hält sich die MUW nicht einmal an ihre eigene Stellenausschreibung. Telweise bzw. sogar oft werden Stellen grundsätzlich an weibliche Bewerber vergeben. Ungeachtet jeglicher Qualifikation. Ich bin voll und ganz Minister Töchterles Meinung. Stelenvergabe (egal ob Studium oder Arbeitsplatz) ausschließlich nach Qualifikation und nicht nach Geschlecht. DAS wäre Gleichbehandlung. Aber wie kann man an einer medizinischen Universität Gleichbehandlung erwarten wenn der sogenannte "Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen" ebenso wie der Senat für Gleichbehandlung unserer Regierung fast ausschließlich aus Frauen besteht: http://www.meduniwien.ac.at/homepage/content/organisation/gremien/arbeitskreis-fuer-gleichbehandlungsfragen/mitglieder/

???

Antworten Gast: gast55
06.10.2012 17:05
1 0

Re: Wen wundert es...

das muss man so sehen, die damen sind so inkompetent in ihrem fachgebiet, dass man sie so irgendwie unterbekommt

Gast: Gast104
05.10.2012 18:38
2 13

Fraglich...

Soweit ich weiß, ist bspw. im Arbeitsrecht eine Differenzierung zwischen Geschlechtern und auch dem Alter möglich, wenn angemessene Zwecke damit verfolgt werden. Ein angemessener Zweck ist z.B. ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen oder auch der Altersstruktur zu schaffen. Meiner Meinung nach, ist das hier auch der Fall...

18 0

Der Text zur Überschrift....


.... ist die eigentliche Frechheit des Artikels.

Der Kläger richtet sich nicht gegen die "gendergerechte" Auswertung, sondern gegen die "genderdiskriminierende" Auswertung des Tests.

Was ist hier gerecht? Unglaublich.

Uns so macht sich auch "Die Presse" zum Mittäter dieser Manipulations- und Menschenverbödlungsmaschinerie.

1 0

Der Text zur Überschrift....


18 1

Bitte liebe Presse

berichtet doch auch das absurde Statement der Frauenministerin zu Töchterles Stellungnahme.

Heinisch-Hoseks Kommentar dazu: Töchterle sei "auf voller Fahrt zurück ins Mittelalter".

Wer es nicht glaubt: http://derstandard.at/1348285002015/Toechterle-sieht-in-Medizin-Aufnahmetests-problematische-Diskriminierung

Töchterle hat wohlgemerkt nur das in unserer Verfassung stehende Diskriminierungsverbot wiedergegeben.


Die Quotenfrau Heinisch Hosek macht sich für Frauenquoten stark !

Männerdiskriminierung ist für sie ihr Lebenszweck!

Antworten Antworten Gast: najanajanaja...
08.10.2012 20:26
1 0

Re: Die Quotenfrau Heinisch Hosek macht sich für Frauenquoten stark !

...denn sie hat leider nie Kinder gehabt, sodass sie die Notwendigkeit BEIDER Geschlechter etwa bei der Erziehung, bei Rollenbildentwicklung...etc... selber erlebt hätte...
na ja...dafür eben mehr "Ideologie"....

Re: Bitte liebe Presse

Das "Diskriminierungsverbot" ist halt nur dann erwünscht, wenn es um die von H-H in jeder Hinsicht bevorzugte Spezies geht.

Um Gerechtigkeit ist es nie gegangen.

Im Einstecken sind die Feministinnen halt verdammt schlecht - in jeder Hinsicht (außer beim Geld der Männer).

 
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