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FH Vorarlberg will Studierende gemeinsam mit Firmen ausbilden

07.10.2012 | 18:15 |   (Die Presse)

Um die Akademikerquote zu erhöhen, müssten völlig neue Studienmodelle geschaffen werden, sagt der Rektor der FH Vorarlberg. Gemeinsam mit Unternehmen will er künftig Studierende ausbilden.

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Dornbirn/Red. Nur 25 Prozent der 18- bis 20-Jährigen aus Vorarlberg beginnen ein Hochschulstudium. Das ist die niedrigste Hochschulzugangsquote in Österreich, wie die kürzlich erschienene Studierendensozialerhebung zeigt. Lars Frormann, Rektor der Fachhochschule Vorarlberg, sieht einen zentralen Lösungsansatz, um die Akademikerquote zu erhöhen: „Wir werden völlig neue Studienmodelle finden müssen. Das gilt nicht nur für Vorarlberg, sondern für den gesamten deutschsprachigen Raum.“

Was es brauche, seien „noch viel mehr maßgeschneiderte Angebote“, denn den „Normmaturanten“, der nach der Schule zu einem Studium aufbricht, gebe es so nicht mehr. „Die Zugangsvorraussetzungen werden immer unterschiedlicher, und darauf müssen wir mit unterschiedlichen Studienangeboten reagieren“, sagt Frormann. Für die Umsetzung solch neuer Modelle an der FH Vorarlberg, hat er sehr konkrete Vorstellungen: Er will bereits im kommenden Jahr ein duales Studium nach deutschem Vorbild an seiner FH etablieren. Das heißt, Unternehmen und FH bilden etwa in einem dreimonatigen Wechsel gemeinsam Studierende aus. Die Vorteile seien zahlreich, sagt Frormann: Die Studenten könnten schon während des Studiums Berufserfahrung sammeln, ein Unternehmen gut kennenlernen und dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Studium von diesem übernommen werden.

 

Zwei neue Studiengänge

Er ist der Meinung, dass mit einem dualen Studium auch potenzielle Studierende aus bildungsferneren Schichten angesprochen werden könnten. Denn dort bestünden Ängste vor dem Studium, „nicht in fachlicher, sondern in finanzieller Hinsicht“, so Frormann. Und diese Ängste könnten den Studierenden genommen werden – bei einem dualen Studium, wie es Frormann vorschwebt, erhalten Studierende durch das beteiligte Unternehmen eine Ausbildungsvergütung.

In Deutschland ist das duale Studium ein etabliertes Modell mit einem breiten Studienangebot, in Österreich gibt es bisher nur einen solchen Studiengang, und zwar an der FH Joanneum.

Eigentlich wollte man das duale Studium durch zusätzliche Plätze, die kürzlich vom Ministerium auf die einzelnen Fachhochschulen aufgeteilt wurden, realisieren. Von den 500 Plätzen, die insgesamt vergeben wurden, gingen allerdings nur 46 an die FH Vorarlberg. Aber nicht für ein duales Studium im Technikbereich, sondern für einen neuen Studiengang im Bereich „Energie“ sowie die Erweiterung der Mechatronik. Auch dafür hatte man sich beworben.

Aber dadurch will Frormann sich nicht abhalten lassen: Durch FH-interne „Umschichtung“ der Studienplätze könnte das duale Technikstudium dennoch ab dem Studienjahr 2013/14 angeboten werden. Landespolitik und Erhalter würden so ein Studium goutieren, auch mit interessierten Unternehmen habe man schon Gespräche geführt, sagt Frormann. Mit den neuen Studiengängen Energietechnik und Energiewirtschaft will man sich einem weiteren Zukunftsthema annehmen. Denn darauf lege man an der FH Vorarlberg großen Wert.

So hat Anfang des Sommers etwa die größte Wikipedia-Konferenz im deutschsprachigen Raum an der FH Vorarlberg stattgefunden. Mit solchen Veranstaltungen würde man sich nicht nur mit der fachlichen Community vernetzen, sondern auch Weiterbildung betreiben: „Wir lassen uns so die neuesten Themen ins Haus liefern“, sagt Frormann.

Auf einen Blick

Die Fachhochschule Vorarlbergbietet in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Gestaltung und Soziales 16 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Sieben Studiengänge werden berufsbegleitend angeboten. Künftig will man an der FH Vorarlberg auch duale Studiengänge etablieren. Derzeit sind
1016 Studierende an der Fachhochschule Vorarlberg inskribiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2012)

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