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Mehr Geld: Uni-Chefs erhöhen Druck

07.10.2012 | 18:16 |  JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Die Rektoren wenden sich gegen eine paktierte Zweckwidmung von Budgetmitteln. Sie fordern in den nächsten drei Jahren 600 Millionen Euro zusätzlich. Mehr Geld für Unis forderte gestern auch Gabi Burgstaller.

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Wien. Die heimischen Uni-Rektoren werden immer lauter. Nun fordern sie nicht nur mehr Geld, sondern wehren sich auch gegen eine bereits beschlossene Zweckwidmung eines Teils ihres Budgets. Sowohl die 450 Millionen Euro aus dem Strukturfonds als auch die Offensivmittel (240 Millionen Euro) sollten Teil des Grundbudgets werden. Diese Forderung werden die 21 Uni-Chefs beim Sonderplenum heute, Montag, direkt an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) richten.

Stimmt dieser nicht zu, die Mittel aus der Hochschulmilliarde leichter zugänglich zu machen, könnten die Unis in den nächsten drei Jahren nicht einmal den Status quo aufrechterhalten, warnt Rektorenchef Heinrich Schmidinger. In der Praxis würde die Umwidmung des Budgets einiges ändern. War es doch das Ziel des Wissenschaftsministeriums, mit dem Strukturfonds ein neues „Schärfungsmittel“ einzuführen. Die 450 Millionen Euro sollten nämlich nur dann ausbezahlt werden, wenn die Universitäten gewisse Kriterien erfüllen. So sollten die Unis die Zahl der inaktiven Studenten abbauen, mehr Absolventen hervorbringen, häufiger Kooperationen eingehen und Drittmittel aus der Wirtschaft sowie von Privaten akquirieren. Würden die 450 Millionen Teil des Grundbudgets werden, müssten diese Kriterien nicht erfüllt werden.

Schmidinger verteidigt seinen Vorstoß: Die Umstrukturierung der Mittel sei notwendig, „weil es insgesamt nicht mehr Geld gibt“. Den Universitäten würden in den nächsten drei Jahren rund 600 Millionen Euro fehlen. Brisant sind die Forderungen vor allem deshalb, da die Rektoren derzeit mit dem Wissenschaftsministerium ihr Budget für die Jahre 2013 bis 2015 verhandeln. Eine Budgetblockade haben die Rektoren bislang zwar nie ausgeschlossen, klares Ziel sei aber eine Einigung, so Schmidinger („Ein Nichtabschluss wäre für uns ein Nachteil“).

 

Auch Burgstaller will mehr Mittel

Mehr Geld für Unis forderte gestern auch Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) in der „ORF-Pressestunde“. Konkret sollten die Hochschulausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes erhöht werden (derzeit 1,44 Prozent, siehe Grafik). Finanziert sollte das durch eine Vermögens- bzw. durch eine Finanztransaktionssteuer werden. Die Erträge sollten für Bildung, Forschung, Unis zweckgewidmet werden.

Forum Bildung Seiten 19-22

Auf einen Blick

Die Hochschulmilliarde, exakt sind es 990 Millionen Euro, wurde Ende 2011 beschlossen. Davon sind 450Millionen Euro Teil des Strukturfonds. Die Ausschüttung dieses Geldes hängt mit der Erfüllung gewisser Kriterien zusammen. So soll die Zahl der aktiven Studenten erhöht werden. Hinzu kommen 240Millionen für spezielle Schwerpunkte. Das Grundbudget für 2013–2015 wird jährlich um 100 Millionen Euro erhöht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2012)

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14 Kommentare
Gast: NocheinParteiloser
09.10.2012 13:25
0 0

300 Mio. Euro pro Jahr sind dann +8%!


Die realen Kosten für die Unis sind ja schon lange den Realeinkommen der Bürger davon gelaufen, jetzt noch mehr!

Berechnung auf Basis des VPI.

Nettoeink Median./ Unikosten
2000:........102,5% / 81,4%
2001:........100,7% / 83,5%
2002:........101,1% / 86,3%
2003:.........99,7% / 83,5%
2004:.........99,3% / 94,7%
2005:........100,0% / 100,0%
2006:........100,3% / 103,0%
2007:........100,9% / 109,2%
2008:..........99,9% / 108,2%
2009:........102,5% / 113,8%
2010:........100,9% / 122,9%

Die Nettoeinkommen der Ö sind um 1,6% gefallen, die Unikosten aber um satte 51% gestiegen!

Der Hammer ist aber, dass noch immer keine Leistung von den Unis gefordert werden darf!

Unikosten in % des BIP
2000: 0,95%
2001: 0,97%
2002: 0,99%
2003: 0,95%
2004: 1,06%
2005: 1,09%
2006: 1,08%
2007: 1,11%
2008: 1,10%
2009: 1,19%
2010: 1,26%

0,31% vom BIP sind zusätzliche 930 Mio. Euro pro Jahr. Jedes Jahr aufs Neue, immer wieder und immer wieder!

Den Rektoren muss es doch die letzten Sicherungen durchgebrannt haben, wenn diese von den Bürgern Österreichs immer noch mehr Gelder (=Zwangsabgaben = Zwangsleistungen!) fordern.

Die Bürger gehen auch immer mehr in die Armut und Armutsgefährdung wie der Vergleich der Armutsbereichte 2000 zu 2010 auch deutlich aufzeigt.

Die Verantwortlichen werden erst zur Besinnung kommen, wenn kein Depp mehr die Staatsanleihen zeichnet. Dann werden diese Typen nur auf die Banken schimpfen, eigenes Versagen bleibt ausgblendet!

Theater

Dezenter Hinweis - das ganze war ein Theater zweier Amateure, die gerne auf Profi machen wollten - also von Töchterle und Schmiedinger. Ich würde schon sehr bitten in Zukunft die Universitäten weniger zu blamieren. Und ein bisserl war es ja auch als Aktion gegen die Universität Wien geplant - oder ? Beim nächsten Mal fragen sie bitte Profis !

Re: Theater

Das Problem von Oesterreicht ist, dass es hier zu viele Interessengruppen gibt, die sich gegenseitig kaempfen anstatt sich gegenseitig helfen und gemeinsam kämpfen!
Sie als Gewerkschafter, argumetieren staendig gegen Rektoren und den Minister. Die SPOE verteidigt die uralte und ruckstaendige Unipolitik. Die pimplige OEH (sollte eigentlich eine Dienstleistungsorientierte Org. sein) ist momentan eine linke, politische Organisation, die ebenfalls fast die gleiche Werte verteidigt wie Sie und die SPOE. Also bitte, wer und wo sind, ihrer Meinung, die Profis?

Re: Re: Theater

sicher nicht bei den von ihnen genannten organisationen

Re: Re: Theater

argumentiere gegen den Minister - bei den Rektoren gegen Schmiedinger ! manche der Rektoren sind bemüht. Mir persönlich sind in der Hochschulpolitik Menschen wichtig, die Visionen haben - Altrektor Winckler war so einer - auch wenn mir persönlich seine Visonen nicht gefielen

Außerdem wollen die ÖVP und Gleichgesinnte anscheinend auch der Kultur den Garaus machen.

Denn studiert soll nur mehr das werden dürfen, was der Wirtschaft, insbesondere der Industrie, nützt. Die Geisteswissenschaften (Germanistik u. dgl., Geschichte, Geographie, Musik, Malerei, Bildhauerei, Literatur, Theater, Politik, Psychologie usw. usw. usw. sollen nur mehr so viele Leute studieren dürfen, wie benötigt werden. Also nur eine Handvoll. Und die wenigen, die das dürften, sollten außerdem sofort nach Abschluss des Studiums berühmt sein oder viel verdienen.

Eine möglichst breite Schicht von Menschen, welche für die Kultur und Allgemeinbildung eines Landes wichtig sind, darf es nicht mehr geben. Wobei übrigens sowieso mehr als 90% dieser Geisteswissenschafter umlernen und anderen Berufen nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wie übrigens auch viele Naturwissenschafter. Sie alle sind aber trotzdem eine Bereicherung für das Volk.

Bei den Studiengebühren betreiben die ÖVP und ihre Anhänger übrigens Gleichmacherei. Während sie bei Einkommen absolut nichts dagegen haben, dass unglaubliche Gehälter und Zulagen für Macher und Absahner bezahlt werden, finden sie es hingegen durchaus richtig, dass solche Leute nicht mehr als ca. 350 Euro pro UNI-Semester bezahlen. Also genauso viel wie die unterste Mittelschicht, die auch schon diesen Betrag zahlen muss. Hier ist also Gleichmacherei durchaus im Sinne der ÖVP und Gleichgesinnter. Die Unis brauchen ja eh nicht größere finanzielle Beiträge von den Leuten, die wesentlich mehr zahlen könnten. Nicht wahr?

Re: 1 von 2

Also ich weiß gar nicht wo ich bei diesen Mimimimi-Kommentar ansetzen soll. Die Universitäten waren immer Ausbildungsorte und keine Bildungsstätten. Wer studiert möchte mit seinem Studium Geld verdienen und dies gilt ebenfalls für geisteswissenschaftliche Studienrichtungen. Nebenbei ist das Niveau der Geisteswissenschaften am Nullpunkt angekommen, dank Gender und andern linken Ideologien, habe ich im Privatissimum selbst erlebt. Dass Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen notwendig sind, sieht man nicht nur an den Massen von Studenten, sondern auch daran, dass sämtliche Ausbildungsabschlüsse nach unten nivelliert werden. Bsp. Für Zeichenaufgaben im Baugewerbe gab es früher den gelernten Bautechnischen Zeichner, heute muss man mindestens eine HTL-Matura haben und in vielen Architekturbüros sitzen nur noch Diplomingenieure, die nur zeichnen, aber dafür haben sie studiert. Großartig. Leute mit Lehre sind wertlos, mit mittlerer Ausbildung geht gerade noch und zur Kompensation dieser Entwertung werden Hochschulabgänger verwendet. Vermutlich der Eitelkeit wegen.
Das Argument der sozialen Selektion, d. H. dass mit Studiengebühren weniger Arbeiter und Unterschichtkinder studieren, ist wohl das lächerlichste wie man an der niedrigen Studentenanzahl aus dieser Schicht sieht und das bei einem seit mehr als dreißigjährigen freien Hochschulzugang. Hier werden die armen Menschen (wie immer) instrumentalisiert, um Privilegien einer besseren Schicht aufrecht zu halten.

Antworten Antworten Gast: gerda
08.10.2012 11:55
0 0

Re: Re: 1 von 2

Leider kam es in den letzten Jahren zu einer Nivellierung nach unten beginnend bei den Schulen. Daher muss es möglich sein sich seine Studenten aussuchen zu dürfen. Bei allen Rankings gewinnen jene Unis die ein streges Auslesekriterium anlegen.

Re: Re: 2 von 2

Das Problem liegt nicht an Studiengebühren sondern an der frühen Selektion, die sich durch neun Jahre Pflichtschule ausdrückt.
Das Argument, dass Leute, die die Meisterprüfung machen, arbeiten und es sich damit eh leisten können, stellt eine Verhöhnung sondersgleichen dar. Denn auch Studenten können nebenbei arbeiten und sich ihr Studium selbst finanzieren, was viele auch tun, aber oft eher um den von zuhause aus gewöhnten Lebensstandard beizubehalten.

Antworten Gast: Knaller
08.10.2012 10:17
0 1

Re: Außerdem wollen die ÖVP und Gleichgesinnte anscheinend auch der Kultur den Garaus machen.

Studium braucht nicht nur der Selbstverwirklichung dienen. Daher ist es klar, dass Studenten das studieren sollen, was eine hohe Jobchance bietet. Wer als "Hobby" studiert, etwa auch ältere Leute, die nie mehr ins Berufleben einsteigen werden, soll mehr zahlen. Dass ALLE zahlen sollten wird in Kürze ohnedies zur Realität.

Gabi Burgstaller und die Vertreter von ORF und Salzburger Nachrichten haben in dieser Diskussion wieder einmal bewiesen, dass sie in Bezug auf die Studiengebühren absolut keine Ahnung haben:

Wenn Burgstaller nicht versteht, dass für die Meisterprüfung so viel bezahlt werden müsse, aber für das Studium nicht, und die anderen Ahnungslosen dieser ORF-Runde beifällig nicken, zeugt das von haarsträubendem Unwissen.

Die Gesellen und Facharbeiter, die eine Meisterprüfung machen wollen, stehen voll im Berufs- und Erwerbsleben, können daher mit ihren Einkommen diese Ausbildung bezahlen, ohne den Eltern auf der Tasche zu liegen. Wie sie auch die anderen Dinge des täglichen Lebens selbst bezahlen können.

Während die Studenten ihren Eltern mit Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Kleidung, Ausgaben für Fahrten, Taschengeld, Studienmittel usw. usw. gewaltig auf der Tasche liegen!!!
Dass das die selbsternannte, christliche Familienpartei ÖVP und Gleichgesinnte nie zu wissen scheint, überrascht ja nicht, aber eine hochrangige SPÖ-Politikerin sollte das schon wissen.

Daher eine für die ÖVP und Gleichgesinnte in den anderen Parteien eine kostenlose Auskunft: Die Gesellen und Facharbeiter, die voll im Erwerbsleben stehen, sind keine Sozialfälle! Die Studenten aber schon! Wenn es geht, also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

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Rettunsschirm für Unis

und Unternehmen!

Gast: Auflagen wichtig
07.10.2012 22:49
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Griechisches Dilemma

Leider versickert an zu vielen Unis zu viel Geld ohne klaren Plan. Den Unis Steuergeld bedingungslos in das Globalbudget zu schieben, erinnert an das griechische Dilemma: Da braucht jemand wirklich mehr Geld, um Impulse zu setzen, aber man fragt sich auch, wo das bisherige Geld versickert ist - und warum das mit Extrageld plötzlich klappen sollte...

komisches Land

Man spart die Bildung zu Tode und gibt anstelle Geld für Reformen aus, die keine sind. danach wundert man sich, dass Ö im Vgl schlecht abschneidet.
man redimensioniert die Unimittel, dann stellt man fest, man hat zu wenig Akademiker, dann wundert man sich, dass nur wenige Ö studieren wollen. Gebühren ja nein ja nein, was jetzt?
Dann kürzt man Sportunterricht, wo es nur geht und wundert sich, dass ö Jugend immer unsportlicher und dicker wird!
Nur im Rauchen in der U25 samma stoak!
Bei diesen Gehirnakrobaten, die in der Regierung sitzen, wird sich auch nicht viel ändern. Viell wäre mal ein positives Budget anzustreben. Aber das haben die Korruptionäre in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft. Wahl 2013... Wen kann man noch wählen?! Saubande, alle miteinander!

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