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Kritik an Uni-Ministerium: Fehler in der Kommunikation

10.10.2012 | 16:03 |  Von Bernadette Bayrhammer (DiePresse.com)

450 Millionen Euro mehr als erwartet fließen in die Grundbudgets der Unis. Aus dem Wissenschaftsressort seien unklare Informationen gekommen, sagt Rektorenchef Schmidinger.

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Wien. Nach dem jüngsten Missverständnis um die Budgetvergabe an die Unis – es war unklar, ob 450 Millionen Euro in die Grundbudgets fließen würden – geht Rektorenchef Heinrich Schmidinger nun in die Offensive: Er wirft dem Wissenschaftsministerium Fehler in der Kommunikation vor. „Das sogenannte Missverständnis beruht nicht darauf, dass die Rektoren nicht rechnen oder lesen könnten, sondern darauf, dass das Ministerium nicht mit einer Stimme spricht“, sagt Schmidinger im Gespräch mit der „Presse“.

Seit Mitte September hätten sich die Uni-Chefs bemüht, die Frage nach der Verwendung der 450 Millionen Euro aus dem sogenannten Strukturfonds zu klären – vergeblich: Unterschiedliche Ressortmitarbeiter hätten unterschiedliche Informationen gegeben, so Schmidinger. Die meisten Rektoren seien daher davon ausgegangen, dass sie die Strukturmittel, die leistungsbezogen vergeben werden, nicht verwenden dürften, um die Löcher im Grundbudget zu stopfen. Man habe vielmehr angenommen, dass das Geld zweckgebunden verwendet, und – falls bestimmte Ziele nicht erreicht werden – sogar zurückgezahlt werden müsste; deswegen auch die Forderung der Uni-Chefs nach 600 Millionen Euro zusätzlich für die kommenden drei Jahre.

„Klarheit hat erst Minister Töchterle (ÖVP, Anm.) beim Sonderplenum am Montag hergestellt“, betont Schmidinger. „Zuvor gab es aus dem Ministerium ganz anderslautende Auskünfte.“ Für die Rektoren hatte dies zu einer äußerst peinlichen Situation geführt. Konkret: Statt der zuletzt geforderten 600 Millionen fehlen für die Grundbudgets der Unis „nur“ 150 Millionen Euro. Was aber längst nicht bedeutet, dass alles eitel Sonnenschein ist: „Die Universitäten verfügen trotzdem nicht über ausreichende Mittel“, so Schmidinger. Mehrere würden die Fixkosten auch unter Berücksichtigung dieser Mittel nicht abdecken können; insbesondere jene, die bereits im roten Bereich sind. Zur Erinnerung: Zuletzt hatte etwa die TU Wien negativ bilanziert. Schmidinger: „Es ist nicht auszuschließen, dass diese Universitäten ihre Leistungsvereinbarungen trotzdem nicht unterschreiben können.“

Gestaltungsspielraum sehr klein

Insgesamt seien die erwarteten Gestaltungsspielräume der Unis mit dem vorliegenden Budget sehr klein, kritisiert Schmidinger: Es gebe kaum Chancen, um über die Erhaltung des Status quo hinaus Ziele wie die Verbesserung der Betreuungsverhältnisse, Internationalisierung oder Ähnliches zu finanzieren. „Auch die Uni-Milliarde reicht nicht aus, um selbst die akuten Probleme der Universitäten zu lösen – geschweige denn, sie international konkurrenzfähig aufzustellen.“

Unklar sei außerdem, mit welchem Geld die zusätzlichen Professorenstellen für sogenannte Massenfächer bezahlt werden sollen – der „Standard“ berichtete zuletzt von bis zu 100 Stellen. Diese könnten Teil des Pakets für den Test der Studienplatzfinanzierung und Zugangsbeschränkungen sein, das ÖVP und SPÖ derzeit verhandeln. Für Schmidinger ist klar: „Es ist nicht vorstellbar, dass das aus der Uni-Milliarde finanziert wird.“

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10 Kommentare
Gast: liberoamalis
12.10.2012 16:01
0 0

Re: Mit einer Zunge sprechen-Susitant

Die Universitäten werden nie vollständig autonom, da sie am "Gängelband" der Zielvereinbarungen und Budgetzuweisungen hängen. Dies erlaubt folglich dem BM eine sehr mächtige Position einzunehmen. Ihr Kommentar glänzt nicht gerade von Praxiswissen, vielmehr scheinen Sie mit billigen Killerphrasen ("Schatzerl"...) Ihr gelebtes Verniedlichungsniveau zu demonstrieren. Ersparen Sie sich Ihre unbrauchbaren Kommentare, oder glauben Sie wirklich, dass all die inkompeten Schreibtischtäter im BM und in den Uni-Führungsgremien einen Nachweis in Führungsqualifikation erbringen können? Das einzige, was sie alle sicher können, ist das Aufblähen des Verwaltungsapparates-leider nicht der Kommunikationsqualität. Das damit vergeudete Geld könnte vermutlich mehr als die heiß umstrittenen fehlenden Mittel ersetzen.

Gast: liberoamalis
11.10.2012 10:33
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Mit einer Zunge sprechen

BM Töchterle soll sich endlich von den Klauen der ÖVP befreien und dem Ministerium seinen eigenen Stempel aufdrücken. Dazu soll er sich seinen Kabinettschef selbst aussuchen und nicht weiterhin Marionette einer Uni-feindlichen Regierungspartei bleiben. Es ist auch höchste Zeit, die Aufgaben des Wissenschaftsressorts auch als "Zukunftsministerium" zu verstehen und daher sich mit modernen Managementmethoden dieser für Österreich vitalen Aufgabe zu widmen.

Antworten Gast: Susitant`
11.10.2012 12:11
0 2

Re: Mit einer Zunge sprechen

mein Gott Schatzerl, weisst schon was da daher redst`?
Umbenennungen, moderne "Management-Methoden" usw. ist doch alles Schnee von gestern!
Die Univerisitäten sind selbstständig und eben nicht am Gängelband einer Partei (so wie es Frau Schmied gerne hätte).
Sie müssen sich nur professionell verhalten und nicht wieder nach der Bevormundung des Ministeriums rufen!

Re: Re: Mit einer Zunge sprechen

Ausser der abfälligen Bezeichnung "Schatzerl" stimmt ihr Statement

Gast: Academixnix
11.10.2012 08:04
1 2

Legasthenie?

kann es sein, dass die Herren und Damen Rektoren, Pardon Rektorinnen, den Budgetvoranschlag nicht richtig lesen können?
Muss doch wieder der Herr Bardelt von der WU her?

Re: Legasthenie?

der kennt aber nur seine UNI - pro dome

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Im Vergleich:

Jahresbudget des AMS: 900 Mio Euro.

ha-ha

und das soll irgendwer glauben - es ist beleidigend von Herrn Rektor Schmiedinger zu meinen, dass irgendwer sein Aussage glaubt.

Gast: uburoi
10.10.2012 18:27
2 0

studierende am studieren zu hindern ist nicht im sinne der universität.

mahlzeit!

Ein bisserl zerstreut ...

... der Herr Töchterle.

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