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Top-Forschung: Was es für einen Nobelpreis braucht

21.10.2012 | 18:27 |  ERICH WITZMANN (Die Presse)

Österreich müsse eine "von Wissenschaft und Forschung geprägte Kultur" etablieren, raten Nobelpreisträger bei einer Tagung in Wien. "Wir brauchen eine Atmosphäre, die Entdeckungen ermöglicht."

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Wien. Geld ist für die Spitzenforschung wichtig, aber bei Weitem nicht alles. So sehen es zumindest die in der Vorwoche in Wien anwesenden Nobelpreisträger, für die vor allem das wissenschaftliche Umfeld von Bedeutung ist. Dass Johannes Hahn (ÖVP) in seiner Zeit als Wissenschaftsminister als politisches Ziel vorgab, Österreich müsse einen Nobelpreisträger hervorbringen, sei jedenfalls ein falscher Ansatz: „Das Ziel muss vielmehr sein, einen hohen wissenschaftlichen Standard zu sichern, für eine hervorragende Qualität zu sorgen und die Wissenschaft aufregend und spannend zu gestalten“, sagt der US-amerikanische Chemiker Thomas Steitz, der im Jahr 2009 den Nobelpreis für Chemie erhalten hat, bei der Veranstaltung in Wien.

Insgesamt sechs Nobelpreisträger sind zum diesjährigen Wiener Nobelpreisträgerseminar gekommen, das zum siebten Mal von drei Wiener Unis (Uni Wien, Medizin-Uni und Vetmed) gemeinsam mit den Wiener Vorlesungen veranstaltet wurde. Für Elizabeth Blackburn von der University of California (Nobelpreis für Medizin 2009) braucht es eine von Wissenschaft und Forschung geprägte Kultur. „Forscher müssen willkommen sein, es muss eine Atmosphäre vorhanden sein, die Entdeckungen ermöglicht.“ Und mindestens ebenso wichtig: „Die Wissenschaft darf nicht nach der Nützlichkeit fragen.“

Steitz legt zudem auf die Feststellung wert, dass die Wissenschaftsszene stets verbessert werden müsse – auf jedem Gebiet und in jedem Land. Von Bedeutung sei auch, dass Forscher im Ausland präsent sind, bei Kongressen Gespräche führen. Die Community of Science müsse auf die betreffende Person aufmerksam werden.

 

Kleine Unis für Ausbildung besser

Für Steitz ist eine kleine Universität für die akademische Ausbildung besser, dann aber benötige ein Wissenschaftler weitere Spitzenforscher in seiner unmittelbaren Umgebung. Je mehr, desto besser. Von besonderer Bedeutung seien die Drittmittel – vor allem Unternehmen, die Grundlagenforschung sponsern. Das persönliche familiäre Leben, auch jenes der Forscherinnen, und die Karriere lassen sich durchaus vereinen, ist Blackburn überzeugt. Es sei keine Vorbedingung, aber jedenfalls besser, wenn beide Partner in der Wissenschaft tätig seien, ergänzt dazu Steitz.

Die Zahl der Nobelpreise sei aber begrenzt, und es könne ziemlich lange von der Entdeckung bis zur Anerkennung dauern. So habe der diesjährige Medizin-Nobelpreisträger John B. Gurdon bereits 1962 die nun ausgezeichnete Entdeckung gemacht. Es gebe aber stets neue Herausforderungen, neue des Nobelpreises würdige Erkenntnisse. „Die Biologie“, sagt Steitz über sein Gebiet, „ist da ein nie endender Bereich.“

Was ein Nobelpreis für den Betroffenen bedeutet? „Es ist eine großartige Ehrung und gibt der Begeisterung neuen Schwung“, sagt Elizabeth Blackburn.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2012)

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4 Kommentare
Gast: yamo
22.10.2012 22:54
1 0

Das Ziel ist

mit minimalem Aufwand maximalen Durchsatz an Studenten zu erzielen.

Das Gerede von Weltklasse-Uni, Nobelpreisträgern usw. ist realitätsfernes Seitenblicke-Gelaber.

ups, ich dachte der schwerpunkt

im österreichischen bildungssystem liege neuerdins auf der täglichen turnstunde!?

0 1

wenn ich es richtig interpretiere..

weg von Spaß und Reiner Unterhaltung.

Re: wenn ich es richtig interpretiere..

nein! Ihre Interpretation ist falsch und überflüssig

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