18.05.2013 13:33 Merkliste 0

ÖH trauert um offenen Zugang zu Informatikstudium an TU Wien

30.10.2012 | 13:15 |   (DiePresse.com)

Nur wer Teilprüfungen im ersten Studienjahr besteht, darf mit dem praktischen Teil der Lehrveranstaltung beginnen. Die ÖH kritisiert die "Knock-Out-Prüfungen".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mit schwarzen Stoffbahnen, die aus den Fenstern des Institutsgebäudes heruntergelassen wurden, haben am Dienstag Studentenvertreter der Technischen Uni (TU) Wien um den offenen Zugang zum Informatikstudium an ihrer Hochschule getrauert. Seit Herbst sind in den Lehrveranstaltungen des ersten Studienjahres nur noch Plätze für maximal 420 Anfänger (zuzüglich Plätzen für Repetenten) vorgesehen. Bei mehr Interessenten dürfen nur jene mit dem praktischen Teil der jeweiligen Lehrveranstaltung beginnen, die eine Teilprüfung positiv absolvieren. Die ersten dieser Tests finden heute, Dienstag, statt.

Die HochschülerInnenschaft (ÖH) spricht von "Knock-Out'-Prüfungen, mit denen "ein Großteil der Studenten aus dem Studium gedrängt" werde, obwohl die Zahl der Informatikstudenten an der TU Wien schon seit Jahren rückläufig sei. Und sie warnt vor künftigen Zugangsbeschränkungen: Immerhin verhandeln Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl seit Wochen über einen Probelauf für eine Studienplatzfinanzierung in fünf Fächern (die "Presse" berichtete), in deren Rahmen auch das Informatik-Studium beschränkt werden könnte.

Dekan Gerald Steinhardt zeigt im Gespräch zwar Verständnis für die Kritik der Studenten an der Neuregelung des ersten Studienjahres. Es handle sich dabei allerdings weder um Zugangsbeschränkungen noch um KO-Prüfungen, betont er. Immerhin könnten all jene, die die Teilprüfung positiv bestehen, den praktischen Teil der Lehrveranstaltungen beginnen. Es müssten nur manche von ihnen auf das Sommersemester vertröstet werden.

"Mit derzeitigen Ressourcen nicht möglich"

"Auch ich bin alles andere als glücklich mit der Situation und würde gerne alle, die bei uns ein Studium beginnen wollen, ausbilden können", sagt Steinhardt. Mit den derzeitigen Ressourcen sei es allerdings nicht möglich, einer unbegrenzten Zahl von Anfängern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu garantieren. Und das sei weder den Studenten noch den künftigen Abnehmern in der Wirtschaft gegenüber zu verantworten.

Mit rund 8.000 Studenten bildet die TU Wien derzeit mehr als die Hälfte der Informatik- und Wirtschaftsinformatikstudenten aus, obwohl es in Österreich sieben Studienstandorte für diese Fächer gibt, sagt Steinhardt. "Das ist ein SOS-Ruf an die politisch Verantwortlichen, zu überlegen, wie viele Studierende wir ausbilden sollen und uns die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen."

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

10 Kommentare
Gast: Hermann vom Gipfel
01.11.2012 16:53
0 0

Informatik ist heute in jedem anderen Studium ohnedies enthalten.

Auch bis weit in theoretische Professionalität hinein. Wenn das Informatikstudium ganz abgeschafft wird, dann klafft trotzdem eine Lücke in der Ausbildung.
Allerdings kann es nicht sein, dass Informatik Studenten mit einem relativ einfachen Studium (je nach Begabung) sich als Fachexperten aller technischen und nicht technischen Richtungen etablieren. Das sind sie nicht.

Gast: Gasti
30.10.2012 18:41
2 0

Nur die Besten kommen durch

Und das ist gut so.

Aber bitte ohne sexistischen 'Nachteilsausgleich' fuer unfaehige Frauen.

Antworten Gast: NO REMORSE NO REPENT WE DONT CARE WHAT IT MEANT
31.10.2012 23:05
0 1

Re: Nur die Besten kommen durch

Ganz genau! Wer bei seinen Leistungen auch nur im allergeringsten Anzeichen einer Schwächelei zeigt, der gehört umgehendst aus dem System entfernt. der elitäre Charakter der akademischen Bildung muss erhalten bleiben, ein "Akademikerproletariat", zusammengesetzt aus all jenen, die sich halt irgendwie durchgewurschtelt haben, nützt niemandem etwas, auch nicht den Durchwurschtlern selbst!

Unverständlich

Gute Informatiker werden überall gesucht. Volkswirtschaftlicher Nutzen dieser Ausbildung ist unmittelbar sichtbar.

Woher nimmt dieses Ministerium solche Ideen?
ich vermute /dev/urandom

Eben: GUTE...

... - und für die sollten die Prüfungen kein wirkliches Problem darstellen.

Re: Unverständlich

Gesucht werden vor allem Entwickler. Programmieren lernt man im Informatikstudium aber nur wenig.

Gast: gast1190
30.10.2012 18:08
1 0

Inskriptionsketten

Als ehem. Studierender mit Matrikelnumer 7625xxx der TU Wien und Habilitierter der TU Wien erlaube ich mir - auf die in den 70iger und noch 80ziger Jahren bestehenden und auch wirklich rigoros eingeforderten Inskriptions- Prüfungsketten" zu verweisen!
Wer im xSemester diese und diese (und diese - Ausnahme) LV nicht positiv kolloquiert hatte durfte im Semester x+1 diese neue LVy (Ü, LÜ) - mit "Pech" auch mehrer - nicht inskribieren und verlor damit mindestens ein Jahr, da dazumals die LVa's nur im WS oder SS abgehalten wurden !
Dennoch war die Qualität der AbsolventenInnen deutlich besser - also was solls!!

Antworten Gast: GASThuih2398
31.10.2012 18:47
0 0

Re: Inskriptionsketten

Da bekam man aber auch noch die Familienbeihilfe bis zum 27.Lebensjahr (und keine Studiengebühr bei allen Unis)

0 0

Dabei werden Informatiker

"händeringend" gesucht, wie man uns alle zwei Wochen weismachen will.

Re: Dabei werden Informatiker

Nicht Informatiker werden händeringend gesucht, sondern vor allem Entwickler und Administratoren.

Schlagzeilen Bildung