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Innsbrucker Unis warten vor Fusions-Entscheid offenbar Rektorwahl ab

30.10.2012 | 13:27 |   (DiePresse.com)

Die Bestellung der neuen Rektorin der Med-Uni Innsbruck erfolgt voraussichtlich am 14. November. Eine Entscheidung über eine Fusion mit der Uni Innsbruck ist davor unwahrscheinlich.

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Eine Entscheidung über weitere Schritte hin zu einer möglichen Wiedervereinigung der Medizinischen Universität Innsbruck mit der Leopold Franzens-Universität dürfte nicht vor der Bestellung der neuen Rektorin für die Med-Uni Mitte November fallen. "Realistischerweise wird man abwarten, wer aus dem Dreiervorschlag zur Rektorin bestellt wird. Denn das beeinflusst natürlich die Diskussion", sagte ein Sprecher der Universität Innsbruck am Dienstag.

Die neu bestellte Med-Uni-Rektorin werde dann möglicherweise jenem Zwölfergremium beigezogen, das den von Arbeitsgruppen erstellten Endbericht behandle und über weitere Schritte berate, erklärte Uwe Steger, der Sprecher des Rektors der Universität Innsbruck, Tilmann Märk. Der Dreiervorschlag des Senats mit drei Kandidatinnen für den Rektorposten der Medizinischen Universität wird voraussichtlich in der Sitzung am 14. November vom Universitätsrat behandelt, der für die eigentliche Bestellung der Rektorin zuständig ist. Die neue Rektorin wird ihr Amt mit 1. Oktober 2013 antreten.

Steger betonte, dass ansonsten Stillschweigen über den derzeitigen Stand der Gespräche in den Arbeitsgruppen vereinbart worden sei. Märk werde aber weiter daran arbeiten, wenn es irgendwie möglich sein, die beiden Unis wieder zusammenzuführen.

Mitte Oktober war bekannt geworden, dass die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) forcierte Wiederzusammenführung durch ein internes Strategiepapier Rückenwind erhalten hatte (Die "Presse berichtete). Demnach soll zwar die interne Struktur der Med-Uni erhalten bleiben, künftig soll es aber statt eines eigenen Rektors nur mehr einen Vizerektor für Medizin geben. Dieser werde dann sein Budget mit dem Rektor zu verhandlen haben. Das Strategiepapier spreche sich auch für ein "gemeinsames Haus der Verwaltung" aus.

Töchterle: "Kein Argument gegen Fusion"

Töchterle teilte der APA am Dienstag auf Anfrage mit, dass er "kein sachlich fundiertes Argument" sehe, das gegen eine Fusion spreche. "Aus meiner Sicht gibt es mehrere sehr gute Gründe, die für eine Fusion sprechen, etwa Effizienzsteigerungen und die Interdisziplinarität.", sagte der Minister." Auch in den öffentlich stark diskutierten Rankings würde sich Innsbruck deutlich verbessern. Er stehe aber zu seinem Grundsatz, dass eine Fusion "von beiden Seiten gewollt und getragen werden muss" und könne als Minister lediglich den notwendigen gesetzlichen Rahmen schaffen, meinte Töchterle.

Unterdessen erklärte der Vorsitzende des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal der Medizinischen Universität Innsbruck, Martin Tiefenthaler gegenüber der APA, dass in der vergangenen Woche sowohl die wissenschaftlichen Mitarbeiter als auch das allgemeine Personal in Betriebsversammlungen mit großen Mehrheiten, mit 92 Prozent bzw. zu zwei Dritteln, eine Fusion ablehnten. Sollte einmal ein Gesetzestext vorliegen, werde man sich zudem Protestmaßnahmen überlegen, kündigte Tiefenthaler an.

 

(APA)

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16 Kommentare
Gast: kein Mediziner
30.10.2012 23:25
0 1

Mittel für die Skandal-Uni streichen

schon bemerkenswert, wieviele paranoide Wir-sind-was-ganz-besonderes-Mediziner hier herumgeistern... wenn die repräsentativ für die Med-Uni sind, dann frag ich mich schon, was die Hauptuni reitet, die wiederhaben zu wollen, gerade nach den nie enden wollenden Skandalen an der Medizin

wäre ungefähr so, als ob sich jemand darum bemüht, eine bad bank zu kaufen

Antworten Gast: Conquista
31.10.2012 08:45
0 0

Re: Mittel für die Skandal-Uni streichen

Bei dieser Conquistadoren-Mentalität von Seiten der "Nichtmediziner" (siehe Nick) kann es in allfälligen Verhandlungen kein Weiterkommen geben.

Und weshalb soll die MedUni eine Skandal-Uni sein? Reden wir lieber nicht über das, was an der HauptUni alles passiert ist und passiert.

Und "bad bank"? Die Hauptuni sieht in der MedUni wohl eher eine kleine Schatztruhe.

Gast: auguri
30.10.2012 17:42
0 2

ja der Tiefenthaler

vor einem Jahr klang er noch anders, der Herr Tiefenthaler (letzten Absatz lesen). Was ihn jetzt wohl reitet?

http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/709727/MedUni-Innsbruck_Erste-Schritte-fuer-Fusion-mit-Uni

Antworten Gast: Marcellus II.
30.10.2012 20:08
2 0

Re: ja der Tiefenthaler

Den Medizinern sollten wir überhaupt verbieten, sich in dieser Sache zu äußern. Das macht der Pressesprecher der Uni Innsbruck - der weiß, was für beide gut ist!


Antworten Antworten Gast: römer
30.10.2012 21:28
0 2

Re: Re: ja der Tiefenthaler

Dieser widerspricht und widerlegt sich aber nicht innerhalb eines Jahrs selbst.

Gast: Monolog
30.10.2012 15:05
4 0

MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

Wenn Töchterle "kein Argument gegen Fusion" sieht, dann war die gesamte bisherige Diskussion sinnlos.

Dass eine Fusion keinen Sinn ergibt, wurde sehr anschaulich dargelegt. Nur um die Ranking-Ergebnisse zu schönen und der Uni Innsbruck den Zugang zu den Reserven der MedUni zu eröffnen, dafür ist der Aufwand einer Fusion doch zu groß.

Und was meint Töchterle mit "Effizienz"? Wie definiert er diese? Ist ein Riesen-Universitätskonglomerat "effizient"? Kann Töchterle diesbezügliche Studien vorlegen?

Antworten Gast: Dialog
30.10.2012 22:45
0 1

Re: MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

"Riesen-Universitätskonglomerat"

Meinen Sie nicht dass Sie da ein bisschen übertreiben?

Mit 30.000 Studenten und 6000 Mitarbeiter ist man zwar nicht klein, aber sicher nicht "riesig" - in etwa in der Größenordnung wie Heidelberg - internationaler Standard.

Meinen Sie wirklich eine in 16 einzelne Universitäten filetierte LFU wäre effizienter?

Antworten Antworten Gast: Monolog
31.10.2012 08:48
0 0

Re: Re: MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

Von einer Filettierung der HauptUni hat - bislang - noch niemand gesprochen. Aber weil wir gerade beim Thema sein: eigentlich gar keine schlechte Idee! Dann müsste jede Fakultät für das geradestehen, was sie leistet - oder nicht leistet.
Die Physiker würden sicherlich sehr gut dastehen...

Antworten Antworten Antworten Gast: Dialog
31.10.2012 10:22
0 0

Re: Re: Re: MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

Ja genau! Jeder hat dann das Gefühl etwas ganz besonderes zu sein - besser als der Pöbel an den anderen Unis mit dem man besser nicht zusammenarbeitet ...
Und dann jedem sein eigenes Rektorat und Senat usw (mind 1 Mio €), ZID usw... Super Idee! Sie mögen wohl Versorgungsposten?

Und denken wir an all die weltberühmten Medizin-, Chemie- oder Physikunis dieser Welt... wahrlich nachahmenswert!

...

Die Forschungsleistungen der einzelnen Fakultäten sind einsehbar. Einfach auf der Homepage nachschauen - dann sehen sie wer was leistet.
Jeder kennt natürlich die Leistungen der Physiker - die sind aber halt nicht so vermessen und selbstherrlich etliche Extramillionen für eine eigene Uni vom Steuerzahler zu verlangen - die wissen dass man das Geld sinnvoller einsetzen kann.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Monolog
31.10.2012 12:16
0 0

Re: Re: Re: Re: MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

Filettierung der HauptUni war ironisch gemeint, falls das nicht angekommen sein sollte.

Nicht hingegen die Frage Leistungsevaluierung der einzelnen Fakultäten (der Hauptuni): Der Blick auf die Homepage reicht da nicht. Wie Evaluierungen durchgeführt werden, wissen wir alle. Was die einzelnen Fakultäten international zählen, ebenfalls. Da schau ich lieber nicht auf die Homepage der jeweiligen Fakultät, sondern auf die internationalen Rankings. Mehr brauche ich nicht zu sagen.

Physik kann man nicht mit Medizin vergleichen. Vom Gegenstand, vom Aufgabenfeld, von der Leistungsstruktur her nicht.

Die MedUni kooperiert bereits international, mehr als jede andere Fakultät der HauptUni, vielleicht sogar mehr als die HauptUni insgesamt.

Die Abtrennung hat nicht die MedUni verlangt. Nun ist sie Realität. Die MedUni hat sich darauf eingestellt, mit großem Aufwand und mit großen Kosten. Das rückgängig zu machen wäre Wahnsinn.

Es geht - wenn schon - um die Extramillionen für die Fusion - diese können wir dem Steuerzahler nicht zumuten!
Nur um Eitelkeiten zu befriedigen, wie die Medien vor einigen Tagen treffend formuliert haben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Dialog
31.10.2012 14:15
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

Ich weiß dass es nicht ernst gemeint war - habe es provokativ gemeint weil ich nicht sehe warum Medizin etwas ganz anderes sein soll als "Unifächer". Warum z.B. Medizin mit Biologie weniger gemein hat als Pharmazie mit Jus mit Biologie mit Bauingenieurwesen mit Psychologie mit Lehramt usw.

Und warum das nur in Österreich so ist.

Ich glaube dass der Gedanke ganz etwas "Eigenes" zu sein für Mediziner einfach nicht gut ist - gerade weil man sich vieler anderer Wissenschaften bedient (Biologie, Pharmazie, Psychologie, Chemie, Phsychologie, Technik, BWL ...)

Habe nicht die Homepages der Fakultäten gemeint sondern der Jahresbericht in dem die ANzahl von Publikationen usw der jeweiligen Fakultäten aufgelistet ist - viel mehr berücksichtigen Rankings auch nicht, aber natürlich kann/soll man auch auf die schauen.

Und wozu wollen sie nicht mehr sagen? Jetzt wieder provokativ: die LFU liegt in den Rankings trotz kleinerem Budgets weit vor der MUI - aber natürlich ist so ein Vergleich absurd.

Habe nie behauptet dass die Innsbrucker Medizin schlecht ist. Im Gegenteil - ich glaube dass sie sehr gut ist - aber das war sie schon als Fakultät.

Aber darum geht es gar nicht.

Ich glaube nicht dass es ein Wahnsinn ist einen Wahsinn rückgängig zu machen wenn man sich langfristig Vorteile erwartet. Man muss/soll ja nicht alles rückgängig machen (innere Struktur usw) viele Entwicklungen waren ja auch positiv.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Einmalinvestition
31.10.2012 13:31
0 0

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?

Die einmaligen Fusionierungskosten sind sicher beträchtlich, wir sollten uns an Gehrer dafür schadlos halten.

Allerdings wird das aufgewogen durch die laufenden Kosten durch doppelte Verwaltung, doppelte Repräsentation und erschwerte Zusammenarbeit.

Das kürzlich bekannt gewordene Strategiepapier hat dafür wohl die harten Zahlen, aber ich vermute, in ein paar Jahren hat sich die Einmalinvestition durch die oben genannten Ersparnisse amortisiert.

Gegenargumente?

Antworten Gast: Nerven
30.10.2012 18:10
0 2

Re: MedUni nicht als gleichwertiger Dialogpartner akzeptiert

Reserven der Med-Uni? War die nicht doch anfangs des Jahres im Ministerium, um sich noch ein paar Millionen abzuholen, weil sie sonst heuer Personal hätte entlassen müssen? Solche Behauptungen widerlegen sich durch die Fakten, die auch in im Presse-Archiv zu finden sind.

Antworten Gast: Dialog
30.10.2012 16:46
0 2

"Dass eine Fusion keinen Sinn ergibt..."

Wie kommen Sie auf sowas??? Es gibt natürlich genügend Argumente für eine Fusion (und es gibt welche dagegen) - Sie scheinen auf einem Auge komplett blind zu sein...

Schon alleine dass das allgemeine Personal Massenkündigungen befürchtet ist doch schon ein Zeichen, dass eine effizientere Verwaltung "befürchtet" wird.

Antworten Antworten Gast: Scheindialog
30.10.2012 20:01
2 0

Re: "Dass eine Fusion keinen Sinn ergibt..."

Aha - das verstehen Sie (und der Minister?) unter effizienter Verwaltung: Massenentlassungen?

Aber natürlich nur bei der MedUni...

Antworten Antworten Antworten Gast: Dialog
30.10.2012 22:30
0 1

Re: Re: "Dass eine Fusion keinen Sinn ergibt..."

Man muss das Kind beim Namen nennen:

Ja natürlich! Effizientere Verwaltung heißt unter anderem, dass man für beide Einheiten in Zukunft weniger (verwaltendes) Personal brauch. Oder was meinen Sie?

Natürlich wird man die Leute nicht einfach entlassen können - aber man kann mit den Nachbesetzungen zurückhaltender sein und den Personalstand so über die Jahre zurückfahren.

"Nur bei der MedUni"???
So ein Schwachsinn!!! Das hat weder der Minister und noch weniger ich gefordert!!! Was legen Sie mir da in den Mund? Natürlich wird man die Lasten und Vorteile so gut wie möglich gerecht aufteilen müssen.

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