Uni-Chefs fürchten „Lösungen, die mehr schaden als nützen“

Die Rektoren erwarten sich von der Regierungsklausur ein Gesamtkonzept für die Beschränkung des Uni-Zugangs. Zu Studiengebühren will sich Schmidinger nicht mehr inhaltlich äußern.

Heinrich Schmidinger
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Heinrich Schmidinger – (c) APA/PHILIPP SCHALBER (PHILIPP SCHALBER)

Wien/Red. Seit erst rund einem Jahr bekleidet Heinrich Schmidinger den Posten des Rektorenpräsidenten – sein Glaube an die Reformkraft der heimischen Bundesregierung scheint jedoch schon kräftig Schaden genommen zu haben: Die Uni-Rektoren, so Schmidinger mit Blick auf die Regierungsklausur, „begrüßen, dass überhaupt irgendetwas in der Hochschulpolitik geschehe“. Sein – demnach bescheidener – Wunsch an die Koalition: „Dass sie nun etwas zustande bringt, dass den Unis und den Studierenden nicht mehr schadet als es ihnen nützt.“

Vor allem bei der Neuregelung des Uni-Zugangs drohen Gefahren: Wenn die Regierung, wie erwartet wird, nur punktuelle Beschränkungen für fünf ausgewählte Fächer beschließt, dann führe das zu „Verlagerungseffekten, die wieder neue Probleme nach sich ziehen“, so Schmidinger.

All jene Studierenden, die in den beschränkten Fächern keinen Platz finden, würden schlicht auf andere Studienrichtungen ausweichen, woraufhin es dort zu neuerlichen Engpässen käme. Die Rektoren fordern von der Regierung eine Regelung, „die das Gesamtsystem im Auge behält“. Zudem fordern die Rektoren, dass bei der Beschränkung der Platzzahlen die Kapazitäten der Unis als Berechnungsgrundlage dienen – und nicht bloß die Zahl der Studierenden, die man „politisch halt gern hätte“. Damit würden „die Nöte und Probleme der Unis nur noch gesetzlich festgeschrieben“.

Zu Studiengebühren will sich Schmidinger übrigens nicht mehr inhaltlich äußern. Das Thema wachse ihm schon „bei den Ohren heraus“. Sein einziger Wunsch: Rechtssicherheit. Der derzeitige Zustand, „wo wir in der Luft hängen“, sei „untragbar“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

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