Regierung einigt sich auf Beschränkung weiterer Studienfächer

09.11.2012 | 13:04 |   (DiePresse.com)

Zugangsbeschränkungen gibt es künftig auch in Informatik, Biologie und Biochemie, Architektur und Städteplanung, Wirtschaftswissenschaft und Pharmazie. Studierende protestierten bei der Regierungsklasur dagegen.

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Ab dem kommenden Studienjahr wird die Liste zugangsbeschränkter Fächer an den Unis länger: Derzeit sind in Human-, Zahn- und Veterinärmedizin, Sportwissenschaften, Psychologie und Publizistik sowie in Studien an den Kunstuniversitäten die Plätze beschränkt. Wie die Presse berichtete, wird in den Studienjahren 2013/14 bis 2015/16 nun auch in den Studienfeldern Informatik, Biologie und Biochemie, Architektur und Städteplanung, Wirtschaftswissenschaften (jeweils nur für Bachelor-Studien) sowie im Diplomstudium Pharmazie nur noch eine gewisse Zahl an Plätzen vergeben.

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Hintergrund der neuen Zugangsbeschränkungen ist ein Probelauf für die geplante Studienplatzfinanzierung, bei der den Universitäten eine definierte Zahl an Studienplätzen ausfinanziert wird. Die Mindestzahl aller Plätze pro Studienfeld wird gesetzlich festgelegt und orientiert sich an der Studienanfängerzahl des Wintersemesters 2011/12. Wie viele Plätze die einzelnen Unis anbieten, wird dann zwischen den Hochschulen und dem Wissenschaftsministerium ausverhandelt. Gibt es mehr Interessenten als Plätze, können die Unis Zugangsregelungen - sprich Aufnahmeprüfungen oder andere Varianten der Studentenauswahl - beschließen.

Gleichzeitig sollen in den fünf künftig neu zugangsbeschränkten Studienfeldern insgesamt 95 zusätzliche Professuren geschaffen werden, der weitaus größte Teil (40 Stellen) in den Wirtschaftswissenschaften. Dafür werden in der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode (2013 bis 2015) 36 Mio. Euro aus den Offensivmitteln der Hochschulmilliarde eingesetzt.

 

(APA)

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23 Kommentare

Beschränkungen in Informatik, Biologie, Biochemie, Architektur und Stadtplanung.

Is doch irgendwie seltsam... da hat uns doch noch vor einem Jahr eine Piepsstimme aus dem Bildungsministerium aufgerufen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu studieren. Jetzt tun das scheinbar einige und jetzt werdens beschränkt weils zu viele sind. Die ÖVP Hochschulpolitik strotzt ja geradezu vor konsequenten, durchdachten Entscheidungen. Bravo!

OeBB und Unibudget

aber Hauptsache wir haben Eur 60 Milliarden fuer die OeBB! Unglaublich wie unsere Zukunft von sozialisten

Re: OeBB und Unibudget

Ein funktionierender öffentlicher Verkehr ist
a) wichtig
b) nicht gewinnbringend, wenn er wirklich funktionieren soll (z.B., weil Züge auch dann zur angegebenen Zeit fahren müssen, wenn nur 2 Leute drinnen sitzen)

Re: Re: OeBB und Unibudget

Also ich brauch die Bahn nicht, warum muss ich sie so hoch subventionieren? Sollen jene zahlen die es nutzen.

Re: Re: Re: OeBB und Unibudget

ein bisserl komisch ihre Ansichten

Re: Re: Re: OeBB und Unibudget

Ich brauche deine Behandlung auch nicht wenn Ansichten hinführen?

Re: Re: OeBB und Unibudget

die Nebenbahnen brauch man dafuer nicht,,,8 Milliarden werden da jedes Jahr von den Steuerzahlern hineingebuttert..die Unis bekommen nicht einmal die Haelfte dieses Betrages....von wegen funktionierender Verkehr. Eine Schweinerei ist das.

Zugangsbeschränkungen

Ich finde Zugangsbeschränkungen mit einem Aufnahmetest, wesentlich ehrlicher und fairer, als den status quo in manchen dieser Studien. Denn wenn man einmal den Test geschafft hat, braucht man nicht bei jeder Seminar/Labor-LV zittern, ob man rein kommt. So schreibt man einen Test am anfang und garantierte Plätze, sodass ein Studium in kürzerer Zeit absolviert werden kann.

Re: Zugangsbeschränkungen

diese Ansicht ist leider sehr naiv - es wird sich in diesen Bereichen gar nichts ändern

Regierung einigt sich auf Beschränkung - wie passend.


es würde genügen den zugang für deutsche zu beschränken

bis zu 70% deutsche in manchen studiengängen das ist eine zumutung

Warum bloß Informatik?

Anderer Vorschlag: Wieso nicht auch Naturwissenschaften und Technik beschränken? Studieren ja eh viel zu viele. In Indien zumindest.

Re: Warum bloß Informatik?

technik und Naturwissenschaft hat Arbeitsplätze, das heer der Germanisten nicht!

Beschränkung = Qualität

Psychologen werden in Deutschland geachtet, in Österreich belächelt

in ersterem gibt's den n.c.

Re: Beschränkung = Qualität

Err... Nein?
Reden sie mal mit einem Studenten der Psychologie in einem der bundesdeutschen Länder...

Re: Re: Beschränkung = Qualität

ich kenne mehr deutsche psychologen und psychologiestudenten als sie glauben.

deshalb: err... JA

Lasst uns studieren!

Aber, nicht umsonst!

lächerlich

Die ganze Lächerlichkeit des alten Weins in neuen Schläuchen zeigt sich im Satz:
"Dazu werden (für 3 Jahre) 36 Mio. Euro aus den Offensivmitteln der Hochschulmilliarde eingesetzt."

12Mio pro Jahr, aha. Sonst nichts. Nada. Nihil.

Aber nennen wir es euphemistisch "Hochschulmilliarde" - wohl nichtmal in Schilling sondern in Lire oder Pesetos gerechnet.

Und merkt euch den Obermuppet: Töchterle ist dafür vollumfänglich verantwortlich

Re: lächerlich

also 36 mio kosten die neuen professuren
2.5 mio die aenderungen bei den stipendien

und 40 mio bringen die studiengebuehren ein.

(ich hoff ich hab die zahlen richtig im kopf)

sind 1.5 mio ueberschuss. der vmtl im verwaltungsapparat versickert, denn diese aenderungen muessen ja verwaltet werden.

gratulation zum nullsummenspiel mit hohem verwaltungsaufwand.
oesterreich.

Ist Bildung für die Regierung nicht wichtig?

Bei diesem unglaublich dummen Ergebnis - Zugangsbeschränkungen für weitere Studienrichtungen - frage ich mich, ob Rot und Schwarz der Meinung sind, eine gute und für jedermann verfügbare Ausbildung sei in Österreich nicht wichtig?

Warum werden nicht Zugangsbeschränkungen für Ausländer (Deutsche, usw.) vorgenommen. Es gibt so viele, die nach Österreich kommen, unser Bildungssystem nutzen und dann wieder in ihr Heimatland zurückgehen, um dort zu arbeiten. Hier sollte man zuerst ansetzen!

Re: Ist Bildung für die Regierung nicht wichtig?

Als ob das Problem die Ausländer wären... Alle verlassen das Land fluchtartig, Mediziner, Informatiker, Naturwissenschafter wie Biologen und Physiker....egal ob Österreicher oder Deutsche oder sonst was, denn es ist einfach unattraktiv zu bleiben.
a) für die Karriere, Akademiker müssen Quasi ins Ausland
b) ist der Lohn schon in Nachbarländer deutlich höher...
c) Z.B. Turnus....klar das alle Mediziner abhauen, oder?

Mach die Bedinungen attraktiver und es bleiben garantiert mehr Leute hier.

Re: Re: Ist Bildung für die Regierung nicht wichtig?

stimmt, kenne einen deutschen Mediziner, der wegen ihrem c) wieder heimkehrte

Re: Ist Bildung für die Regierung nicht wichtig?

Kannst ja nach Griechenland oder Rumaenien studieren gehn. Alles Europa!

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