Universität: Mehr Informatik, weniger Architektur

12.11.2012 | 18:14 |   (Die Presse)

Die Regierung definiert die Zahl der Studienplätze für fünf Bereiche: Architektur, Wirtschaft, Informatik, Biologie und Pharmazie. Gibt es mehr Interessenten als Plätze, können Unis selbst Aufnahmeverfahren erstellen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien/Beba/Ett. Mehr Informatiker und Biologen, aber weniger Architekten als bisher wird es ab Herbst an den heimischen Unis geben. Denn dann startet der Probelauf der neuen Studienplatzfinanzierung – inklusive Platzbeschränkungen in fünf Studienfeldern: Architektur, Wirtschaft, Informatik, Biologie und Pharmazie – insgesamt 19 einzelne Fächer.

Mehr zum Thema:

Gestern präsentierten Uni-Minister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und seine Verhandlungspartnerin Andrea Kuntzl (SPÖ) Details. So soll die Zahl der Studienplätze über alle Bereiche hinweg um 100 steigen. Während Informatik und Biologie im Vergleich zu den Anfängerzahlen des Vorjahres ausgebaut werden, streicht die Regierung allerdings bei Architektur 420 Plätze. Bei Pharmazie und Wirtschaft gibt es ein geringes Plus (siehe Grafik).

Um die Betreuungsverhältnisse zu verbessern – zentrales Ziel des Modells –, sollen nicht nur 95 neue Professorenstellen geschaffen, sondern Studierende teils auch umgeschichtet werden. Stark überlastete Unis sollen weniger Studienplätze anbieten – für die Wirtschafts-Uni mit zuletzt 3600 Studienanfängern sieht das Ministerium in internen Berechnungen etwa 3000 Plätze vor. Andere, bislang weniger gefragte Standorte – bei Wirtschaft etwa die Uni Wien – dagegen mehr.

Wie die von der Regierung definierten Plätze letztlich tatsächlich zwischen den Unis verteilt werden, müssen Rektoren und Ministerium erst ausverhandeln. Klar ist aber: Gibt es in einem Bereich an einem Standort schließlich mehr Interessenten als Plätze, kann die Uni eigenständig Aufnahmeverfahren erstellen. Vorgabe: Sie müssen mehrstufig sein – also keine „Knock-out“-Prüfung –, dafür dürfen sie bis ins Semester hineinreichen.

2,5 Mio. zusätzlich an Beihilfen

Erfreuliche Nachricht für Studienanfänger ist indes die Erhöhung der Studienförderung, auf die sich die Regierung bei der Klausur in Laxenburg geeinigt hat. Künftig stehen 2,5 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung, wie „Die Presse“ aus dem Wissenschaftsministerium erfuhr. Die einzelnen Bezieher von Beihilfen dürfen auch darauf hoffen, eine höhere Unterstützung zu erhalten: Die Freibeträge bei Einkünften aus nicht selbstständiger Erwerbstätigkeit werden um 15 Prozent angehoben. Davon sollen vor allem Studierende mit geringen Beihilfen profitieren. Insgesamt werde damit die Lage eines großen Teils der Bezieher verbessert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

12 Kommentare

..

angebot und nachfrage, es werden nicht weniger studiosi, kapazitäten erweitern, nur für bestandene prüfungen soll man einen gewissen betrag zahlen, denn für geld will man auch eine entsprechende positive gegenleistung...?

180ects---- in euro?

weiterhin luftschlösser bauen, die österreichische lösung.

WiWi

Wie legt die Politik die Anfaengerzahlen fest? Wenn die WU Wien ueber 1500 Plaetze verfuegt, die Politik schreibt ihr aber 3500 vor, dann ist das wieder einer Verweigerung der Realitaet. Die Politik sollte sich an zahl der absolventen orientieren . Eine andereFrage waere, ob man ueberhaupt so viele WiWi Absolventen braucht.

Re: WiWi

Als dezenter Hinweis: auch bei einer Regelung der Anfängerzahlen ist damit nicht gesagt, dass diese auch ihr Studium anschliessen. Als Beispiel sei hier die Medizinuniversität genannt - bereits im dritten Semester haben doch viele das Studium wieder beendet - wenn nun die Aussage im Raum steht, dass sich die Anfängerzahl an den benötigten Ärzten orientieren soll kann das System so nicht funktionieren.

Sie sind ja ein hier immer wieder postender Verfechter von Zugangsbeschränkungen - und haben sie eine Idee wie sowas real funktionieren kann.

Psssst, ein Geheimnis:

es gibt ein Österreich außerhalb von Wien.

Re: Psssst, ein Geheimnis:

Meine Frage war auf Oesterreich bezogen. Die Zahlen ,die die Politik festgelegt hat, sind ein Kompromiss, und entsprechen nicht der tatsaechlichen Kapazitaeten der Unis. Fuer Sie spielt das vielleicht keine Rolle....

Informatik-Professoren - woher nehmen ?

.
Jüngste Berufungen und Antrittsvorlesungen an der TU Wien beweisen, dass man zu den derzeitigen Bedingungen kein geeignetes Personal für die Informatik-Lehre und gar für die Forschung bekommen kann. Vergleichbare Universitäten zahlen das Vielfache und stellen auch ausreichend Geld und Raum und eine Wissenschaftsumgebung mit gutem Ruf bei.

Re: Informatik-Professoren - woher nehmen ?

erinnert mich an meine 2 semester architektur an der tu...
ausreichend pcs fuer die CAD oder DG uebung? fehlanzeige. also mitn.block da sitzen, die schritte mitschreiben und hoffen, dass mans zuhause so hinkriegt.
zuhause - also wenn man bei manchen programmen eine nicht-legale version von irgendwoher ploetzlich am pc hat, denn die vollversion kostet 1000 euro, die studentenversion laesst ein speichern der arbeit nicht zu. hausaufgaben kontraproduktiv.

mit der version und eigenem laptop konnte man dann schon aktiv an der uebung teilnehmen...

so zuechtet man halt programm-raubkopie im grossen stil.
(nicht jeder hat zeit den ganzen tag auf der uni zu warten bis ein pc im labor frei wird um die aufgabe machen zu koennen oder fuer die pruefung zu ueben)...

sind die kleinen dinge, bei denen ich mich frag, wie man manche studien ausbauen will...

wiwi: machts wie die wu, zeichnet vorlesungen auf im internet, platzproblem in den hoersaelen geloest. kann man on demand zuhause anschauen.

Re: Re: Informatik-Professoren - woher nehmen ?

selten so gelacht

also ihr habt darstellende geometrie mittels computer und autocad oder nemetschek gelernt??

sicher so ein gymnasiast kann so ein programm natürlich auch sofort bedienen, auch frage ich mich als htler und exstudent, wo da der lernerfolg bzw -effekt sein soll, wenn man das dann mittels cad erledigt

also bei uns (gut bauingenieurwesen) hat man alles von hand zeichnen müssen mit einer zeichenplatte, linie, bleistift und in tusche man sollte ja auch was dabei lernen

es ist keine kunst mittels cad z.b. bei einem kegel jede mögliche schnittebene einzuführen und dann die schnittkanten zu ermitteln, mit hand sieht das dann schon anders aus, auch perspektiven sind am computer rasch gezeichnet

was habts denn da gelernt??? und wie hat da die prüfung ausgschaut??

in der volksschule lernt man schreiben auch auf einem blatt papier und bleistift und nicht mit einem computer, weil sonst lernt man es nie - und das selbe gilt für DG

Re: Re: Re: Informatik-Professoren - woher nehmen ?

Das Universitätsgesetz 2002 unterscheidet aus gutem Grund zwischen LEHR-Veranstaltungen (Wissenschaftlich basierte Lehre) von UNTERRICHTS-Veranstaltungen (Vermittlung von Fertigkeiten) ! Und gerade im Archtekturstudium BEGEHT MAN diesbezüglich ETTIKETTENSCHWINDEL ! Dafür sind die von Ihnen genannten Veranstaltungen geradezu Musterbeispiel, aber sicherlich nicht die einzigen. Aber die Pflichtlehrveranstaltungen aus Mathematik (2 SWS) und über Licht und Schall ("Technischer Ausbau A", 2 SWS, lux und deziBel - was ist das ?) hat man gestrichen, weil man dort nicht mit Schwafeln durchkommen kann. Der verliehene Akademische Grad Diplom-INGENIEUR sprich ja dahingehend geradezu HOHN ! Aber hoffentlich geht mit Dekan Semsroth das Desaster in Pension. Aber welcher Architektur-Professor hat überhaupt eine Befugnis als Architekt ("ZT"), welche haben überhaupt nennenswertes GEBAUT ?

Re: Re: Informatik-Professoren - woher nehmen ?

Die Studis sind meist besser ausgestattet als die Institute ! Daher sind so genannte "Internet-Räume" - etwa 100 an der TU Wien - größtenteils nutzlose Kostenfaktoren und die Bildschirmstationen zu 95 % der Zeit unbenützt. Die Mieten sind daher reine Förderungsbeiträge an die Bundes-Immobilien-Gesellschaft (BIG). Dafür hat die TU Wien eine eigene Polizei mit Uniform und Rangabzeichen eingerichtet, die von einer externen "Security" noch unterstützt werd ! Super gemacht, Herr Hodecek ! Wann kommt der Hochsicherheitstrakt ?

Re: Re: Re: Informatik-Professoren - woher nehmen ?

ich kenn die aktuelle situation nicht, 2009 wars halt echt schwierig, wenn man gewisse programme brauchte.

im freihaus der pc raum war eigtl auch immer voll. damals.

aber stimmt schon - ich nehm auch immer meinen eigenen laptop mit in die uni. da hab ich meine daten mit, kann keinen usb stick vergessen und hab die programme drauf, die ich brauch. (in bwl nicht schwer)

aber in architektur brauchten wir damals 1 programm, fuer das es eben keine billigen lizenzen gab, das war damals auch nur auf den pcs drauf, auf die nur architekturstudis zugriff hatten (also nicht in den oeffentlichen im freihaus oder der bib).
die restlichen progs gabs billig/gratis.

oeffentliche pc raeume braucht man nicht ausbauen, nicht im grossen stil.
dafuer die pc raeume die im unterricht benutzt werden.

Re: Re: Re: Re: Informatik-Professoren - woher nehmen ?

wenn man bei einer vorlesung oder übung ein spezielles programm braucht, dann bekommt man eine zeitlich begrenzte lizenz

bei uns in IBK war das jedenfalls so
da gab es das fe-programm bei einer tunnelbauübung (war auch auf den computern der uni) und man bekam auch das ausscheibungsprogramm auer für die übungen, welche das voraussetzten

im übrigen liegt das auch im interesse der hersteller, denn wer so ein programm kennt verwendet es dann eventuell auch im beruf

AnmeldenAnmelden