Linz plant Medizin-Campus ab 2014

16.12.2012 | 18:46 |   (Die Presse)

Die Johannes-Kepler-Uni Linz kämpft weiter um eine eigene Medizinfakultät. AKH, Frauen- und Nervenklinik sollen gemeinsam zur Uni-Klinik werden.

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Wien/Apa. Die seit Langem gehegten Pläne für eine eigene Medizinfakultät an der Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) werden konkreter. „Wir sind in eine neue Phase eingetreten“, meinte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer Ende vergangener Woche bei einer Pressekonferenz, bei der die konkreten Pläne für eine eigenen Uni-Klinik vorgestellt wurden.

Konkret sollen das AKH Linz, die benachbarte Landes-Frauen- und Kinderklinik und die Landesnervenklinik Wagner-Jauregg zur „Johannes Kepler Universitätskrankenanstalt“ zusammengeschlossen werden. Diese drei Krankenhäuser würden die meisten ihrer Abteilungen in die Uni-Klinik einbringen, das Areal von AKH, Frauen- und Kinderklinik soll der Campus dieser Medizinfakultät werden. Diese soll dann die Forschungs- und Lehraufgaben im klinischen Bereich gemeinsam mit der Medizinfakultät erfüllen. Die Ordensspitäler könnten künftig zu Partnerkrankenanstalten werden.

 

Verhandlungen ab Februar

Wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichten, soll die neue Uni-Klinik der medizinischen Fakultät rechtlich der Universität unterstehen – was einige Änderungen, etwa im Dienstrecht, mit sich brächte: So müssten Primarärzte habilitiert sein, um auch an der Uni lehren zu können.

Pühringer ist trotz Gegenwinds vonseiten des Bundes und bestehender Standorte „der festen Überzeugung“, dass kein Weg an einer Linzer Medizinfakultät, die günstiger als andere Universitäten arbeiten werde, vorbeiführt: Bei einer Erhebung im Oktober hätten in Oberösterreich 80 Spitalsärzte gefehlt. Konkrete Angaben zu den geschätzten Kosten wollte der Landeshauptmann nicht machen. Diese seien noch Gegenstand der Verhandlungen, die im Februar 2013 fortgesetzt werden sollen.

Das bislang skeptische Wissenschaftsministerium, das die neuen Pläne aus Linz vergangene Woche vorgelegt bekommen hat, will nun die Kosten einer eventuellen Med-Fakultät in Oberösterreich berechnen. Auch die Hochschulkonferenz soll sich im Mai 2013 mit dem Thema befassen. In Linz gibt man sich jedenfalls optimistisch: Schon im Studienjahr 2014/15 soll, so die Hoffnung, die Medizinfakultät ihren Betrieb aufnehmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.12.2012)

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1 Kommentare

Pühringer

Das Geld für eine Linzer Med-Uni ist lt. Pühringer vorhanden, interessant. Weil für die Mitarbeiter sieht er eine "Lohnerhöhung" um 20 Euro vor. Also für Prestigeprojekte wie Musiktheatr, Med-Uni ist unser LH immer zu haben, von fairer Entlohnung hält der OÖ-Diktator nur wenig.

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