PISA-Auswertung: Schüler sehen wenig Uni-Chancen

27.12.2012 | 18:20 |   (Die Presse)

Nur 28 Prozent der österreichischen 15-Jährigen rechnen damit, einen Hochschulabschluss zu erlangen, wie eine Sonderauswertung der jüngsten PISA-Studie zeigt. Lediglich in Lettland sind es noch weniger.

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Wien/Apa. Österreichische Schüler rechnen relativ selten damit, einen Hochschulabschluss zu erreichen. Das zeigt eine Sonderauswertung der jüngsten PISA-Studie. Im internationalen Vergleich liegt Österreich hier sehr weit hinten: Während in Südkorea 81 Prozent der 15-Jährigen erwarten, später einmal einen Hochschulabschluss zu erlangen, sind es in Österreich nur 28 Prozent. Lediglich in Lettland rechnen noch weniger Schüler mit einem Uni-Abschluss, nämlich 25Prozent. Geringe Bildungserwartungen hegen neben Letten und Österreichern auch Schüler aus Slowenien, sehr häufig mit einem Hochschulabschluss rechnen etwa auch Schüler aus Singapur (siehe Grafik).

Grundsätzlich sind die Erwartungen der befragten Schüler auch realistisch, heißt es in der Studie – jedenfalls, wenn man die Leistungen der Schüler heranzieht. In allen untersuchten Ländern schneiden jene 15-Jährigen, die von einer akademischen Karriere ausgehen, in Mathematik und im Lesen signifikant besser ab als andere. Gerade mit den Besten hat Österreich aber ein Problem: Viele von ihnen rechnen laut der Studie gar nicht mit einem Uni-Abschluss.

Talente gehen verloren

Hierzulande klafft eine riesige Lücke zwischen (guten) Leistungen und den Erwartungen der Schüler: Ein Drittel jener Schüler, die bei PISA als sogenannte „High Performer“ eingestuft worden sind, die also ausgezeichnet abgeschnitten haben, erwartet sich in Österreich keine akademische Karriere. In Italien sind es mit 17 Prozent nur gut halb so viele, in Hongkong 13 und in Island zwölf Prozent. Alle anderen untersuchten Staaten kommen auf Werte von höchstens zehn Prozent.

Die OECD mahnt daher (einmal mehr): Ob Schüler in maturaführende oder in andere Schulformen eingeordnet werden, müsse anhand der Leistung entschieden werden – „und nicht aufgrund des sozialen Hintergrunds“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2012)

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12 Kommentare

mit 15

war ich auch WEIT weg davon mich fuer ein Studium zu interessieren. Mit 20 hab ich begonnen die Matura neben dem Job nachzumachen.
Mit 22 angefangen zu studieren, mit 24 aufgehoert vollzeit zu arbeiten, dafuer vollzeit zu studieren - finanzieller Graus, aber im Studium hats was gebracht... was weiss man schon als 15 Jaehriger, wenn einem die halbe Familie im Nacken sitzt, was man denn nicht fuer einen riesigen Fehler gemacht hat, das Gymnasium fuer die HTL zu verlassen... (hab mich Dank Mathe fuer die HAS nach der 1. entschieden - heute frag ich mich, wo das Problem mit Mathe damals war, denn jetzt faellt mir Mathe leicht)

bzw wer will schon studieren, wenn Studenten ueberall schlecht und einem mit riesigen Ueberschriften ueber Knock-Out-Pruefungen permanent Angst vorm Studium gemacht werden !?

Re: mit 15

Ein ordentlicher und disziplinierter Fünfzehnjähriger HAT sich gefälligst für seine Zukunft respektive Ausbildung zu interessieren, sonst sollten ihm seine Eltern Beine machen, wenn er das nicht tut!

Re: Re: mit 15

interessiert hab ich mich auch dafuer - nur fuers studium nicht. erst, als ich als jahrgangsbeste meinen schulabschluss hatte, hab ich mir zugetraut weiter zu machen. aber nach meinen negativen erfahrungen mit schlechten paedagogen in der unterstufe, die jeglichen mut und jegliche lernfreude genommen haben, hab ichs mir selbst nicht mehr zugetraut. (es war ein lehrer... aber ohne dem fach keine matura...)

...in Schulformen eingeordnet...???

Ach, da wird man eingeordnet?

Ich dachte ja immer es sei meine Entscheidung gewesen.

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ich dachte immer,

das Spiel heißt Uno?

Ich dachte...

... den Uniabschluss bekommt man mit dem einschreiben in die NMS gratis dazu?;)

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Re: Ich dachte...

nur nach Vorweisen des richtigen Parteibuches = Bibel des Parteienapparates

3 3

Heimische Schüler rechnen selten mit Uni-Abschluss

Die Überschrift ist irreführend. Österreichische Schüler "rechnen" gar nicht mehr!

5 5

Nur ja keine allzu hohe Erwartungen in sich setzen!

Die Sozialdemokratie sorgt schon für die Menschen.
Die bedarfsorientierte Mindestsicherung ist immer drin.

1 2

Land von Berge, Land von Strome

....Land von Dolme

Haha.

Die zukünftigen Tshirt-Näher für asiatische Textilfabriken.

wundert mich nicht

seit jahren bekommen sie von allen seiten den "wert" von bildung unter die nase gerieben und was für tr...... die lehrer und -innen sind.

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