Imagepolitur für die Unis

09.01.2013 | 18:14 |   (Die Presse)

Minister Töchterle will mit jeder Universität ihre Stärken präsentieren. Das soll Mäzene anlocken. In den kommenden Monaten will er durch ganz Österreich touren.

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Wien/Beba. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) will das Image der heimischen Hochschulen aufpolieren. In den kommenden Monaten will Töchterle durch ganz Österreich touren, um mit jeder einzelnen Uni ihre jeweiligen Stärken zu präsentieren und so das Positive in den Vordergrund zu rücken. „Unsere Universitäten haben nicht das Ansehen, das sie verdienen“, sagte der Minister am Dienstagabend beim traditionellen Neujahrsempfang der Universitätenkonferenz (Uniko).

Er mahnte, den oftmals negativ geführten Diskurs über die Unis zu beenden. Klarerweise gebe es dort und da Verbesserungsbedarf – dieser dürfe aber nie die Leistungen der Universitäten insgesamt überschatten. „Wir müssen gemeinsam Stärke und auch unsere Stärken zeigen und die zweifellos vorhandene Exzellenz in Lehre und Forschung präsentieren“, so Töchterle. Ein besseres Image der Universitäten könnte nicht zuletzt auch ihre Attraktivität für private Geldgeber und Mäzene steigern und so zusätzliches Geld bringen.

Rektorenchef Heinrich Schmidinger plädierte ebenfalls dafür, der Kommunikation über die Unis größere Sorgfalt zukommen zu lassen. „Unsere hochschulpolitische Wirklichkeit ist nur so gut oder schlecht, wie wir sie kommunizieren“, sagte Schmidinger.

 

Töchterle verteidigt Finanzierung

Minister Töchterle verteidigte beim Empfang auch die Pläne der Regierung zur Studienplatzfinanzierung, die die Rektoren zuletzt scharf kritisiert haben. Er sei sich durchaus bewusst, dass die Uni-Chefs mit dem Modell nicht zufrieden seien, sagte Töchterle. „In der derzeitigen politischen Konstellation und vor dem Hintergrund weltweit expandierender Hochschulsysteme ist es aber undenkbar, dass man die Zahl der Studienplätze zurückfährt.“

Die Rektoren monieren unter anderem, dass der ab Herbst geplante Testlauf für die neue Finanzierung – die dann auch Zugangsbeschränkungen ermöglicht – zu wenige Studienfächer umfasse. Zudem orientiere sich die im Gesetz festgeschriebene Zahl der Anfängerplätze nicht an den tatsächlichen Kapazitäten der Unis, sondern an der Anzahl der bisherigen Studienanfänger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2013)

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3 Kommentare

Strukturproblem

Sofern die österreichischen Universitäten wirklich den Herrn Bundesminister vor Ort brauchen, um das Image aufzupolieren, dann mag es schlimm um die Universitäten bestellt sein. Als gewerkschaftlicher Vertreter der Hochschullehrer sage ich schon, dass wir so eine Image-Tour nicht nötig haben - ja ich finde diesen Ansatz geradezu als beleidigen. Aber ich hätte da schon ein paar Vorschläge für den BM, wie er den UNIs Freude machen könnte - und da wollen wir doch gleich mal mit einer Novellierung des UG2002 beginnen. Mehr Geld für Universitäten ist sehr wichtig - nur im Szenario des Verhinderns von Laufbahnstellen durch Gesetze, falscher Strukturplanung, Fehlens von Personalstrukturplänen etc. braucht es keinen Euro mehr - und das sag ich als steuerzahlender Staatsbürger.

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Re: Strukturproblem

Sehr richtig "vegetation". Die Probleme der österreichischen Universitäten betreffen nicht das Image, sondern die Substanz. Die angekündigte Tour wird deshalb weder den Universitäten noch dem Minister was nützen.
Sie haben auch die zentrale Herausforderung angesprochen: Das UG2002 gehört von Grund auf reformiert!

Vorschlag:


Steuergeld für die Unis, Mäzene für Griechenland!

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