Flirtfieber an der Uni Wien

10.01.2013 | 14:14 |  Von Rosa Schmidt-Vierthaler (DiePresse.com)

Mehr als 10.000 Studenten haben sich auf einer Facebook -Seite eingetragen, die mutlosen Verliebten auf die Sprünge helfen soll. Gesucht werden "ursüße Mädchen" und Teddybären".

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Hörsäle, Bibliotheken und Studentenfeste sind an sich zum Flirten gut geeignet. Zumindest für den, der genügend Mut hat, das Objekt seiner Begierde direkt anzusprechen und sich möglicherweise auch gleich einen Korb zu holen. Wer dafür zu schüchtern, zu langsam oder zu vorsichtig ist, kann nun Amors Pfeil durch den digitalen Äther schicken - und hoffen, dass er auf seinem Weg durch Bites und Bytes das Ziel findet. Denn immer mehr Universitäten sind als Flirtportale auf Facebook zu finden.

"Ich habe dich vor ungefähr einem Jahr zum ersten Mal im chemischen Labor getroffen. Wir standen uns fast gegenüber und ich habe dich dabei beobachtet, wie du die Acetonflasche mit dem destillierten Wasser verwechselt hast..."
Student Chemie

So sieht eine Kontaktaufnahme auf der neuen Facebook-Seite Spotted: University of Vienna aus. Der Chemiestudent, der auch ein Jahr nach der Aceton-Verwechslung noch immer die Chemikerin seiner Träume sucht, hat bisher am Portal noch keinen Erfolg gehabt. Aber seine Chancen steigen stündlich. Denn das Flirtportal der Uni Wien hat Mittwoch Mittag bereits 10.795 Anhänger gefunden, obwohl es erst seit 12. Dezember online ist. Stündlich kommen Dutzende Studenten hinzu. Die Betreiber, deren Name auf Facebook nicht zu finden ist, können sich über einen Hype freuen. Über die Echtheit der Beiträge gibt es freilich keine Garantie.

"Ich sitz grad im juridicum im 5.stock und hab wieder meinen teddybären entdeckt! du schaust in deinem weißen tshirt echt bärig aus... "
Studentin Jus

Das Prinzip ist simpel, wie die Initiatoren schreiben: "Wenn du jemanden auf der Uni entdeckst, von dem du deine Augen nicht lassen kannst, dann sende dieser Fanpage eine Nachricht, und wir posten sie ganz anonym." Viele Einträge sind als "LIVE Action" gekennzeichnet, werden also in Echtzeit gepostet und möglicherweise auch gelesen. Von den Universitäten wurden bisher noch keine Schritte gegen liebesbedürftige Studenten gesetzt, soweit bekannt ist.

Die Spotted-Seiten sind noch relativ jung: Wien ging am 12. Dezember online, andere Hochschulen folgten. Das "Spotted: University of"-Netzwerk ist freilich international. Ähnliche Seiten gibt es seit Dezember auch für verschiedene Universitäten in Deutschland. In den USA und England gibt es ebenfalls Kuppelseiten für verschiedenen Hochschulen.

"Wer war dieser süße Typ, der heute in der Anatomie mit grüner Moncler Jacke, Beats und iPhone 5 aufgetaucht ist? Du hast dunkelbraune Haare und ein sehr freches Lächeln.
Studentin Medizin

Seit Donnerstag Mittag gibt es auf Facebook übrigens auch eine Gegenbewegung zum Hype: Enemy Spotted: University of Vienna. Freunde hat sich die Gruppe aber in der ersten Stunde ihrer Existenz noch nicht gemacht. Das liegt wohl an der Beschreibung: "Wenn du jemanden am Campus Uni Wien entdeckst, von dem du deine Augen nicht lassen kannst, weil dessen Verhalten dir sowas von auf die Nerven geht, dann sende dieser Fanpage eine Nachricht, und wir posten sie ganz anonym." Derzeit führt bei den Facebook-Seite Liebe vor Hass mit 10.795 zu Null.

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23 Kommentare

"Wer war dieser süße Typ"

"Wer war dieser süße Typ, der heute mit mir im Sezierkurs war? Wie du Säge durchs Brustbein geführt hast war zum dahinschmelzen."

Studentin Medizin

kinder

kinder lernt in der realität bumsen

1 0

schon vor 30 Jahren..

galt manche Studieneinrichtung als Heiratsinstitut. Doch wir mussten uns noch wirklich den Nahkampf stellen, ohne schützende Mattscheibe. Doch so manche Abfuhr hat uns nur angespornt, bessere Sprüche zu erfinden. Hat toll funktioniert. In Zeiten des Internets entpuppt sich dann so manche virtuelle Sensation, als reale Irritation.

was hat der artikel in der rubrik bildung zu suchen??

nur weils studenten sind?
leider weit entfernt von wertvollen nachrichten.. Gibts nicht ein schulprojekt das mehr aufsehen verdient und diesen hier platz einehmen koennte?

Ein besonders wertvoller Artikel...


haha

für die ganz Feigen unter uns. :P

4 0

Sozialleben

Sozialleben ade.

Naja,

wenn sie eine Flasche Wasser mit Aceton verwechselt, hat sie nicht nur ein amuröses Problem sondern auch olfaktorisches.
Ansonsten ist dieses Thema unglaublich belanglos.

5% suchen

und die restlichen 95% amüsieren sich an den Posts von liebeshungrigen Studenten und Studentinnen. Das Internet-Jahr startet überraschend angenehm!

Re: 5% suchen

Na mei, die Jugend hat halt ihren Spaß. Solange es nicht gehässig wird, passt das doch.

...

unglaublich die vor hass triefenden kampfposter im presseforum. es ist eine nette idee und vielleicht finden sib dadurch wirklich 2 leute aber hauptsache alles schlechtreden !

So ein Schwachsinn,

wenn ich mir die Texte mancher Leute anschaue, frag ich mich wie konnte so jemand die Berechtigung zum Studieren erlangen...

lachhaft

Re: So ein Schwachsinn,

Schaun's ihna an wie wertlos die Matura is dann wissen's wie sowas passiert...:-(

Re: So ein Schwachsinn,

Finds recht lustig, warum kann man nicht ein bischen Freude in den tristen Alltag bringen...Und ich glaube wir wissen alle, dass die Liebe blind macht und die Vernunft dann eher in den Hintergrund gerät...
Wenn sich ein paar Pärchen so finden, kann ichs nur begrüßen, denn viele sind wirklich nur schüchtern und haben nun eine echte Chance!

Re: So ein Schwachsinn,

Danke, das war auch mein erster Gedanke. Ein dickes Plus.

Re: So ein Schwachsinn,

Ist Ihr Text um soviel besser...

3 1

Bitte nicht vor lauter flirten aufs studieren vergessen!

..liebe "Gesichtsbüchler"

1 1

Re: Bitte nicht vor lauter flirten aufs studieren vergessen!

was sollt Sie das angehen?!

Nau? Haben die Kids durch das Facebooken, Plusen und Twittern

verlernt wie man in der Wirklichkeit jemanden kennenlernt?
Gibts da keinen Coach auf Facebook den man dafür liken kann?

Ist schon eigenartig: Die Möglichkeiten der Kommunikation waren noch nie so groß wie heute, dafür haben offensichtlich die Inhalte der Kommunikation qualitativ schwer abgebaut.

Irgendwie hab ich den Eindruck das "Mehr" an Kommunikationsmöglichkeiten führt gleichzeitig zu einer Verarmung an Emotionalität und Echtheit.

Re: Nau? Haben die Kids durch das Facebooken, Plusen und Twittern

Das Mehr an Kommunukationsmöglichkeiten hat gleichzeitig die Chance sich zu blamieren erhöht. Nie konnte man so schnell öffentlich fertig gemacht werden.
Ich glaub, dass viele mit diesem Druck oder eher Angst nicht wirklich umgehen können...Ist halt eine Charaktereigenschaft...Und Vereinsamung in der Großstadt ist nun wirklich kein neues Thema, nicht?

12 0

Lustig...

zu lesen, aber im Grunde ein Privatsphären-Horror; auf der Juridicum-Version des Ganzen wurde etwa ein Foto gepostet mit der Frage nach der Identität des zu sehenden. Teilweise werden auch Namen dieser Personen genannt, oder so detailiert beschrieben, dass klar ist, um wen es sich handelt. Im Grunde also ein "... ist hier" gegen den Willen der Betroffenen.
Den Vogel schießt aber meiner Meinung nach die MedUni ab, bei der ein Student nach der Identität einer Studentin im AKH fragt, die er den Walk of Shame aus der Herrentoilette gehen sah. Der betreffende Post ist allerdings, soweit ich weiß, wieder entfernt worden.

10 1

Schon schlimm,

wenn man als Student so gar keine Zeit zum Studieren hat.....

7 0

Re: Schon schlimm,

Viel schlimmer ist, dass man offenbar nicht den Mut hat, die Person direkt anzusprechen.

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