Todesstrafe für Papst? Disziplinarverfahren gegen Professor

14.01.2013 | 13:15 |   (DiePresse.com)

Die Formulierungen des Musikpsychologen hätten zu einer massiven Schädigung des Ansehens Uni Graz geführt, heißt es vonseiten der Uni.

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Gegen den Professor der Universität Graz, der zu Jahresende 2012 auf dem Uni-Server die Todesstrafe für Leugner des Klimawandels und den Papst als Kontrazeptionsgegner zur Diskussion gestellt hat, wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dies erklärte der Sprecher der Universität Graz am Montag.

Die Formulierungen des Grazer Musikpsychologen hätten zu einer "massiven Schädigung des Ansehens der Universität Graz" geführt, hieß es dazu am Montag vonseiten der Universität. Rektorin Christa Neuper habe den Wissenschafter daher bereits in einem persönlichen Gespräch in Kenntnis gesetzt, das ein Verfahren gegen ihn bei der Disziplinarkommission im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung eingeleitet werde. Diese prüft den Fall aus dienstrechtlicher Sicht und entscheidet über eine entsprechende Disziplinarstrafe, die vom Verweis über eine Geldbuße bis zur Entlassung reichen kann. Mit einer Entscheidung sei frühestens "in ein paar Monaten" zu rechnen.

Protestnoten aus der ganzen Welt

Der Beitrag unter dem Titel "Death penalty für global warming deniers?" hatte über die Weihnachtsfeiertage über Protestnoten aus der ganzen Welt geführt. Richard Parncutt, gebürtiger Australier und Professor für systematische Musikwissenschaft an der Universität Graz, hatte darin die Frage aufgeworfen, ob nicht die Todesstrafe ab einer gewissen Größenordnung der potenziell letal Geschädigten angemessen sei. Primär zielte der Professor auf Leugner des Klimawandels ab, doch wurden auch der Papst und seine Berater angeführt, zumal sie mit ihrer Haltung zur Kontrazeption an Millionen Aids-Toten mit schuldig seien.

Die Universitätsleitung hatte sich umgehend nach Bekanntwerden der Veröffentlichung distanziert. Der Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Helmut Konrad, veranlasste die Entfernung des Textes, der durch eine öffentliche Entschuldigung des Autors ersetzt wurde. Die Staatsanwaltschaft Graz hat den Fall geprüft, aber bereits zu Jahresende erklärt, keine möglichen Tatbestände eines Offizialdeliktes erkennen zu können.

(APA)

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10 Kommentare

Diskriminierung

Sorry, es passt hier vom Thmea eigentlich nicht her, aber ich wollte das mal über die katholische Kirche erwähnen.

Es dürfen ja nur Männer Priester werden, Frauen werden aus Prinzip abgelehnt.

Wie frauenverachtend ist es eigentlich, wenn man Frauen alleine auf Grund ihres Geschlechtes die Fähigkeit abgesprochen wird, Priester zu sein?

Geht's noch? Sind die im Mittelalter stecken geblieben?

Fehlgeleiteter Professor?

Auch ein Uni-Profax sollte bei seinem Fach bleiben, sonst kommt Blödsinn heraus. Was versteht ein "Musikpsychologe vom Klimawandel?

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Todesstrafe

Dass so zivilisierte und kultivierte Menschen, wie der Herr Musikprofessor bestimmt einer ist, überhaupt die Todesstrafe fordern, gibt sehr zu denken.

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Re: Todesstrafe

Offensichtlich ist er eben nicht zivilisiert und kultiviert sondern konnte das bis jetzt nur vorgeben.

Gewerkschaft

Das Verhalten der UNIVERSITÄTSLEITUNG der Universität Graz ist indiskutabel und wird hoffentlich zu einer Unterstützung des Kollegen durch die Gewerkschaft führen - wobei ich für mich festhalte, dass die Argumentatioslinje des Kollegen abzulehnen ist. Ich bitte daher den Kollegen - der sicher die Kommentare lesen wird - sich morgen mit der Gewerkschaft der Hochschullehrer in Verbindung zu setzen

Re: Gewerkschaft - "Kollege"

Ist der "Kollege" überhaupt ÖGB-Mitglied?

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nach wie vor....

Nach wie vor ist wohl die Catolica im fernen Rom sakrosankt, ebenso wie Allah, Jahwe und alle anderen.
Dass besagter Professor durch die verbale Überzeichnung doch nur provozieren wollte ist doch wohl klar...und ich verstehe ihn: denn auch mir ist doch völlig klar, dass im Namen der Religionen doch immer nur die größten Verbrechen und Erniedrigungen gegen die Menschheit legitimiert wurden..was ja noch heute durch Feigheit und primitive Selbsterhöhung weiter blüht....

22 21

der Papa mag ja lieber Kinder als Frauen da ist er sehr scharf drauf


Re: der Papa mag ja lieber Kinder als Frauen da ist er sehr scharf drauf

Sie kennen die Geschichte Ihres Propheten M. und Aisha... mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.

Mit entblößten "Orthotitten" am Petersplatz beim Angelusgebet

des "Heiligen Vaters" und "taci"-Rufen gegen diesen "Homophoben" zu protestieren, war gestern in Rom effektvoller (von vier knackigen Jungdamen)!
"In Gay We Trust".

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