Nur jeder Fünfte braucht Uni-Abschluss

15.01.2013 | 18:39 |   (Die Presse)

Zu viele Akademiker? Auch künftig wird für 80 Prozent der Stellen eine berufliche Ausbildung ausreichen, besagt eine aktuelle Analyse des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft.

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Wien/APA/beba. Alle Jahre wieder – und zuletzt erst vor wenigen Monaten – bescheinigt ein OECD-Bericht Österreich ein zentrales Versäumnis: Mit lediglich 19 Prozent sei die Akademikerquote hierzulande geradezu mickrig. Österreich müsse dringend aufholen. Denn in der Wissensgesellschaft brauche es unbedingt mehr junge Menschen mit akademischen Abschlüssen.

Doch: Braucht es in Zukunft tatsächlich viel mehr Akademiker? Nein, besagt eine aktuelle Analyse des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW).
Die lange Zeit propagierte Vorstellung, dass neue Arbeitsplätze in einer wissensbasierten Volkswirtschaft hauptsächlich auf höherem Qualifikationsniveau geschaffen würden – und eine hochschulische Ausbildung verlangen –, sei „wenig realistisch oder zumindest einseitig“, schreibt IBW-Studienautor Arthur Schneeberger. Tatsächlich nämlich schaffe der berufliche Wandel Jobs auf allen Niveaus der Qualifikationen.

Die Zahl der Arbeitsplätze, für die eine akademische Ausbildung nötig ist, werde mittelfristig um rund 15 Prozent steigen. Trotzdem könne man davon ausgehen, dass insgesamt nur 20 Prozent der Jobs „eine akademische Graduierung als typisches Einstellungserfordernis“ aufweisen werden, schreibt Schneeberger. Auch in Zukunft wird für rund 80 Prozent aller Stellen eine berufliche Ausbildung ausreichen. Also eine Lehre, Fachschule, berufsbildende höhere Schule oder – zu einem kleinen Anteil – sogar die direkte Anlernung im Betrieb.

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Pflege: Bedarf steigt am meisten

Schneeberger bezieht sich in der Analyse unter anderem auf Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Demnach entstehen zwischen den Jahren 2010 und 2016 insgesamt rund 170.000 zusätzliche Stellen für unselbstständig Beschäftigte (plus 5,2 Prozent). Für 52.000 davon braucht es Bewerber mit einer akademischen – oder vergleichbaren – Qualifikation. Das größte Wachstum wird indes aber für Branchen prognostiziert, die nicht akademisch sind: So sind es die Jobs in Pflege- und Krankenpflegeberufen, die in den kommenden Jahren am stärksten steigen werden. Es folgen unter anderem Verkaufskräfte und technische Fachkräfte. Erst auf dem achten Platz finden sich in der Prognose mit den Naturwissenschaftlern die ersten Akademiker, gefolgt von Biowissenschaftlern und Medizinern sowie auf Platz zehn von den Architekten und Ingenieuren.

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Mittelfristig, rät Schneeberger, sollten Hochschulabsolventen daher stärker auch abseits der traditionellen Akademikerberufe nach Jobs suchen – teilweise ist das aber ohnehin bereits Realität. So war im Jahr 2011 gut ein Drittel der heimischen Akademiker in Jobs beschäftigt, die eigentlich keine hochschulische Ausbildung verlangen, fünf Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2008 (27 Prozent). Insgesamt werden die Jobchancen der Akademiker vom richtigen Fach und der Mobilitätsbereitschaft abhängen.

Buhlen um frustrierte Studenten

Der Fachkräftemangel wird indes weiterhin ein Problem bleiben, so Schneeberger. Vor allem für die Lehrberufe wird es Rekrutierungsschwierigkeiten geben.
Einen interessanten Weg gehen diesbezüglich übrigens die Handwerkskammern in Deutschland, wo die Lehre – wie hierzulande – ein grobes Imageproblem hat: Sie werben verstärkt um frustrierte Studenten.

Auf einen Blick
Die Akademikerquote in Österreich wird häufig als viel zu niedrig kritisiert. Erst im September bemängelte die OECD in ihrer Studie „Bildung auf einen Blick“, dass Österreich mit 19 Prozent Akademikern international weit hinterherhinke. Zwar steigen die Absolventenzahlen. Auch bei den 25- bis 34-Jährigen sei die Quote mit 21 Prozent aber noch extrem gering. Die aktuelle Analyse des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW) besagt nun: Es brauche gar nicht um so viel mehr Akademiker. Neue Jobs würden auf allen Niveaus entstehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2013)

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38 Kommentare
 
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Aka

Alle die hier gegen Studienabschlüsse posten, haben keinen und hätten gerne einen. Sie hoffen das ihre eigenen Abschlüsse aufgewertet werden - was nicht passieren wird. Uni-Abschluss bleibt Uni-Abschluss.

Solange Akademiker im öff. Dienst OHNE Leistungsnachweis mehr verdienen


als die meisten WERTSCHÖPFER, wird sich NICHTS ändern !!

Bildung ist ein Wert an sich u. darf auf KEINEN Fall a priori mit hohen Gehältern BELOHNT werden !!

Kenne Facharbeiter, die Millionenprojekte führen u. nicht mal die Hälfte akademischer Sesselfurzer verdienen.

Speziell in der Länder/Bundesverwaltung wird LANGJÄHRIGES Sitzen belohnt.

Prof. STREISSLER: "Der Staat sollte alle seine Mitarbeiter nach 3 Tagen Streik von Rechts wegen entlassen u. nur jene zu den EINSTIEGSGEHÄLTERN wieder anstellen, die er wirklich benötigt".

Re: Solange Akademiker ...

sollte der hinlänglich bekannte prof. streissler das wirklich gesagt haben, dann ist das nur theaterdonner ohne substanz; jeder, der etwas von beamtendienstrecht versteht, weiss das! das stataement ist etwas für den fpö-stammtisch, nicht für ernstzunehmende menschen!

Re: Solange Akademiker...

sie irren in vielen bereichen, wahrscheinlich wollen sie auch eher provozieren... auch gut, denn:
auch ich bin im öffentlichen dienst beschäftigt, arbeite als lehrer an einer uni/ htl, bin also auch wertschöpfer.
wer sollte denn meine arbeit übernehmen? ein zerspanungstechniker mit meisterprüfung?
ein bäckergeselle?
sie finden nicht einmal in der "heiligen" privatwirtschaft ersatz für viele von uns; nur wenige möchten um so wenig geld unsere arbeit machen, und nur sehr wenige sind dazu in der lage!
viele nichtakademiker sind nämlich MEILENWEIT von unseren fähigkeiten entfernt; das ist auch kein problem, diese werden eh in den ihnen zugedachten bereichen eingesetzt!

Re: Re: Solange Akademiker...


Als Unternehmer u. Ehemann einer AHS-Lehrerin sehe ich den Halbtagsjob eines Lehrers anders:

36 Wochen (nach Abzug aller freien Tage) Arbeit im Jahr, aber 60 Wochen bezahlt. (Erzengel Fritz mit dem Streikschwert in der Hand sei Dank)

Automatische Vorrückungen OHNE Mehrleistungsnachweis !!

Sicher eine fordernde Tätigigkeit, aber für 36 Wochen schwer überbezahlt.((c) Prof. STREISSLER)

Warum nicht das schweizer System ? 7000 Franken, keine Vorrückungen ab 45 (spätestens dann sollte man den Beruf ja erfasst haben).

Wir brauchen engagierte Lehrer, aber nicht schwer überbezahlte Halbtagsbeschäftigte !!

Re: Re: Re: Solange Akademiker...

interessante sichtweise. ihre frau sollte sich entweder überlegen, ob dieser job der richtige für sie ist, oder sie arbeiten wirklich so viel, dass sie die situation nicht wirklich beurteilen können.
jedenfalls hat ihr geschichtchen nichts mit der realität zu tun.
in welcher branche arbeiten sie?

Re: Re: Re: Re: Solange Akademiker...


Könnten sie auch Fakten bringen ?

nach OECD arbeiten öst. Lehrer 900 Std im Jahr. Sicher zu berücksichtigen sind Teilzeitbeschäftigte !!

Mir ist bewusst, dass Lehrer pro Unterrichtsstunde 1 Std. Vorbereitung bezahlt bekommen.

Mein Schwager, AHS-Lehrer Tschechisch, Latein & Französisch, sehr engagiert braucht SICHER 40 Std pro Woche. Doch es bleiben 36 volle Wochen pro Jahr bei 60 bezahlten.

Leitende Angestellte haben bei diesem Jahresgehalt allinklusiv-Verträge u. arbeiten mind. 2000 Std.

Bin gerne Unternehmer (weltweit in der Industrie-Automatisierung-Logistik), doch warum darf eine zynische GÖD meine KInder ausplündern bzw. deren Zukunft verbraten ????

Re: Re: Re: Re: Re: Solange Akademiker...

die göd plündert niemanden aus; sie widersetzt sich nur negativen einflüssen von irgendwelchen "experten", vornehmlich aus der in dieser sache völlig inkompetenten vertretern aus der sog. privatwirtschaft.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Solange Akademiker...


Warum ist ein Lehrer mit 65 Jahren 2,8 (Senioritätsfaktor im öff. Dienst, in Schweden 1,8, in der Schweiz vielleicht 1,3) mal besser als ein Anfänger ??

ALLES LÜGEN der GÖD zu Lasten der KINDER, da auf PUMP !

Warum meint Prof. STREISSLER (UNI-Wien VWL) u.v.a (Hannes ANDROSCH, Bernd MARIN ) das gleiche mit Überbezahlung im öff. Dienst, speziell Lehrer ??

Ist das nicht blanker Zynismus ???

Vermut S-Gen-Defekt. "S" wie Schamlosigkeit !!

Re: Re: Re: Re: Re: Solange Akademiker...

aber gerne:ich arbeite ca. 150% einer vollen lehrverpflichtung, die durchschnittliche wöchentliche arbeitsleistung ist (nicht heuer gerechnet, aber vor 4 jahren hab ich einmal die stunden über die unterrichtszeit mitgeschrieben) ca. 60 stunden.
verdienst: uni und schule zusammen: ca. 3300 euronen (nach 21 dienstjahren).
ich finde, arbeitsaufwand und verdienst passen so; übrigens: warum gibt es in meinem beruf noch immer einen mangel an beschäftigten, während es in so velen anderen berufen deutliche überschüsse gibt? glauben sie, die menschen sind so blöd, einen "total überbezahlten" beruf zu verweigern und dafür schlecht bezahlte anzustreben, in denen man noch dazu sooo viel mehr arbeiten muss?
der grund ist, dass der job wahrscheinlich um einiges anspruchsvoller ist als z.b. jobs in ihrer branche.

Was sollen diese lächerliche Amikäppis?

Immer wenn Journaillisten über Akademiker schreiben (als Unbeteiligte) glauben sie ein Bild mit diesen affigen Amikäppis plazieren zu müssen.
Bei uns gibt es diese Mode aber nicht. Das sollte sich auch schon bis zu den Halbgebildeten in den Redaktionsstuben herumgesprochen haben.

immer

wieder zu erwähnen. vor nun gut drei Jahren suchte eine große Wiener Installationsfirma zur gleichen Zeit einen Hausjuristen und einen Installateur.

Eingegangene Bewerbungen für den Juristen über 230 und für den Installateur 3.

Für Stammbuch.

Re: immer

Wenn diese Installationsfirma die Entlohnung entsprechend anpassen würde und natürlich alle anderen Firmen auch, dann würde es anders aussehen.
Es ist doch klar, dass die meisten Menschen eine angenehme gut bezahlte Arbeitsstelle eher anstreben als eine anstrengende, schlecht bezahlte.
Die Menschen am Studieren zu hindern, damit es nicht so viele Akademiker gibt, ist der falsche Weg. Angebot und Nachfrage müssen die Entlohnung steuern, dann renkt sich alles richtig ein.

Re: immer

Naja! Juristen tun sich halt mim Pfuschen ein bissi schwer, während sie die Arbeitslose kassieren...

Re: Re: immer

Stimmt so nicht ganz, wenn ich eine/n BWL-AbsolventIn suche, dann ist die Zahl der Bewerber dreistellig, bei der Suche nach einem/r TechnikabsolventIn dagegen muss ich froh sein, wenn ich überhaupt eine nenneswerte Zahl an Bewerbern zur Auswahl habe.

Es gibt in manchen Bereichen einen Mangel an gut ausgebildeten Bewerbern -und war unabhängig davon ob Uni, FH oder Lehrabschluss- in anderen Bereichen dagegen ist ein absurdes Überangebot an Bewerbern vorhanden.

Auf eine Stellenausschreibung für eine simple Verwaltungstätigkeit haben sich mehr als 70 BewerberInnen gemeldet, viele davon mit irgendwelchen Uniabschlüssen in Orchideenstudien bzw. mit -teils mehreren- abgebrochenen Studien, eingestellt habe ich eine Bürokauffrau mit Lehrabschluss, die stand wengistens schon einige Jahre im Berufsleben und hat den Beruf in der Praxis erlernt.

zu viele akademiker

endlich einmal eine studie die bestätigt, was ich schon lange vermute:

unsere akademikerquote ist nicht zu niedrig, sondern momentan noch ausgeglichen und wird bald zu hoch sein, weil die oecd unser duales ausbildungssystem mit lehre ohne akademischen abschluss qualitativ nicht richtig erfassen kann/will – unser system sollte eher gefördert und in andere länder exportiert werden, als wegen der angelsächsischen hochschulmentalität diskreditiert zu werden

ich hab nur berufsbegleitend zu studieren begonnen, weil ich nicht überholt werden wollte - dass der abschluss mit einer beförderung verbunden war, war eher damit zu begründen, dass ich engagement gezeigt hatte, als durch eine verbesserung meiner fähigkeiten durch ein berufsadäquates studium

Seit Jahren wird überall "Anwendungsorientiertes Können" gefragt und nicht Titelfetischisten die offensichtlich nach "Anerkennung" süchtig sind aber dann wirklich nichts können, weil ihnen die Erfahrung und das Können fehlt, die sind vielleicht gut im Labern und wahre "Theoretiker" die dich bis zum einschlafen einlullen können, aber mehr ist nicht drinnen! Ich nehme lieber einen der den Job ohne viel bla bla gut machen kann und nicht einen der mir erklärt wie die Welt zu funktionieren hat, weil ER es so in der FH oder Uni gelernt hat! (und gerade Österreichische Unis die immer mehr nach HINTEN rücken, warum das so ist? Na ja es gibt ganze Bände mittlerweile WARUM das so ist und nicht ist, da sind die "Theoretiker" wieder am Wort... Ich daweil lieber einen Kaffee trinken, da habe ich wenigstens mehr davon!)


Modewelle Akademikerabschluss

Da unsere Politiker weder etwas von Ausbildung noch von Wissenschaft verstehen, ist es wenig verwunderlich, dass neuerdings alle Ausbildungen in einem Akademischen Abschluss enden.
Die Umwandlung vieler Ausbildungen, beispielsweise zum/zur Kindergartenpädagogen oder Volksschullehrer aber auch vieler anderer, in akademische Studien ist leider nicht nur sinnlos, weil kein Mehrgewinn dadurch zu erwarten ist, siehe wissenschaftliche Abschlussarbeit, die prinzipiell am Sinn der Ausbildung vorbeigehen muss, weil sie die Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit erfüllen muss, sondern darüber hinaus noch schädlich für die Wissenschaft und alle Berufe mit Bedarf an 'echten' Akademikern, da logischerweise das Niveau durch den gezwungenermaßen einsetzenden Run auf alle Studien nach unten novelliert wird.
Die Realität ist, dass leider jetzt schon viele Studenten nicht an die Uni gehören, da sie die geistigen Voraussetzungen nicht mitbringen.
Mit einer Aufwertung allerdings anderer Ausbildungen und Abschlüsse, wie Matura, Lehre, Lehrgängen u.v.m, was mit einer leichten Anhebung des Niveaus einhergehen muss, würde die gesamte Wirtschaft und damit auch die Bevölkerung profitieren.
MfG

So, so

Es werden keine Akademiker mehr gebraucht, bzw es werden genug ausgebildet?

Wohl kaum!

Aber die, die man braucht holt man sich aus dem Ausland.
Das ist billiger für den Staat; denn er spart an den teuren Hochschulen und Hochschulpersonal.
Und wenn die Akademiker nicht mehr gebraucht werden "schickt" man sie wieder nach Hause.

Ist doch praktisch!

Die Schweiz macht das seit Jahrzehnten schon.

Zukunft

Es ist auf jeden Fall nicht schädlich mehr zu lernen als man braucht für den Job.

frustration ...

.... ist sicher kein guter jobeinstieg, noch berufsbegleiter.
Man sieht das jeden tag.
Solche menschen sind nur damit beschäftigt sich einen neuen/anderen job zu suchen, oder jede auch noch so unwesentliche aufstiegsmöglichkeit zu nutzen.
Das bringt nur schlechtes klima in einen ordentlichen betrieb.
wer nicht (manuell) arbeiten will sollte nicht angelockt werden. Vorsich, Hände weg!

Fetisch Akademikerquote

- es gibt wenige Jobs für die man tatsächlich ein Studium braucht
- es gibt viele Jobs, bei denen es aus Imagegründen verlangt wird
- ein Kindergärtner oder Lehrer muss nicht Akademiker sein um in seinem Job gut zu sein (ich glaube sogar, daß kein Zusammenhang besteht)
- eine gute HTL, HAK oder eine abgeschlossene Lehre + Meisterprüfung würde ich ohne zu zögern höher einstufen als so manches FH oder Uni Studium
- vielleicht kann mir jemand erklären wo der Fetisch Akademikerquote geboren wurde


Re: Fetisch Akademikerquote

ein hak-abschluss ist heutzutage sinnlos, da es keine jobs gibt, in denen man entsprechendes geld verdient (ich meine dabei kein taschengeld).
auch viele lehrausbildungen sind heute nahezu sinnlos: wie viele friseurinnen/ kellnerinnen gibt es heute, die mit über 35 jahren noch arbeiten?- die anzahl ist homöopathisch ;-)
ein gutes studium lässt sich eben nicht ersetzen und beugt noch immer einer drohenden arbeitslosigkeit vor!

Woher er kommt

Einerseits aus dem stetigen Vergleich mit dem amerikanischen College-System, dessen Absolventen als Akademiker gezählt werden.
Allerdings ist eine österreichische Matura (zumindest theoretisch) höher anzusiedeln als ein amerikanischer Highschool-Abschluss.
Und gerade ist man in den USA dabei, die College-Blase als eine solche zu erkennen und sie damit zum Platzen zu bringen, auch wenn dies noch ein paar Jahre dauern wird.

Andererseits aus einem gewissen Fetischismus für Bildung an sich, gepaart mit der typisch österreichischen Titelsucht. Ein Schritt in Richtung Meritokratie täte uns da allen gut.

Re: Fetisch Akademikerquote

Ich glaube mehr,dass dieser Fetisch in dem Moment geboren wurde,wo in den Chefetagen die ersten Akademiker die letzten Praktiker verdrängt haben.Eine akademische Ausbildung wird seit dem Zeitpunkt auch in Berufsfeldern wo sie nicht zwangsläufig erforderlich ist,höher bewertet und bezahlt als wenn sich jemand mit entsprechender Vorpraxis aber ohne akademische Ausbildung für den Job meldet.D.h.der Verdrängungsprozess ist seit Jahrzehnten zu beobachten und setzt sich stufenartig nach oben fort.Die Handelsakademiker verdrängten die Handelsschüler (gibts die überhaupt noch?),die FH Absolventen die Handelsakademiker,die "alten"
Studienabsolventen alle anderen und die neuen Bachelor Absolventen die Studienabbrecher.Es geht fast nie um die Qualifikation sondern fast immer um das Prestige einen Herrn oder Frau Titelxxx sitzen zu haben,obwohl ein normaler Herr Maier oder Frau Müller für den Job völlig ausreichend wäre.Wo in der Nahrungskette die Pflichtschulabsolventen und Lehrlinge (vor allem in den kfm.,vielleicht weniger in den gewerblichen Bereichen)landen,kann sich jeder mit etwas Hausverstand selbst ausrechnen.Die Regierungen sind EU weit dazu leider nicht in der Lage....

Re: Fetisch Akademikerquote

Der Fetisch der Akademikerquote war geboren als ein paar Möchtegernpolitiker anfingen sich mit angelsächsischen Ländern im speziellen der USA zu vergleichen, wo es soetwas wie eine gescheite Lehre nicht gibt.

Dort gibt entweder nur angelernte Arbeitskräfte oder "Akademiker" (Bachelor aufwärts), wobei der Bachelor hier auch wieder eher die Funktion einer Matura++ hat.

 
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