WU: "Abweisen geeigneter Studenten inakzeptabel"

16.01.2013 | 09:56 |   (DiePresse.com)

Bei den deutschsprachigen Masterstudien gibt es keine Zugangsbeschränkungen, was an der WU zu einer hohen Drop-Out-Quote führt. Es gibt zehnmal so viele Interessenten wie Plätze.

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Die Wirtschaftsuniversität steckt in einem "Dilemma", wie es in der neuen Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium heißt. Zwischen 2013 und 2015 laufen die Masterstudien voll an, allerdings sind Engpässe zu erwarten. Daher müsse "eine dramatische Entscheidung bei den Masterstudien getroffen werden". Rektor Christoph Badelt fordert entweder flächendeckende Zugangsregeln, oder es müssten deutlich mehr Studienplätze finanziert werden.

Badelt verweist darauf, dassdie WU in einer vergelichbaren Situation schon einmal Klage eingereicht habe: Nachdem das Wissenschaftsministerium weder die versprochenen Zugangsbeschränkungen durchgebracht noch mehr Budget zur Verfügung gestellt hatte, musste es zahlen: Ende 2011 wurde das Ministerium verpflichtet, zusätzliche sechs Millionen Euro zu überweisen.

Abweisung von Studenten "inakzeptabel"

Badelt will nun mehr Geld für Masterprogramme, denn: "Die Abweisung einer immer größer werdenden Zahl von fachlich geeigneten Studienbewerber/inne/n erscheint unter den derzeitigen bildungspolitischen Rahmenbedingungen inakzeptabel."

Derzeit gibt es nur für die sieben englischsprachigen Masterstudien die Möglichkeit, den Zugang zu beschränken. Die acht deutschsprachigen Master stehen hingegen - theoretisch - jedem Bachelorabsolventen offen, der den formalen Kriterien genügt. Laut Badelt gibt es zehnmal so viele Interessenten wie Plätze. Die Folge: Ohne Zugangsbeschränkungen werde es weiterhin "insbesondere am Beginn des Studiums, zu einer bildungspolitisch unerwünscht hohen Drop-Out Rate kommen".

16,5 volle Professuren nötig

Für eine künftige Regelung bei den deutschsprachigen Masterstudien stehen laut Badelt drei Varianten zur Auswahl. Variante 1: Es werden Plätze für alle rund 1660 Bewerber und dafür zusätzliche 16,5 voll ausgestattete Professuren zur Verfügung gestellt. Variante 2: Durch Zugangsregeln werden wie bisher rund 890 Anfänger aufgenommen, allerdings ebenso viele Bewerber abgewiesen. Variante 3: Es werden Zugangsregeln beschlossen, gleichzeitig aber 330 zusätzliche Masterplätze pro Jahr ( sowie sieben dafür nötige Professuren) geschaffen.

Das Ziel der WU: Künftig soll wenigstens die Hälfte derer, die ihren Bachelor an der WU absolvieren, dort auch einen Masterplatz erhalten. In den Jahren 2013 bis 2015 soll mit einem schrittweisen Ausbau in den am stärksten nachgefragten Programmen (Finanzwirtschaft und Rechnungswesen, Management und Wirtschaftsrecht) begonnen werden.

Der von der Regierung geplante Probelauf für eine Studienplatzfinanzierung soll nur für Bachelorstudien gelten. Außerdem sind davon nicht alle Fächer an der WU umfasst.

(APA/Red.)

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12 Kommentare
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stelle mir die Frage..

was bedeutet ... ich bin geeignet für diese Studienrichtung ...?
Wir produzieren mittlerweile auch im Bildungsbereich .. auf Halde ...
Jeder erwartet sich, dass der Staat nach Ausbildungsende, mit dem Superjob schon an der Unitür wartet. Viele fühlen sich geeignet, verstehen aber nicht das Spiel von Angebot und Nachfrage. Wie die Überproduktion der Automobilindustrie vor sich hin rostet, so sinken dann viele Studienabgänger in die Titeldepression. Titel=keine Mittel.
Wir können auch nicht in einen Bus für 50, 100 hineinpressen oder solange etwas anhängen, bis alle Mitfahrgeeigneten Plstz fanden. Der Motor wird recht schnell überfordert sein. Unser System steht auch knapp vor dem Kollaps, weil sich jeder für irgendwas geeignet fühlt. Vielleicht besetzen bald abgewiesene WU-Studenten den Stephansdom. Glawi kommt euch sicher besuchen.

mich interessiert

das fach, der bereich, deswegen studiere ich es. und nicht, weils mir spass macht, kein geld zu verdienen, jeden cent zweimal umdrehen zu muessen, mich dem psychischen druck des bsc-studiums auszusetzen.

es macht halt auch spass und ist interessant und ich hoffe, dass ich mit der ausbildung nachher was anfangen kann und nicht mein leben lang lohnbuchhalterin bin, die stupide 40 jahrelang das gleiche macht.
:-)
ich wuerd ja gern nachm bsc arbeiten gehn und herausfinden, in welcher der drei mich am meisten interessierenden sparten ich mich spezialisieren will.
aber ohne master bist halt leider noch ein ueberqualifizierter maturant in oesterreich. der master spezialisiert halt komplett - wenns dann in der praxis doch nix is, pech gehabt.
und zwischen bsc und msc arbeiten gehen - ich will auch mal eine familie gruenden, mit kind(ern) kann ich mir (finanziell) keine 2 jahre studium vorstellen (damits auch nur 2 bleiben und nicht mehr werden).

bildungspolitik ist absolut realitaetsfern.

"Es gibt zehnmal so viele Interessenten wie Plätze"

Dieser Satz liest sich, als gäbe es zuviele Studenten. Tatsache ist, es gibt zuwenig Plätze.

Der Satz sollte lauten "Es gibt zehnmal weniger Plätze als Interessenten".

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Re: "Es gibt zehnmal so viele Interessenten wie Plätze"

Schon was von der Relativitätstheorie gehört?

Re: "Es gibt zehnmal so viele Interessenten wie Plätze"

geh bitte... Diese Grammar-Nazi kacke interessiert niemand. jeder weiß was gemeint ist.

Re: Re: "Es gibt zehnmal so viele Interessenten wie Plätze"

Wesentlich interessanter sind natürlich Ihre Kraftausdrücke !
Und ja, Subtilitäten und Details der Sprache machen einen Unterschied darin, wie man einen Text empfindet.
Man muß kein Nazi sein, um das zu verstehen.

da wollen alle ...

... Wirtschaft an der wu studieren, weil's sonst nirgends genommen wurden und wundern sich dann über die Zustände ...

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Re: da wollen alle ...

Was haben Sie für eine Ausbildung wenn man fragen darf??

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Re: da wollen alle ...

weisst schon dass es auch viele interessiert...

Re: da wollen alle ...

"woanders nicht genommen werden" - soweit ich weiß gibt es nur bei Medizin Aufnahmeprüfungen, deswegen ist ihr Aussage absoluter Schwachsinn Solange der bsc in Österreich (und international) nix bzw. kaum etwas Wert ist, muss doch die WU genügend Plätze für ihre Bachelor Absolventen anbieten. Derzeit hat die WU gerade mal Kapazitäten für 1/3 der bsc Absolventen. Es wird einfach zuwenig Geld für die Bereiche Bildung und Universitäten bereitgestellt.

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Re: Re: da wollen alle ...

Es gibt auch in Psychologie, Publizistik, an den Kunstunis, im Sportstudium, den Pädagogischen Hochschulen und den Fachhochschulen Zugangsbeschränkungen. Nächstes Jahr kommen noch Beschränkungen in den Fächern Informatik (!!!), Architektur und Städteplanung, Biologie und Biochemie, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften dazu.

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Re: Re: Re: da wollen alle ...

Die Masterstudiengänge der WU sind zumindest zum Teil auch mit Aufnahmeprüfungen bestückt, die es in sich haben sollen wie ich mir sagen hab lassen.

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