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Studiengebühren in Bayern vor dem Aus

31.01.2013 | 11:23 |  (DiePresse.com)

Das Volksbegehren gegen Studiengebühren war erfolgreich. Nun kann das bayerische Volk das kostenpflichtige Studium kippen. Die Unis fürchten, dass ihnen die Einnahmen nicht ersetzt werden.

Im deutschen Bundesland Bayern hat ein Volksbegehren für die Abschaffung der Studiengebühren das nötige Quorum erreicht. Damit kommt es nun im Sommer oder Herbst zum Volksentscheid - wenn der Landtag die Studiengebühren nicht selbst abschafft.

Nach Zahlen des Statistischen Landesamts trugen sich binnen zwei Wochen mehr als die nötigen 10 Prozent aller bayerischen Wahlberechtigten in die Unterschriftenlisten ein. Bayern ist eines der wenigen deutschen Bundesländer, in dem die Bürger Landesgesetze per Volksentscheid beeinflussen können.

Bayerische Hochschulen warnen

Bayern ist neben Niedersachsen auch das einzige deutsche Bundesland, in dem noch Studiengebühren erhoben werden. Derzeit sind es 542 Euro pro Semester. Innerhalb der christlich-liberalen Koalition beharrt die FDP darauf, die Gebühren beizubehalten. Die CSU von Ministerpräsident Horst Seehofer ist inzwischen gegen die unpopulären Gebühren, die sie einst selbst eingeführt hat.

Die bayerischen Hochschulen warnen davor, die Studiengebühren abzuschaffen. Sie fürchten um die Qualität von Forschung und Lehre. Die Unis misstrauen den Versprechungen, dass die derzeit etwa 180 Millionen Euro Einnahmen aus den Studiengebühren im Fall einer Streichung voll ersetzt werden.


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