Politplag: Mit 20 Euro die Jagd auf Plagiate eröffnen

13.02.2013 | 12:21 |   (DiePresse.com)

Die Jagd nach Plagiaten geht auch nach dem Fall Annette Schavan weiter - und wird nun sogar zum Geschäftsmodell. Die Plattform "Politplag" hat schon eine weitere Politikerin im Visier.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Jagd nach Plagiaten geht auch nach dem Fall Annette Schavan weiter - und wird nun sogar zum Geschäftsmodell. Nämlich für Martin Heidingsfelder, Gründer der neuen Plattform "Politplag". Wie der Plagiatsjäger in einem Interview mit "Zeit Online" ankündigt, will er sich die Plagiatsjagd künftig durch Bürgerspenden finanzieren lassen. Wer eine bestimmte wissenschaftliche Arbeit überprüfen lassen will, stellt eine Anfrage und steuert mindestens 30 Euro bei. Sind 300 Euro beisammen, besorgt sich Heidingfelder die Dissertation, scannt sie ein und prüft sie. Jeder weitere Arbeitstag kostet dann 500 Euro. 

Mehr zum Thema:

Heidingsfelder ist schon länger in der Plagiatsjäger-Szene aktiv. So gründete er die Plattform "VroniPlag", benannt nach der Tochter des bayrischen Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, die ihren Titel abgeben musste. Auch die Plattform "SchavanPlag", die den Plagiatsskandal um die deutsche Ex-Bildungsministerin ins Rollen brachte, geht auf seine Initiative zurück. Als nächstes will sich Heidingsfelder Schavans Nachfolgerin Johanna Wanka, Mathematikerin, vornehmen. Allerdings hat er bereits angemerkt, dass das aufwändig wird: Die Prüfung naturwissenschaftlicher Arbeiten sei immer etwas schwieriger. 

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

9 Kommentare

Sind rot-grüne Mathematiker schwer zu finden ?


Mit 20 Euro die Jagd auf Plagiate eröffnen

bei Gesetzen oder Verordnungen sollte man da sehr genau hinschauen.
Die werden heute schon durch Rechtsanwälte und Lobbyisten geschrieben.
Alle diese Gesetze sind ungültig da sie ein Plagiat darstellen und nicht aufgrund des geistigen Wissen des Gesetzgebers dokumentieren.
Darunter fallen auch Gutachten, denn die sind nichts anderes als die Benutzung des geistigen Wissen eines anderen für denjenigen der das Gutachten in Auftrag gegeben hat und es für sich in Anspruch nimmt.


Komisch

warum Herr Heidingsfelder nur die Arbeiten konservativer Politiker im Visier hat. Ich gehe jede Wette ein, dass er bei allen politischen Parteien genauso fündig werden könnte.

Nur unser Herr Bundeskanzler braucht da nichts zu befürchten ;-)

Martin Heidingsfelder

Ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Herr Heidingsfelder nicht "der Gründer" des Vroniplag Wikis ist, sondern nur einer der Nutzer, die am Anfang aktiv waren. Überhaupt ist das Konzept "Gründer" bei einem Guttenplag Klon, der über lange Zeit ständig von Freiwilligen weiterentwickelt wurde ohnehin sonderbar.

Herrn Heidingsfelder wurde schon sehr bald von den Vroniplag Administratoren die Tür gezeigt (einstimmig: http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/VroniPlag_Wiki:Entscheidungen/B%C3%BCrokratenstatus_Benutzer:Goalgetter ), trotzdem hört Herr Heidingsfelder nicht auf, sich die Reputation des Wikis zu "entlehnen" indem er seinen Namen auch mehr als ein Jahr nach seinem Rauswurf mit dem Wiki in Verbindung bringt.

Genauso geht er mit Schavanplag vor: Die Dokumentationsarbeit an der Doktorarbeit von Schavan wurde zum allergrößten Teil von Robert Schmidt geleistet und auf Schavanplag ( http://schavanplag.wordpress.com/ ) veröffentlich. Danach hat dann Herrr Heidingsfelder ein Wiki "gegründet" mit identischem (!!!) Namen ( http://de.schavanplag.wikia.com/wiki/Schavanplag_Wiki ) und beansprucht nun für sich, an der Analyse von Schavans Doktorarbeit mitgearbeitet zu haben, obwohl er nichts Relevantes beigetragen hat. Auch hier "entlehnt" er die Reputation von Robert Schmidt, die er selbst nicht besitzt.

Ironisch ist, dass dieser Mann vorgibt gegen das "Entlehnen" fremder Gedanken vorzugehen. Schade ist, dass diesem Trittbrettfahrer hier eine Plattform geboten wird.

Re: Martin Heidingsfelder

Wenn's ums Geld geht scheint für Herrn Heidingsfelder das Urheberrecht nicht so wichtig zu sein.

In der Mathematik

wird's für Plagiatsjäger erst so richtig lustig. Jede partielle Ableitung ohne explizite Zitierung von Leibniz, Newton und Jacobi gilt als Plagiat.

Re: In der Mathematik

Diese Leute, genannt Plagiatsjäger, werden es in den Naturwissenschaften schwer haben. Dafür fehlt ihnen das logische Denken und die dafür nötige Intelligenz. Da können sie sich nur blamieren.

Re: In der Mathematik

und genau bei solchen Lächerlichkeiten liegt das Problem in der gesamten Diskussion - wenn man will, kann man alles als Plagiat darstellen - was mich ärgert ist die Tatsache, dass ständig über Plagiate diskutiert wird, aber niemand prangert das unvergleichlich schlimmere Erfinden von Daten in den Naturwissenschaften an - denn da wird es gefährlich - oft lebensgefährlich

Es klingelt in der Kassa

Die Promidoktoren-Vernaderung scheint sich ja zu einem veritablen Geschäft auszuweiten!

AnmeldenAnmelden