"Vroniplag"-Plagiatsjäger prüfen Arbeit aus Innsbruck

21.02.2013 | 12:58 |   (DiePresse.com)

Die Plattform untersucht zum ersten Mal eine Dissertation aus Österreich. Der Verfasser ist mittlerweile Professor an einer deutschen Uni.

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Die Plagiatsjäger der deutschen Plattform "Vroniplag" untersuchen erstmals einen möglichen Plagiatsfall aus Österreich, wie der österreichische Plagiatsgutachter Stefan Weber am Donnerstag in seinem Blog berichtet. Es geht dabei um eine rechtswissenschaftliche Dissertation, die 2002 von der Uni Innsbruck angenommen wurde. Der Verfasser ist mittlerweile Professor an einer deutschen Universität.

Laut der Internetplattform wurden bisher 51 von 260 Seiten untersucht und dabei knapp 20 Prozent des Textes als Plagiat eingestuft. Neun Seiten sollen dabei zu 50 bis 75 Prozent aus nicht ausgewiesenen Zitaten bestehen, 17 Seiten aus mehr als 75 Prozent Plagiatstext. Für Weber ist es "ein Trauerspiel in Serie: Schon wieder ein plagiierender Professor". Dass dieser Fall die Uni Innsbruck betrifft, ist aus seiner Sicht nicht überraschend, sei sie doch wegen ihres Umgangs mit Plagiatsvorwürfen in der Vergangenheit "ein Fall für die Korruptionsstaatsanwaltschaft".

An der Uni Innsbruck will man zum konkreten Fall "wegen des Amtsgeheimnisses" nichts sagen. Prinzipiell sei es aber so, dass die Behörde in jenen Fällen, wo sie über Plagiatsvorwürfe Informationen erhält, ein Prüfungsverfahren einleite. Webers Vorwurf, die Uni gehe solchen Vorwürfen nicht seriös nach, weist der Sprecher der Uni zurück: Jeder Fall werde auf Basis von (meist extern vergebenen) Gutachten bewertet. Die Rechtsabteilung der Uni soll nun klären, ob gegen Weber wegen seiner Anschuldigungen juristisch vorgegangen werden kann.

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Vroniplag
Die Plagiatsjäger von "Vroniplag" sind seit 2011 aktiv, damals wurde kollektiv die Dissertation von Veronica Saß, Tochter des langjährigen CSU-Chefs Edmund Stoiber, auf ohne Quellenangabe übernommene Textpassagen untersucht. Saß wurde der Doktortitel später aberkannt. Auch bei den FDP-Europapolitikern Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis und der FDP-Politikerin Margarita Mathiopoulos führten Vorwürfe auf "Vroniplag" zu einer Prüfung der Dissertationen durch ihre Unis und schließlich zur Aberkennung des Titels.

(APA)

 
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11 Kommentare
ewoewo
23.02.2013 12:00
0

freude!

ich find die maedels und jungs voll super, da macht es richtig freude zu denken wieder! bin ein grosser fan, der volltext der arbeiten waere auch manchmal interessant...

Novak Herbert
21.02.2013 18:45
13

wieso

ist niemand auf die Idee gekommen, die Diss von dem Spinndi und von der Schotti-Mizzi auf Plagiate zu untersuchen.
Die Nationalratswahl ist nah.
Strache und Faymann können sich zurücklehnen, die beiden haben sicher nicht plagiert, weil sie nicht studiert haben.

Antworten Graf von Monte Christo
22.02.2013 07:20
4

Re: wieso

Bei Maria Fekter gehe ich davon aus, dass sie zu der Zeit promoviert hat, als Juristen noch keine Diss schreiben mussten, daher können die lange suchen. Auf Grund seines Promotionsjahr gild für Spindelegger dasselbe.

Antworten Antworten submersible
22.02.2013 23:05
1

Re: Re: wieso

Fischer ebenso

Antworten Antworten Novak Herbert
22.02.2013 08:28
3

Re: Re: wieso

die potentiellen Staatsaffäre sind gebannt.

Albrecht Wallenstein
21.02.2013 16:37
10

Die Kirche im Dorf lassen!

Damit etwas tasächlich als Plagiat gilt, muss dem Beschuldigten erst einmal nachgewiesen werden, hier wissentlich und mit Vorsatz gehandelt zu haben. Wenn es nun heißt, es bestünden "17 Seiten aus mehr als 75 Prozent Plagiatstext", dann hört sich das zwar wie ein gravierendes Vergehen an, kann aber auch an einer versehentlich (!!) vergessenen Literaturangabe liegen.

Antworten Hindemith
22.02.2013 09:49
0

Re: Die Kirche im Dorf lassen!

Der Mann wusste, dass er ein Plagiat einreicht:

de.vroniplag.wikia.com/wiki/Rm/HU

Antworten vegetation
22.02.2013 04:35
0

Re: Die Kirche im Dorf lassen!

das kann schon sein - darf aber nicht sein

Antworten Antworten submersible
22.02.2013 05:54
6

Re: Re: Die Kirche im Dorf lassen!

dann haben sie nie selbst einen wiss. Text verfasst.

MartinKlicken
21.02.2013 16:19
3

Korrektur

Nicht 51 Seiten wurden bisher untersucht, sondern auf 51 (inzwischen: 55) Seiten wurden Fundstellen dokumentiert.

Daher sind auch nicht 20% des Textes betroffen, sondern 20% der untersuchten Seiten sind plagiatsbehaftet gemäß Dokumentation. Jeder kann die Dokumentation selbst einsehen und sich auf Basis dessen ein Bild machen:

http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Rm

Hindemith
21.02.2013 13:32
3

So so ...

Die Universität will also erst mal untersuchen, "ob gegen Weber wegen seiner Anschuldigungen juristisch vorgegangen werden kann". Mein Vorschlag wäre da eher, die Energien anders zu bündeln. Man könnte sich z.B. darauf konzentrieren, klare Plagiatsfälle wie:

http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Rm

oder auch:

http://de.antiplagaustria.wikia.com/wiki/Plagiatsfunde_in_der_Dissertation_von_Mario-Max_Schaumburg-Lippe

oder auch:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.plagiatsvorwurf-auch-stoiber-sohn-bald-ohne-doktor-titel.d1ea8c43-22ee-48e5-9815-243fe6dc6fff.html

zu verhindern. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist die Überbringer der schlechten Nachricht anzupöbeln hilft weder der Universität Innsbruck, noch der Wissenschaft.


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