Immer mehr Studenten ohne Matura

Der Anteil der Anfänger mit nicht-traditioneller Zugangsberechtigung hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Ihre Aussichten auf einen Studienabschluss sind geringer.

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Immer mehr Studienanfaenger haben
Immer mehr Studienanfaenger haben – (c) Clemens Fabry

Immer mehr österreichische Studienanfänger haben keine klassische Matura. Der Anteil an Österreichern, die mit einer "nicht-traditionellen" oder mit einer ausländischen Hochschulberechtigung zu studieren beginnen, hat sich im vergangenen Jahrzehnt auf zehn Prozent verdoppelt. Zum  "nicht-traditionellen" Zugang zählen die etwa Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungs-Prüfung oder Externistenmatura.

Nichtsdestotrotz ist die Matura noch immer der klassische Weg zum Studium: Insgesamt hatten 2010/11 laut Hochschulstatistik fast 50 Prozent der inländischen Studienanfänger eine AHS- und 40 Prozent eine Matura einer Berufsbildenden Höheren Schule vorzuweisen. Sechs Prozent hatten einen "nicht-traditionellen" und fünf einen "sonstigen" Hochschulzugang.

Erfolgsaussichten geringer

Die Gruppe der Studienanfänger mit "nicht-traditioneller" oder "sonstiger" Hochschulzugangsberechtigung weist allerdings eine geringere Wahrscheinlichkeit auf, ihr Studium erfolgreich abzuschließen, wie eine Auswertung von 2003/04 zeigt: Während unter HAK-Maturanten fast die Hälfte und unter AHS-Maturanten ebenfalls noch rund 45 Prozent nach 16 Semestern ein Studium abgeschlossen haben, sind es bei Studenten mit Berufsreifeprüfung nur 37 Prozent, bei jenen mit Externistenmatura 30 Prozent und bei Studenten mit Studienberechtigungsprüfung 29 Prozent.

Nach Hochschultypen gereiht zieht es die Studienanfänger mit "nicht-traditioneller" Hochschulberechtigung am stärksten an die Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH). Dort machen sie einen Prozentsatz von je neun Prozent der Studenten aus. An den wissenschaftlichen Unis stellen sie fünf und an den Kunstunis zwei Prozent der Studienanfänger.

Einen deutlichen Rückgang gibt es bei jenen, die eine Studienberechtigungsprüfung wählen (von 139 auf 53 im Vergleichszeitraum). Diese Gruppe zieht es vor allem an die FH (49 Prozent), gefolgt von den PH (31 Prozent), nur 20 Prozent beginnen ein Uni-Studium.

Kunstunis: Aufnahmeprüfung statt Matura

Studienanfänger mit "sonstiger" Hochschulberechtigung (ohne Reifeprüfung, Reifeprüfung im Ausland, Hochschulreife gemäß Kooperationsverträgen, unbekannte Schulform, sonstige Ausbildung) sind hauptsächlich an wissenschaftlichen Unis zu finden, ein Drittel geht an die FH, 16 an eine PH und vier Prozent an die Kunstunis. Nach Hochschultypen ist diese Gruppe besonders stark an den Kunstunis vertreten. Sie machen dort 29 Prozent der Studienanfänger aus, was vor allem daran liegt, dass eine Eignungsprüfung absolviert werden muss und ein Studium häufig auch ohne reguläre Studienberechtigung möglich ist. An den FH und PH stellt diese Gruppe je sieben, an den wissenschaftlichen Unis sogar nur vier Prozent.

 

(APA/Red.)

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