Neue Lehrerausbildung soll diese Woche fix sein

18.03.2013 | 12:53 |   (DiePresse.com)

Der Gesetzesentwurf soll diese Woche präsentiert werden. Zuletzt gab es noch Kritik an der Kooperationsform zwischen Unis und PH.

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Der Gesetzesentwurf zur neuen Lehrerausbildung soll noch diese Woche präsentiert werden. Das wurde im Unterrichtsministerium auf Anfrage bestätigt. Im Wissenschaftsministerium zeigte man sich dagegen zugeknöpfter: Es werde derzeit noch verhandelt. Dem Vernehmen nach sind die Gespräche zwischen SPÖ und ÖVP aber bereits weit gediehen, eine Einigung in den nächsten Tagen realistisch.

Die Eckpunkte für die neue Lehrerausbildung stehen ohnehin bereits fest: Künftig sollen angehende Pädagogen zunächst einen vierjährigen Bachelor absolvieren, in einer ein- bis zweijährigen Induktionsphase von erfahrenen Lehrern in den Beruf eingeführt werden und berufsbegleitend ein ein- bis zweijähriges Masterstudium absolvieren, das Voraussetzung für eine Fixanstellung ist.

Vor Studienbeginn müssen Interessenten außerdem ein Eignungs- und Aufnahmeverfahren nach österreichweit einheitlichen Standards bestehen. Derzeit gibt es solche Verfahren nur an den Pädagogischen Hochschulen (PH), wo Lehrer für Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonderschule) ausgebildet werden. An den Universitäten, verantwortlich für Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), kann derzeit indes jeder Maturant eine Lehrerausbildung beginnen.

Die neue Ausbildung soll sowohl an Universitäten als auch an PH bzw. in Kooperationsformen stattfinden - in welcher Form das passieren soll, war aber noch umstritten. So sahen die Uni-Rektoren durch die Pläne die Autonomie ihrer Einrichtungen bedroht und sprachen von einer "Zwangsehe" mit programmiertem Scheitern. Zu unterschiedlich seien die Partner, hieß es seitens der Universitätenkonferenz - auf der einen Seite die autonomen Unis und auf der anderen die PH als weisungsgebundene, nachgeordnete Dienststelle des Unterrichtsministeriums. Die Unis verlangen zumindest die Federführung bei der gemeinsamen Entwicklung von Studienplänen für die Sekundarstufe I und II (derzeit Hauptschule/Neue Mittelschule/AHS-Unterstufe bzw. AHS-Oberstufe und berufsbildende mittlere und höhere Schulen).

Ebenfalls nicht einverstanden waren die Unis mit der geplanten Überprüfung und Evaluierung des Angebots: Ob internationale Qualitätsstandards eingehalten werden und das jeweilige Studienangebot die Kriterien für eine Anstellung an Schulen erfüllt, sollte nach bisherigem Verhandlungsstand ein Zertifizierungsrat aus von den beiden Ministerien nominierten Personen entscheiden. Dieser sollte u.a. die Studienpläne auf Wissenschaftlichkeit, Professionsorientierung und Einhaltung der zentralen Vorgaben sowie die Qualifikation des Personals zeitlich befristet zertifizieren - für die Unis ein No-Go: Der Rat drohe statt eines Qualitätssicherungsinstruments ein politisches Kontrollorgan zu werden.

Lehrergewerkschaft, Uni-Rektoren und HochschülerInnenschaft ist außerdem ein weiterer Punkt ein Dorn im Auge: Sie verlangen, dass erst mit dem Masterabschluss unterrichtet werden darf.

(APA)

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8 Kommentare

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die besten der besten werden durch diese maßnahme alles studieren, nur kein lehramt mehr. ich bin derzeit selbst nach jahrelanger berufstaetigkeit an einer ph. der altersschnitt meiner gruppe liegt bei 30, tendenz steigend. mit der neuen ausbildung haette sich niemand von uns fuer diesen beruf entschieden. und ich halte es fuer sehr wichtig, vor dieser berufsausuebung ausreichend erfahrungen in der privatwirtschaft zu sammeln, da man die schueler der nms vor allem fuer diese vorbereiten muss. lehrer mit solchen vorerfahrungen wird es nur in zukunft eben nicht mehr geben, da ein 8 jaehriges studium schier unleistbar ist, wenn man bereits mitten im leben steht. staatliche unterstuetzung gibt es keine, bezahlt wird durch ersparnisse und kredit - 3 jahre verschmerzbar, 6 - 8 jahre unmoeglich

ich finde es schade, da dem bund dadurch in zukunft viele gute lehrer mit individuellen vorerfahrungen, die ebenso den schuelern dienlich sind, entgehen werden.

Re: .

lehrer a la "aus der schule in die schule" werden wohl die neue belegschaft der zukunft ausmachen

Illusion 100%

Masterstudium neben Lehrberuf (bei vermutlich unzähligen Gratisüberstunden, Betreuungseinheiten mit verminderter Werteinheit am Nachmittag, Pendeln nach Tribstrü, selbst nach Jahren keine Sicherheit dafür dann aber -30% Gehalt etc. etc). Bleibt nur jedem 18\19 jährigen von diesem Beruf ernsthaft abzuraten.
"Lehre statt Lehrer" ein Plakatspruch für die nächste Wahl. Nur Mut Frau S.

6 0

nach bis zu einer 8 jährigen einarbeitungszeit gibts vielleicht eine anstellung, als angestellter. das ist wohl weltweit einzigartig


mist

mist - mist - mist - jedes andere wort ist eines zuviel

master berufsbegleitend

bin gespannt, wie viele dann den master schaffen und wie lange sie dafür brauchen. züchtung billiger arbeitskräfte...

Re: master berufsbegleitend

Na ja, ein typischer Frauenberuf eben.

Als nächstes wird man dann die Leute nur mit Bachelor unterrichten lassen, ihnen aber weniger bezahlen, weil sie ja den berufsbegleitenden Master nicht geschafft haben.

Fällt eigentlich jemandem auf, dass dieser berufsbegleitende Master bei normalem Ausbildungsgang (Schule, Matura, Studium, Berufseinstieg) gerade dann fällig wird, wenn viele Frauen ihre Kinder bekommen?

Ja, hier wird wieder einmal "erfolgreiche" Frauenpolitik gemacht.

Re: master berufsbegleitend

bin gespannt, wieviele sich für eine bis zu acht jahre andauernden lehrerausbildung entschließen - in dieser zeit kann viel studiert werden und vieles, das vor allem nach dem studium mehr geld abwirft

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