Immer mehr deutsche Professoren

An der Uni Wien wird jede dritte Neuberufung mit einem Bewerber aus Deutschland besetzt. Diese seien gut qualifiziert, sagt der Wissenschaftsminister.

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Immer mehr deutsche Professoren
Immer mehr deutsche Professoren – (c) ORF (Landesstudio Salzburg: 'Salzburgs Uni im Visier der Deutschen')

An österreichischen Universitäten studieren nicht nur immer mehr deutsche Studenten, sondern es lehren und forschen auch immer mehr deutsche Professoren. Von insgesamt 2255 Professorenstellen sind 532 mit Deutschen besetzt, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil".

An der Uni Wien und an der Uni Salzburg sind demnach jeweils knapp 38 Prozent der Professoren deutsche Staatsbürger, an der Uni Innsbruck 25 Prozent. An der Uni Wien wird jede dritte Neuberufung mit einem Bewerber aus Deutschland besetzt.

„An unseren Universitäten herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb“, zitiert das Magazin die Leiterin des Europa-Lehrstuhls an der Universität Salzburg. Auch der der frühere Wissenschaftsminister Erhard Busek übt Kritik: „Die Uni Innsbruck ist eigentlich schon fast eine deutsche Universität“, wird er zitiert. „Die aus Deutschland berufenen Professoren sind gut vernetzt und nehmen auch gerne Assistenten mit, was zu Reibereien mit dem einheimischen Mittelbau führt. Doch darüber will niemand öffentlich reden.“

Töchterle: Deutsche gut qualifiziert

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sieht darin kein Problem. "Es gibt natürlich auch aus anderen Ländern Berufungen", erklärt er. "Aber allein wegen der Größe, der gleichen Sprache und geographischen Nähe Deutschlands gibt es von dort für jede ausgeschriebene Stelle deutlich mehr Bewerber. Außerdem sind die neu berufenen Professoren aus Deutschland in der Regel sehr gut qualifiziert."

"Gewisse Schmerzen" bereitet Töchterle allerdings der Trend zur Dominanz des Englischen in der Wissenschaft. "Noch bis in die Mitte das 20. Jahrhunderts war Deutsch die führende Sprache in der Wissenschaft. Da tut es schon weh, wenn man zusehen muss, wie Deutsch allmählich als wissenschaftlicher Dialekt gesehen wird."

(Red.)

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