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Uni-Mittelbau verlangt mehr Rechte und Mitbestimmung

09.04.2008 | 09:52 |   (DiePresse.com)

Die Assistenten und Dozenten an den Universitäten sehen sich im Bereich der Mitbestimmung "völlig entrechtet" und wollen dies durch die Novellierung des Universitäts-Gesetzes ändern.

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Mehr Rechte und Mitbestimmung verlangt der Mittelbau an den Universitäten im Zuge der Diskussion um die Novellierung des Universitätsgesetzes (UG). Das UG habe Assistenten und Dozenten "völlig entrechtet" und "in die Steinzeit der Mitbestimmung katapultiert", kritisierte Ilse Reiter-Zatloukal, Vertreterin der Plattform universitärer Mittelbau (PLUM) und Betriebsrätin an der Uni Wien, bei einer Podiumsdiskussion am Dienstag Abend in Wien. Unter anderem verlangte sie die Schaffung einer einheitlichen Lehrenden-Kurie anstatt der derzeitigen Trennung in Professoren und Mittelbau.

Sie habe für die Autonomie der Unis gekämpft, so Reiter-Zatloukal - "aber nicht ohne Partizipation der Uni-Angehörigen." Das UG habe "einen Ausschluss eines großen Teils der Kollegenschaft gebracht, den sie erst später realisiert hat" - dies gelte vor allem für den Mittelbau, aber auch zum Teil für Professoren. Entscheidungen würden "von oben herab tröpfeln". Unterhalb des Senats gebe es kaum mehr kollegial entscheidungsbefugte Gremien. Dies habe zu einer Demotivation und "mentalen Verabschiedung" vieler Kollegen geführt: "In Quatschbuden sitzt man nicht gerne."

Schmidt-Dengler: Senat als "Abnicktruppe"

Durchaus Sympathien für einige Mittelbau-Anliegen hat der Vorstand des Instituts für Germanistik, Wendelin Schmidt-Dengler, der als Professoren-Vertreter im Senat der Uni Wien sitzt. Der Senat sei derzeit eine "Abnicktruppe" für das, was ihm vor allem vom Rektorat vorgesetzt werde. Die Sitzungen glichen einem "Absitzen von Stunden, wo wir zunicken, wer in welche Kommissionen geht". Ein schweres Manko des UG ist auch für Schmidt-Dengler das Verschwinden der Kollegialorgane. Wenn der Uni Wien-Rektor Georg Winckler sage, dass er statt auf Kollegialorgane auf Qualitätssicherung setze, frage er sich, was dies heiße: "Das ist so, als wenn ich sage, ich setze nicht mehr auf Windmühlen, sondern esse Kartoffel."

Was sich an den Unis in Folge des UG abspielt, ist für Schmidt-Dengler ein "Produkt der Regierung von 2000". Diese habe "probiert, wie weit sie drüberfahren kann". Für ungerecht und "unkorrekt" hält er, dass der Mittelbau im Senat kaum mehr vertreten ist. Generell ist er der Ansicht, dass man mit dem UOG 1975 trotz mancher Missstände auf einem guten Weg gewesen sei. Problem: "In Österreich ist eine solide demokratische Stimmung nicht oder nur schwer herzustellen."

Auch für den Vorsitzenden des Universitätsrats der Uni Wien, Max Kothbauer, ist die Frage der Mitbestimmung im UG derzeit nicht adäquat gelöst. Er schlug etwa für den Senat eine 75-Prozent-Quote für die Lehrenden vor, wovon je die Hälfte auf Professoren und Mittelbau entfallen soll. Das Grundgerüst des Gesetzes verteidigte er allerdings: "Der Kern des UG, die Autonomie, war nicht zum Nachteil der Unis bzw. derer Angehöriger."

"Senat bei Rektorswahl nicht ausschließen"

Nicht einverstanden ist Kothbauer mit Bestrebungen, den Senat bei der Rektorswahl auszuschließen. "Ich möchte keine Situation, wo der Rektor gar keine Verankerung hat im internen demokratisch gewählten Organ." Es tue aber umgekehrt auch gut, wenn eine externe Institution wie der Uni-Rat, der noch dazu fast zur Hälfte vom Senat beschickt wird, sich überlegt, wer Rektor wird. Vorstellbar ist für Kothbauer eine Findungskommission, in der auch der Senats-Vorsitzende vertreten ist und die dem Senat Vorschläge für den Rektorsposten macht. Aus dieser Liste müsse dann der Senat seine Kandidaten an den Uni-Rat auswählen.

Die Vorsitzende der Hochschülerschaft der Uni Wien, Fanny Rasul (Grüne und Alternative StudentInnen), forderte die Abschaffung der Uni-Räte und die Übertragung derer Kompetenzen auf den Senat. In diesem wiederum müsse den Studenten eine größere Relevanz zukommen. (APA)

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