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meinprof.at: Guter Professor, schlechter Professor

20.10.2008 | 08:55 |  Von Rosa Schmidt-Vierthaler (DiePresse.com)

Was macht eine guten Professor aus? Am Portal meinprof.at können Studenten den Spieß umdrehen und ihre Dozenten bewerten. Aber nicht jeder Dozent will beurteilt sein.

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Mehr als 7000 Urteile über etwa 2000 Dozenten. Im Bewertungsportal meinprof.at können sich Studenten über Kurse und Professoren informieren - und diese auch bewerten. Fairness, Unterstützung, Material, Verständlichkeit, Spaß, Interesse und Note in Verhältnis zum Aufwand - zu diesen Punkten können Bewertungen abgegeben werden. Das Ergebnis sollte den idaelen Professor liefern.

Allerdings werden nicht unmittelbar die Professoren, sondern einzelne Lehrveranstaltungen bewertet. Erst aus dem Durchschnitt der Bewertungen aller Kurse ergibt sich die Gesamtnote des Dozenten. Um gute und schlechte Noten zu verteilen, muss man aber kein Student sein. Man benötigt lediglich eine E-Mail-Adresse, bei mehreren Adressen kann man auch mehrere Bewertungen abgeben.

Und was halten die Dozenten von den Urteilen? Prof. Karl Kratky von der Uni Wien ist einer der bestbewerteten Professoren. Wie manche seiner Kollegen hat sich der Physiker selbst auf der Plattform registriert und steht ihr durchaus positiv gegenüber.

"Im Zweifelsfall bin ich mehr für Freiheit als für Sicherheit."
Prof. Karl Kratky

Prof. Kratky arbeitet interdisziplinär, seine Lehrveranstaltungen in Physik und Komplementärmedizin werden mit 100 Prozent empfohlen. Gerade wegen seiner Interdisziplinarität ist für ihn der Ruf wichtig. Er leitet keine Pflichtveranstaltungen, wer in seine Kurse geht, tut das aus Interesse. Seinen Erfolg erklärt sich Prof. Kratky dadurch, dass er über den Tellerrand schaut, spontan ist und auf die Leute eingeht.

Forschung versus Lehre?


Nicht selten wird an den Universitäten die Lehre gegen die Forschung ausgespielt - wobei die Lehre selten gewinnt. Dem Diktum, dass die Lehre nebenbei mitläuft, widerspricht Kratky. "Gute Lehre ist gleich wichtig wie gute Forschung," sagt der Naturwissenschafter. Das wird ein weiterer Grund für seine guten Noten bei meinprof.at sein.

An sieben Abenden entstanden


Vorbild der deutschsprachigen Plattform ist die amerikanischen Webseite "Ratemyprofessor.com". Seit 1999 benoten dort Studenten ihre Profs. Inspiriert vom amerikanischen Original machten sich drei Studenten der TU Berlin 2005 daran, eine deutsche Version aufzubauen. An gerade einmal sieben Abenden entstand so die Webseite "MeinProf.de".

Das Büro der Studenten wurde allerdings mit Beschwerden überflutet - einzelne Professoren, auch ganze Hochschulen übten Widerstand. Es wird darüber gestritten, was stärker ist: Das öffentliche Interesse (man will etwa mit der Bewertung die Lehre verbessern) oder der Datenschutz und das Recht der Dozenten auf eine unversehrte Persönlichkeit.

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3 Kommentare
lionsj
16.10.2008 15:21
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Das finde ich sehr gut,

davon können beide Seiten profitieren, einige Lehrer haben da sicher AHA Erlebnisse und hoffentlich werden diese sich verbesseren um in allen Teilbereichen mindestens 90 % zu erhalten.
Das sollte für alle Schulen eingeführt werden, auch Eltern sollen die Lehrer ihrer Kinder in der Pflichtschule mitbewerten können !

Antworten Gast: GastamAbend
17.10.2008 18:59
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Re: Das finde ich sehr gut,

Jein, weil Eltern von vielen Lehrern nur wissen was ihnen die Kinder erzählen. Und da kann es gerade bei schlechteren Noten zu unterschiedlichen Sichtweisen kommen.

Trotzdem ganz nett, aber viel werden die Bewertungen nicht ändern. Gerade die Professoren mit den miesesten Bewertungen, werden ihren Weg weiter verfolgen.

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Re: Re: Das finde ich sehr gut,

Wir werden niemals wissen, wie Menschen wirklich sind. Wir können immer nur beurteilen, wie sie auf uns wirken. Wenn die Kinder zu Hause von den Lehrern erzählen, kann man sehr gut beurteilen, wie die Lehrer auf die Kinder wirken. Aber genau das ist es was zählt! Einer schlechten Note liegt in den meisten Fällen eine schlechte Lehrer / Kind - Beziehung zugrunde. Das ist in der Volksschule so und in der Uni nicht anders, weil es menschlich ist.

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