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ÖH sieht Ende der geheimen Wahl: Kommission tritt zurück

17.12.2008 | 11:09 |   (DiePresse.com)

Bei der ÖH-Wahl im Mai können Studenten online wählen. ÖH-Vertreter kritisieren, dass das Grundrecht der geheimen Wahl verletzt wird. Sie sprechen von "datenschutzrechtlichem Wahnsinn".

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Um das neue elektronische Wahlsystem der Studenten wird heftig gestritten. Bei den nächsten Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) im Mai sollen Studenten bequem vom PC aus ihre Stimme abgeben können. Die ÖH wehrt sich allerdings vehement gegen Mängel des Online Votings.

Der Zorn der Studentenvertreter geht so weit, dass die Vorsitzenden der Wahlkommission an der Uni Wien den Hut nahmen. Sie haben Bedenken wegen der "rechtlichen sowie technischen Sicherheit". Die GRAS (Grüne und Alternative Studentinnen) denken sogar über eine Klage beim Verfassungsgerichtshof nach.

Das Wissenschaftsministerium plant aufgrund der Kritik offensichtlich keine Änderungen. VP-Minister Hahn will lediglich die Wahlkommission neu bestellen. Erst kürzlich sei den Wahlkommissionen aller Unis "mitgeteilt worden, dass beim E-Voting alles durch Gesetze und Verordnungen gedeckt" sei, heißt es.

"Dass die Wahlkommissionsvorsitzende der größten Universität diesem datenschutzrechtlichen Wahnsinn nicht zustimmt, zeigt wie alleine Minister Hahn mit seinem Vorhaben ist."
Sophie Wollner, ÖH-Vorsitzende der Uni Wien vom Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ).



Die Studentenvertreter kritisieren vor allem den unzureichenden Datenschutz beim Online-Voting. Um online wählen zu können, müssen die Studenten die Bürgerkartenfunktion auf der E-Card freischalten lassen - und um die Funktion der elektronischen Unterschrift erweitern lassen. Zusätzlich bekommen sie das dafür benötigte Chipkarten-Lesegerät. Dieses habe allerdings nur die niedrigste von drei Sicherheitsklassen, lautet die Kritik.

"Es kann nicht sein, dass das Grundrecht der geheimen Wahl von Wissenschaftsminister Hahn einfach so übergangen wird und die Daten der Studenten an Dritte weitergegeben werden", begründete GRAS-Aktivistin Regina Bösch die Überlegungen ihrer Fraktion hinsichtlich einer VfGH-Klage.

Die ÖH-Bundesvertretung kritisierte, dass das Wissenschaftsministerium im Rahmen seiner Kampagne zur größeren Verbreitung der Bürgerkarte die Studenten "noch zusätzlichen Gefahrenquellen" aussetze. "Aus Sicht der ÖH ist es unverantwortlich, Studierende mit Bürgerkartenlesegeräten der Stufe 1 auszustatten, um sie damit zu E-Voting zu bewegen. Für die ÖH zeigt dies einmal mehr auf, dass Hahn "rein gar nichts von dem Grundsatz einer geheimen Wahl hält", so die Bundesvertretung.

Wie E-Voting funktioniert

Online-Stimmen müssen in der Woche vor der eigentlichen Papierwahl zwischen Montag, 8 Uhr, und Freitag, 18 Uhr, abgegeben werden. Gewählt wird mit Bürgerkarte (die zuvor aktiviert werden muss) und Lesegerät. Nach Eingabe eines Codes wird die Wahlberechtigung überprüft. Dann kann die Stimme abgegeben werden. Diese wird elektronisch verschlüsselt und bis zum Ende der Papierwahl gesichert aufbewahrt. Die Wahlkommission greift dann mit einem Schlüssel auf die elektronischen Wahlzettel zu und anonymisiert diese. Ein Rechner ermittelt das Wahlergebnis. Weitere Infos zur Bürgerkarte gibt es unter

www.studi.gv.at

(APA/Red.)

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4 Kommentare
Gast: paranoid
19.12.2008 18:38
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sind wir jetzt alle paranoid!?!?

sag mal sind alle studentenvertreter jetzt paranoid?!?!

die wollen das wahlrecht schützen und das prinzip der freien wahl waren indem sie mir die freie wahl nehmen mich für oder gegen e-voting zu entscheiden...

was GRAS, FLÖ und die VSSTÖ da abziehen ist doch nur dilletantischer Rebellismus. find ja gut dass sie versuchen was zu bewegen, aber die art und weise wie sie es machen is halt nur mehr peinlich!!!

wenn es so unsicher ist, dann beweist es doch! wenn es so easy is das system zu hacken, dann macht es doch!

nun ja... wir werden ja sehen was geschiet. und ich werd wohl blöd schauen, wenn im mai die reiter der apokalypse vor meiner tür stehen ;-)

ahoi!

Gast: modestus
17.12.2008 14:25
0 0

ein direkter Angriff der ÖVP (=AG=ÖMU) auf die Demokratie


bei der ÖH-Wahl wird erst einaml "getestet" ...

Antworten Gast: ich
20.12.2008 10:10
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Re: ein direkter Angriff der ÖVP (=AG=ÖMU) auf die Demokratie

auf welche demokratischen basis stützt sich eigentlich die initiative der gras, flö und vsstö?

soweit ich weiss, haben die da keine "volksbefragung" unter den studenten gemacht, sondern einfach über deren köpfe hinweg entscheiden, dass e-voting böse ist. die begründung gegen eine befragung ist schlicht, dass die studenten keine ahnung von computern hätten und nicht richtig informiert seien. ja... sehr demokratisch!

das thema e-voting ist symbolisch für den streit zwischen den fraktionen in der öh. die regierende ag is dafür (oder zumindest nicht 100% dagegen), also polarisieren die anderen dieses thema, wozu es zu dieser unglaublichen übertreibung kommt.

zum glück gibt es momentan keine wichtigeren themen. es is ja nicht so, dass den unis das geld aus geht, dass zu wenig studienplätze angeboten werden, oder dass die pädagogischen hochschulen teils "vor dem kollaps stehen" (siehe presse vom 14.12.08).

nun ja....

freeman
17.12.2008 12:46
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Geheimnisse

Irgendwie habe ich den Verdacht, daß es denen nicht wirklich um eine geheime Wahl sondern schlicht um eine möglichst effiziente Abschreckung der Wähler geht.

Je geringer die Wahlbeteiligung, desto schwerer wiegen die Stimmen der "Aktivisten" der eigenen Gruppierung.

Natürlich schadet das der Wirkung der ÖH, aber wen kratzt das schon, wenn man sich weiterhin auf Kosten der Studenten politischen Sandkastenspielen widmen kann.

Schlagzeilen Bildung