Uni-Wien-Jubiläum: Vorplatz soll neu gestaltet werden

Eine Ausstellung zum 650-Jahr-Jubiläum zeigt das Modell der "Uni der Zukunft". Die Nebenfahrbahn vor dem Eingang soll verschwinden.

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Universität Wien – Die Presse (Fabry)

Anlässlich ihres 650-Jahr-Jubiläums und des damit zusammenfallenden 150-Jahr-Jubiläums der Ringstraße setzt sich die Universität Wien in einer Ausstellung mit der Baugeschichte ihres Hauptgebäudes auseinander - und plant auch gleich dessen Zukunft. So soll vor allem der Vorplatz neu gestaltet werden und dafür die Nebenfahrbahn vor dem Haupteingang verschwinden.

Gleich zu Beginn der am Donnerstagabend in der Aula der Uni eröffneten Ausstellung steht das Modell der "Uni der Zukunft". "Der Platz vor dem Gebäude ist eigentlich nicht wirklich gestaltet", meinte der Leiter des Raum- und Ressourcenmanagements der Uni Wien, Harald Peterka, zur APA. Die Entfernung der Nebenfahrbahn würde etwa das Aufstellen von Sitzgelegenheiten vor der Uni erlauben: "Wir wollen den Raum dort den Studierenden und anderen Interessierten zugänglich machen und sie dort zum Verweilen einladen."

Hütten und Stände sollen verschwinden

Neben Sitzgelegenheiten soll der Vorplatz der Uni auch zwei Kuben Platz bieten, die multimedial nutzbar seien, so Peterka. In einem soll ein Cafe entstehen, der andere vor allem die zahlreichen kleinen Hütten und Stände ersetzen und für deren derzeitige Nutzer offenstehen. Außerdem soll die Uni nicht mehr quasi nur von der Seite betretbar werden: Direkt vor dem Haupteingang soll ein Zebrastreifen über den Ring samt Ampel einen "direkten" Zugang ermöglichen. Weitere Elemente sind unter anderem eine einheitliche Pflasterung und eine Lichtinszenierung der Fassade. "Leitmotiv ist die behutsame Weiterentwicklung der Handschrift der Grundarchitektur: Wir haben uns die Frage gestellt: 'Wie würde der Architekt das heute wahrnehmen?'"

Einen Blick in die Vergangenheit wirft die restliche Ausstellung: Interessanterweise sahen schon die Ursprungspläne des Gründers, Rudolf IV., die Ansiedlung der Universität in der Nähe des Schottentors vor. Zwischen Hofburg und Schottenstift sollte eine eigene ummauerte "Pfaffenstadt" entstehen - der frühe Tod Rudolfs machte dieses Vorhaben aber zunichte. Erst nach der Revolution 1848 und dem Auszug der Uni aus dem alten Universitätsviertel rund um die heutige Akademie der Wissenschaften kam der Wunschstandort Rudolfs wieder ins Spiel.

Um ein Haar stünde das Uni-Wien-Hauptgebäude heute übrigens am Standort der Votivkirche. Nachdem der spätere Architekt der beiden Gebäude, Heinrich von Ferstel (1828-1883), den Wettbewerb für den Kirchenbau gewonnen hatte, durfte er zwischen den Bauplätzen wählen
- und entschied sich für die Votivkirche am heutigen Standort.

In der Ausstellung wird anhand von frühen Entwürfen und Stadtplänen deutlich, wie die am ehemaligen Exerzierplatz angesiedelte Universität auch aussehen hätte können. So gab es etwa Entwürfe, in denen die Architektur jener von Parlament bzw. Rathaus angenähert war. Erst spät entschied man sich, die drei Ringstraßen-Gebäude in drei unterschiedlichen Stilen entstehen zu lassen.

1870 erhielt Ferstel den Zuschlag für den Bau, 1873 erfolgte der Baubeginn, elf Jahre später die Fertigstellung. In der Ausstellung werden neben der Architekturgeschichte des Hauses auch andere Aspekte des Baus beleuchtet - vom Skandal um die Deckengemälde Gustav Klimts bis zu den "Professoren-Denkmälern" des Hauses.

Bis März ist die Ausstellung bei freiem Eintritt in der Aula zu sehen. Anschließend übersiedelt sie nur wenige Meter weiter in den Arkadenhof der Uni.

(APA)

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