22.11.2009 22:14 | Meine Presse Merkliste0

Ein bisschen Medizin: Hahn plant Bachelor-Studium

29.04.2009 | 11:14 |   (DiePresse.com)

Kritik ernteten die kürzeren Bachelor-Studien schon bei Fächern wie Jus und Pharmazie. Nun will Wissenschafts-Minister Hahn auch Medizin als schnelles Kombi-Studium einführen.

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VP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn plant "Änderungen in Richtung lückenloser Bologna-Architektur". Wie der Minister erklärte, sollen Bachelor-Studien in "begründeten Ausnahmefällen" auch acht statt der derzeit vorgeschriebenen sechs Semester dauern können. So sollen nicht nur Pharmazeuten oder Juristen auf die neue Studienarchitektur umstellen können, sondern auch die Mediziner. Allerdings ist der Medizin-Bachelor nicht für die Ärzte-Ausbildung gedacht, sondern als Kombi-Studium etwa mit Technik, Wirtschaft oder "Jus".

Mit der Umsetzung der Bologna-Ziele in Österreich zeigte sich Hahn zufrieden, man sei hier "überdurchschnittlich unterwegs". Bei sieben der zehn Ziele sei man im grünen Bereich, man habe sie bereits vollständig umgesetzt bzw. stehe unmittelbar davor. Während Österreich rund 90 Prozent aller Uni- und FH-Studien bereits auf das neue Studiensystem umgestellt habe, rangiere Deutschland erst bei 75 Prozent.

Mehrheit studiert nach Bachelor weiter

Weil entgegen der ursprünglichen Intention der neuen Studienarchitektur, kürzere Studien für einen raschen Berufseinstieg zu schaffen, ein Großteil der Bachelor-Absolventen gleich ein Master-Studium anschließt, plant Hahn im Herbst eine "intensive Kampagne für den Bachelor". Dabei geht es in erster Linie darum, der Wirtschaft Bachelor-Absolventen schmackhaft zu machen.

Weil sich die österreichische Wirtschaft traditionell am Besoldungssystem des öffentlichen Dienstes orientiert, hält Hahn aber auch die A-Wertigkeit von Bachelor-Absolventen im öffentlichen Dienst für unumgänglich.

Mehr berufsbegleitende Studien

Langfristig sollte nach Meinung des Ministers jeder zweite Bachelor-Absolvent gleich ins Berufsleben einsteigen und ein Master-Studium erst später berufsbegleitend absolvieren. Kritik übte Hahn in diesem Zusammenhang auch an den Unis, die nur ein bis zwei Prozent ihrer Studien berufsbegleitend anbieten würden. An den FH seien es dagegen bereits ein Drittel der Studien.

Dass Studierende eine Einschränkung der Durchlässigkeit durch das neue System beklagen, hat nach Ansicht Hahns nichts mit Bachelor und Master, sondern mit der völligen Autonomie der Unis bei der Curriculum-Erstellung zu tun, "da und dort wurde hier übers Ziel geschossen". Im Zuge der Gespräche über die nächste Leistungsvereinbarung will das Wissenschaftsministerium das thematisieren.

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16 Kommentare
Gast: medinnsbruck
07.08.2009 19:59
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unsinnig

wie kommt man nur auf solche sachen?studiere sebst medizin und habe nur drei dinge zu sagen: 1. dieses studium ist das mit abstand längste und impliziert damit für mich automatisch, dass es ein doktorat sein sollte, so wie es seit jahrhunderten brauch ist 2. mit verlaub, aber jedes andere studium ist mit medizin nicht zu vergleichen. das sagen sogar studenten aus anderen studienrichtungen. warum sollten andere ihr studium als doktorat bezeichnen dürfen, gerade die mediziner aber nicht 3. was soll das bringen? dass es in zukunft leute gibt, die zwar wissen wo der bizeps liegt, aber dann doch nicht als mediziner arbeiten dürfen, wenn sie nicht noch ein paar (übrigens sehr kostspielige) jahre dranhängen müssen.
manchmal gilt das sprichwort "junge besen kehren gut, alte aber besser". so sollte man das auch bitte beim medizinstudium so belassen

Gast: derwahrsager
13.05.2009 21:28
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Hahn ist nicht ganz dicht

Tut mir leid. Aber was dieser Gockel von sich gibt ist wirklich schon zum Speiben!
Kein Wunder das er sich mit dem Araber gut versteht.....

Gast: Techniker
29.04.2009 19:39
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Medizinbachelor kann sehr wohl Sinn machen!

Medizin ist das letzte Studium, in dem so gut wie keine Studienrichtungs-Wahlmöglichkeiten geboten werden, einzige Ausnahme ist die Zahnmedizin. Dabei wären die Fachkenntnisse durchaus auch jenseits des Arztberufes sinnvoll anzuwenden.

In der medizinischen Forschung besteht immer wieder das Problem, dass Mediziner mit anderen Disziplinen schwer kommunizieren können. Andererseits ist es extrem aufwendig, als Nichtmediziner vorzeigbare (also durch einen Abschluß bestätigte) Zusatzkompetenz in Medizin zu erreichen, ein 6-jähriges Vollstudium ist hier überflüssig.

Es wäre doch absolut sinnvoll, einen 3-jähriges Grundstudium zu schaffen (vergleichbar mit dem ehemaligen ersten Abschnitt des alten Studienplanes), in dem der naturwissenschaftliche Hintergrund der modernen Medizin vermittelt wird. Dieses Bacc sollte dann für das bisherige Humanmedizin-Masterstudium für Allgemeinmediziner (jeder der ARZT werden will) Voraussetzung sein. Es können dann aber auch Vielfältige alternative Masterstudien konzipiert werden. Man kann aber dieses Bacc auch mit anderen Fächern, wie z.B. Technik kombinieren. So käme man wirklich in Richtung einer Spitzenforschung, die heutzutage normalerweise die Kombination von zumindest 2 Fächern verlangt. Aber auch viele Betriebe suchen Personen mit medizinischer (Grund-) Ausbildung für Nicht-Arzt-Berufe.

Denker
29.04.2009 13:59
0 0

Mit der Einführung der Bachelorstudien verfolgte man ursprünglich mehrere Ziele

- da die Ausbildung der AHS nicht (mehr) einen für Unternehmen nutzbringende Beschäftigung erlaubt (bzw. diese nicht mehr willens sind zwei bis drei Jahre bezahlte Ausbildung in AHS-Absolventen zu investieren) soll der Staat die Bachelorausbildung bezahlen
- bedeutet etwa ein 6-jähriges Vollstudium (etwa im Technikbereich) für den Studenten ein hohes Risiko da er bis zur letzten Prüfung überhaupt keine Berufsberechtigung hat(te)
- sollte durch die Ermöglichung von zwei Bachalorstudien (etwa Technik und Wirtschaftswissenschaften) Absolventen mit Verständnis und Wissen für umfassende Bereiche herangebildet werden (daran denkt Hahn offensichtlich nun - die Gesundheitsökonomen sind ein Beispiel dafür wie in der Medizin praktisch nicht Ausgebildete in für uns alle wirtschaftlich und medizinisch lebenswichtige Bereiche herumpfuschen - letzten Freitag referierte bei der GPA ein Politologe über eine vergleichende Untersuchung der Krankenhäuser in 6 EU-Staaten !)

Timberwolf
29.04.2009 14:11
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Re: Mit der Einführung der Bachelorstudien verfolgte man ursprünglich mehrere Ziele

Danke - es ist gut, hier ab und zu auch sinnvolle Beiträge zu leisten.
Zwei Punkte haben Sie jedoch vergessen, die möchte ich gerne noch anfügen:
- Die europaweite Studentenmobilität wird gefördert, man kann zB den Bachelor in einem Land machen und den Master in einem anderen.
- Die Studien sind endlich vergleichbar - ein Bachelor ist in jedem Land ein Bachelor und einen Master ein Master. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, im Ausland das alte österreichische Studiensystem zu erklären.

Antworten Antworten Gast: uhu
01.05.2009 18:22
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Re: Re: Mit der Einführung der Bachelorstudien verfolgte man ursprünglich mehrere Ziele

Das stimmt doch nicht! Ein Master ist nicht ein Master und die Vergleichbarkeit ist auch nicht gegeben. Wenn Sie sich die Erasmus Daten anschauen, müssen Sie erkennen, dass die Zahl der Studenten rückläufig ist. Der Bologna Prozess verfolgt im Grunde ein Ziel, die völlige Ökonomisierung aller Gesellschaftsbereiche. Eine Endlosqualifizierung bis in den Tod.

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Re: Re: Mit der Einführung der Bachelorstudien verfolgte man ursprünglich mehrere Ziele

Die Bakkalaureate sind nach wie vor in EU nicht vergleichbar.
Fall: in Belgien wurde ein Student mit 6-Semester Bachelor zum Masterstudium nicht zugelassen,da der Bachelor dort in diesem Fach 8 Semester dauert....
Es kommt nicht nur auf die Semester,sondern auch auf die ECTS an...
Vive la difference!

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Alles klar!

Das grosse Bologna Ziel ist :
runter mit dem Niveau!
Das Bakkalaureat ist unbrauchbar in Jus,Technik,Naturwissenschaften. Was will man mit einem dreijährigen Grundstudium anfangen?
Richter,Ziviltechniker oder Spitzenforscher werden?
Die Russen haben noch heute den "Feldscher" als untersten Militärarzt. Brauchen WIR das wirklich?
Uebrigens,eine österreichische Diplomstudienordnung ist heute dicker als die seinerzeitigen Dissertationen von Gödel oder Schrödinger!
Gehrer,Schmied,Hahn: das Trio Infernal der Bildung!

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Re: Alles klar!

Ja, ja, was für eine ewiggestrige Ansage. Von welchem "Niveau" reden Sie denn? Bei dem Zuwachs an Wissen, der heute stattfindet ist es eine absolute Illusion zu glauben, dass ein Arzt ohne Spezialisten auskommt.

Das Ärzte -auch heute noch- keine Spezialisten hinzuziehen wenn sie sich in Wahrheit nicht auskennen, nur weil sie über *alles* in der Welt Bescheid zu wissen glauben ist eine Tatsache die beweist, wie rückständig das Konzept der Ärzteausbildung eigentlich ist.

Wir leben in einer Welt der Spezialisierung und die findet auch im medizinischen Bereich statt. Beim Zahnarzt funktioniert die Spezialisierung ja auch. Wieso soll das nicht auch bei HNO oder Dermatologie funktionieren?

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Re: Re: Alles klar!

Ein Bachelor- Studium hat sechs Semester.In dieser Zeit kann man die Grundlagenfaecher wie Chemie,Physik,Histologie,Anatomie,.. sehr wohl vermitteln,aber keinen Arzt ausbilden. In sechs Semestern kann man Medizinisch-technische Assistenten oder Sanitaeter ausbilden,jedoch keine Ärzte hoher Qualitaet.

Antworten Gast: hallo
29.04.2009 13:52
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Re: Alles klar!

Mir ist auch der rechtliche Kontext dieser Studien unklar. Was macht man mit einem Bachelor in Pharmazie?? Sicher nicht in der Apotheke arbeiten, doch bildet dieser Studienzweig einen Großteil seiner Studenten für genau diesen Beruf aus.
Die große Frage bleibt also, was machen mit einem Bachelor für Pharmazie, Recht oder Medizin? Und sollte es ihnen einfallen, dass einfach Bachelor gleichstellen mit dem derzeitigen Diplomstudium, dann Gute Nacht! In Pharmazie hat, meines Wissens, noch keine (!) Land in der EU es auf Bachelor umgestellt, da es einfach keinen Sinn macht, ganz zu schweigen von der Medizin!! Aber Hauptsache wir pressen es durch und schicken dann junge Leute auf den Arbeitsmarkt, wo sie dann keiner will.
Gratulation zu dieser tollen Errungenschaft!!

Antworten Antworten Gast: Mathi
05.05.2009 16:10
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Re: Re: Alles klar!

Mit einem abgeschlossenem Pharmaziestudium ist man als Apotheker sowiso überqualifiziert...

Antworten Antworten Gast: aber hallo
29.04.2009 14:27
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Re: Re: Alles klar!

Ja, zum Kondomverkaufen ist ein Bachelor wirklich zu wenig. In meiner Apotheke wird keine Spitzenforschung gemacht, in Ihrer?

Weg mit der teuren Überqualifizierung!

Gast: Beobachter
29.04.2009 12:46
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Was können diese Bachelors dann?

Feststellen, dass Hahn ein Spatzenhirn hat? Dafür braucht man kein Medizinstudium, das ist offensichtlich.

Nobodaddy
29.04.2009 12:40
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Es lebe das Halbwissen!

Fragt sich nur, wer die Nichtärzte braucht. Gibt es nicht schon genug Taxifahrer?

Antworten Gast: Gast
01.05.2009 16:36
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Re: Es lebe das Halbwissen!

Die Baccstudenten die dann keiner haben will können ja noch immer Wissenschaftsminister werden, große Anforderungen scheint man ja nicht zu brauchen.

Schlagzeilen Bildung