Österreichs Fachhochschulen an der Spitze: Diesen Befund liefert das CHE-Hochschulranking 2009, das die Studiengänge deutscher und österreichischer Fachhochschulen im Bereich Informatik untersucht hat. Die Ergebnisse liegen exklusiv der „Presse“ und dem deutschen Wochenmagazin „Zeit“ vor.
Das CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) gilt als die renommierteste deutsche Prüfinstitution. Insgesamt 105 deutsche und elf österreichische FH-Studiengänge für Informatik stellten sich der Untersuchung (auf freiwilliger Basis). In der Fachhochschulkonferenz, dem Gremium aller österreichischen FH-Erhalter, sieht man den wissenschaftlich fundierten CHE-Befund als Gütesiegel für den gesamten heimischen FH-Sektor.
Im Ranking werden die Studiengänge einem von drei Rängen zugeordnet: der Spitzen-, der Mittel- oder der Schlussgruppe. Österreichs Lehrgänge finden sich meist in der Spitzengruppe, so auch im Urteil der Studierenden (siehe Grafik oben). Das ist bei den deutschen FH-Studien für Informatik nicht der Fall. Von den 105 gerankten Fachhochschulen unseres Nachbarlandes landen nur 14 in der Spitzengruppe, 43 in der Mitte und 16 in der Schlussgruppe. 32 deutsche Fachhochschulen können wegen des zu geringen Rücklaufs keine Bewertung erhalten.
Auch in den anderen Bereichen schneidet Österreich hervorragend ab, bis auf zwei Teilbereiche werden nur die beiden besten Gruppen verzeichnet. In Deutschland ist hingegen die Bewertung mit „3“ – also in der Schlussgruppe – keine Seltenheit.
Die Informatik der FH Wr. Neustadt kann in allen gerankten Bereichen im Vergleich zu Deutschland einen hervorragenden Erfolg verbuchen. Ähnlich gut schneiden nur noch die FH Bonn-Rhein-Sieg und die FH Brandenburg ab. Allerdings: Ein Ranking mit einer Rangzuordnung von eins bis 100 (oder noch weiter) lehnt die deutsche Prüfinstitution entschieden ab. Seriös sei nur die Platzierung innerhalb einer der drei Gruppen.
Für Werner Jungwirth, Geschäftsführer der FH Wr. Neustadt, ist der Spitzenplatz seiner Fachhochschule „eine Bestätigung unserer Arbeit und ein Qualitätsbeweis“. Ausruhen auf den Lorbeeren will sich Jungwirth nicht, man werde sich immer noch verbessern können. Einen Vorteil sieht der FH-Mann aber doch: „Marketingmäßig werden wir dieses Ergebnis unter die Leute bringen.“
Intensive Betreuung
Warum konnten die österreichischen FH-Anbieter diese Platzierungen erzielen? „Unser Vorteil sind die kleinen Studiengänge“, sagt Jungwirth, „bei etwa 40 Studienanfängern pro Jahr ist eine intensive Betreuung möglich.“ Massenstudien gibt es im FH-Bereich nicht. Jungwirth, der auch Präsident der gesamtösterreichischen FH-Konferenz (dem Gremium aller FH-Erhalter) ist, setzt auf spezielle Vertiefungen und Marktlücken. In seiner FH Wr. Neustadt etwa würden sich die Studierenden im Verlauf des Studiengangs für Geoinformatik oder Technische Informatik entscheiden. „Das weckt dann großes individuelles Interesse, damit ist auch ein entsprechender Erfolg absehbar.“
Im Ranking 2009 beschritten die teilnehmenden österreichischen Studiengänge noch Neuland, einige FH-Studiengänge konnten aufgrund des zu geringen Rücklaufs nicht bewertet werden. Im kommenden Jahr stehen die Studiengänge für Ingenieurwissenschaften auf dem CHE-Prüfstand. Da wollen sich nach derzeitigem Stand acht FH-Erhalter mit insgesamt 27 Studiengängen dem groß angelegten Vergleich stellen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2009)

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