Frauen in wissenschaftlichen Spitzenfunktionen sind selten. Ein höherer Frauenanteil wird zwar finanziell gefördert, aber die Strukturen verändern sich nur sehr langsam. Dass die Stuation für Frauen auch im Jahr 2009 noch lange nicht ideal ist, bestätigt auch Anke Hanft. Die Berufungspraxis an Hochschulen erweist sich "vielfach als optimierungsbedürftig", sagt die Leiterin der wissenschaftlichen Steuerungsgruppe der Qualitätssicherungsagentur AQA.
Auch wenn bei der Berufung von Professoren wohl "formal die Gleichstellung der Geschlechter" gegeben sei, können sich doch auch immer wieder Nachteile für Frauen ergeben. Eine Projektgruppe mit zehn heimischen Unis will nun bessere Berufungsverfahren erarbeiten. Für Hanft - selbst Professorin in Deutschland - gilt die Gleichstellung der Geschlechter nur formal. "In der Praxis gibt es aber zahlreiche Hinweise darauf, dass die unzureichende Professionalität in der Durchführung der Berufungsverfahren zulasten weiblicher Bewerber wirkt".
Ausschreibungen teils an Männer gerichtet
Dabei gebe es vielfach schon mangelnde Sensibilität im Vorfeld, etwa bei der Art der Stellenausschreibung, "die mal mehr oder mal weniger Frauen ansprechen kann", so die Professorin. Zudem zeige die Erfahrung, dass Frauen im Zuge des Berufungsverfahrens tendenziell besser abschneiden, wenn neben dem wissenschaftlichen Vortrag auch eine Lehrprobe vor Studierenden Teil des Verfahrens ist. Ein Berufungsverfahren solle daher alle Arbeitsfelder der Professur abdecken.
Ziel: 26 Prozent Frauen
Durch das Frauenförderungsprogramm "fFORTE excellentia" wurden seit 2004 insgesamt 79 Berufungen von Frauen gefördert. Insgesamt erhielten in dieser Zeit 106 Frauen eine Professur. Mit dem Förderprogramm soll eine Anhebung des Professorinnenanteils von 2005 bis 2010 auf rund 26 Prozent erreicht werden. Dafür wäre eine Berufung weiterer 200 Professorinnen notwendig, hieß es. 2007 waren von den insgesamt 2.210 Professoren an den Unis 349 Frauen, das entspricht einem Anteil von 15.8 Prozent.
(APA/Red.)

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